Die Gmina Pleszew ist eine Stadt-und-Land-Gemeinde im Powiat Pleszewski der Woiwodschaft Großpolen in Polen. Sitz des Powiats und der Gemeinde ist die gleichnamige Stadt ( Pleschen) mit etwa 17.300 Einwohnern.
Geographie mini|Karte der Gemeinde Die Gemeinde liegt im Südosten der Woiwodschaft, etwa 25 Kilometer von der Grenze zur Woiwodschaft Niederschlesien entfernt. Breslau liegt 100 Kilometer südwestlich, die Woiwodschafts-Hauptstadt Posen etwa 80 Kilometer nordwestlich. Nachbargemeinden sind die Gemeinden Kotlin, Czermin und Chocz im Norden, Blizanów und Gołuchów im Osten, Ostrów Wielkopolski und Raszków im Süden sowie Dobrzyca im Westen.
Die Gemeinde hat eine Fläche von 180,1 km², von der 77 Prozent land- und 14 Prozent forstwirtschaftlich genutzt werden.
Geschichte Das heutige Gemeindegebiet gehörte unterbrochen durch die deutsche Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg von 1919 bis 1975 zur Woiwodschaft Posen mit unterschiedlichem Zuschnitt. – Die deutsche Minderheit wurde nach dem Weltkrieg vertrieben.
Der Powiat Pleszewski wurde 1956 ein erstes Mal wieder eingerichtet. Von 1975 bis 1998 kam das Gemeindegebiet zur Woiwodschaft Kalisz. Der Powiat wurde in dieser Zeit aufgelöst.
Die Landgemeinde Pleszew wurde 1954 in verschiedene Gromadas umgewandelt und zum 1. Januar 1973 neu geschaffen. Stadt- und Landgemeinde Pleszew wurden 1990/1991 zur Stadt-und-Land-Gemeinde zusammengelegt. Diese gehört seit 1999 zur Woiwodschaft Großpolen und zum wieder eingerichteten Powiat Pleszewski.
Gemeindepartnerschaften Die Partnerstädte und -gemeinden von Pleszew sind seit 1997 Spangenberg in Hessen und Saint-Pierre-d’Oléron in Frankreich, die ihrerseits 1997 eine Partnerschaft schlossen;spangenberg.de: Pleszew. (abgerufen am 29. April 2020) seit 2001 Morlanwelz in Belgien, seit 2004 Westerstede in Niedersachsen sowie seit 2012 Kemer in der Türkei.pleszew.pl: (polnisch, abgerufen am 29. April 2020)
Gliederung Zur Stadt-und-Land-Gemeinde (gmina miejsko-wiejska) Pleszew mit Einwohnern (Stand ) gehören die Stadt selbst – mit zehn Stadtteilenpleszew.pl: (polnisch, abgerufen am 29. April 2020) und 28 Dörfer mit Schulzenämtern (sołectwa):pleszew.pl: Sołectwa. (polnisch, abgerufen am 29. April 2020)
polnischer Name deutscher Name (1815–1918) deutscher Name (1939–1945)Baranówek Baranowek HammelsfeldeBógwidze Bogwidz GutenhofBorucin Borucin 1912–1918 Borutschin BeckersfeldeBronów Brunow 1939–1943 Wallmannsdorf 1943–1945 WallmannshofBrzezie Brzezie 1906–1918 Birkenau BirkenauDobra Nadzieja Gutehoffnung GutehoffnungGrodzisko Grodzisko GrodenJanków Jankow TalenKorzkwy Korskwy SchönfeldeKowalew Kowalew 1900–1918 Weizenfeld WeizenfeldKuczków Kuczkow 1906–1918 Kuczkow-Chrzanow HermannsdorfLenartowice Lenartowitz LenarshofLubomierz Lubomierz LiebenwaldeLudwina Ludwina RittersdorfMarszew Marschew FrankenauNowa Wieś Neudorf NeudorfPacanowice Pacanowitz LehmgrundPiekarzew Piekarzew WaldenProkopów Prokopow LehmbachRokutów Rokutow ErlenauSowina Sowina Gut EulendorfSowina Błotna Sowina Hauland 187?–1918 Eulendorf 1939–1943 Eulendorf 1943–1945 Alt EulendorfSuchorzew Suchorzew GötzenauTaczanów Drugi Taczanow TannenhorstTaczanów Pierwszy Gut Taczanow Gut TannenhorstZawady Zawada SpatzenmühleZawidowice Zawidowitz 1939–1943 Tannenhof 1943–1945 FichtenwaldeZielona Łąka Grünewiese Grünewiese
Weitere kleinere Ortschaften, Siedlungen und Ortsteile sind Chorzew (Chorzew, 1939–1945 Königsfeld), Chrzanów (Chrzanow, 1906–1918 Kuczkow-Chrzanow, 1939–1945 Augustenhof), Pardelak und Turowy.
Sehenswürdigkeiten Neben den Baudenkmalen der Stadt sind in die Denkmalliste der Woiwodschaft eingetragen: Pfarrkirche in Brzezie, 1789 erbaut Pfarrkirche św. Mikołaja in Grodzisko, errichtet 1801–1806 Hölzerne Pfarrkirche in Lenartowice, 1758 erbaut Schloss und Park in Chorzew Schloss (1880) und Park in Kuczków, 19. Jahrhundert Schlossanlage und Park in Taczanów, 18./19. Jahrhundert Schloss (1850–1860), Kapelle, Orangerie, Mausoleum, Nebengebäude, Mauern etc. Schloss und Park in Chorzew Speicher des Guts in Bógwidze, 19. Jahrhundert Gut mit Herrenhaus (1911), Park und Toranlage in Korzkwy Park in Suchorzew Herrenhaus, Speicher und Park in Kowalew, 19. Jahrhundert Windmühle in Dobra Nadzieja
Verkehr Die Landesstraße DK11 (droga krajowa 11) verbindet die Gemeinde und ihren Hauptort mit Ostrów Wielkopolski im Osten und Jarocin und Posen im Westen, wobei sie in großen Teilen als Schnellstraße S11 ausgebaut ist. Die Landesstraße DK12 verbindet Pleszew mit Kalisz im Osten. Dort besteht Anschluss an die Landesstraße DK25. Die DK12 führt weiter über Sieradz und Radom in die Ukraine (Europastraßen 372 und E 373).
Neben dem Fernverkehrs-Bahnhof Pleszew bestehen an der Bahnstrecke Kluczbork–Poznań der Bahnhof Bronów und der Haltepunkt Taczanów auf Gemeindegebiet. – Die Kreisbahn Krotoschin–Pleschen bzw. Krotoszyńska Kolej Dojazdowa war von 1900 bis 1986 zwischen Krotoszyn Wąskotorowy (Schmalspur-Bahnhof) und dem Stadtbahnhof Pleszew in Betrieb. Sie bediente außer der Kreisstadt auf Gemeindegebiet die Dörfer Lenartowice und Pacanowice. Gegenwärtig wird sie in den Sommermonaten als Museumsbahn mit vier Stationen in der Stadt Pleszew betrieben.
Der nächste internationale Flughafen ist Poznań-Ławica.
Persönlichkeiten Die bekannteste Persönlichkeit der Stadt Pleszew ist Hanna Suchocka (* 1946), die erste Ministerpräsidentin Polens (1992–1993).
Weblinks
Offizielle Webpräsenz von Stadt und Gemeinde (polnisch)
Fußnoten