rechts|40px In der Liste der Kulturdenkmale in Altensteig sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Altensteig im Landkreis Calw in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Altensteig Die Stadt Altensteig geht aus der um 1100 erstmals bezeugten Burg hervor, die 1240 Sitz der Vögte von Altensteig und bis ins 14. Jh. Gefolgsleute der Grafen von Hohenberg waren. Als sich 1355 eine eigene Altensteiger Linie begründete, entwickelt sich aus dem wohl schon vorhandenen Burgweiler die Stadt an dem nach Süden abfallenden Hang links der Nagold. Das Amt und Altensteig, seit 1535 zu Baden-Durlach gehörig, wurde 1603 an Württemberg veräußert. Beherrscht wird die Stadt durch das „Alte und Neue Schloss“, das gegen die Bergseite durch eine mächtige Schildmauer mit Buckelquadern befestigt ist, an dem sich stadtseitig ein Fachwerkbau mit teilweise gut erhaltener Innenausstattung des 14. und 15. Jhs. anschließt. Zusammen mit dem innerhalb eines mit spätgotischen Rundtürmen besetzten Mauerrings liegenden Neuen Schloss, einem spätmittelalterlichen Fachwerkbau über massivem Sockelgeschoss, beherrscht die Anlage bis heute die Stadtansicht von Süden. Von Norden her blieb der Charakter der wehrhaften Burg durch die Distanz haltende Grünanlage erlebbar. Östlich des Schlosses steht die 1775 vor der Stadtmauer errichtete evangelische Kirche, ein spätbarocker Saalbau mit Ostturm, dessen Inneres durch eine schlüssige Renovierung der 1960er Jahre geprägt wird. Die Stadt selbst, die drei Zugänge besaß, erstreckt sich zwischen den von der Burg ausgehenden Schenkelmauern zum Tal hin. Der Stadtgrundriss wird durch die unregelmäßigen, sich an den Geländegegebenheiten orientierenden Straßen und Treppen geprägt. Das Zentrum bildet der auf halber Höhe des Hanges liegende Marktplatz, an dem auch das auf das 15. Jh. zurückgehende Rathaus steht. Die Bebauung wird durch die spätmittelalterlichen spitzgiebeligen Fachwerkbauten der Bürger- und Handwerkerhäuser geprägt, die weitgehend das Erscheinungsbild der Überformung des 19. Jhs. tragen. Während der Verlauf der Schenkelmauern bis auf den heutigen Tag durch einen Grüngürtel von Gartengrundstücken ablesbar geblieben ist, entwickelte sich im Tal neben den alten Mühlenstandorten in den letzten zwei Jahrhunderten mit der Unter- oder Vorstadt das Handwerker- und Gewerbegebiet, welches hier die mittelalterliche Stadtbegrenzung auflöste und heute dem Geschäftszentrum Raum gibt. Die behutsame Stadtsanierung der 1980er Jahre schrieb dieses geschlossen überkommene Bild der malerischen Stadtanlage ohne größere Eingriffe und Umgestaltungen fort und überlieferte so das in seiner Gesamtheit überzeugende Zeugnis der kleinen Amtsstadt im Nordschwarzwald.

Altensteigdorf

Berneck Berneck ist eine der kleinsten mittelalterlichen Stadtanlagen im nördlichen Schwarzwald. Der Name „Berneck“ wird erstmals um 1150 im Schenkungsbuch des Klosters Reichenbach genannt. 1367 erhält der Burgweiler das Stadtrecht. Vermutlich durch Einheirat gelangen 1350 die Herren von Gültingen in den Mitbesitz von Burg und Stadt, ab 1395 werden sie als Alleinbesitzer genannt. Bis 1805 bleibt Berneck reichsunmittelbar. Von der auf einem Bergsporn über dem Burgweiler gelegenen Burg konnten die zum Nagoldtal führenden Verkehrswege im tief eingeschnittenen Bruderbachtal und im Köllbachtal überwacht werden. Ein in den Felsen gehauener, heute aufgefüllter Halsgraben und eine mächtige, bis zu einer Höhe von 28 m erhaltene Schildmauer aus Buckelquadern sicherte die Burganlage gegen den weiter ansteigenden Hang. Im Ortsgrundriss des ehemals befestigten Burgweilers öffnet sich die einzige Strasse, die Kirchgasse, hangwärts. Die schlichten Bürgerhäuser wurden in der Regel direkt an der Abbruchkante Bergrückens an der Stadtmauer errichtet. Die beiden Stadttore, das Obere und das Untere Tor sind nicht erhalten. Vor der südwestlichen Stadtmauer mit ihren hohen, im 19. Jh. erneuerten Substruktionen erschließt die steil ansteigende Schloßsteige den Bergrücken. Kirche (15. Jh.; M.18. Jh. erneuert), Rathaus (18. Jh.), Schule und Pfarrhaus (19. Jh.) prägen über dem Fuß des Felsspornes das spätmittelalterlich – neuzeitliche Ortsbild der Oberstadt. Südwestlich der Burg wurde 1768 von den Freiherren von Gültingen das Untere Schloss errichtet, dem 1846/47 über baulichen Resten der ehem. Burganlage das Obere Schloss mit seinen beiden hoch über dem Ort aufragenden Giebelfronten vor der hohen Schildmauer folgte. Landwirtschaftliche Funktionsbauten, Gasthäuser und der durch Stauung des Köllbaches entstandene See bestimmen bis heute das dörfliche Ortsbild der Unterstadt am Fuß des Bergspornes. In der Hanglage über dem Köllbachtal entstand ein jüngerer Vorort. In der Bernecker Kirche wurden 1966 mittelalterliche Fresken mit Szenen aus dem Alten Testament, der Weihnachtsgeschichte und dem Abendmahl freigelegt. In der Kirche befinden sich Grabplatten der Herren von Gültingen und eine um 1420 aus Lindenholz geschnitzte Pieta.

Garrweiler

Hornberg

Spielberg

Überberg

Walddorf

Wart

Weblinks

Denkmalpflegerischer Werteplan, Historische Ortsanalyse Gesamtanlage Altensteig, Landesamt für Denkmalpflege, Annegret Kaiser, 3. August 2016 Annegret Kaiser: Denkmalpflegerischer Werteplan Gesamtanlage Berneck (Altensteig)

Quellen

! Altensteig|