Haumühle ist ein Gemeindeteil der Stadt Velburg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern. Haumühle liegt in der Gemarkung Oberweiling.

Geographie Der Weiler liegt im Oberpfälzer Jura, etwa 3 km südlich des Velburger Ortskerns auf circa am Frauenbach, der hier in die Schwarze Laber mündet. Sie ist über eine Gemeindeverbindungsstraße zu erreichen, die von der Staatsstraße 2251 nach Klapfenberg abzweigt.

Geschichte Im Alten Reich unterstand die Mühle hochgerichtlich dem seit 1217 wittelsbachischen Pflegamt Velburg, das ab 1505 pfalz-neuburgisch war. Grundherr war das Kloster Kastl.Jehle, S. 256, 263 Im frühen 18. Jahrhundert brannte sie ab und hieß deshalb eine Zeitlang „Abrentmühle“; der Wiederaufbau erfolgte 1734.Romstöck/Dürr, S. 305 Am Ende des Alten Reiches, um 1800, hatte der Müller Schaller das Anwesen inne.Jehle, S. 484

Im Königreich Bayern wurde um 1810 der Steuerdistrikt Oberweiling gebildet, dem neben anderen Orten auch die Haumühle angehörte.Jehle, S. 534 1818 wurde daraus die Ruralgemeinde Oberweiling.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Oberweiling und damit auch die Haumühle in die Stadt Velburg eingegliedert.

Noch im 19. Jahrhundert wurde in der Mühle Mehl gemahlen; 1897 erwarb der Rosenheimer Pulverfabrikant Max Hayler die Mühle und baute sie zu einer Schwarzpulvermühle um. Sie wurde bis zum Ende des Ersten Weltkriegs betrieben.Romstöck/Dürr, S. 305; Agricola – Informationsblätter zur Natur- und Kulturgeschichte, 13 (2001), S. 2

Ortsname Die Haumühle, auch Haunmühle (so 1807), wird zu germanisch „hûn“ (= dunkel, schwarzbraun) als „Mühle am dunklen Wasser“ gedeutet.Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 38 (1923), S. 34 Weitere Namen der Mühle lauteten auf Pfindlmuhl (so 1598) und Abrentmühl/Abbrenntmühle (so 1836).

Einwohnerentwicklung In der Haumühle wohnten 1836 8 Einwohner (1 Haus),Th. D. Popp (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 126 1861 8 Einwohner (2 Gebäude),Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 797 1871 4 Einwohner (3 Gebäude; an Großviehbestand 3 Pferde und 12 Stück Rindvieh),Vollständiges Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern ... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1875, München 1877, Sp. 980 1900 11 Einwohner (1 Wohngebäude),Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern... [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], München 1904, Sp. 902 1925 8 Einwohner (2 Wohngebäude),Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928, München 1928, Sp. 911 1938 12 Einwohner (nur Katholiken),Buchner II, S. 298 1950 29 Einwohner (3 Wohngebäude),Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950, München 1952, Sp. 786 1987 15 Einwohner (3 Gebäude mit Wohnraum, 3 Wohnungen).Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 260

Kirchliche Verhältnisse Die Mühle liegt im Sprengel der katholischen Pfarrei Oberweiling im Bistum Eichstätt, heute dem Pfarrverband Velburg zugehörig. Von 1548 bis 1620 war mit Pfalz-Neuburg die Pfarrei und damit auch die Bewohner der Mühle evangelisch.Popp, S. 126; Buchner II, S. 294–299

Literatur

Kurt Romstöck (Text) und Alfons Dürr (Zeichnungen): Die Mühlen im Landkreis Neumarkt i. d. Opf. , Neumarkt i. d. Opf. 2004

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ortsteil von Velburg Kategorie:Weiler im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz