mini|Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland nach bestätigten Infektionen insgesamt pro 100.000 Einwohner seit Pandemiebeginn mini|Bestätigte Infizierte nach Daten der WHO. Oben kumuliert, unten Tageswerte mini|Bestätigte Todesfälle nach Daten der WHO. Oben kumuliert, unten Tageswerte mini|Tägliche Verbreitung zwischen 27. Februar und 22. März 2020 nach Landkreis.
In Deutschland traten Ende Januar 2020 erste einzelne Erkrankungsfälle von COVID-19 auf. Dieser Artikel zeigt den Verlauf der Infektionsraten während der Jahre der Pandemie auf.
Die wichtigsten Ereignisse sind nachfolgend aufgeführt. Sie sind nach Meldedatum in den Medien und Bundesländern (siehe dort für die Bundeslandkürzel) gegliedert und können terminlich von denen des RKI abweichen:
Chronik der Ausbreitung in Deutschland
Januar 2020 7. Januar (Dienstag): Der ARD-Hörfunk berichtet erstmals über eine neuartige und damals noch namenlose Lungenkrankheit, die in China ausgebrochen sei. 27. Januar (Montag): BY: Der erste Infektionsfall in Deutschland wurde am 27. Januar bei einem 33-jährigen Mitarbeiter des Automobilzulieferers Webasto im Gautinger Ortsteil Stockdorf in Bayern festgestellt.Coronavirus: Der Ausbruch in Bayern Süddeutsche Zeitung, 26. März 2020.Patient aus Bayern: Erster Coronavirus-Fall in Deutschland tagesschau.de, Stand 28. Januar 2020. Dieser nahm am Montag, dem 20. Januar, an einer firmeninternen Schulung mit einer aus Shanghai angereisten Kollegin teil. Bereits am Folgetag, dem 21. Januar, war ein dritter Mitarbeiter infiziert, welcher sich nachweislich bei dem 33-jährigen Mitarbeiter angesteckt hat. Es infizierte sich noch ein vierter Mitarbeiter bei dem 33-jährigen Mitarbeiter, bevor dieser selbst die ersten Symptome am Freitag, dem 24. Januar, verspürte. Am folgenden Montag war er wieder zur Arbeit gekommen. Eine weitere Angestellte reiste am 24. Januar nach Österreich und zeigte am selben Tag Symptome. Ihre Erkrankung wurde am 28. Januar bestätigt.Kreidl, P., Schmid, D., Maritschnik, S. et al.: Emergence of coronavirus disease 2019 (COVID-19) in Austria. Wien Klin Wochenschr 132, 645–652 (2020). Erst eine Mitteilung aus China über den Krankheitsnachweis der Kollegin führte zu seiner Untersuchung. Er wurde im Klinikum Schwabing behandelt und isoliert. Zwischenzeitlich hatten er oder seine Kollegin 13 weitere Webasto-Mitarbeiter oder indirekt deren Angehörige infiziert.Coronavirus Coronavirus: Siebter Infektionsfall in Deutschland bestätigt. In: Zeit online. 31. Januar 2020. Die im Rahmen der Suche nach dem „Patienten 0“ des Ausbruchs in der italienischen Provinz Lodi vorgenommene Sequenzierung des Virus lieferte Hinweise auf eine unerkannt gebliebene Infektionskette, die Ende Februar zum Ausbruch in der Lombardei führte.
Februar 2020 2. Februar (Sonntag): HE: Am 2. Februar wurde bei zwei von etwa 100 aus Wuhan (VR China) evakuierten Deutschen eine COVID-Erkrankung festgestellt. Sie wurden von der Südpfalz-Kaserne zum Universitätsklinikum Frankfurt gebracht und dort behandelt. 15. Februar (Samstag): Rund 300 Menschen nahmen an der ‚Kappensitzung‘ des Karnevalsvereins Langbröker Dicke Flaa im Ortsteil Langbroich der Gemeinde Gangelt teil. Kurz danach erkrankten viele dieser Menschen an COVID-19 (siehe COVID-19-Pandemie im Kreis Heinsberg); vom 6. März bis 30. März 2020 führte das RKI den Kreis als ein „besonders betroffenes Gebiet in Deutschland“. NRWs Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann rief alle Teilnehmer der Karnevalssitzung dazu auf, sich bei den Behörden zu melden. Sie und ihre Familien mussten für vierzehn Tage in häusliche Quarantäne. 20. Februar (Donnerstag, Weiberfastnacht) bis 25. Februar (Dienstag, Karnevals-/Faschingsdienstag): Es gab an den Karnevalstagen in Deutschland keine Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus. In Venedig hingegen wurde der Karneval am Karnevalssonntag (23. Februar) abgebrochen 24. Februar (Montag) und 25. Februar (Dienstag): BW: Am 25. Februar wurde im Landkreis Göppingen COVID-19 bei einem Mann festgestellt, der zuvor in Mailand gewesen war. NW: Am 24. und 25. Februar wurde bei einem Ehepaar aus dem Kreis Heinsberg (Mann 47 Jahre alt, Frau 46 Jahre alt und von Beruf Erzieherin) COVID-19 festgestellt. Sie wurden beide zum Universitätsklinikum Düsseldorf gebracht. Am 15. Februar 2020 hatte das Ehepaar die Karnevalsveranstaltung in Gangelt besucht (siehe oben). Ein mit dem Ehepaar befreundeter Soldat infizierte sich ebenfalls. Zwei Arztpraxen in Köln, in denen das Ehepaar zwischenzeitlich war, wurden informiert.
26. Februar (Mittwoch): BW: Zwei Infektionsfälle in Tübingen wurden gemeldet. Es handelt sich um eine junge Frau, die mit dem Patienten aus dem Landkreis Göppingen in Italien gewesen war, und ihren Vater. Bei einem 32-jährigen Betroffenen aus dem Landkreis Rottweil, der in Codogno gewesen war, wurde am 26. Februar 2020 das Virus nachgewiesen. RP: Die Bundeswehr bestätigte die Infektion eines Soldaten der Flugbereitschaft am Flughafen Köln/Bonn, der zuvor auf einer Karnevalsfeier in Gangelt mit dem erkrankten Ehepaar aus Heinsberg Kontakt hatte; er wurde im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz behandelt.
27. Februar (Donnerstag): BW: Sechs weitere Infizierte wurden gemeldet. Drei davon hatten auf einem Ärztekongress in München Kontakt zu einem italienischen Kollegen und wurden im Uniklinikum Freiburg isoliert. Ein Infizierter aus dem Landkreis Böblingen konnte mit dem Cluster in Göppingen in Verbindung gebracht werden. Im Landkreis Ludwigsburg wurde ein Infizierter positiv getestet, nachdem ein vorheriger Test auf Influenza negativ ausfiel. Im Rhein-Neckar-Kreis wurde ein Rückkehrer aus dem Italienurlaub positiv getestet. BY: Es wurde gemeldet, dass alle bisherigen Infizierten aus dem Raum Starnberg geheilt seien. Am Abend wurde ein Oberarzt des Universitätsklinikums Erlangen positiv getestet. Der Mann hatte auf einem Ärztekongress Kontakt zu einem italienischen Kollegen. Er wurde im Uniklinikum isoliert. HE: In Wetzlar wurde ein Infizierter diagnostiziert, der aus Norditalien zurückgekehrt war. HH/SH: Ein Arzt der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) wurde als betroffen gemeldet. Er war zuvor im Trentino gewesen. Der Mann wohnt in Henstedt-Ulzburg in Schleswig-Holstein. NW: 14 Neuinfektionen wurden gemeldet. Diese Infizierten wurden in häusliche Quarantäne entlassen. RP: Das Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern bestätigte einen infizierten Patienten, der zuvor im Iran gewesen war. 28. Februar (Freitag): BW: In Karlsruhe wurde ein Geschäftsmann aus Nürnberg positiv getestet. Im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald fiel ein Test ebenfalls positiv aus. Daneben wurde ein weiterer Fall in Göppingen festgestellt bei einem Mann, der sich bereits in Quarantäne befand. Außerdem wurde das Virus bei einem 32-jährigen Mann aus Heilbronn festgestellt, der sich zuvor in Mailand aufgehalten hatte. Damit stieg die Zahl der Infizierten in Baden-Württemberg zu diesem Zeitpunkt auf 14. HE: Zwei Fälle im Hochtaunus und Gießen wurden identifiziert. Der Fall aus dem Hochtaunus steht mit jenem aus Wetzlar in Verbindung. Bei jenem aus Gießen handelt es sich um eine Studentin, die sich auf dem Karneval in Nordrhein-Westfalen infizierte. NW: Im Kreis Heinsberg stieg die Zahl der infizierten Personen auf 37; mit Ausnahme des am 24. Februar bekannt gewordenen Ehepaars befand sich niemand in stationärer Behandlung, sondern in häuslicher Quarantäne. Die Infektionen konnten alle diesem Ehepaar zugeordnet werden. Ein infizierter Lehrer einer Förderschule in Lüdenscheid hatte zuvor eine Karnevalssitzung in Heinsberg besucht. Seine Schüler gingen in häusliche Quarantäne, die Schule und eine Nachbarschule blieben am folgenden Montag geschlossen. 29. Februar (Samstag): BW: Aus Freiburg wurde ein Fall gemeldet. Dabei handelte es sich um eine 42-jährige weibliche Kontaktperson eines bereits bestätigten Falls. BY: Drei Fälle in Oberbayern wurden gemeldet. HB: In Bremen wurde die Infektion einer Frau gemeldet, die sich zuvor im Iran gehalten hatte. HE: Es wurde ein weiterer Infizierter gemeldet: Es handelt sich um den Freund der Studentin in Gießen. HH: In Hamburg gab es einen zweiten Fall. Die Frau befand sich in häuslicher Isolation. NI: Erster bestätigter Fall in Niedersachsen: In der Region Hannover wurde die Infektion eines Mannes bestätigt, der sich zuvor in Norditalien aufgehalten hatte. NW: Die Zahl von infizierten Personen ist allein im Kreis Heinsberg auf 60 angestiegen. Außerdem gab es einen weiteren Fall in Bonn, wo sich ein Mann einer Schülerbetreuung wohl auch über Heinsberg angesteckt hatte. Neue Fälle wurden in der Städteregion Aachen (3 Fälle), in Köln (2 Fälle), Mönchengladbach und Duisburg (2 Fälle) gemeldet. SH: In Schleswig-Holstein wurde ein zweiter Fall bestätigt. Die Person kommt aus Lübeck und hatte sich vermutlich auf einer Geschäftsreise in München infiziert.
März 2020
1. März (Sonntag): BE: Am Sonntag wurde der erste Fall im Bundesland Berlin gemeldet. HE: In Hessen wurden drei infizierte Personen aus Frankfurt und eine Person aus Groß-Gerau gemeldet, die alle im Zusammenhang mit den Fällen in Gießen stehen. NW: In Aachen und dem nahe gelegenen Würselen wurde das Virus bei drei Personen nachgewiesen. Auch in Münster und im Rheinisch-Bergischen Kreis gab es jeweils eine erste bestätigte Infektion. 2. März (Montag): BB: Erstmals wurde in Brandenburg ein Mann positiv auf das Coronavirus getestet. Er ist aus Südtirol in den Landkreis Oberhavel gereist. BW: Im Kreis Heilbronn wurden innerhalb eines Tages mehrere Neuinfektionen gemeldet, unter anderem auch ein Patient (Jahrgang 1935) aus einem Altersheim. HH: Eine Iran-Reisende ist der dritte bestätigte Coronavirus-Fall in Hamburg. NW: Im Kreis Unna gab es den ersten bestätigten Fall einer Infektion mit dem Coronavirus. SH: Der Kreis Herzogtum Lauenburg bestätigte den dritten Fall in Schleswig-Holstein. Die betroffene Frau war vom Karneval aus dem Rheinland zurückgekehrt. Eine weitere Frau aus dem Kreis Stormarn wurde positiv getestet. Auch sie war aus einem Risikogebiet zurückgekehrt. SN: Der erste Infizierte in Sachsen ist ein 67-jähriger Mann aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, der gemeinsam mit 37 weiteren aus Italien gereist war. Der Fall steht in Verbindung mit dem Fall in Hannover. TH: Im Saale-Orla-Kreis wurde der erste Infizierte in Thüringen positiv getestet. Der 57-Jährige war in Norditalien im Skiurlaub. 3. März (Dienstag): BW: In Baden-Württemberg wurden neun neue Fälle identifiziert. Einer davon im Rems-Murr-Kreis, in Rudersberg. Der 44-jährige Patient begab sich zur Behandlung ins Rems-Murr-Klinikum Winnenden. Die Infektionskette ist unbekannt. Sechs Fälle im Landkreis Esslingen, im Landkreis Lörrach und in Ludwigsburg, alle mit Verbindungen nach Italien. Zwei der Patienten mussten aufgrund einer Grunderkrankung stationär aufgenommen werden. Im Ostalbkreis wurde eine Frau positiv getestet, die mit den Fällen in Heinsberg in Verbindung steht. HE: Eine 1967 geborene Frau aus Hanau im Main-Kinzig-Kreis wurde positiv getestet. Dies ist der 12. Fall in Hessen. Die Ansteckungsquelle ist unbekannt. MV: Die ersten beiden Fälle in Mecklenburg-Vorpommern sind ein Ehepaar, das in Baden-Württemberg Kontakt zu einem Infizierten hatte und aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald kommt. NI: In Niedersachsen wurden drei neue Infektionen bekannt. Es handelt sich um eine Kontaktperson des vorherigen, ersten Falls (vom 29. Februar) aus der Region Hannover sowie Männer aus den Landkreisen Cuxhaven (Rückkehrer aus Norditalien) und Ammerland (Teilnahme an Karneval bei Heinsberg). NW: Bei zwei weiteren Personen in Münster wurde eine Infektion nachgewiesen, darunter eine Erzieherin aus einer Kindertagesstätte. Bei einem 49-jährigen Mann aus Neuss-Norf wurde am Abend des 3. März eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt.