Schallermühle ist ein Gemeindeteil der Stadt Velburg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern. Schallermühle liegt in der Gemarkung Oberweiling.

Geographie Die Einöde liegt im Oberpfälzer Jura etwa 3 km südlich des Velburger Ortskerns auf circa am Frauenbach, der in südlicher Richtung der Schwarzen Laber zufließt.

Ortsname Die Schallermühle, auch Steublmühle (so um 1600), Streiblmühle oder Gradelmühle/Grädlmühle genannt, wurde wohl nach den jeweiligen Besitzern so benannt; für „Gradelmühle“ kommt auch die Deutung „Mühle am grat/gred“, Mühle an der Stufe, in Frage.Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 38 (1923), S. 79

Verkehr Die Mühle, die unterhalb der Autobahnbrücke der Bundesautobahn 3 liegt, die seit 1971 auf fünf Pfeilerpaaren über den Talgrund des Frauenbaches führt (2009/10 erneuert), ist über eine Anliegerstraße zu erreichen, die von der Staatsstraße 2251 abzweigt.

Geschichte Im Alten Reich unterstand die Mühle hochgerichtlich dem seit 1217 wittelsbachischen Pflegamt Velburg, das ab 1505 pfalz-neuburgisch war. 1658 saß ein Ulrich Schaller auf der Mühle.Romstöck/Dürr, S. 310 Am Ende des Alten Reiches, um 1800, hat der Müller Lehenmeyer das Anwesen inne.Jehle, S. 485

Im Königreich Bayern (1806) wurde um 1810 der Steuerdistrikt Klapfenberg gebildet, dem neben Klapfenberg Altenveldorf und drei Mühlen, darunter die Schallermühle, angehörten. Mit dem Gemeindeedikt vom 15. Mai 1818 wurde Altenveldorf eine eigene parsbergisch-landgerichtliche Ruralgemeinde, und zwar zusammen mit der Regenfußmühle und der Schallermühle. 1830 wurde diese Gemeinde mit der Gemeinde Oberweiling vereinigt; von da ab war die Schallermühle Ortsteil dieser Gemeinde.Jehle, S. 541, 556 In der Schallermühle wohnten 1836 11 Einwohner (2 Häuser),Th. D. Popp (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 126 1861 12 Einwohner (6 Gebäude),Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 797 1871 16 Einwohner (7 Gebäude; an Großviehbestand 4 Pferde und 19 Stück Rindvieh),Vollständiges Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern ... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1875, München 1877, Sp. 980 1900 20 Einwohner (2 Wohngebäude),Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern... [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], München 1904, Sp. 903 1925 10 Einwohner (2 Wohngebäude),Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928, München 1928, Sp. 911 1938 9 Einwohner (nur Katholiken),Buchner II, S. 298 1950 7 Einwohner (1 Wohngebäude),Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950, München 1952, Sp. 786 1987 6 Einwohner (1 Gebäude mit Wohnraum, 1 Wohnung).Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 260

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Oberweiling und damit auch die Schallermühle in die Stadt Velburg eingegliedert.

Das alte Mühlengebäude wurde 1970 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Das Anwesen ist heute ein landwirtschaftlicher Vollerwerbsbetrieb.Romstöck/Dürr, S. 310

mini|Steinkreuz bei der Schallermühle Kirchliche Verhältnisse Die Mühle liegt im Sprengel der katholischen Pfarrei Oberweiling im Bistum Eichstätt, heute dem Pfarrverband Velburg zugehörig. Von 1548 bis 1620 war mit Pfalz-Neuburg die Pfarrei und damit auch die Bewohner der Mühle evangelisch.Buchner II, S. 294–299 Ein wohl spätmittelalterliches, mehrfach versetztes Steinkreuz aus Kalkstein steht etwa 100 m nordwestlich der Mühle.Steinkreuz bei der Schallermühle

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Velburg#Schallermühle

Literatur

Kurt Romstöck (Text) und Alfons Dürr (Zeichnungen): Die Mühlen im Landkreis Neumarkt i. d. Opf. , Neumarkt i. d. Opf. 2004

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ortsteil von Velburg Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz