Die COVID-19-Pandemie in Namibia trat als regionales Teilgeschehen des weltweiten Ausbruchs der Atemwegserkrankung COVID-19 auf und beruht auf Infektionen mit dem Ende 2019 neu aufgetretenen Virus SARS-CoV-2 aus der Familie der Coronaviren. Die COVID-19-Pandemie breitete sich ab Dezember 2019 von China ausgehend aus.Lungenärzte im Netz: . Online unter www.lungenaerzte-im-netz.de. Abgerufen am 14. April 2020. Ab dem 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgeschehen des neuartigen Coronavirus als Pandemie ein.Tagesschau: „Tief besorgt“. WHO spricht von Corona-Pandemie. 11. März 2020. Online unter www.tagesschau.de. Abgerufen am 14. April 2020.
Am 24. August 2022 erklärte Namibia lokal die pandemische Lage für beendet. Die letzten Maßnahmen wurden gestrichen, die öffentlichen Berichte eingestellt.Statement by Dr Kalumbi Shangula, Minister of Health and Social Services during the lat briefing on COVID-19 in Namibia. Ministry of Health an Social Services, 24. August 2022. Mitte 2024 wurde auch die Bereitstellung öffentlicher Testzentren beendet.MoHSS: Covid-19 spielt keine Rolle mehr. Hitradio Namibia, 14. Juni 2024.
Verlauf und Maßnahmen mini|COVID-19-Unterstützungslieferung aus den Vereinigten Staaten (März 2020) Am 14. März 2020 wurden die ersten beiden Fälle von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Namibia nachgewiesen.
Mit Bekanntwerden des ersten positiven COVID-19-Falls suspendierte die Regierung am gleichen Tag die Flugverbindungen nach Katar, Äthiopien und Deutschland für zunächst 30 Tage. Alle Schulen im Land wurden geschlossen, ebenso wurden Großveranstaltungen verboten. Darunter fiel auch die Feier zur 30-jährigen Unabhängigkeit Namibias. Bibliotheken, Museen, und Kunstausstellungen wurden ebenfalls geschlossen. Am 17. März 2020 rief Staatspräsident Hage Geingob den Not- bzw. Ausnahmezustand aus, der wenig später von der Nationalversammlung bestätigt wurde. Versammlungen von mehr als 50 Personen wurden untersagt.
Am 27. März 2020 begann ein 21-tägiger Lockdown, wobei dieser unter anderem das Verlassen der Regionen Erongo und Khomas, inklusive Rehoboth und Okahandja einschloss. Neben Hygiene- und Ausgangsvorschriften, mussten alle nicht-wichtigen Unternehmen schließen. Das Parlament stellte die Arbeit ein. Der Verkauf von Alkohol wurde gänzlich verboten, ebenso wie Versammlungen von mehr als 3 Personen. Das Haus verlassen war nur noch für die Inanspruchnahme wichtiger Dienstleistungen (wie Arztbesuch, Lebensmitteleinkauf) sowie zur sportlichen Betätigung mit maximal drei Personen erlaubt.
Die Wasserversorgung von Haushalten die Schulden hatten, wurde wieder hergestellt. Ebenso wurden Wasserausgabestellen zur Einhaltung der Hygienevorschriften in diversen Wohngebieten geschaffen. Vergehen gegen die Auflagen werden mit 2000 Namibia-Dollar und/oder bis zu sechs Monaten Gefängnis geahndet.
Am 14. April 2020 wurde der Lockdown zeitlich bis einschließlich 4. Mai verlängert und auf das ganze Land ausgeweitet. Die 14 Regionen wurden hierfür in zehn Zonen mit 69 Kontrollpunkten unterteilt. Zu den weiteren Veränderungen zählt die Zuordnung der Fischerei zu den wichtigen Dienstleistern. Zudem durften diverse Märkte unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften wieder öffnen. Der Verkauf von Alkohol mit weniger als drei Volumenprozent wurde erlaubt. Kurzarbeit, Gehaltskürzungen und Entlassungen wurden während des Ausnahmezustandes verboten.Nachrichten am Morgen. Hitradio Namibia, 22. April 2020. Diese Regelung wurde am 23. Mai 2020 durch das Obergericht als verfassungswidrig erklärt.Regulations forbidding employers from dismissing workers unconstitutional. Namibia Press Agency, 23. Juni 2020.
Am 30. April 2020 gab Staatspräsident Geingob das Ende des Lockdown zum 4. Mai 2020 bekannt. Es werde dann in Phase 2 von vier Phasen eingetreten. Eine jede Phase soll mindestens vier Wochen andauern. Diese Phase 2 sah eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit vor. Hochrisiko-Aktivitäten, darunter Schulen und Theater sowie Gruppensport, blieben verboten.Presidential Statement. Dr. Hage G. Geingob, 30. April 2020.
Am 19. Mai 2020 gab das Bildungsministerium die Öffnung der Schulen in Phasen ab dem 3. Juni 2020 bekannt.The Re-Opening of Schools and Return of Learners in Phases. Ministry of Education, Arts & Culture, 19. Mai 2020.
Staatspräsident Hage Geingob kündigte am 28. Mai 2020 den Beginn der Phase 3 wie geplant für den 2. Juni 2020 und für vorerst 28 Tage an. Lediglich die Stadt Walvis Bay musste in die Phase 1, einen kompletten Lockdown, für zunächst sieben Tage zurückkehren. Phase 3 erlaubte unter Beachtung der Hygiene-, Masken- und Abstandsregeln einen normalen Betrieb des Landes. Die Grenzen blieben geschlossen, alle Unternehmen mit Ausnahme von Bars und Diskotheken durften öffnen. Die Phase 1 wurde für Walvis Bay bis zum 8. Juni 2020 verlängert. An diesem Tag wurde eine erneute Verlängerung um 14 Tage und eine Ausweitung auf die gesamte Region Erongo mitgeteilt.
Am 22. Juni wurde der Übergang der Region Erongo (von Mitternacht bis vorerst 6. Juli 2020) in Phase 3, mit Einschränkungen für Swakopmund, Walvis Bay und Arandis, angekündigt. Zudem durfte der Rest des Landes am 29. Juni um 23:59 Uhr in Phase 4 eintreten, die bis zum 17. September andauern sollte.Statement by President Hage G. Geingob on the occasion of the COVID-19 media briefing on migration from Stage 3 to Stage 4 & Erongo Specific Response. Namibian Presidency, 22. Juni 2020.
Da mehr als 90 Prozent der COVID-19-Fälle aus der Region Erongo, 81 Prozent aus der Stadt Walvis Bay stammten, wurden für diese Orte am 6. Juli 2020 weitere Maßnahmen bekanntgegeben. Die Region Erongo verlieb in Phase 3, der Rest des Landes in Phase 4.STATEMENT BY HIS EXCELLENCY DR. HAGE G. GEINGOB, PRESIDENT OF THE REPUBLIC OF NAMIBIA, COVID-19 UPDATE ON ADDITIONAL MEASURES FOR THE WALVIS BAY, SWAKOPMUND & ARANDIS LOCAL AUTHORITY AREAS. Republic of Namibia, 6. Juli 2020.
Am 31. Juli 2020 wurde die erneute Einstellung des Schulbetriebes, mit Ausnahmen der Klassenstufen 10 bis 12, ab dem 4. August 2020 für 28 Tage angekündigt. Der internationale Tourismus ins Land wurde unter Beachtung von Auflagen testweise erlaubt.
Am 12. August 2020 wurden aufgrund stark ansteigender Fallzahlen neue strenge Restriktionen verkündet. Dazu zählt die Rückstufung des ganzen Lande in Phase 3. Zudem wurde die Aus- und Einreise, neben Arandis, Swakopmund und Walvis Bay, für zunächst 16 Tage, nun auch für Okahandja, Rehoboth und Windhoek verboten. Zudem galt in den Orten eine Ausgangssperre zwischen 20 Uhr und 5 Uhr.
Am 25. August 2020 wurde vom Tourismusministerium die Öffnung in einer touristischen Testphase ab dem 1. September 2020 verkündet. Unter strengen Auflagen wurden Touristen, die direkt mit einem Flugzeug auf dem Hosea Kutako International Airport landeten, willkommen geheißen.Press Statement by Honourable Pohamba Shifeta, Minister of Environment, Forestry and Tourism, MP, AT THE OCCASION OF THE ANNOUNCEMENT OF IMPLEMENTATION PROTOCOLS FOR THE INTERNATIONAL TOURISM REVIVAL INITIATIVE. Ministry of Environment, Forestry and Tourism, 25. August 2020.
Ab Anfang September 2020 kam ein Generikum von Remdesivir zum Einsatz, das bereits nach kurzer Zeit bei Patienten positiven Einfluss gehabt haben soll.„Patients show recovery“ after remdesivir treatment. The Namibian, 7. September 2020.
Um 24 Uhr am 17. September 2020 endete der Ausnahmezustand, gemäß Verfassung, nach sechs Monaten. Aufgrund sinkender Fallzahlen wurde eine Verlängerung nicht berücksichtigt. Weitere Schutzmaßnahmen der Bevölkerung wurden nun auf Grundlage bestehender Gesundheits- und Seuchengesetzgebungen im Rahmen eines nationalen Gesundheitsnotstandes umgesetzt.
Am 21. Oktober 2020 wurden, für den Zeitraum 22. Oktober bis 30. November, weitere Lockerungen von Staatspräsident Hage Geingob und Gesundheitsminister Kalumbi Shangula angekündigt. Unter anderem wurde die Einreise erleichtert und die Zahl von Personen bei Veranstaltungen auf bis zu 200 erhöht. Am 30. November wurden weitere leichtere Lockerungen für den Zeitraum bis 25. Januar 2021 angekündigt.
Am 16. Dezember wurden von Staatspräsident Geingob leicht strengere Maßnahmen aufgrund der erhöhen Fallzahlen der vergangenen 15 Tage verkündet. Dazu zählten klarere Abstandsregeln und die Schließung von Restaurants, Diskotheken und Bars um 22 Uhr sowie verringerte Personenzahlen bei Veranstaltungen. Nur eine Woche später wurden die Maßnahmen wieder verschärft (u. a. eine nächtliche Ausgangssperre) und am 13. Januar 2021 wurden weitere Maßnahmen bekanntgegeben.
Am 3. Februar wurde der Impfbeginn in Namibia, mit zunächst durch das international COVAX-Programm bezogenem Impfstoff, für 20 Prozent der Bevölkerung, für spätestens Ende Februar bekanntgegeben. Weiterer Impfstoff für mindestens 40 Prozent der Bevölkerung sollte gemeinsam mit Botswana eingekauft werden.Announcement of Amendments to Public Health COVID 19 General Regulations: Public and Environmental Health Act, 2015. Ministry of Health and Social Services, 3. Februar 2021.
Am 24. Februar 2021 wurden die Maßnahmen bis zum 31. März 2021 verlängert. Geringe Erleichterungen wurden verkündet, darunter eine verkürzte Ausgangssperre. Der namibische Impfplan hatte von der WHO Anerkennung erhalten und galt als einer der besten weltweit. Für die Impfkampagne standen weitere 583 Millionen Namibia-Dollar zur Verfügung, wobei 485 Millionen für die Impfstoffbeschaffung vorgesehen waren.Statement by Dr. Kalumbi Shangula on the occasion of the 25th COVID-19 Briefing: Announcement of Amendments to Public Health COVID 19 regulations: Public and Environmental Health Act, 2014. Minister of Health and Social Services, 24. Februar 2021.
Die Ergebnisse einer Sequenzierung von 81 zwischen August 2020 und Februar 2021 erzielten Abstrichen ergab am 6. März 2021 ein Vorhandensein der in Südafrika mehrheitlich verbreiteten Variantenart 501Y.V2 in 16 Proben.Outcome of the Genomic Sequencing results for COVID-19 variants in Namibia. Ministry of Health & Social Services, 9. März 2021.
Am 9. März 2021 wurden sechs Impfstoffe für die Nutzung in Namibia zugelassen.Government Gazette of the Republic of Namibia. Nr. 7479, 9. März 2021. Am 18. März 2021 begann das nationale Impfprogramm mit einer Spende von 100.000 Dosen Sinopharm aus der Volksrepublik China und 30.000 Dosen Covishield (AstraZeneca) aus Indien.
Staatspräsident Geingob und Gesundheitsminister Shangula gaben am 31. März 2021 weitere Lockerungen der Maßnahmen, bis mindestens Ende April, bekannt.Statement by His Excellency Dr. Hage G. Geingob on the occasion of the 26th COVID-19 public briefing on the national response measures. Office of the President, 31. März 2021.
Am 16. April erhielt Namibia die ersten 24.000 Impfdosen durch das internationale COVAX-Programm. Weitere knapp eine Million Dosen sollten folgen.Statement by Dr Kalumbi Shangila, Minister of Health and Social Services, on the occasion of receiving the AstraZeneca COVID-10 vaccine from the Covax facility. Ministry of Health and Social Services, 16. April 2021.
Die bis Ende April gültigen Maßnahmen wurden Ende des Monats bis Ende Mai 2021 verlängert. Gleichzeitig wurde mitgeteilt, dass 60 Prozent aller neuen Fälle auf die südafrikanische Variante zurückzuführen seien.Statement by Dr. Kalumbi Shangula on the occassion of the 27th COVID-19 briefing: Announcement of Amendments to Public Health COVID-19 General Regulations: Public and Environmental Health Act, 2015: Minister of Health and Social Services. Ministry of Health and Social Services, 29. April 2021.
Am 28. Mai wurden aufgrund höherer Fallzahlen leicht verschärfte Maßnahmen für den Juni verkündet. Unter anderem wurde die Versammlungsgröße auf 50 Personen beschränkt und Kontaktsport wieder verboten.