mini|hochkant|Adolf Weil, um 1886 Adolf Weil (* 7. Februar 1848 in Heidelberg; † 23. Juli 1916 in Wiesbaden) war ein deutscher Pathologe und Internist.
Leben und Werk Adolf Weil, Sohn des Orientalisten Gustav Weil und dessen Ehefrau Auguste (geb. Levy), studierte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin sowie der Universität Wien. 1871 wurde er in Heidelberg promoviert, im Folgejahr habilitierte er sich.Adolf Weil: Die Gewinnung vergrösserter Kehlkopfspiegelbilder. Heidelberg 1872. (Habilitationsschrift) Weil wurde 1876 außerordentlicher Professor an der Universität Heidelberg. 1886 folgte er einem Ruf an die Kaiserliche Universität Dorpat (ordentlicher Professur für spezielle Pathologie und Therapie), musste aber schon ein Jahr später wegen einer Kehlkopftuberkulose die Lehrtätigkeit aufgeben. Nach der Tätigkeiten in mehreren Badeorten war er ab 1893 in Wiesbaden als niedergelassener Arzt und Konsilarius tätig.
Weil beschrieb 1886 erstmals die nach ihm als Weilsche Krankheit bezeichnete schwere Verlaufsform der Leptospirose.Adolf Weil: Über eine eigentümliche, mit Milzschwellung, Ikterus und Nephritis einhergehende akute Infektionskrankheit. In: Deutsches Archiv für Klinische Medizin. Jahrgang 1886, S. 209.
Ehrungen 1883 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt.
Veröffentlichungen (Auswahl) Die Auscultation der Arterien und Venen. Vogel, Leipzig 1875. Handbuch und Atlas der topographischen Percussion. Vogel, Leipzig 1877. Über eine eigentümliche, mit Milzschwellung, Ikterus und Nephritis einhergehende akute Infektionskrankheit. In: Deutsches Archiv für Klinische Medizin. Jahrgang 1886, S. 209, Scan bei Archive.org
Literatur
Gordon Cook: Tropical Medicine. An Illustrated History of The Pioneers. Academic, Boston 2007, ISBN 978-0-12-373991-9, S. 236 f. Werner Köhler: Weilsche Krankheit. In: Werner E. Gerabek u. a. (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1470. Hanns Hippius, Gerd Peters, Detlev Ploog (Hrsg.): Emil Kraepelin: Lebenserinnerungen. Springer, Berlin / Heidelberg / New York / Tokyo 1983, ISBN 978-3-662-00848-5, S. 249 (Weil, Adolf.)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Kaiserliche Universität Dorpat) Kategorie:Mitglied der Leopoldina (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1848 Kategorie:Gestorben 1916 Kategorie:Mann