mini|hochkant=1.3|Stolpersteine in Tønsberg Die Liste der Stolpersteine in Vestfold listet alle Stolpersteine in der norwegischen Provinz (Fylke) Vestfold auf. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden vom deutschen Künstler Gunter Demnig konzipiert und werden zumeist von ihm selbst verlegt. Im Regelfall liegen die Stolpersteine vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers. Stolpersteine werden auf Norwegisch snublesteiner genannt.
Alle Stolpersteine in dieser Provinz sind jüdischen Opern gewidmet. Die ersten Verlegungen fanden im September 2012 in Larvik statt.
Holocaust in Norwegen mini|Nackte Opfer kurz vor der Gaskammer, Auschwitz 1944 Norwegen war von 9. April 1940 bis 8. Mai 1945 von deutschen Truppen besetzt. Damals befanden sich rund 2.100 jüdische Norweger und Flüchtlinge aus Mitteleuropa im Land. Von diesen konnten sich rund tausend Personen ins neutrale und nicht besetzte Schweden retten. Am 26. November 1942 wurden von norwegischer Polizei und Gestapo 532 norwegische Juden (302 Männer, 188 Frauen und 42 Kinder) der SS übergeben. Sie gelangten mit einem Frachtschiff des Norddeutschen Lloyd, der Donau, nach Stettin und wurden von dort in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. 346 von ihnen, darunter alle Frauen und Kinder, wurden unmittelbar nach der Ankunft am 1. Dezember 1942 in den Gaskammern ermordet. 186 Männer überstanden die Selektion und bekamen die Nummern 79064 bis 79249 eintätowiert.Danuta Czech: Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939–1945. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1989, ISBN 3-498-00884-6, S. 347 Nur neun von ihnen konnten die Shoah überleben. Am 25. Februar wurden weitere 158 Juden mit der Gotenland nach Stettin verschifft und über Berlin nach Auschwitz gebracht.Israel Gutman, Eberhard Jäckel, Peter Longerich, Julius H. Schoeps (Hrsg.): Enzyklopädie des Holocaust - die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden. 2. Auflage. Piper, München/Zürich, April 1998, ISBN 3-492-22700-7, B. II, S. 1013–1016, Stichwort: Norwegen 28 Männer wurden als arbeitsfähig eingestuft, die anderen sofort ermordet. Dies geschah am 3. März 1943.
Verlegte Stolpersteine Larvik In Larvik wurden neun Stolpersteine an einer Adresse verlegt:
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben120px HIER GEDENKT MANELIAS SACHNOWITZGEBOREN 1911DEPORTIERT 1942AUSCHWITZGETÖTET 22.2.1943 Torget 4 wurde am 1. Oktober 1911 in Larvik geboren. Seine Eltern waren Israel Leib Sachnowitz und Sara geb. Lahn. Der Vater stammte aus Russland, die Mutter aus Lettland. Er hatte sieben Geschwister: Martin, Samuel, Rebekka Rita, Marie, Herman, Frida und Frank. Seine Mutter erkrankte und starb Anfang 1939. Als der Antisemitismus in Norwegen anschwoll, kaufte die Familie den einsam gelegenen Hof Gjein in Stokke, um den Schikanen zu entgehen. Er leitete drei Filialen des Familienunternehmens, war sportlich aktiv und spielte Geige. Am 26. Oktober 1942 wurde er – wie auch sein Vater und seine Brüder – verhaftet und in das Gefangenenlager Berg nahe Tønsberg überstellt. Einen Monat später wurden alle Männer der Familie Sachnowitz mit dem Frachtschiff Donau nach Stettin und von dort im Viehwaggon in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Auch Schwester Marie war an Bord. Unmittelbar nach der Ankunft am 1. Dezember 1942 wurden Vater und Schwester in die Gaskammer geschickt und getötet. Elias Sachnowitz und seine Brüder wurden zur Zwangsarbeit eingeteilt. Er und drei seiner Brüder verloren im Lauf des Jahres 1943 ihre Leben. Elias Sachnowitz wurde am 22. Februar 1943 umgebracht.
Auch seine anderen Schwestern wurden in Auschwitz ermordet, dazu noch viele entfernte Verwandte. Einzig sein Bruder Herman Sachnowitz konnte die Shoah überleben. Er schrieb ein Buch über die Auslöschung seiner Familie und starb 1978.Snublestein.no: ELIAS SACHNOWITZ, abgerufen am 15. August 2021120px HIER GEDENKT MANFRANK SACHNOWITZGEBOREN 1925DEPORTIERT 1942AUSCHWITZGETÖTET AUGUST 1943NATZWEILER Torget 4 wurde am 8. Februar 1925 in Larvik geboren. Er war das jüngste Kind von Israel Leib Sachnowitz und Sara geb. Lahn. Der Vater stammte aus Russland, die Mutter aus Lettland. Er hatte sieben Geschwister: Martin, Elias, Samuel, Rebekka Rita, Marie, Herman und Frida. Seine Mutter erkrankte und starb Anfang 1939. Als der Antisemitismus in Norwegen anschwoll, kaufte die Familie den einsam gelegenen Hof Gjein in Stokke, um den Schikanen zu entgehen. Er ging noch zur Schule, als er am 26. Oktober 1942 – wie auch sein Vater und seine Brüder – verhaftet und in das Gefangenenlager Berg bei Tønsberg überstellt wurde. Einen Monat später wurden alle Männer der Familie Sachnowitz mit dem Frachtschiff Donau nach Stettin und von dort im Viehwaggon in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Auch Schwester Marie war an Bord. Unmittelbar nach der Ankunft am 1. Dezember 1942 wurden Vater und Schwester in die Gaskammer geschickt und getötet. Frank Sachnowitz und seine Brüder wurden zur Zwangsarbeit eingeteilt. Er und drei seiner Brüder starben im Lauf des Jahres 1943. Frank Sachnowitz wurde nach langer Krankheit ins Krankenrevier gebracht und von dort am 30. Juli 1943 in das KZ Natzweiler-Struthof verschleppt. Er wurde grausamen medizinischen Experimenten unterzogen und am 17. oder 19. August 1943 vergast. Teile seiner Leiche wurden an das Gerichtsmedizinische Institut der Universität Straßburg übersandt, wo während der NS-Zeit eine Sammlung für unvollständige Menschen angelegt wurde.Süddeutsche Zeitung: Museum des Grauens, 23. Juli 2015
Auch die zwei anderen Schwestern wurden in Auschwitz ermordet, dazu noch viele entfernte Verwandte. Einzig sein Bruder Herman Sachnowitz konnte die Shoah überleben. Er schrieb ein Buch über die Auslöschung seiner Familie und starb 1978.Snublestein.no: FRANK SACHNOWITZ, abgerufen am 14. August 2021 120px HIER GEDENKT MANFRIDA SACHNOWITZGEBOREN 1923DEPORTIERT 1942AUSCHWITZGETÖTET 3.3.1943 Torget 4 wurde am 21. Juli 1923 in Larvik geboren. Sie war die jüngste Tochter von Israel Leib Sachnowitz und Sara geb. Lahn. Der Vater stammte aus Russland, die Mutter aus Lettland. Sie hatte sechs ältere Geschwister und sechs jüngeren Bruder: Martin, Rebekka Rita, Elias, Samuel, Marie, Herman und Frank. Ihre Mutter erkrankte und starb Anfang 1939. Frida Sachnowitz war Gymnasiastin, war sowohl sportlich als auch musikalisch aktiv und hatte eine schöne Stimme. Während alle Männer der Familie Sachnowitz und ihre Schwester Marie am 26. November 1942 mit dem Frachtschiff Donau deportiert wurden, blieb sie an diesem Tag mit ihrer älteren Schwester Rebekka Rita in Oslo zurück. Die jungen Frauen mussten im Gefängnis Bredtveit auf den nächsten Transport warten. Am 25. Februar 1943 wurden beide mit dem Frachter Gotenland deportiert, am 3. März 1943 kamen sie im Vernichtungslager Auschwitz an, wurden direkt in die Gaskammer geschickt und ermordet.
Vater und Schwester Marie waren schon am 1. Dezember 1942 in einer der Gaskammern von Auschwitz ermordet worden, auch vier ihrer fünf Brüder kamen im Zuge der Shoah ums Leben.Snublestein.no: FRIDA SACHNOWITZ, abgerufen am 14. August 2021 120px HIER GEDENKT MANHERMAN SACHNOWITZGEBOREN 1921DEPORTIERT 1942AUSCHWITZTODESMARSCHBERGEN-BELSENBEFREIT 1945ÜBERLEBT Torget 4 wurde am 13. Juni 1921 in Larvik geboren. Seine Eltern waren die aus Riga stammende Sara, geborene Lahn, und der aus Krasjapolja stammende Israel Leib Sachnowitz. Herman Sachnowitz hatte sechs Geschwister: Martin (geboren 1910), Elias (geboren 1911), Samuel (geboren 1912), Rebekka Rita (geboren 1915), Marie (geboren 1919), Frida (geboren 1923) und Frank (geboren 1925). Seine Mutter starb 1939 an einer Krankheit. Am 26. Oktober 1942 wurde er – wie auch sein Vater und seine Brüder – verhaftet und in das Gefangenenlager Berg nahe Tønsberg überstellt. Einen Monat später wurden Herman Sachnowitz, sein Bruder und sein Vater mit dem Frachtschiff Donau nach Stettin transportiert. Auch seine Schwester Marie war an Bord, sie blieb anderen vor allem wegen ihres Gesanges während des Transportes in Erinnerung. Von Stettin wurden sie im Viehwaggon in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Unmittelbar nach der Ankunft am 1. Dezember 1942 wurden sein Vater und seine Schwester in einer Gaskammer ermordet. Hermann Sachnowitz und seine Brüder wurden zur Zwangsarbeit eingeteilt. Einer nach dem Anderen seiner Brüder wurde im Verlaufe des Jahres 1943 ermordet. Elias Sachnowitz und seine Brüder wurden zur Zwangsarbeit eingeteilt. Er und drei seiner Brüder verloren im Lauf des Jahres 1943 ihre Leben, genauso wie seine anderen Schwester, die ebenfalls nach Auschwitz deportiert worden waren. Herman Sachnowitz hatte bei der Ankunft im Lager Musiker angegeben, er wurde Teil des Lagerorchesters und überlebte so als einziger seiner Familie die Shoah. Im Jahr 1976 veröffentlichte er das Buch ”Det angår også deg” [Es betrifft dich auch]. Das Buch gilt als eines der zehn wichtigsten norwegischen Bücher zum Zweiten Weltkrieg. Hermann Sachnowitz starb am 5. März 1978.Snublestein.no: HERMAN SACHNOWITZ, abgerufen am 21. April 2020. 120px HIER GEDENKT MANISRAEL LEIBSACHNOWITZGEBOREN 1880DEPORTIERT 1942AUSCHWITZGETÖTET 1.12.1942 Torget 4 wurde am 31. März 1880 in Krasjapolja, Russland, geboren. Er emigrierte 1907 nach Norwegen und heiratete Sara geb. Lahn, geboren 1885 in Riga, Lettland. Das Paar hatte acht Kinder: Martin (geb. 1910), Elias (geb. 1911), Samuel (geb. 1912), Rebekka Rita (geb. 1915), Marie ‘Maja’ (geb. 1919), Herman (geb. 1920), Frida (geb. 1923) und Frank (geb. 1925). Nach der Geburt jedes Kindes pflanzte der Vater vor dem Haus der Familie einen Apfelbaum. Seine Frau erkrankte und starb Anfang 1939. Auch für sie pflanzte er einen Apfelbaum. In den ersten Zeit nach der deutschen Besetzung Norwegens eskalierte der Antisemitismus im Lande und der pater familias gewann Abstand und Schutz durch den Kauf des abgelegenen Hofes Gjein in Stokke. Dennoch blieb seine Familie nicht vor Verfolgung und Ermordung gefeit. Der alte Mann wurde am 26. Oktober 1942 festgenommen und gemeinsam mit seinen fünf Söhnen im Gefangenenlager Berg bei Tønsberg interniert. Einen Monat später wurden sie alle mit dem Frachtschiff Donau nach Stettin und von dort im Viehwaggon in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Auch Tochter Marie war auf diesem Transport, auf dem Weg aus dem Oslofjord sang sie für die Gefangenen mit ihrer schönen Stimme das Lied Månestrålen, auf Deutsch Der Mondstrahl. Unmittelbar nach der Ankunft am 1. Dezember 1942 wurden Israel Leib Sachnowitz und seine Tochter in die Gaskammer geschickt und getötet.