Marianne „Maya“ Lasker-Wallfisch (* 1958 in London, Ehename Maya Jacobs Lasker-WallfischAlexandra Senfft: Arbeit am Trauma. In: Der Freitag. 16/2020.) ist eine psychoanalytische Psychotherapeutin und Autorin.

Leben und Werk Maya Lasker-Wallfisch und ihr Bruder Raphael Wallfisch wurden in London in eine Musikerfamilie hineingeboren. Ihre Eltern, der Pianist Peter Wallfisch und die Cellistin Anita Lasker-Wallfisch, stammten beide aus Breslau und waren nach dem Zweiten Weltkrieg nach Großbritannien emigriert. Die Mutter, Anita Lasker-Wallfisch, die jüdisch-deutscher Herkunft war, hatte den Holocaust als Cellistin im Mädchenorchester von Auschwitz überlebt. Nach ihrer Ankunft in England wurde sie Mitbegründerin des English Chamber Orchestra. Maya Lasker-Wallfisch hat einen Sohn und eine Enkelin.Malte Herwig: Der Holocaust war in der Familie nie Thema. In: Süddeutsche Zeitung Magazin. 21. Dezember 2015.

Nachdem sie zunächst mit Kindern gearbeitet hatte, wurde Maya Lasker-Wallfisch als psychoanalytische Psychotherapeutin für Erwachsene, Paare und Familien tätig. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von transgenerationalen Traumata. Sie betreut Patienten in Privatpraxen in London und Berlin.

In ihrem Buch Briefe nach Breslau setzt sich Maya Lasker-Wallfisch mit der Geschichte ihrer Familie und der transgenerationalen Übertragung von Traumata auseinander.Suhrkamp Briefe nach Breslau - Meine Geschichte über drei Generationen Das Buch wurde unter anderem in Die Weltwelt.de / Manuel Brug: Für Mengele zu spielen rettete ihr Leben. Es blieb eine ewige Scham; 19. Mai 2020, Frankfurter Allgemeine ZeitungFrankfurter Allgemeine Zeitung (Nachdruck auf Buecher.de) Marta Kijowska: Arbeit am Trauma. Wie das Leben weiterging – Maya Lasker-Wallfisch schreibt eine Familiengeschichte, 25. Juli 2020, Der FreitagDer Freitag Alexandra Senfft: Arbeit am Trauma. Maya Lasker-Wallfischs Mutter überlebte den Holocaust. In der Familie wirkte er über Generationen nach; #16/2020, Deutschlandradio KulturDeutschlandfunk Kultur Gabriele von Arnim: Die grausame Wucht des Traumas, 12. Juni 2020, Podcast und Buchbesprechung und Deutsche Welledw.com / Heike Mund: Holocaust-Trauma: Eine Enkelin kämpft sich in ihr Leben zurück (21. Juni 2020) rezensiert und vom Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg zum Buch des Monats gewählt.Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg Buch des Monats, April 2021 Aus den Briefen gestaltete sie außerdem eine Bühnenpräsentation als szenische Lesung mit musikalischer Untermalung von Komponisten wie Ernest Bloch, Max Bruch und Maurice Ravel.Susanna Keval: Gedenken an den 9. November 1938: Neue Formen der Erinnerung. In: Jüdische Gemeindezeitung Frankfurt. 52. Jahrgang, Nr. 4, Dezember 2019, S. 9.

Mit Ich schreib euch aus Berlin erschien im Oktober 2022 eine Art Fortsetzung ihres ersten Buches.Suhrkamp Ich schreib euch aus Berlin – Rückkehr in ein neues Zuhause; Erscheinungsdatum 10. Oktober 2022

Maya Lasker-Wallfisch hält Vorträge über die psychologischen und politischen Folgen der Nazi-Diktatur und setzt sich gemeinsam mit ihrer Mutter auf zahlreichen Gedenkveranstaltungen gegen Antisemitismus und für eine lebendige Erinnerungskultur ein.

Maya Lasker-Wallfisch lebt in London.Letter to Breslau – My Story across Three Generations auf der Website des Suhrkamp-Verlages. Kürzlich habe sie die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten und suche eine Wohnung in Berlin, schreibt sie am Ende ihres Buches Briefe nach Breslau.Leticia Witte: Die Traumata der zweiten Generation. In: Pfälzischer Merkur. 20. April 2020

Werke Ich schreib euch aus Berlin. Übersetzt von Bernadette Conrad. Insel, Berlin 2022, ISBN 978-3-458-77489-1. mit Taylor Downing: Briefe nach Breslau. Meine Geschichte über drei Generationen. Aus dem Englischen von Marieke Heimburger. Insel, Berlin 2020, ISBN 978-3-458-17847-7 (Leseprobe). The Wounds of History. Reflections on Subjective and Clinical Practice. In: pm - perspektive mediation. Heft 4, 2016.

Veranstaltungen Am 7. Juli 2020 redete Maya Lasker-Wallfisch gemeinsam mit der Journalistin Sabine Bode im Literaturhaus München, moderiert von Elisabeth Ruge, über die Geschichte dreier Generationen im Spiegel der größten Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Veranstalter waren die Stiftung Literaturhaus und das NS-Dokumentationszentrum München.Briefe nach Breslau – Meine Geschichte über drei Generationen, ns-dokuzentrum-muenchen.de, abgerufen am 29. April 2020

Weblinks

Kurzbiografie und Werke von Maya Lasker-Wallfisch auf der Website des Suhrkamp-Verlages Malte Herwig: Der Holocaust war in der Familie nie Thema. In: Süddeutsche Zeitung Magazin. 21. Dezember 2015. Maya Jacobs-Wallfisch: „Briefe nach Breslau“. Buchbesprechung auf Arte Maya Lasker-Wallfisch – Briefe nach Breslau. Meine Geschichte über drei Generationen. Rezension auf aviva-berlin.de The Royal Society of Medicine Video der Veranstaltungsreihe ‚Royal Society of Medicine in Conversation’ Live mit Dr. Anita Lasker-Wallfisch und Maya Lasker-Wallfisch Jüdisches Museum Berlin Die Laskers aus Breslau – A Family Reunion in Music and Words Jüdische Allgemeine Katrin Richter: »Ich fand meinen Platz erst spät«, Ausführliches Interview, 24. Februar 2019

Einzelnachweise

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