Schilda (Sorbischer Name: Šydłow (früher Kreis Luckau) → Arnošt Muka: Niedersorbische Namen der Städte und Dörfer; 1911–1928, Sorbisches Institut. → Arnošt Muka: Bausteine zur Heimatkunde des Luckauer Kreises. Kreisausschuss, Luckau 1918.) ist eine Gemeinde im Süden von Brandenburg im Landkreis Elbe-Elster. Die Gemeinde gehört dem Amt Elsterland an. Verwaltungssitz des Amtes ist die Gemeinde Schönborn.

Geographie Die Gemeinde liegt in einem landwirtschaftlich geprägten Teil im äußersten Westen der historischen Niederlausitz. Sie wird von den Gemeinden Doberlug-Kirchhain, Tröbitz und Uebigau-Wahrenbrück umgeben.

Geschichte

Schilda wurde im Jahr 1300 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort befand sich von Dezember 1300 bis 1335 im Besitz der von Ileburg. Im Jahre 1335 verkauften diese das Dorf dem Kloster Dobrilugk und Schilda wurde mit deutschen Siedlern besetzt. Bis 1541 blieb es in Besitz des Klosters. 1335 begann vom Kloster aus ein ergiebiger Weinbau und Kelterbetrieb. An das damalige Vorhandensein eines Weinbergs erinnert noch das „Kellerhaus“ am Wege von Schilda nach Langennaundorf. In der Folgezeit fielen die Weinpflanzungen weg und verschwanden im 19. Jahrhundert gänzlich.

Auch wenn der Ort wohl kaum das historische Schilda sein dürfte, offenbaren alte Überlieferungen die besondere Lebensweise der Leute. So sagt man, dass sie auf die unnütze Ausgabe von Fenstern auf der Kirchennordseite verzichteten. Um 1800 brachte der Raseneisenstein einen kleinen zusätzlichen Verdienst. Er wurde in das Eisenwerk Lauchhammer geliefert. Im April 1856 brannte der südlich der Kirche gelegene Teil des Dorfes komplett nieder.

Auf dem Territorium der Gemeinde existierten in früheren Zeiten insgesamt drei Ziegeleien. Die Ziegelherstellung wurde in den vergangenen Jahrhunderten sehr arbeitsintensiv betrieben. An der Bevölkerungsentwicklung von 1900 bis 1910 ist zu erkennen, dass die Braunkohleindustrie für viele Bewohner die Haupterwerbsquelle wurde. Eine Blütezeit erlebt die Kohleindustrie noch einmal nach 1945. Aus dem Braunkohlewerk wurde später ein Betrieb des Landmaschinenbaus. Einen großen Umbruch im Erwerbsleben der Bewohner brachte die politische Wende 1989. Die Arbeitgeber in der nahen Umgebung, wie der Landmaschinenbau und Brikettfabriken, waren nicht rentabel genug und wurden geschlossen.

Schilda gehörte seit 1816 zum Landkreis Luckau in der Provinz Brandenburg, von 1952 bis 1990 zum Kreis Finsterwalde im DDR-Bezirk Cottbus. Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Elbe-Elster.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 324 1890 387 1910 648 1925 703 1933 741 1939 815 Jahr Einwohner 1946 932 1950 973 1964 833 1971 793 1981 758 1985 748 Jahr Einwohner 1990 723 1995 667 2000 629 2005 547 2010 490 2015 484 Jahr Einwohner 2020 430 2021 424 2022 427 2023 431 2024 419 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 22–25Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Schilda besteht aus sieben Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019

Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Wählergruppe Schilda 77,4 % 6 Einzelbewerberin Kathleen Fröschke 18,4 % 1 Einzelbewerberin Anett Krusche 4,1 % –

Der Stimmenanteil von Kathleen Fröschke entspricht zwei Sitzen. Daher bleibt nach § 48 (6) des Brandenburgischen KommunalwahlgesetzesBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 48 ein Sitz in der Gemeindevertretung unbesetzt.

Bürgermeister 2001–2014: Diana SchmidtIch möchte Schilda etwas zurückgeben. In: Lausitzer Rundschau, 29. März 2006. 2014–2024: Lothar Benning (Wählergruppe Schilda)Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 seit 2024: Kathleen Fröschke

Da zur Wahl am 9.6.24 keine Kandidaten angetreten waren, wählte die Gemeindevertretung auf ihrer konstituierenden Sitzung am 27.6.24 Kathleen Fröschke zur Bürgermeisterin.Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Schilda am 27.6.24

Wappen Das Wappen wurde am 1. Juni 1994 genehmigt.

Blasonierung: „In Grün ein gehendes silbernes Pferd.“Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

Sehenswürdigkeiten und Kultur In der Liste der Baudenkmale in Schilda (Brandenburg) und in der Liste der Bodendenkmale in Schilda (Brandenburg) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmäler.

Mehrere Orte, darunter auch Schilda, nehmen für sich in Anspruch, die Verhältnisse in ihrer Stadt seien die Vorlage für die Geschichten über die Schildbürger gewesen. Einen historischen Beweis für diese Verknüpfung gibt es jedoch nicht. Auch das ungewöhnlich erscheinende Fehlen von Fenstern in der Nordseite der Schildaer Kirche sollte keinen hinreichenden Beweis für das Schildbürgertum in Schilda darstellen.

Die Schildaer Dorfkirche (erbaut 1450) ist ein mittelalterliches Bauwerk mit rechteckigem Grundriss. Die Mauern sind aus Granitfindlingen und Raseneisenstein errichtet. Der fast quadratische Turm wurde später angebaut.

Aktive Vereine in Schilda sind der Jugendclub und die Freiwillige Feuerwehr mit ihren zahlreichen Veranstaltungen.

Verkehr Schilda liegt an der Landesstraße L 603 zwischen Drasdo und Tröbitz.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Hans Waldmann (* 1928), DDR-Kombinatsdirektor Gitta Rost (* 1943), zweifache DDR-Meisterin im Badminton

Mit Schilda verbundene Persönlichkeiten Gerolf Seemann (* 1940), mehrfacher DDR-Meister im Badminton, lebte in Schilda Gottfried Seemann (* 1940), mehrfacher DDR-Meister im Badminton, lebt in Schilda Annemarie Seemann (* 1942), mehrfache DDR-Meisterin im Badminton, lebt in Schilda

Literatur

Einzelnachweise

Weblinks

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