Die BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft mit Sitz in Wien ist ein Kreditinstitut und wurde am 18. Dezember 2000 als Kapital & Wert Bank AktiengesellschaftFirmenbuch am Handelsgericht Wien, Kapital & Wert Aktiengesellschaft, Firmenbuchnummer FN 205340x: Die Gesellschaft mit dem Geschäftszweig Bank und an der Sitzadresse der BAWAG in der Seitzergasse 2–4, 1010 Wien, entstand mit Satzung vom 18. Dezember 2000 und fungierte als aufnehmende Gesellschaft des Teilbetriebes „Bankbetrieb“, der mit Hauptversammlung vom 18. Dezember 2000 der gleichnamig schon bestehenden Kapital & Wert Aktiengesellschaft (FN 79310h) als Abspaltung und Übertragung mit der neuen Gesellschaft verschmolzen wurde. Neueintragung am HG Wien am 13. Februar 2001, abgerufen auf wirtschaft.at der Mediengruppe Wiener Zeitung am 23. November 2023. in Österreich als hundertprozentige Tochtergesellschaft der damaligen BAWAG gegründet.Firmenbuch am Handelsgericht Wien, Kapital & Wert Aktiengesellschaft, Firmenbuchnummer FN 205340x: „Alleinaktionär: Bank für Arbeit und Wirtschaft Aktiengesellschaft“ (= FN 107053g). Eingetragen am 26. August 2005 am HG Wien, abgerufen auf wirtschaft.at der Mediengruppe Wiener Zeitung am 23. November 2023. Sie entstand mit Verschmelzungsvertrag vom 1. August 2005 mit gleichzeitiger Umfirmierung zur BAWAG P.S.K.Firmenbuch am Handelsgericht Wien, Firmenbuchnummer FN 205340x: Verschmelzungsvertrag vom 1. August 2005 und Umfirmierung der Kapital & Wert Bank Aktiengesellschaft auf BAWAG P.S.K. Bank für Arbeit und Wirtschaft und Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft: Mit Hauptversammlungsbeschlüssen am 8. September 2005 in allen drei beteiligten Unternehmen wurden a) die bisherige Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft (FN 158442d) als abgebende Gesellschaft zur Gänze mit der aufnehmenden Gesellschaft, nunmehr BAWAG P.S.K., verschmolzen; b) gemäß Spaltungs- und Übernahmsvertrag vom 1. August 2005 der Vermögensteil des Betriebes „Bankbetrieb“ aus der bisherigen Bank für Arbeit und Wirtschaft Aktiengesellschaft (FN 107053g) abgespalten und mit der aufnehmenden Gesellschaft verschmolzen; sowie c) mit Hauptversammlung in der aufnehmenden Gesellschaft BAWAG P.S.K. wurde deren Satzung durch Neufassung angepasst. Eingetragen im Firmenbuch am HG Wien am 1. Oktober 2005, abgerufen auf wirtschaft.at der Wiener Zeitung am 23. November 2023. durch Fusion der Bank für Arbeit und Wirtschaft (BAWAG)Firmenbuch am Handelsgericht Wien, Bank für Arbeit und Wirtschaft Aktiengesellschaft, Firmenbuchnummer FN 107053g. mit der Österreichischen Postsparkasse (P.S.K.).Firmenbuch am Handelsgericht Wien, Österreichische Postsparkasse Aktiengesellschaft, Firmenbuchnummer FN 158442d. Sie ist an der Bilanzsumme gemessen die viertgrößte Bank Österreichs. Seit Juli 2022 firmiert die Bank nur noch als BAWAG.

Nach dem Börsengang der Holdinggesellschaft der BAWAG Group AG (FN 269862 b) im Oktober 2017 und weiteren Verkäufen befinden sich aktuell 100 % der Aktien im Streubesitz. 2006 geriet die BAWAG wegen eines Finanzskandals (BAWAG-Affäre), bei dem die Bank rund 3,5 Mrd. Euro verlor, in eine gravierende Schieflage und musste durch eine milliardenschwere Auffangaktion des Staates vor dem Konkurs gerettet werden. Die Bonität der Bank wurde in der Folge von der Rating-Agentur Moody’s mehrmals zurückgestuft.

Die Bank ist als Rechtsnachfolgerin der Postsparkasse die Hausbank der Republik Österreich ( Bundeshaushaltsgesetz).Rechtsnachfolge der Österreichischen Postsparkasse gemäß § 71 Bundeshaushaltsgesetz bis 31. Dezember 2012; ab 1. Jänner 2013 im diesbezüglichen Wortlaut unverändert gemäß § 111 Bundeshaushaltsgesetz 2013, siehe .

Geschichte Österreichische Postsparkasse mini|250px|Altes Logo der P.S.K. mini|Wiener Postsparkasse, erbaut von Otto Wagner mini|Denkmal für Georg Coch, Gründer der Postsparkasse Die Österreichische Postsparkasse (P.S.K.) war eine der größten Banken Österreichs und wurde aufgrund eines Gesetzes aus dem Jahre 1882 gegründet. Im Jahr 1883 nahmen fast 4.000 Postämter den Postsparkassendienst auf. Wesentliche Impulse erhielt das österreichische Postsparwesen durch Georg Coch. In der Ersten Republik geriet das staatseigene Kreditinstitut im Rahmen des 1926 aufgebrochenen Postsparkassenskandals ins Gerede, bei dem es um verlustreiche Börsenspekulationen in Effekten und Devisen, vielfach im Zusammenwirken mit dem Großspekulanten Siegmund Bosel ging. In diesem Zusammenhang emigrierte auch der kurzzeitige Finanzminister Jakob Ahrer zeitweilig nach Kuba.

1906 wurde das nach den Plänen von Otto Wagner gebaute neue Hauptgebäude am Georg-Coch-Platz in Wien bezogen, welches zu den bedeutendsten Jugendstilgebäuden Österreichs zählt.

Bank für Arbeit und Wirtschaft mini|Ehemalige BAWAG-Zentrale in der Seitzergasse in Wien Die Bank wurde 1922 vom vormaligen Staatskanzler, dem Sozialdemokraten Karl Renner, als „Arbeiterbank“ gegründet, weniger mit dem Ziel, Arbeitern günstige Kredite zu verschaffen, „sondern um den Organisationen und Instituten der Arbeiterklasse ein Hilfsinstitut zu schaffen, das ihnen die Benützung kapitalistischer Institutionen erspart“ (Zitat Karl Renner). Sie löste damit den seit 1913 bestehenden Kreditverband der österreichischen Arbeitervereinigungen ab. An der „Arbeiterbank AG“ besaßen die sozialistischen Gewerkschaften und die Großeinkaufsgesellschaft für österreichische Consumvereine (GÖC) jeweils einen Anteil von 40 Prozent. 1934 wurde die Bank vom austrofaschistischen Ständestaat aufgelöst.

Nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1947 wiedergegründet, erreichte die im Jahre 1963 in Bank für Arbeit und Wirtschaft bzw. abgekürzt BAWAG umbenannte Bank ab den siebziger Jahren einen großen Kundenkreis. Dabei wurde das Zweigstellennetz stark ausgebaut. Populäre Produkte der Bank waren das Kapitalsparbuch (Fixzinssparbuch mit verschiedenen vorgegebenen Laufzeiten) und der Betriebsratskredit (ein über die Betriebsräte österreichischer Unternehmungen für die Mitarbeiter vermittelter Privatkredit).

Hauptaktionär war von der Neugründung an der Österreichische Gewerkschaftsbund ÖGB (70 %) gemeinsam mit den Konsum-Genossenschaften (30 %). Nach der Insolvenz des Konsum 1995 übernahm die Bayerische Landesbank dessen Anteile und erhöhte sie auf 46 %. 2004 stieg die BayernLB jedoch aus der BAWAG aus und verkaufte ihre Anteile an den ÖGB, der nun Alleinaktionär der BAWAG war.

Obwohl die BAWAG in den vergangenen Jahren mehrere Zukäufe in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Malta tätigte, liegt der Geschäftsschwerpunkt, im Gegensatz zu anderen österreichischen Banken (Bank Austria, Erste Bank, Raiffeisen Zentralbank), nach wie vor in Österreich. Nach der Übernahme der BAWAG durch den US-Fonds Cerberus wurden die meisten Auslandsbanken verkauft.

Am 14. Mai 2007 wurde die BAWAG P.S.K. endgültig vom US-Fonds Cerberus übernommen (siehe BAWAG-Verkauf).

Gleichzeitig wurde bekanntgegeben, dass der mit der Post bestehende Kooperationsvertrag zum Vertrieb von Finanzdienstleistungen über die 1334 Post-Filialen um drei Jahre bis 2015 verlängert wird. Der Vertrieb von Finanzdienstleistungsprodukten über die Post soll verstärkt ausgebaut werden. 2018 wurde dann die Auflösung dieser Kooperation bekannt gegeben und die Post musste damit beginnen die Filialen zu räumen.

Fusion zur BAWAG P.S.K. mini|Altes Logo der BAWAG P.S.K. mit den kombinierten Logos der beiden Banken Im Jahr 2000 kaufte die BAWAG von der Republik Österreich 74,82 % der Anteile der Österreichischen Postsparkasse (P.S.K.), die Finanzdienstleistungen über das Filialnetz der österreichischen Post anbietet. Mit November 2003 übernahm die BAWAG die restlichen 25,18 %, die seit 2000 eine Tochtergesellschaft der Bayerischen Landesbank und des ÖGB gehalten hatte. Im Jahre 2005 fusionierte die BAWAG endgültig mit der P.S.K. und es entstand die BAWAG P.S.K. als viertgrößte Bankengruppe Österreichs. Im Zuge dieser endgültigen Verschmelzung der BAWAG mit der P.S.K. im Jahre 2005 wurde die „alte“ BAWAG auf Anteilsverwaltung BAWAG P.S.K. AG (AVB) umfirmiert und wurde zur Finanzholding, über welche der ÖGB seine Anteile an der BAWAG P.S.K. hielt. Dabei wurde vom damaligen BAWAG-Management beschlossen, so viele Eigenmittel wie möglich von der Mutterholding AVB in die operativ tätige Bank zu transferieren. So kamen schließlich die 1,531 Milliarden Euro Schulden des ÖGB bei der AVB zustande, die erst im Juni 2006 der Öffentlichkeit bekannt wurden. ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer, der im September 2005 die Verschmelzungsverträge in Vertretung des damaligen ÖGB-Präsidenten abgesegnet hatte, hatte nach eigener Aussage damals keine Kenntnis von dieser Transaktion, aus der letztendlich tiefgreifende Folgen für den ÖGB resultierten.

Die BAWAG-Affäre Hauptartikel: BAWAG-Affäre

Im März 2006 gab die Finanzmarktaufsichtsbehörde bekannt, dass neben den Krediten an die Firma Refco auch die hoch riskanten „Karibik-Geschäfte“ der BAWAG, die im Zuge der Ermittlungen des Refco-Kreditdebakels bekannt wurden, einer Prüfung unterzogen würden. Laut Zeitungsberichten sollte bei diesen „Karibik-Geschäften“ in den Jahren 1995 bis 2000 rund eine Milliarde Euro Verlust entstanden sein.

Bei diesen „Karibik-Geschäften“ handelte es sich um riskante Veranlagungen, vor allem in Form von Zins- und Währungs-Swaps in beträchtlicher Volumenshöhe. Im Zuge dieser Geschäfte und besonders bei der Verschleierung der eingetretenen riesigen Verluste gründete man Briefkastenfirmen, die auf steuervermeidenden Karibikinseln, speziell in Anguilla, ihren Sitz hatten – daher der Name des Debakels. Für die Bilanz 2000 verlangten die Wirtschaftsprüfer der BAWAG eine Garantie für die Werthaltigkeit der Kredite an die vielen Stiftungen und Gesellschaften, in denen die „Karibik-Verluste“ versteckt waren. Dieses Problem konnte nur durch eine Garantieerklärung des ÖGB überbrückt werden. Der damalige ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch erteilte die Garantie ohne Information, geschweige denn Zustimmung der hierfür zuständigen Organe (Aufsichtsrat der BAWAG bzw. Präsidium des ÖGB) und verwendete dazu als Besicherung den sogenannten Streikfonds des ÖGB, der durch Zahlungen aus Mitgliedsbeiträgen laufend gespeist wird.

Auf einer Pressekonferenz am 24. März 2006 bestätigte der BAWAG-Aufsichtsratsvorsitzende Günter Weninger diese Vorwürfe und kündigte gleichzeitig seinen Rücktritt von den Funktionen in der BAWAG und im ÖGB an. Am 27. März 2006 führte die Affäre zum Rücktritt des ÖGB-Präsidenten Fritz Verzetnitsch.

Nach einem rund ein Jahr dauernden Gerichtsverfahren wurden am 4. Juli 2008 alle neun Angeklagten schuldig gesprochen und zu zum Teil unbedingten Haftstrafen verurteilt.tagesschau.de – (Abgerufen am 4. Juli 2008)

Der Hauptangeklagte Helmut Elsner wurde wegen Untreue und Betrugs zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Strafmaß für den früheren Vorstandschef der Bank lag damit nur knapp unter der möglichen Höchststrafe für Untreue. Elsners Nachfolger im Amt, Johann Zwettler, erhielt eine fünfjährige Haftstrafe. Der in den USA lebende Spekulant Wolfgang Flöttl (Sohn des ehemaligen BAWAG-Chefs Walter Flöttl), der innerhalb weniger Jahre bei Spekulationsgeschäften der Bank mehrere Milliarden Euro verspielt hatte, wurde zu zweieinhalb Jahren zum Teil auf Bewährung verurteilt.

Der Oberste Gerichtshof verkündete am 23. Dezember 2010, dass er der Nichtigkeitsbeschwerde des ehemaligen BAWAG-Generaldirektors Helmut Elsner gegen seine erstinstanzliche Verurteilung teilweise stattgegeben habe. Dennoch wurde Elsner gleichzeitig zu einer insgesamt zehnjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, was der gesetzlich vorgesehenen Höchststrafe entsprach. Die vom Erstgericht über Elsners Nachfolger Johann Zwettler verhängte Freiheitsstrafe wurde vom Höchstgericht bestätigt. Die Urteile gegen die Mitangeklagten wurden aufgehoben und zum Teil an das Erstgericht zurückverwiesen.

BAWAG-Verkauf