Die Internationale Vereinigung der physiologischen Wissenschaften (IUPS), ist die globale Dachorganisation auf dem medizinischen Gebiet der physiologischen Forschung.

Historie Als sich Ende des 19. Jahrhunderts die Fortschritte in der Medizin immer mehr beschleunigten, wovon auch die Physiologie partizipierte, wurde von Physiologen in vielen Ländern der Wunsch zu einem Zusammentreffen laut, um Kollegen anderer Staaten persönlich kennen zu lernen, die bis zu jener Zeit nur aus der Fachliteratur bekannt waren. Und so wurde 1889 in Basel in der Schweiz der erste Kongress dieser Art organisiert und dort auch gleich vereinbart, diese Treffen an wechselnden Orten turnusgemäß alle drei Jahre zu wiederholen. Und so fand 1892 in Lüttich in Belgien das nächste Treffen statt. Dieser Zyklus wurde auch bis 1989 beibehalten; nur während den Zeiten der beiden Weltkriege unterbrochen. Ab 1989 folgten die Weltkongresse in einem Rhythmus von vier Jahren. Trotzdem dauerte es vom ersten Treffen in Basel bis 1929 als in Boston mit der Konstitutionierung und der Wahl zu einem Ständigen Komitee diese Symposien auch de jure ihren vorläufigen offiziellen Rahmen bekamen.

Der administrative Rahmen der Union wurde aber erst auf dem Kopenhagener Treffen in Dänemark beraten und 1953 in Montreal (Kanada) ratifiziert. Die Gründungsländer waren Argentinien, Australien, Belgien, Kanada, Chile, Frankreich, Westdeutschland, Italien, Japan, Niederlande, die skandinavischen Länder, Spanien, Schweiz, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten, Uruguay und die Sowjetunion, womit die Internationale Vereinigung der physiologischen Wissenschaften (IUPS) endgültig aus der Taufe gehoben wurde. Ungefähr gleichzeitig spalteten sich aber die Biochemiker und Pharmakologen ab und gründeten ihre eigenen Organisationen.

1955 bekam sie Sitz und Stimme im Präsidium des Internationalen Wissenschaftsrats (ISC), bzw. deren Vorgängerorganisation dem Internationalen Wissenschaftsrat (ICSU). Gleichzeitig wurde sie Vollmitglied bei dem Rat für Internationale Organisationen der medizinischen Wissenschaft (CIOMS) und des Internationalen Rates für Labortierwissenschaften (ICLAS). !956 traten Ungarn und die Tschechoslowakei der IUPS bei. 1959 folgten Polen und Rumänien, sowie die Lateinamerikanische Vereinigung für Physiologie.

Auf dem Kongress 1962 in Leiden (Niederlande), bekamen Finnland und Schweden, zuvor durch die skandinavische physiologische Gesellschaft vertreten die Vollmitgliedschaft, dazu Chile, zuvor von der ALACF repräsentiert und Bulgarien, die Republik China (Taiwan), Ägypten, Israel, die Türkei und Jugoslawien.

Endgültig saturierte sich die IUSP in juristischem Sinn 1969 als Non-Profit-Organisation mit Sitz der Administration in Washington, D.C. (USA), wie es auf einer Resolution der Vollversammlung ein Jahr zuvor am selben Ort beschlossen worden ist.

Auftrag und Zweck Die IUPS fördert und vernetzt die biophysiologische Forschung auf nationaler und internationaler Ebene. Dazu nutzt sie alle Möglichkeiten der modernen Kommunikationstechnologie. Sie veranstaltet und unterstützt Symposien, Workshops und Konferenzen auf nationaler und multinationaler Ebene.

Die Union besteht aus 45 nationalen Mitgliedern, 13 assoziierten Mitgliedern, 2 angeschlossenen Mitgliedern und 5 regionalen Mitgliedern.

Zusammen mit der American Physiological Society (APS) verlegt die IUPS zweimonatlich das Periodikum Physiology

Seit 2010 arbeitet die IUSP unter Dach des Internationalen Wissenschaftsrats (ISC) interdisziplinär mit 10 weiteren Organisationen zusammen, bei denen sich die selbst gesetzten Ziele und Aufträge überschneiden.

Struktur Um ihre Aktivitäten möglichst effektiv zu gestalten, hat sich die IUSP acht sogenannte Kommissionen geschaffen, in denen genau definierte Aufgaben verteilt sind: Motorik Zirkulation & Atmung Endokrine, Fortpflanzung & Entwicklung Neurobiologie Sekretion & Absorption Molekular- & Zellphysiologie Vergleichende Physiologie: Evolution, Anpassung & Umwelt Genomik & Biodiversität

Kongresse 1889 Basel 1892 Lüttich 1895 Bern 1898 Cambridge 1904 Brüssel 1907 Heidelberg 1910 Wien 1913 Groningen 1920 Paris 1923 Edinburgh 1926 Stockholm 1929 Boston 1932 Rom 1935 Sankt Petersburg – Moskau 1938 Zürich 1947 Oxford 1950 Kopenhagen 1953 Montreal 1956 Brüssel 1959 Buenos Aires 1962 Leiden 1965 Tokio 1968 Washington, D.C. 1971 München 1974 Neu-Delhi 1977 Paris 1980 Budapest 1983 Sydney 1986 Vancouver 1989 Helsinki 1993 Glasgow 1997 Sankt Petersburg 2001 Christchurch 2005 San Diego 2009 Kyoto 2013 Birmingham 2017 Rio de Janeiro

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Einzelnachweise

Kategorie:Internationale Organisation Kategorie:Dachverband Kategorie:Organisation (Toronto) Kategorie:Verbandsgründung 1969