Shooter (von englisch shooter „Schütze“), deutsch Schießspiel, ist ein Computerspielgenre, bei dem die Kernspielmechanik das Schießen ist. Spielziel eines Shooters ist es, nach bestimmten Vorgaben auf computergesteuerte (Player versus Environment) oder von Gegenspielern gesteuerte (Player versus Player) Spielfiguren zu schießen, ohne dass dabei die eigene Figur durch Angriffe der Gegenspieler oder die Spielphysik Schaden nimmt. Shooter ist ein Subgenre des Actionspiels, weitere Unterteilungen erfolgen beispielsweise nach Darstellungstechnik in 2D-Shooter und 3D-Shooter, nach Betrachtungsperspektive des Spielgeschehens in Ego-Shooter und Third-Person-Shooter oder nach Spielmechanik, wie Stealth-Shooter und Taktik-Shooter.
Geschichte Die Idee des Schießspiels geht auf Schießbuden auf Jahrmärkten zurück. Das erste mechanische Spiel mit der Unterstützung der Lightgun war Ray-O-Lite aus dem Jahr 1936. Als erstes Shoot’ em up gilt das Spiel Spacewar! aus dem Jahr 1962. Als erste First-Person-Shooter gelten Maze War und Spasim aus dem Jahr 1974.Wolf, Mark J. P. (2012). "BattleZone and the Origins of First-Person Shooting Games". In Call, Josh; Whitlock, Katie; Voorhees, Gerald (eds.). Guns, Grenades, and Grunts: First-Person Shooter Games. ISBN 978-1-4411-9144-1. Als einflussreiche Arcade-Shoot’-em-ups gelten außerdem unter anderem Gun Fight aus dem Jahr 1975, Space Invaders aus dem Jahr 1978, Asteroids und Galaxian aus dem Jahr 1979, Battlezone aus dem Jahr 1980, Galaga, Defender und Scramble aus dem Jahr 1981 und Commando aus dem Jahr 1985. Der erste Shooter mit einer isometrischen Perspektive ist Zaxxon aus dem Jahr 1982. Als erster Mehrspieler-First-Person-Shooter gilt MIDI Maze aus dem Jahr 1987. Neben der Entwicklung der 3D-Grafik gewann das Genre auch durch die Entwicklung der Computermaus für den Massenmarkt in den 1980er-Jahren an Popularität. Der erste Ego-Shooter mit einer 2½D-Grafik war Wolfenstein 3D aus dem Jahr 1992. Weitere frühere erfolgreiche 3D-Shooter waren DoomDavid Kushner: Masters of Doom: How Two Guys Created An Empire And Transformed Pop Culture. Random House, 2003. S. 226. ISBN 0-375-50524-5., Quake, Descent und Half-Life.
Zu den erfolgreichsten modernen Shooter-Serien gehören unter anderem Call of Duty, Battlefield, Grand Theft Auto und Counter-Strike, die sich vor allem durch ihre Online-Modi auszeichnen. Viele Shooter setzen mittlerweile auch auf das Free-to-play, Crossplay oder Games-as-a-Service-Modell oder private Gameserver.
Technik 3D-Shooter verwenden meist eine Hitbox, um Schusstreffer zu bestimmen und auszuwerten. In klassischen Shoot’ em ups wird hingegen der Highscore meist durch die Berechnung der Anzahl und Art der getroffenen Objekte im Abhängigkeit des Schadens der genutzten Waffe berechnet.
Subgenres Nach Perspektive Shoot' em up
mini|Spacewar! (1962), eines der ersten Computerspiele
Shoot ’em up (englisch, wörtlich „Zerschieß sie“ – im Englischen auch kurz Shmup) gilt als das erste Shooter-Computerspielgenre. Im weiteren Sinne bezeichnet Shoot ’em up jedes Spiel, in dem die vom Spieler gesteuerte Spielfigur eine große Zahl gegnerischer Einheiten mit einer virtuellen Schusswaffe zerstören soll (umgangssprachlich auch „Ballerspiel“ genannt). Im engeren Sinne bezeichnet Shoot ’em up ein „Ballerspiel“ mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit, da es zweidimensional dargestellt wird. In vielen Spielen kann der Spieler durch Upgrades oder Power-ups die Bewaffnung der Spielfigur verbessern. Ziel des Genres ist meist ein guter Highscore.
Scrolling-Shooter mini|Spielszene eines horizontal scrollenden Shoot 'em up
Ein Scrolling-Shooter, Horizontal Shoot ’em up oder Seitenschießspiel ist ein Subgenre des Shoot ’em up, bei dem der Spieler von der Seite auf das Spiel schaut (Side-Scroller) und die Spielfigur bewegt und gleichzeitig schießen muss. Der Begriff des Scrolling bezeichnet im Zusammenhang mit Shoot ’em ups das Vorbeiziehen des Levelhintergrundes. Grundsätzlich wird im Genre zwischen horizontalem, vertikalem und multidirektionalem Scrolling unterschieden. In den ersten beiden Arten ist das Scrolling in der Regel vorgegeben, während in der letztgenannten Art der Spieler die Bewegung seiner Spielfigur zumeist frei wählen kann. Die ersten Computerspiele wie Spacewar! (1962) waren multiscrollend. In den 1970er-Jahren waren die Spiele mehr fixiert (Beispiele: Galaga und Space Invaders). Als Shoot ’n run/Run and gun/Soldier Combat werden Shoot’ em ups bezeichnet, bei denen der Spieler gleichzeitig rennt und schießt. Beispiele sind Commando und Metal Slug.
Ego-Shooter / First-Person-Shooter mini|Egoperspektive in einem Ego-Shooter, hier aus dem Spiel Nexuiz
Ego-Shooter sind eine Kategorie der Computerspiele, bei welcher der Spieler aus der Egoperspektive in einer frei begehbaren, dreidimensionalen Spielwelt agiert und mit Schusswaffen andere Spieler oder computergesteuerte Gegner bekämpft. Die vom Spieler gelenkte Spielfigur ist oft menschlich oder menschenähnlich. Ego-Shooter ist eine Wortschöpfung aus dem deutschen Sprachraum, im englischsprachigen Raum spricht man vom first-person shooter. Ego-Shooter zählen mittlerweile zu den erfolgreichsten Computerspiele-Genres und sind bei aktuellen Spielen das meistgenutzte Shooter-Genre und vor allem im Mehrspieler beliebt.
Third-Person-Shooter
mini|Bildschirmfoto des freien Third-Person-Shooters Dead Justice von Cat Mother
Third-Person-Shooter (abgekürzt TPS, von Englisch third person, „dritte Person“ und shooter, „Schießspiel“) sind Computerspiele, bei denen der Spieler die Welt aus einer Perspektive beobachtet, die im Normalfall hinter der Hauptfigur positioniert ist (Third-Person-Perspektive) und in denen Fernkampf ein wesentliches Element des Spiels darstellt. Sie bietet oft mehr erzählerische Möglichkeiten, mehr Bewegungsfreiheit und Jump-’n’-Run-Elemente, sowie Rätselaufgaben. Bekannte Beispiele sind Max Payne und Open-World-Spiele wie Grand Theft Auto oder Mafia.
Nach Spielmechanik Artillery
mini|Schematische Darstellung des Spielprinzips von Artillery-Spielen
Artillery ist die allgemeine Bezeichnung für ein (meistens rundenbasiertes) Mehrspieler-Computerspiel, in dem Spieler zwei oder mehrere Artilleriestellungen, d. h. Panzer, Kanonen o. ä., bedienen, um Einheiten anderer Spieler über eine ballistische Geschossbahn zu treffen und letztlich zu besiegen. Artillery war auch der Name der ersten grafischen Umsetzung des Genres auf dem Apple II von 1980. 1976 erschien in der Zeitschrift Creative Computing der vermutlich erste Vertreter, der noch textbasiert war. Ab MS-DOS 5.0 wurde auf jedem PC das Artillery-Spiel Gorillas mitgeliefert.
Die Gegnerseiten sind meist durch eine Hügellandschaft oder Ähnliches voneinander getrennt. Die Geschosse müssen daher nicht nur den Gegner treffen, sondern durch Einstellen von Abschusswinkel und Feuerkraft auch diese Hindernisse überwinden. Mitunter müssen auch Windrichtung und -stärke berücksichtigt werden.
Erfolgreiche Serien sind unter anderem Worms und Angry Birds.
Arcade-Shooter / Horden-Shooter In Arcade-Shootern, die in betont fantastischen Umgebungen spielen, kämpft der Spieler in Massenkämpfen gegen Horden von Monstern. Hierbei steht die Reaktionsgeschwindigkeit im Vordergrund.
Arena-Shooter In sogenannten Arena-Shootern spielen die Spieler in einem abgrenzten Bereich, der sich meist durch schnelle Bewegungen, weite Sprünge, Wandläufe bei den Spielern und den Gebrauch von Explosionswaffen auszeichnet. Auch Parallelen zum Horden-Shooter können gegeben sein. Beispiele hierfür sind Quake und Unreal Tournament.
Battle Royale
Battle Royale ist ein Online-Computerspiel-Genre, bei dem sich der Spieler mit einer vorgegebenen Anzahl an anderen Spielern in einem abgegrenzten Spielbereich, der im Laufe des Spiels immer kleiner wird, mit im Spielbereich gesammelten Items bekämpft. Ziel ist es, am Ende als einziger Spieler bzw. als einziges Team zu überleben. Das Genre beschränkt sich mittlerweile nicht nur noch auf Shooter, ist aber bei Shootern am geläufigsten. Benannt ist das Genre nach dem Film Battle Royale.
Danmaku
Danmaku oder Bullet Hell ist ein Subgenre der Shoot ’em ups. Der Spieler sieht sich hierbei oft einer Übermacht an gegnerischem Kreuzfeuer gegenüber. Die Hitbox der Spielfigur (z. B. das Raumschiff des Spielers) ist bei dieser Art von Spielen in den meisten Fällen nur wenige Pixel groß. Die Herausforderung besteht hierbei, dem Kugelhagel erfolgreich auszuweichen. Oftmals führt ein einziger Treffer bereits zum Verlust eines Versuchs.
Das Genre wurde mit der DonPachi-Reihe von Cave Mitte der 1990er-Jahre im Prinzip erfunden, auch wenn mit Summer Carnival ’92: Recca bereits 1992 ein Shoot ’em up mit ähnlich großem Kugelaufgebot erschien.
Extraction-Shooter Extraction-Shooter sind Mehrspielerspiele; sie basieren oft auf dem PvPvE-Prinzip (Spieler gegen Spieler gegen Umgebung). Die Spieler werden in Teams (mitunter auch nur „Ein-Personen-Teams“) eingeteilt und auf einer Karte platziert, um einen Extraktionspunkt an einem anderen Ort auf der Karte zu erreichen und dabei dem gegnerischen Team sowie den NPCs auszuweichen. Auf ihrem Weg zum Extraktionspunkt können die Spieler versuchen, das gegnerische Team oder andere Objekte auf der Karte nach Ausrüstung zu durchsuchen. Gelingt ihnen dies, können sie die Beute behalten und zur Verbesserung ihres Charakters verwenden. Alternativ können ihnen vor der Extraktion andere Ziele zugewiesen werden, die für bessere Belohnungen erfüllt werden müssen. Beispiele für Extraction-Shooter sind u. a. Helldivers 2, ARC Raiders, Escape from Tarkov, Hunt: Showdown und The Cycle: Frontier.
Helden-Shooter In Helden-Shootern, die ähnlich wie MOBAs funktionieren und deswegen auch MOBA-Shooter genannt werden, steuern die Spieler einen Heldencharakter, der über spezielle Fähigkeiten und Merkmale verfügt, und kämpfen gegen andere Heldencharaktere, meist in Teams, in denen sich die Helden durch ihre gegenseitigen Fähigkeiten unterstützen. Meist müssen sie dabei auch ihre eigene Basis schützen. Häufig nutzen Helden-Shooter Cel-Shading-Grafik um einen Comiclook zu erzeugen und Hardwareanforderungen zu verringern.
Als Prototyp der späteren Helden-Shooter gilt Team Fortress aus dem Jahr 1996. Einen neuen Aufschwung erreichte das Genre durch das Spiel Overwatch aus dem Jahr 2016. Weitere bekannte Helden-Shooter sind Apex Legends, Battleborn, LawBreakers, Paladins, Pflanzen gegen Zombies: Garden Warfare, Quake Champions, Valorant und Team Fortress 2.
Light-Gun-Shooter
mini|Ein frühes bekanntes Lightgun-Spiel: Duck Hunt
Beim Lightgun-Shooter benutzt der Spieler nicht klassische Eingabegeräte wie Maus, Tastatur oder Gamepad zum Schießen, sondern die Lightgun. Die „Lightgun“ trägt ihren Namen, weil sie mit Hilfe des Lichtes registriert, auf welchen Punkt des Bildschirms der Spieler zielt. Zwar suggeriert der Name, die Waffe verschieße selbst einen Lichtstrahl, jedoch empfängt sie in Wirklichkeit Licht vom Bildschirm durch eine Photodiode im Pistolenlauf. Sie wurde zunächst auf Jahrmärkten eingesetzt, gelangte aber auch später in die Arcade-Automaten und Heimkonsolen. Für bekannte Spiele siehe auch: :Kategorie:Lightgun-Spiel
Looter-Shooter In Looter-Shootern (auch Loot-Shooter genannt) sammelt der Spieler Waffen, Munition, Ausrüstung und andere Gegenstände (sogenanntes Loot) für den Kampf. Häufig kann er dadurch auch seine Waffen und Ausrüstung verbessern. Beispiele sind Borderlands, Destiny, Anthem, Warframe und Tom Clancy’s The Division.
Rail-Shooter
mini|Darstellung eines Rail-Shooters, hier am Arcade-Automat Space Harrier