mini|Ortsblatt „Dürn“ des Königreichs Bayern, 1821 Dürn ist eine ehemalige Gemeinde und seit 1972 ein amtlich benannter Gemeindeteil des Marktes Breitenbrunn im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.

Geographie Das Kirchdorf liegt im Oberpfälzer Jura auf circa auf dem Plateau zwischen der Wissinger Laber und der Unterbürger Laber.

Verkehr Dürn ist vom Gemeindesitz aus über die Kreisstraße NM 13 zu erreichen, die weiter zum Breitenbrunner Gemeindeteil Gimpertshausen führt. In Dürn beginnt die Kreisstraße NM 26, die zum Breitenbrunner Gemeindeteil Premerzhofen geht, und eine Gemeindeverbindungsstraße, die nach Staadorf an die Unterbürger Laber führt, wo sie in die Kreisstraße NM 11 einmündet.

Geschichte 1004 wurde Dürn dem Stift Alte Kapelle in Regensburg unterstellt.Buchner I, S. 110 Um 1140/49 bezeugt ein Ortsadeliger Walther „de Durne“ ein Rechtsgeschäft unter dem Eichstätter Bischof Gebhard II.Franz Heidingfelder (Bearb.): Die Regesten der Bischöfe von Eichstätt. Erlangen: Palm & Enke, 1938, Nr. 384 1516 bestand das Dorf aus 23 Untertanen mehrerer Herrschaften; 1598 ist das Dorf als „Türn/Turn“ in einer Karte von Christoph Vogel eingezeichnet und als Hofmark in der Herrschaft Breitenegg vermerkt, bestehend aus acht Untertanenfamilien.Günter Frank und Georg Paulus: Die pfalz-neuburgische Landesaufnahme unter Pfalzgraf Philipp Ludwig (Regensburger Beiträge zur Heimatforschung, 6). Kollersried 2016, S. 227 Weitere Besitzungen im Ort hatten das Amt Hemau und die Hofmark Ittelhofen.Jehle, S. 354, 469 Um 1618 unterstanden in Dürn je 15 Höfe/Güter Pfalz-Neuburg und Bayern.Jehle, S. 555 Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800 bestand Dürn aus 48 Anwesen, darunter 12 größere Bauernanwesen. Die Anwesen standen unter der Herrschaft Breitenegg bis auf einen Halbhof, der dem Kastenamt Hemau gehörte, und einem Kleinbesitz der Hofmark Ittelhofen.Jehle, S. 497

Im Königreich Bayern (ab 1806) wurde die Gemeinde Dürn im oberpfälzischen Landgericht Neumarkt in der Oberpfalz (ab 1921 im Land-/Amtsgericht Hemau) gebildet, zu der neben dem Hauptort Dürn als Gemeindeteile die Einöden Blödgarten (auch Blödgarten/Plätgarten/Blettgarten, heute der Breitenbrunner Gemeindeteil Waldhof), Franklmühle Hohenbügel zählten.Jehle, S. 548Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 680

Zuletzt zum Bezirksamt Parsberg (ab 1939 Landkreis Parsberg) gehörend, wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde Dürn zum 1. Januar 1972 aufgelöst und ihre Gemeindeteile in den Markt Breitenbrunn im Landkreis Neumarkt eingegliedert.

Im Kirchdorf Dürn lebten 1836 257 Einwohner (49 Häuser),Popp, Th. D. (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 43 1861 272 Einwohner (114 Gebäude, 1 Kirche),Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 680 1871 267 Einwohner (137 Gebäude; Großviehbestand: 29 Pferde und 214 Stück Rindvieh),Vollständiges Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern ... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1875, München 1877, Sp. 852 1900 250 Einwohner (52 Wohngebäude),Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern... [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], München 1904, Sp. 906 1925 274 Einwohner (50 Wohngebäude),Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928, München 1928, Sp. 915 1937 285 Einwohner,Buchner I, S. 114 1950 263 Einwohner (50 Wohngebäude),Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950, München 1952 Sp. 778 1987 256 Einwohner (69 Wohngebäude, 78 Wohnungen).Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 257 mini|Blick zur neugotischen Kirche St. Georg

Kirchliche Verhältnisse Dürn war von altersher eine Filiale der katholischen Pfarrei Breitenbrunn im Bistum Eichstätt. 1858 wurde die Kirche St. Georg mit Spitzturm erbaut; schon zur Zeit als Hofmark gab es in Dürn eine Kapelle St. Georg.Jehle, S. 342; Buchner I, S. 113–116

Denkmäler Die Filialkirche St. Georg und das (Bauern-)Haus Nr. 31, ein Wohnstallhaus mit Kniestock und verputztem Fachwerkgiebel (18./19. Jahrhundert), gelten als Baudenkmäler.Sixtus Lampl und Otto Braasch: Denkmäler in Bayern, Band III: Oberpfalz. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Geländedenkmäler, München: R. Oldenbourg Verlag, 1986, S. 139

Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937 Manfred Jehle: Parsberg. Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 51, München 1981

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Geographie (Breitenbrunn, Oberpfalz) Kategorie:Ersterwähnung 1004 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)