Mit dem Stiftung Kunstforum der Berliner Volksbank gGmbH genannten Unternehmen bündelt die Berliner Volksbank ihre Kunst- und Kulturarbeit in der Region Berlin-Brandenburg. Sie wurde im Herbst 2007 gegründet.

Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank Das heutige gemeinnützige Unternehmen Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank wurde 1985 als Kunstforum der Grundkreditbank eröffnet. Im Erdgeschoss des Neubaus der Zentrale des genossenschaftlichen Geldinstituts gelegen, einem Vorgängerinstitut der Berliner Volksbank eG, wurden in der als Rotunde konzipierten Fläche rund 100 Ausstellungen gezeigt.

Anfangs richteten die Neue Nationalgalerie in Berlin und weitere Häuser der Staatlichen Museen zu Berlin und die Berliner Festspiele Ausstellungen aus. Ab Anfang der 1990er Jahre wurde die Kunsthalle in Eigenregie mit wechselnden Kooperationspartnern bespielt. 2002/2003 wurde die Ausstellungshalle der Berlinischen Galerie für die Bauphase eines Neubaus zur Verfügung gestellt.

Nach der Fusion der beiden genossenschaftlichen Bankinstitute GrundkreditBank eG – Köpenicker Bank und Berliner Volksbank begann im Januar 2004 mit der Ausstellung unmittelbar und unverfälscht – Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik der ‚Brücke‘ in Zusammenarbeit mit dem Brücke-Museum erneut die eigene Ausstellungstätigkeit, nun unter dem Namen Kunstforum der Berliner Volksbank. Mitte 2016 endete nach rund 30 Jahren und rund 100 Ausstellungen mit nationalen, internationalen und regionalen Partnern mit der Abschiedsausstellung BankArt – Drei Jahrzehnte Kunstsammlung der Berliner Volksbank, bedingt durch den Abriss des Gebäudes, das Kunstengagement an diesem Ort.

Im November 2018 eröffnete nach mehreren Monaten Umbauzeit die Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank in Berlin-Charlottenburg mit einer Ausstellung von Harald Metzkes das Kunstforum an einem neuen Standort. Erst nur im Erdgeschoss und seit Mai 2021 auch im 1. OG am Kaiserdamm 105 hat es seine Ausstellungsfläche und tritt nach außen seit dem unter dem Namen Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank auf. Im Mittelpunkt der Ausstellungsaktivitäten steht nach einer konzeptionellen Neuausrichtung vorrangig die eigene Kunstsammlung mit ihren Künstlerinnen und Künstlern, aber auch in Kombination mit anderen Werken.

mini|Eingang zur Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank am Kaiserdamm 105 in Berlin mini|alt=Eingangsfront der Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank am Kaiserdamm 105 / Ecke Sophie-Charlotten-Straße|Eingangsfront der Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank am Kaiserdamm 105 / Ecke Sophie-Charlotten-Straße

Ausstellungen ab 2018 – Kaiserdamm 105 (Auswahl) 09. September bis 6. Dezember 2026: Vietnam. Kunst. DDR. Reclaiming Solidarity kuratiert von Nam Nguyen als Partner der Berlin Art Week 11. Februar bis 5. Juli 2026: KLASSE IN WEIßENSEE! Wolfgang Peuker und seine Schüler:innen anlässlich des 25sten Todestages von Wolfgang Peuker mit seinen Schülerinnen und Schülern Stefanie Hillich, Sibylle Prange, Philipp Schack und Christian Christian Thoelke, als Teil des 80-jährigen Jubiläums der weißensee kunsthochschule berlin. 10. September bis 7. Dezember 2025: Paradies kuratiert von Christian Thoelke als Partner der Berlin Art Week 16. Februar bis 16. Juni 2024: 100 Jahre Held(t)en: Werner Heldt und Burkhard Held 13. September bis 10. Dezember 2023: SchlagLicht eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der DZ BANK Kunststiftung als Partner der Berlin Art Week 17. Februar bis 19. Juni 2022: CASH on the Wall 10. Februar bis 13. Dezember 2021: WIR. Nähe und Distanz – Jubiläumsausstellung mit Werken aus der Kunstsammlung der Berliner Volksbank 27. August bis 2. November 2020 (online bis Ende Dezember 2020): Die wilden 20er – Nach(t)leben einer Epoche. Werke aus der Kunstsammlung der Berliner Volksbank 7. November 2018 bis 10. Februar 2019: Harald Metzkes – Ein musisches Kabinett zum 90. Bilder aus der Kunstsammlung der Berliner Volksbank

Auswahl an Ausstellungen von 1985 bis 2016 – Budapester Straße 35

Realisiert wurden die Ausstellungen gemeinsam mit Berliner Museen wie dem Stadtmuseum Berlin, der Ägyptischen Museum und Papyrussammlung oder dem Brücke-Museum, und regionalen Museen wie dem Museum der bildenden Künste Leipzig, Staatliches Museum Schwerin – Kunstsammlungen, Schlösser und Gärten, Purrmann-Haus in Speyer. 1990 zeigte eine Werkschau von Joan Miró Skulpturen, fünf Jahre später wurde Christo und Jeanne-Claude: Three Works in Progress präsentiert, 1997 Unter den Linden – Berlins Boulevard in Ansichten von Schinkel, Gaertner und Menzel in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Museen zu Berlin und Stadtmuseum Berlin und 1998 Oskar Kokoschka – „Spuren eines irrenden Ritters. Eine Werkauswahl aus den Jahren 1953 bis 1973“, 2004 folgte in Zusammenarbeit mit dem Brücke-Museum Berlin die Ausstellung unmittelbar und unverfälscht – Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafik der „Brücke“.

2007 fand die Ausstellung Karl Schmidt-Rottluff Formen und Farben statt, im selben Jahr außerdem Der Millionenstrichler, das Frühwerk von Horst Janssen in Kooperation mit dem Horst-Janssen-Museum Oldenburg und Galerie und Verlag St. Gertrude. Die Ausstellung „Schönheit und Vergänglichkeit – Niederländische Stillleben“ realisierte das Kunstforum der Berliner Volksbank mit dem Staatlichen Museum Schwerin 2008. 2010 wurde Mathilde Vollmoeller-Purrmann mit der Ausstellung Berlin-Paris-Berlin gewürdigt. 2009 wurde in Kooperation mit dem Leipziger Museum für bildende Künste die Ausstellung Werner Tübke – Retrospektive zum 80. Geburtstag gezeigt. Im selben Jahr würdigte das Kunstforum den Künstler HAP Grieshaber zum 100. Geburtstag mit der Ausstellung HAP Grieshaber 100 – Zeitgeschehen und Natur. 2011/2012 präsentierte das Kunstforum zusammen mit Dietrich Wildung, dem langjährigen Direktor des Ägyptischen Museum Berlin Königsstadt Naga – Grabungen in der Wüste des Sudan. 2016 wurde als letzte Ausstellung im Kunstforum an der Budapester Straße BankArt – 30 Jahre Kunstsammlung der Berliner Volksbank präsentiert.

Den besonderen Schwerpunkt auf Kunst der DDR der frühen Sammlungsjahre dokumentieren Ausstellungen wie 1997 Ostwind – Fünf deutsche Maler aus der Sammlung der GrundkreditBank, oder Staatskünstler – Harlekin – Kritiker. DDR-Malerei als Zeitdokument 1991. Die Ausstellung Sinfonie des Lichts – Landschaften auf Kimonos von Itchiku Kubota im Jahr 2000 zählte zu den größten Publikumserfolgen im Kunstforum.

Werkstatt für Kreative

Im Sommer 2005 startete unter dem Motto Kunst erleben – Kunst begreifen das kunstpädagogische Programm Werkstatt für Kreative. Ziel ist laut eigenen Angaben vorrangig Kindern und Jugendlichen mit übervorwiegend kostenfreien altersgerechten Angeboten wie Führungen durch die jeweilige Ausstellung und eigens dazu konzipierten Workshops, die Möglichkeit zu bieten, sich aktiv und kreativ mit Kunst auseinanderzusetzen. Im Jahr 2025 war die Werkstatt für Kreative für den Deutschen Kulturförderpreis vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft, dem ZDF, dem Handelsblatt und der DZ Bank nominiert, die Preisverleihung fand im Mai 2025 in Düsseldorf statt.

Kunstsammlung der Berliner Volksbank Parallel mit der Errichtung des Kunstforums wurde auch der Aufbau einer eigenen Kunstsammlung begründet, mit der Zielsetzung, das genossenschaftliche Geschäftsmodell „von Menschen, für Menschen“ adäquat zu visualisieren und die Kunst getreu dem Sammlungsmotto „Bilder vom Menschen“, später ergänzt durch „Bilder von der Stadt“, öffentlich zugänglich zu machen.

Das 1985 vom West-Berliner Galeristen Dieter Brusberg durch seine Galerie Brusberg begründete Konzept ist bis heute Leitgedanke der Kunstsammlung. Zu Beginn der Sammlungstätigkeit lag der Schwerpunkt auf figürlicher Kunst aus Berlin und Ostdeutschland. Später wurde das Sammlungsgebiet um Stadtlandschaften erweitert. Von Anfang an wurden nur Werke der Malerei und Skulptur sowie Arbeiten auf Papier, Druckgrafiken und daneben ganz vereinzelt Fotografien aufgenommen. Maßgeblich beteiligt beim Sammlungsaufbau war auch, allein schon durch seine Funktion, Rüdiger Küttner, Generaldirektor des staatlichen Kunsthandels der DDR.

Mit dem Kauf der Marmorskulptur Sich Umschauende des West-Berliner Künstlers Ludwig Gabriel Schrieber wurde der Grundstein für die Sammlung zeitgenössischer deutscher Kunst gelegt. Sie umfasst Kunstwerke ab 1950 bis zur Gegenwart, vereinzelte frühere Werke datieren in die späten Vierzigerjahre. Je zwei kleine Skulpturen von Hans Uhlmann und Ludwig Gabriel Schrieber sowie Blätter von Werner Heldt sollen ein Fenster zur Kunst der unmittelbaren Nachkriegszeit öffnen.

Die Sammlung umfasst mehr als 1500 Werke von rund 200 Künstlern. Zu den ersten Arbeiten, die angekauft wurden, zählten unter anderem Werke von Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke, Vertreter der sogenannten Leipziger Schule.

Weiterhin ist die sogenannte Berliner Schule, exemplarisch durch Christa Böhme, Dieter Goltzsche und Konrad Knebel, sowie durch bildhauerische Arbeiten unter anderem von Fritz Cremer und Sabina Grzimek vertreten.

Ein weiterer Sammlungskomplex betrifft die Kunst der 1980er-Jahre aus West-Berlin bzw. Westdeutschland. In der Bundesrepublik traten die sogenannten Neuen Wilden hervor, eine lose Gruppe von Künstlern, die sich durch eine expressive, häufig figurative Malweise auszeichnete, bekannteste Vertreter in der Sammlung sind u. a. Rainer Fetting und Helmut Middendorf.

Neben der Hauptsammlung verfügt die Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank auch über einen sehr kleinen Bestand von Werken weiterer Künstler. Zusätzlich hat sie im Jahr 2008 den Nachlass des Berliner Künstlers Bertold Haag übernommen und verwahrt einen Kernbestand seines Werks.

Seit 2007 wird die Kunstsammlung der Berliner Volksbank unter dem Dach der Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank geführt, der die Bank den gesamten Kunstbestand übertragen hat.

Seit 2022 ist die gesamte Sammlung auch über die Homepage online für alle einsehbar, außerdem ist ein neues Bestandsverzeichnis herausgegeben worden. Eine Erweiterung des Bestandsverzeichnisses ist 2025 entstanden.

Kunstsammlung unterwegs – Leihgaben für Ausstellungen (Auswahl) mini|Der Jahrhundertschritt, Eisenabguss bemalt im Innenhof der Berliner Volksbank Zentrale (QVB), Bundesallee 206, Berlin