mini|Viktor Nikolaev 2016
Viktor Nikolaev (, deutsche Transkription Wiktor Jewsejewitsch Nikolajew; * 15. Mai 1943 in Moskau; † 3. Juli 2017 in Berlin) war ein russisch-deutscher Künstler und Kalligraph jüdischer Herkunft. Seine Malereien aus der Perestroika-Zeit waren unter den ersten aus dieser Zeit, die im Westen ausgestellt wurden. Nikolaev wurde von Kritikern als einer der wichtigsten Vertreter der russischen abstrakten Malerei beschrieben.
Seine Werke wurden auf Einzelausstellungen in Galerien und Kultureinrichtungen Russlands und Europas gezeigt, beispielsweise in der Tretjakow-Gemäldegalerie (Moskau), im Glinka-Museum (Moskau), im Russischen Staatsmuseum (St. Petersburg), in der Galerie Bernhard Vidal (Paris), in der Galerie Friedrich (Köln), im Frankfurter Hof (Mainz) und im Art Center Berlin. In den letzten Jahren ließ sich Nikolaev insbesondere von der Musik, dem Tanz und der Filmkunst inspirieren, wovon seine regulären Ausstellungen und Performances im Moskauer Staatlichen Zentrum für zeitgenössische Kunst und in Kultureinrichtungen Berlins zeugen.
Biographie Viktor Nikolaev arbeitete ab 1968 als Künstler. Die kreativen Interessen des Künstlers entwickelten sich ab Ende der 1970er-Jahre aus dem westeuropäischen Tachismus und der abstrakten Tafelmalerei der 1980er- und 1990er-Jahre zur abstrakten Kalligraphie.
In seinen Arbeiten, die in Einzel- und Gruppenausstellungen in Galerien und Museen in Russland, Frankreich, Deutschland, Italien und anderen Ländern ausgestellt wurden, verwendete Nikolaev Malerei, Fotografie und Video oft synthetisierend.
Von 1976 bis 1977 gab es arrangierte Wohnungsausstattungen seiner Werke unter Beteiligung von Dmitri Alexandrowitsch Prigow, B. Orlow, R. Lebedev, I. Shelkovsky, F. Semenov-Amursky und Gerlovins.
Nikolaev führte Kunstdialoge mit Andy Warhol, Ilya Kabakov, Christo und Francisco Infante-Arana. Er führte gemeinsame Projekte mit Sergey Letov, Iraida Yusupova und anderen Musikern durch. In den letzten Jahren wurden Viktor Nikolaevs Projekte mit abstrakter Kalligraphie auf Papier und auf einem Fernsehbildschirm in Verbindung gebracht. Im Jahr 2005 gründete Viktor das erste Berliner Kalligraphietheater, das Performances im Zusammenspiel mit Musikern, Literaten und Tänzern in verschiedenen Kulturzentren in West- und Osteuropa präsentierte. Das von V. Nikolaev initiierte mobile Theater für Kalligraphie arbeitet an Projekten, die sich mit der Konfrontation von Ideologie und Kunst in Europa und Asien befassen.
Viktor Nikolaev arbeitete mit den Tänzern Andrei Berezin (Tanztheater Wuppertal Pina Bausch), Edsel Scott (Berlin), Asja Belaja, Natalia Tscheban, Anna Melnikova, Ingo Reulecke (Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch), den Musikern Sergei Letov, Fedor Amirov, Elena Zolotova, Ivan Sokolov, Tina Georgiewskaja, dem Studio Neue Musik, Sascha Puschkin, Alexander Frangenheim, Ildar Kharissov, Evgeni Makarov, den Dichtern Boris Schapiro, Andreas Diehl, Dmitriy Vedeniapin, Alexej Prokopiev, Yuri Godovanets, den Fotografen Igor Muchin, Igor Gorovenko und Martin Knerner jeweils in den Städten Berlin und Moskau zusammen.
Kritiken
mini|Ausstellung, Tretjakow, 13. Mai 1993 (Moskau)
Ausgewählte Ausstellungen und Performances 1977: „Das Haus der Kultur“, Dubna, Russland 1986: „Film-Retrospektiven“, Moskau 1987: „Glinka-Museum für Musikkultur“, Moskau 1987: Kulturhaus „Dynamo“, Moskau 1988: CDRI (Central House of Art Professionals), Moskau 1989: Ausstellung „Malerei und Musik“ im Moskauer Künstlerhaus 1989: Galerie Bernard Vidal, Paris, Frankreich (Katalog) 1990: Ausstellung „Babylon“ im Jugendpalast, Moskau 1990: „Glasnost – Perestroika“ im BIAF, Barcelona, Spanien 1990: Ausstellung „Kunst gegen AIDS“ in der Galerie Friedrich, Köln, Deutschland 1991: Das zentrale Haus des Malers, Moskau 1991: ul. Solianka Ausstellungshalle, Moskau 1991: Galerie Friedrich, Köln, Deutschland (mit L. Lazareshvili); (Katalog) 1992: Theodor-Heuss-Akademie, Gummersbach, Deutschland, org. von Galerie Friedrich, Deutschland 1992: Frankfurter Hof, Mainz, Deutschland 1992: Galerie Friedrich, Köln 1993: Staatliche Tretjakow-Galerie, Moskau 1996: Museum „Ex Libris“, Moskau 1998: Das Zentrale Haus des Malers (Центральный дом художника), Moskau, org. von „Les Oread“, Frankreich 2001: Museum „Rosiso“ (Russische Graphik), Moskau 2001: Galerie Nr. 8, Berlin mini|Erste internationale Ausstellung abstrakter Kalligraphie, 2016 2004: Ausstellung „Dreieck“ in der Städtischen Galerie des Schillerpalais, Berlin 2005: Russisches Kammertheater – Performance „CalligraphyCollaborations“ mit Sascha Puschkin (E-Klavier) und Edsel Scott (Tanz), Berlin 2005: Bushaltestellen in Moskau – Performance „Werbung und Kunst“ mit Igor Muchin (Foto) 2005: Club „Dom“ – Performance „Kalligraphie“, Moskau 2005: Club „Shiwojugolok“ – Performance mit Asja Belaja, Moskau 2005: Staatliches Zentrum für Gegenwartskunst – Performance „Kalligraphie wahrhaftig“ mit dem Kulturwissenschaftler Evgeni Steiner (New York University), Sergei Letov u. a., Filme von Viktor Nikolaev, Moskau 2006: Filmtheater „Babylon“, Berlin-Mitte – „Nofretete im Babylon“, Performance und Filme 2006: Filmtheater „Krokodil“, Berlin – Performance „Kalligraphie Jam Session“ mit Sascha Puschkin (E-Piano) und Edsel Scott (Tanz) 2006: Staatliches Zentrum für die zeitgenössische Kunst, Moskau – Abendprogramm „Kalligraphie wahrhaftig“, Performance mit S. Letov und Aufführung von Filmen, Filmtheater „Babylon“, Berlin-Mitte – Ausstellung „Nofretete im Babylon“, Performance und Filmaufführung, Filmtheater „Krokodil“, Berlin – Performance mit Alexander Puschkin und Edward Scott und Aufführung von Filmen 2007: Berlin, Gesellschaft für OSTEUROPA-FÖRDERUNG – Performance und Ausstellung „Theater der Kalligraphie“ mit Evgenij Makarov (E-Gitarre), Andrej Berezin (Tanz) und Ildar Kharissov (Klavier) 2007: Berlin, Kino „Krokodil“ – Tanzperformance mit Videofilmen (Tanz: Andrei Berezin, Edsel Scott, Asja Belaja, Natalia Tscheban) und Musik (Ildar Kharissov, Evgeni Makarov) im Rahmen der Filmwoche „TABU?“ 2007: Moskau, „Die Zeche“ – Performance „Ein intimes Tagebuch“ mit Olga Maikl (Pantomime) und Sergei Letov (Saxophon) 2007: Moskau, „Die Zeche“ – „Kalligraphietheater“, Performance „Der Himmel“ mit Sergei Letov und Valja Sazhina (Pantomime) 2007: Moskau, Staatliches Zentrum für die zeitgenössische Kunst – Performance „Vera Cold“ mit Sergei Letov u. a. 2008: Berlin, Kunsthaus Tschaikowsky – Performance „Kalligraphie am Himmel“ mit Ingo Reulecke (Tanz), Evgenij Makarov (E-Gitarre) und Ildar Kharissov (E-Klavier) 2008: Berlin, Kunsthaus Tschaikowsky – Performance mit den Dichtern Andreas Diehl, Boris Schapiro und Ildar Kharissov und dem Musiker Evgenij Makarov (E-Gitarre) 2008: Moskau, Staatliches Zentrum für die zeitgenössische Kunst – „Exposition“, Performance mit der Gruppe SOMA – Komponisten Dmitri Kourliandski, Sergei Newski, Boris Filanovsky u. a. 2009: Moskau, Club „OGI“ – Performance mit Tina Georgievskaya und Sergei Letov im Rahmen des Kasimir-Malewitsch-Gedenkabends 2009: Moskau, Club Izwestija – Performance „Schamanen auf dem Roten Platz“ mit ValjaSazhina, Tanztheater Natalija Fiksel und Sergei Letov (Saxofon) 2009: Hersones/Sewastopol (Ukraine), Galerie „Zelenayapiramida“ – Ausstellung und Performance „Antica & Avantgarde“ im Rahmen des gleichnamigen Internationalen Kunstfestivals, das von Viktor Nikolaev initiiert wurde 2009: Moskau, Staatliches Zentrum für die zeitgenössische Kunst – Ausstellung und Performance „Der sakrale Eros“ mit dem Dichter Juri Godovanets und den Musikern Sergei Letov, Fedor Amirov, Irina Romodina, Elena Zolotova und Edita Fil, Film „Kreml-Reichstag“ mit Ingo Reulecke, Anna Melnikova (Tanz), Ildar Kharissov(Klavier), Uta Schilling (Kamera) 2009: Moskau, Club Izwestija – Performance „Schamanen auf dem Roten Platz“ mit ValjaSazhina, Tanztheater Natalija Fiksel und Sergei Letov (Saxofon) 2009: Berlin, NIMMERSATT – Ausstellung und Performance „Zerstörung der Tempeln“ mit Tobias Schwartz (Text), Pascal von Wroblewsky (Vokal), Ildar Kharissov (Klavier) 2009: Moskau, Zverev-Zentrum für zeitgenössische Kunst – Performance und Ausstellung „Badende“ (mit Alexej Orlowskij und Petr Perewersentsev) 2009: Moskau, Zverev-Zentrum für zeitgenössische Kunst – Performance und Ausstellung „21-25. Nichts Abstraktes“ (mit Igor Terechow und Jakov Ljubimov) 2009: Berlin, Russische Bühne – Performance „Zerstörung der Tempeln“ mit Tobias Schwartz (Text), Pascal von Wroblewsky (Vokal), Ildar Kharissov (Klavier), Ingo Reulecke und Anna Melnikova (Tanz) 2010: Berlin, Konzerthaus am Gendarmenmarkt – Installation und Performance „Die Mauern“, Tanz – Minako Seki, Ingo Reulecke; Videopantomime – Sasha Bugreeva, Roman Andreykin; Stimme, Flöte, Komposition – NataliaPschenitchnikova; Komposition und Elektronik – Ildar Kharissov; Video – Linas Burneika, Boris Raskin, Alexey Zhul 2010: Berlin, Museen Dahlem – Installation und Performance „Die Mauern“, Tanz – MinakoSeki, Ingo Reulecke; Stimme, Flöte, Komposition – Natalia Pschenitchnikova; Komposition und Elektronik – Ildar Kharissov; Video – Maryna Shuklina 2010: Berlin, Rathaus Schöneberg – Performance „Wind der Ruine“, Tanz – Adam Read, Marek Berlin; Klavier – Marina Baranova; Kontrabass – Alexander Frangenheim; Video – Boris Raskin, Maryna Schuklina 2010: Berlin, Theater „Majak“ – Performance „Ljod“, Tanz – Yula Wind, Christian Günther; Video – Boris Raskin, Linas Burneika 2010: Moskau, Club „Dom“ – Performance „Eros i Vlast“, Tanz – Roman Andreykin, Sasha Bugreeva; Gesang – Tina Georgievskaya; Bläser und Elektronik – Sergei Letov; Video – Alexey Zhul 2010: Moskau, Galerie Belyaevo – Performance „Eros i Vlast“ im Rahmen des Programms „Das totale Theater Vyacheslav Koleychuks“; Tanz – Roman Andreykin, Sasha Bugreeva; Musik – Sergei Letov u. a. 2011: Berlin, Humboldt-Bibliothek – Performance „Russische Schönheit“ mit Ingo Reulecke (Tanz) u. a.; Video – Igor Gorovenko 2011: Berlin, PANDA/Kulturbrauerei – „Die verrückte Hieroglyphe“, Lyrik – Marina Hagen (Moskau) und Ildar Kharissov; Perkussion – Thomas Steinbach; Video – Igor Gorovenko 2011: Einbeck, (Deutschland), Altes Rathaus – „Theater der Kalligraphie meets Kunsthaus Einbeck“, Klavier – Ashley Hribar; Video – Igor Gorovenko; Tanz – Adam Read u. a. 2011: Moskau, Zverev-Zentrum für zeitgenössische Kunst – Performance „Sintez-dejstvie“, Lyrik – Anna Golubkova, Alexey Sosna, Danila Davydov, Igor Sid, Marina Hagen, Nikolay Baytov, SvetaLivak, YuliaSkorodumova, Yuriy Godovanets u. a.; Gesang auf Texte von D. Vedenyapinund A. Prokopiev – Tina Georgievskaya und Elena Isaeva; Fagott – Alexander Alexandrov (München); Komposition, Elektronik – Anatoliy Pereslegin2012 – 7. Berlin Biennale/KW Institute for Contemporary Art – „re-occupy+KREML“, Vokal – Anastasia Astrix; ElekroSounds – Pär Thörn (Stockholm), Technik – BorisRaskin (Berlin) 2012: Berlin, Gesellschaft für OSTEUROPA-FÖRDERUNG – Ausstellung und Performance „Macht des Zeichen“; Lesung und Gesang – Helena Kolb; Cello – Ekaterina Zaplakhova; Klavier – Mikhail Mordvinov 2012: Berlin, NIMMERASATT – „Metropolen“, Text und Lesung – Wladimir Sergienko; Saxophon und Elektronik – Sergei Letov 2012: Berlin, NIMMERASATT – experimentelle Rok+Oper „Ja – Pussy! Ja – Right!“, Lesung – Boris Schapiro; Klavier – Mikhail Mordvinov; Gesang – Anastasia Astrix; Videofilm – Boris Raskin 2012: Berlin, PANDA/Kulturbrauerei – „Die Mauern“, Szene 4/Text von Vladimir Sorokin, Lesung (Deutsch und Russisch) – Ildar Kharissov; Musik – Sergei Letov; Videopantomime – Sasha Bugreeva, Roman Andreykin; Video – Alexey Zhul