Carmen & Lola (Originaltitel: Carmen y Lola) ist ein spanischer Liebesfilm mit dramatischen-Elementen aus dem Jahr 2018. Unter der Regie von Arantxa Echevarría spielen Zaira Romero und Rosy Rodriguez zwei junge Romnija aus Madrid, die sich gegen den Widerstand von Tradition und Gesellschaft ineinander verlieben. Der Film debütierte bei den internationalen Filmfestspielen in Cannes 2018, wo er für die Vorführung in der Reihe Quinzaine des Réalisateurs ausgewählt. Filmstart in Deutschland war der 9. Mai 2019.
Handlung Die 16-jährige Lola wächst gemeinsam mit ihrem Bruder Miguel in einer traditionellen, sehr christlichen Romafamilie in Spanien auf. Die Eltern sind Gemüsehändler auf dem Markt und scheinen nicht viel von Bildung zu halten. Sie selbst sind fast Analphabeten und sehen in harter Arbeit mehr Sinn. Schließlich werde Lola von den „Weißen“ in der Schule nur verdorben, so der Vater zu seiner Tochter. Diese hingegen träumt von Studium, von Freiheit und ist gar nicht interessiert an dem für Romamädchen festgelegten Lebensweg – früh Heiraten, möglichst viele Kinder zur Welt bringen und ihren Ehemann umsorgen.
Auf dem Markt lernt Lola zufällig die ein Jahr ältere Carmen kennen. Auch sie ist eine Roma, ihre Familie handelt ebenfalls auf dem Markt. Carmen hat sich gerade mit Rafa verlobt. Es gab ein großes prunkvolles Fest mit vielen Gästen, sie freut sich auf ihren nächsten Lebensabschnitt. Doch sie stellt rasch fest, dass auch ihr Verlobter Grenzen setzt, ihr keinen Raum für eigene Wünsche lässt und sich eigentlich gar nicht für sie interessiert.
Lola verliebt sich sofort in Carmen und sucht ihre Nähe. Carmen versteht die Zuneigung als Freundschaft und erwidert die Sympathie. Als Lola ihr näher zu kommen versucht, gibt Carmen sich jedoch stark ablehnend und beleidigt Lola als krank.
Nach und nach stellen die Mädchen fest, dass sie ohne einander nicht sein wollen. Carmen löst ihre Verlobung mit Rafa auf und schreibt Lola einen Liebesbrief. Diesen findet Lolas Mutter beim Aufräumen und ist völlig entsetzt. Gleichgeschlechtliche Liebe gilt als sündhaft und dämonisch. Weil sie ihre Tochter vor der Schande bewahren will, erzählt die Mutter ihrem Mann von dem Fund. Auch er verliert die Nerven, zerrt Lola zum Pfarrer der Romagemeinde und will ihr die teuflischen Gedanken austreiben lassen.
Lola kommt anschließend bei ihrer Freundin Paqui unter, die den Vater angesichts der Situation angefleht hat, ein paar Tage Abstand zu nehmen. Auch Carmen läuft von zu Hause weg und kommt zu Paqui.
Von dort laufen die beiden gemeinsam fort und fahren ans Meer, welches sie immer sehen wollten.
Rezeption Variety urteilte, der Film bediene sich vieler Klischees rund um das Coming-out von Homosexuellen in restriktiven Kulturen. Er gewähre jedoch, insbesondere durch die lobenswerte Kameraarbeit von Pilar Sánchez Díaz, Einblicke in die Traditionen und Riten der Roma in Spanien. Auch die meist nicht professionellen Schauspieler seien ihren Rollen durchaus gerecht geworden.
Der Hollywood Reporter nennt Carmen & Lola ein „angenehmes, aber vorhersehbares queeres Erweckungsdrama“ und lobt ebenfalls die Schauspielarbeit der nicht professionellen Besetzung.
Auszeichnungen
2018 Auswahlliste für den Europäischen Filmpreis 2019 Goya Awards für die beste Nebendarstellerin und das beste Regiedebüt 2019 CV Cine Award auf dem Palm Springs International Film Festival
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Liebesfilm Kategorie:Filmdrama Kategorie:Filmtitel 2018 Kategorie:Spanischer Film Kategorie:Roma im Film Kategorie:Homosexualität im Film