Rote Laterne – Schicksale von der Straße der Liebe war eine von 1972 bis 1996 im Zauberkreis Verlag in Rastatt erscheinende Heftromanserie, die im Prostituiertenmilieu angesiedelt war.
Geschichte Mitte der 1970er Jahre stand der deutsche Heftroman in Blüte, zahlreiche Titel erschienen wöchentlich und füllten die Zeitschriftenstände und diverse Genres (Liebesroman, Arztroman, Heimatroman, Adelsroman, Krimi, Science-Fiction etc.) bedienten die unterschiedlichen Leserinteressen. Sexualität blieb dabei allerdings ausgeklammert. Zu diesem Zeitpunkt entstand im Zauberkreis Verlag das Konzept einer Liebes-Heftromanserie, die im Prostituiertenmilieu spielen sollte. Entwickelt wurde die Idee von den beiden Lektorinnen Renate Deliga und Heidi Kölmel und den Autoren Gisela Friebel und Harald M. Landgraf. Die beiden Letzteren wurden unter den Pseudonymen Gisela de Fries bzw. Lisa Thomsen Hauptautoren der Serie, insbesondere Friebel, die für die Rote Laterne 300 Romane schrieb. Nachdem die Gruppe den Verleger Dietmar Greiser von ihrem Konzept hatte überzeugen können, erschienen 1975 die ersten Hefte, wobei einige von Friebel zuvor schon in der Reihe Gold-Roman erschienene Titel in die Reihe integriert wurden.
Es stellte sich heraus, dass die Serie überaus erfolgreich war. Schließlich erschien sie in drei Auflagen, wurde übersetzt und erschien in den USA als Red Lantern. Auch in anderen Sprachen (Finnisch, Schwedisch) erschienen Übersetzungen.
Einen ersten Schlag musste die Serie hinnehmen, als die Hauptautorin Gisela Friebel 1983 an Krebs erkrankte und zunehmend seltener als Autorin der Serie erschien. Dann wurde 1985 der Zauberkreis Verlag vom Rastatter Konkurrenten Pabel Verlag gekauft. Als der Chefredakteur des Pabel Verlags 1986 bei einem Autounfall starb, wurde ein Großteil der Serien eingestellt und auch für erfolgreiche Serien wie die Rote Laterne wurden die Produktions- und Marktbedingungen zunehmend schwieriger, auch durch die Konkurrenz des Taschenbuchs. 1996 wurden die Pabel-Serien dann von der Verlagsgruppe Bauer, zu der Pabel durch eine Folge von Verlagsfusionen schon längst gehörte, abrupt eingestellt, bis auf einige Erfolgsserien wie Perry Rhodan und Der Landser. Die Rote Laterne gehörte nicht zu diesen Ausnahmen. Die letzten neuen Titel waren 1992 erschienen.
2013 gelang es dem Autor Harald M. Landgraf, inzwischen Inhaber der HLM Medienagentur in Nürnberg, die Serienrechte zu erwerben. Seither erscheinen Titel der Roten Laterne als E-Book bei HLM, zunächst vor allem Titel Landgrafs (als Lisa Thomsen). Die Rechte an den Titeln der Hauptautorin Friebel konnten nicht geklärt werden, weshalb eine vollständige Neuauflage der Reihe Landgraf zufolge vorerst nicht möglich ist.Die Rote Laterne leuchtet wieder, Beitrag auf Zauberspiegel-online.de, abgerufen am 18. April 2020.Harald M. Landgraf: Die Geschichte der Rote Laterne Liebesromane, HML-Media, abgerufen am 18. April 2020. Allerdings sind seit 2018 Titel der Subserie Schicksale im Haus an der Ecke von Friebel unter dem Autorennamen G. S. Friebel als E-Books mit wechselnden Verlagsangaben (teils Publikationsdienstleistern) neu aufgelegt worden.
Autoren Die Autoren der Serie schrieben überwiegend unter Pseudonym, wobei nicht alle Pseudonyme aufgelöst werden konnten. Die Autoren waren: Dieter Adam Carina Castello (= Walter Appel) Gisela de Fries (= Gisela Friebel) Theo Dombrowski Berthold Garden Simone Gilbert Uwe Helmut Grave Frank Herbert Alexandra Hofmann Eva Jordan Anne Karen (= Friedrich Tenkrat) Henry Seymour Alexander Stahl Lisa Thomsen (= Harald M. Landgraf) Betty Winter Harald M. Wippenbeck (= Harald M. Landgraf ?)
Liste der Titel
Abkürzungen: GR zuvor als Gold-Roman erschienen (mit Reihennummer) GVF Eine ganz verrückte Firma (Subserie) SHE Schicksale im Haus an der Ecke / Eckhaus Nr. 7 (Subserie); die angegebenen Nummern beziehen sich auf die Neuauflage Zweifelhafte Titel sind mit Fragezeichen markiert. Angegebene Alternativtitel beziehen sich auf die Neuausgaben der Subserie Schicksale im Haus an der Ecke.