Paul Theodor Kühn (* 16. Oktober 1866 in Frankenberg/Sa.; † 28. Oktober 1912 in Leipzig) war ein deutscher Bibliothekar, Autor und Kunsthistoriker.

Leben Paul Kühn war der älteste Sohn des Stadtmusikdirektors Theodor Kühn (1839–1871) und dessen Ehefrau, der Lehrerstochter Anna, geb. Windisch (* 9. September 1844 in Frankenberg). Er studierte ab 1886 Germanistik und neuere Sprachen an der Universität Leipzig und wurde dort 1889 promoviert. Ab 1890 arbeitete er an der Universitätsbibliothek Leipzig, zunächst als Volontär, ab 1891 als Assistent, ab 1898 als Kustos und ab 1901 als Bibliothekar.

Neben seiner Bibliotheksarbeit publizierte Paul Kühn zudem auf dem Gebiet der Literatur- und der Kunstgeschichte. Er gilt als erster Biograph Max Klingers sowie als Nietzsche- und Goethe-Experte und verfasste u. a. mehrere kunsthistorische Artikel für das Künstlerlexikon Thieme-Becker und die Illustrirte Zeitung.

Paul Kühn war verheiratet mit Elise Neumann,Elise Auguste Neumann (* 8. Januar 1863 in Strasburg; † nach 1928) war die Tochter des Kaufmanns Gustav Friedrich Neumann. Mit ihren Geschwistern Georg Emil (* 12. Juni 1864 in Strasburg) und Doris Helene (* 22. April 1866 in Strasburg) wuchs sie in Rostock auf. Als redaktionelle Mitarbeiterin von Anny Wothe veröffentlichte sie ihre feuilletonistischen Artikel unter dem Pseudonym Lisa von der Mark. einer engen Freundin und Mitarbeiterin von Anny Wothe. Gemeinsam bewohnten die Familien Kühn und Wothe-Mahn ab 1909 eine Villa im Leipziger Stadtteil Stötteritz. mini|Traueranzeigen für Paul Kühn. In: Leipziger Neueste Nachrichten vom 29. Oktober 1912

Veröffentlichungen (Auswahl) Die Syntax des Verbums in Aelfrics "Heiligenleben". Dissertation Leipzig 1889. Das Nietzsche Archiv zu Weimar. Alexander Koch, Darmstadt 1904. Max Klinger. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1907. Weimar. Klinkhardt & Biermann, Leipzig 1908. Die Frauen um Goethe. Die Frauen, Ehe, Seelenfreundschaft, Liebe. Klinkhardt & Biermann, Leipzig 1911. Die Frauen um Goethe. Familie und Freundschaft. Bildung. Geselligkeit. Alter und neue Jugend. Klinkhardt & Biermann, Leipzig 1912.

Literatur Karl Bader: Lexikon deutscher Bibliothekare. Harrassowitz, Leipzig 1925.

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Einzelnachweise

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