Bergenhusen () ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Bekannt ist die Gemeinde überregional als Storchendorf, da sich hier eine der größten Weißstorchkolonien Europas befindet.
Geografie Bergenhusen liegt auf dem Geestrücken Stapelholm in der Eider-Treene-Sorge-Niederung. Blumental, Brunsholm, Lüttensee und Osterfeld liegen im Gemeindegebiet. Die östliche Grenze des Gemeindegebietes bildet die Alte Sorge, im Westen fließt die Treene und bildet den Übergang zum Kreis Nordfriesland.
Geschichte Bergenhusen wurde 1304 erstmals als Beveringhusen (von Bewer, also Biber) erwähnt, doch archäologische Funde belegen, dass Bergenhusen auch schon vor 6000 Jahren, mindestens seit der Jungsteinzeit, besiedelt wurde. Dies belegen Grabhügel und prähistorische Ackerflure.
Vom 1. Dezember 1905 bis 1943 hatte Bergenhusen einen Bahnanschluss durch die Teilstrecke Schleswig Staatsbahnhof – Friedrichstadt Kreisbahnhof der Schleswiger Kreisbahn. Der Personenverkehr wurde am 1. Februar 1934 eingestellt, der Güterverkehr endete spätestens im Juli 1943, da ab dem 2. August 1943 das Gleis abgebaut wurde.
In den 1980er Jahren wurde im sogenannten „Medauhaus“ das Naturschutzzentrum Bergenhusen eingerichtet, aus dem 1992 das Michael-Otto-Institut des NABU hervorging.
Politik Gemeindevertretung
Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 wurden insgesamt neun Sitze vergeben. Von diesen erhielt die Aktive Wählergemeinschaft Bergenhusen sechs Sitze und die CDU drei Sitze.
Bürgermeister Bürgermeister ist seit Januar 2026 Thies Brandt (AWgB). Er folgte Helmut Schriever (AWgB), der im November 2025 sein Mandat niederlegte.
Wappen Blasonierung: „In Grün ein natürlich tingierter Storch, dessen rechter Ständer angehoben ist und dessen linker zwei silberne Wellenfäden überdeckt.“.
Die Wellenfäden stehen für die Flüsse Treene und Sorge.
Sehenswürdigkeiten Die 1712 erbaute barocke Saalkirche In: storchendorf-bergenhusen.de, abgerufen am 13. April 2020. und das 1735 errichtete Pastorat, der Bruhn-Hof mit seinem Storchennest auf dem Dach und die Mühle Margaretha, die bis 1957 in Betrieb war und 2005 neue Flügel erhielt, sind markante Punkte im Ortsbild.
In der Liste der Kulturdenkmale in Bergenhusen stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.
Kirche Die Dorfkirche Bergenhusen wurde im Jahre 1712 anstelle einer baufällig gewordenen Kapelle, die vermutlich bereits aus dem 13. Jahrhundert stammte, eine barocke Saalkirche errichtet.. In: kirche-bergenhusen.de, abgerufen am 9. Februar 2018. Sie ist mit Malereien aus verschiedenen Epochen geschmückt. Das Inventar, darunter ein Flügelaltar von 1613, ist aus der alten Kirche entnommen.
Die Kirche gehört zur Kirchengemeinde Bergenhusen, die am 1. Januar 2019 zusammen mit den Gemeinden der St.-Marien-Magdalenen-Kirche in Erfde und der Katharinenkirche in Süderstapel zur Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Stapelholm-Stapel fusionierte. In: kirchenkreis-schleswig-flensburg.de, abgerufen am 13. April 2020.msü: Kirche feiert die Fusion. In: Schleswiger Nachrichten. 5. Februar 2019, S. 13 (SHZ.de, abgerufen am 10. März 2022).
Windmühle Margaretha Der Vorgängerbau der Mühle Margaretha war bis 1680 Zwangsmühle für die Einwohner Stapelholms. Die heutige Mühle stammt aus dem Jahr 1891 und ist eine Holländermühle auf gelben Ziegeln. Im Jahre 1957 stellte der Müller auf Elektrobetrieb um, um drei Jahre später den Mühlbetrieb ganz einzustellen. Danach wurde die Kappe abgenommen, der Rumpf mit Blech verkleidet und die alte Mühlentechnik jedoch weitgehend instand gelassen. Nachdem 1991 ein Hamburger Informatiker das Gebäude erworben hatte, begann eine umfangreiche Sanierung, in deren Zuge die Ziegel weitgehend ausgetauscht wurden, die Kappe wieder aufgesetzt und mit Segelgatterflügeln versehen. In der Mühle selbst entstand eine kleine Wohnung.Windmühle „Margaretha“ in Bergenhusen. In: Denkmal! Zeitschrift für Denkmalpflege in Schleswig-Holstein. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein mit Unterstützung des Denkmalfonds Schleswig-Holstein e. V. Band 14 (2007), , S. 119
Störche Die Störche sind in Bergenhusen von Ende Februar oder Anfang März bis Mitte/Ende August. In den 1980er Jahren brüteten in Bergenhusen mehr Störche als in jeder anderen Gemeinde der Bundesrepublik. Auch heute handelt es sich mit ca. 20 Brutpaaren um eine der größten Weißstorch-Kolonien Europas. Nahrung finden sie in fünf Kögen, die im frühen 18. Jahrhundert aus Seen im Schwemmland der Eider gewonnen wurden.
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) unterhält im Naturschutzzentrum das Michael-Otto-InstitutHomepage. In: bergenhusen.nabu.de, abgerufen am 9. Februar 2018, ein Institut für Wiesen und Feuchtgebiete im Zentrum von Bergenhusen, in dem auch Führungen und Vorträge angeboten werden. Die Station koordiniert unter anderem den internationalen Weißstorchzensus, der weltweit die Bestände des Vogels zählt. Im Ortsteil Lüttensee wird eine Auffangstation für kranke und verletzte Störche unterhalten. Außerdem pflegen NABU-Mitglieder die Nester der Störche.Redaktion Schleswiger Nachrichten: 20 Storchennester in Bergenhusen restauriert; Schleswiger Nachrichten, 13. März 2023, www.shz.de/lokales/kropp-stapelholm/artikel/20-storchennester-in-bergenhusen-restauriert-44334036
Partnergemeinde ist Storchendorf Rühstädt in Brandenburg.
"Hoier Boier" bedeutet "Hochbauer" (damit ist der Storch gemeint), so wie eine Straße in Bergenhusen – Die "Hoier-Boier-Stroot" – und eine Gaststätte.
Persönlichkeiten Ferdinand Hoff (* 1867 in Bergenhusen; † 1942 in Kiel), Lehrer und Politiker, Mitglied des Deutschen Reichstags
Weblinks
Gemeinde Bergenhusen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kreis Schleswig-Flensburg Kategorie:Ort in Südschleswig Kategorie:Stapelholm
Kategorie:Ersterwähnung 1304