mini|Sarah Maldoror, 2009 Sarah Maldoror (* 19. Juli 1929 in Condom, Gers als Sarah Durados; † 13. April 2020 in Saint-Denis) war eine französische Filmregisseurin.
Leben Der Vater der in Südwestfrankreich geborenen Sarah Maldoror stammt aus Guadeloupe. Ihren Künstlernamen Maldoror wählte sie, nachdem sie Anfang der 1950er Jahre nach Paris umzog, in Anlehnung an das Werk Die Gesänge des Maldoror. Während ihrer Teilnahme am ersten Kongress der schwarzen Künstler und Schriftsteller im Jahr 1956 in Paris lernte sie ihren späteren Ehemann Mário Pinto de Andrade kennen. In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre studierte sie am Centre d’Art Dramatique de la Rue Blanche in Paris und war anschließend an der Gründung der Theatergruppe Les Griots beteiligt.
Mit einem Stipendium konnte von 1961 bis 1962 in Moskau bei Mark Semjonowitsch Donskoi Film studieren. Während dieser Zeit lernte sie den senegalesischen Schriftsteller Ousmane Sembène kennen. Anschließend siedelte Maldoror zusammen mit de Andrade nach Rabat über. Ein Jahr später ging sie nach Algier, dort arbeitete sie u. a. als Assistentin von Gillo Pontecorvo für dessen Film über die algerische Revolution: Schlacht um Algier und von Ahmed Lallem für seinen Film Elles. Dort kamen auch ihre Töchter Annouchka de Andrade und die spätere Frauenrechtlerin Henda Ducados zur Welt. In Algier drehte sie 1969 ihren ersten eigenen Kurzfilm Monangambeee.
Ihr zweites Filmprojekt, Des fusils pour Banta (1970), war als fiktive Dokumentation des antikolonialen Befreiungskampfes in Guinea-Bissau konzipiert. Aufgrund von Differenzen über die ästhetische Gestaltung wurde der von der algerischen Armee finanzierte und unterstützte Film jedoch schließlich von dieser konfisziert. Daraufhin verließ Maldoror Algerien und ließ sich in dem Pariser Vorort St. Denis nieder.
Mit dem im Kongo gedrehten Sambizanga debütierte Maldoror 1972 als Regisseurin für einen Langspielfilm. Der Film erzählt eine fiktive Episode aus dem antikolonialen Kampf in Angola, indem er einer Frau auf der Suche nach ihrem von den Portugiesen inhaftierten Mann folgt. Mit diesem Film war Maldoror die erste Frau, die auf dem afrikanischen Kontinent für einen Langspielfilm Regie führte. Mit Monangambeee und Sambizanga verfilmte sie Geschichten des Schriftstellers Luandino Vieira, der wegen seiner politischen Aktivitäten für die MPLA lange Zeit inhaftiert war. Bis 1987 folgten mit Un dessert pour Constance, L’hôpital de Leningrad und Le passager du Tassili drei weitere Spielfilme. Neben ihren Spielfilmen inszenierte sie bis 1998 mehrere Kurz- und Dokumentarfilme, meist für das französische Fernsehen.
Am 13. April 2020 starb Maldoror im Alter von 90 Jahren während der COVID-19-Pandemie in Frankreich an den Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion.
In den letzten Jahren ist ein stark gestiegenes Interesse am Werk Maldorors zu verzeichnen, das sich unter anderem in Retrospektiven, wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Ausstellungen zeigt.
Filmografie (Auswahl) 1969: Monangambeee 1970: Des fusils pour Banta (verschollen) 1972: Sambizanga 1981: Un dessert pour Constance 1983: L’hôpital de Leningrad 1987: Le passager du Tassili
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Einzelnachweise
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