mini|hochkant=1.36|Stolpersteine in Lillehammer Die Liste der Stolpersteine in Innlandet listet alle Stolpersteine in der norwegischen Provinz Innlandet auf. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden vom Kölner Künstler Gunter Demnig konzipiert und werden im Regelfall von ihm selbst verlegt. Meistens liegen die Stolpersteine vor dem letzten selbstgewählten Wohnort des Opfers.
Die ersten Verlegungen in Innlandet fanden am 19. August 2013 in Elverum statt.
Verlegte Stolpersteine Elverum In Elverum wurden sieben Stolpersteine an zwei Adressen verlegt.
Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px HIER ARBEITETEARON LEVINSOHNGEBOREN 1900DEPORTIERT 1942AUSCHWITZERMORDET 4.1.1943 Storgata 1 wurde am 9. Februar 1900 in Kristiania, wie Oslo damals hieß, geboren. Er war der Erstgeborene des Kaufmanns Moses Levinsohn (geb. 1866) und von Mina Michle geb. Fischer (geb. 1870). Er hatte fünf Geschwister. Seine Eltern stammten aus Litauen, waren aber bereits in den 1890er Jahren nach Norwegen gekommen. Die Familie lebte in der Hauptstadt, während sein Vater viele Jahre lang ein Geschäft in Hvittingfoss, heute zu Kongsberg gehörig, betrieb. Aron trat in die Fußstapfen seines Vaters und wurde Anfang der 1920er Jahre Kaufmann in Elverum. Am 15. August 1942 wurde er von der deutschen Sicherheitspolizei verhaftet, sein Geschäft wurde beschlagnahmt. Er war zuerst im Bezirksgefängnis Hamar inhaftiert, später im Polizeigefangenenlager Grini. Am 20. November 1942 wurde er mit dem M/S Monte Rosa deportiert, in Auschwitz wurde er zur Zwangsarbeit eingeteilt. Er kam am 4. Januar 1943 ums Leben.
Seine Eltern und seine sieben Jahre jüngere Schwester Mina wurden ebenfalls im Zuge der Shoah ermordet. Für Eltern und Schwestern wurden am Olaf Ryes plass 12 in Oslo (Bezirk Grünerløkka) Stolpersteine verlegt. 120px IN ELVERUM WOHNTEJETTE LEA MARKUSGEB. LEVINGEBOREN 1890DEPORTIERT 1942AUSCHWITZERMORDET 1.12.1942 Storgata 6 geb. Levin wurde am 13. Februar 1890 in Goldingen, Lettland, geboren. Ihre Eltern waren Isak Abraham Levin und Rachel Minna geb. Friedmann. Sie hatte sieben jüngere Geschwister, die letzten beiden bereits in Norwegen geboren. Jette Levin, ihre Mutter und fünf Geschwister waren 1902 emigriert, später kam der Vater nach Norwegen nach. Viele Jahre lang kümmerte sie sich um einige ihrer Geschwister. 1917 heiratete sie Selik Markus, der aus Litauen stammte. Er führte das Bekleidungsgeschäft S. Markus Manufaktur in Elverum. Das Paar hatte sechs Kinder: Martin (geb. 1918), Leif Sigurd (geb. 1919), Ingar Leon (geb. 1923), Liv (geb. 1925), Sylvia Annie (geb. 1926) und Ragnar (geb. 1937). Jette war Hausfrau und Näherin, eine erfahrene Kennerin der Hardanger-Sticktechnik. Im Jahr 1934 starben ihre Eltern im Abstand von einem Monat. Nach der deutschen Besatzung engagierten sich zumindest zwei ihrer Söhne im Widerstand. Leif Sigurd wurde im März 1942 verhaftet und zur Zwangsarbeit nach Nordnorwegen verschleppt. Die beiden anderen Söhne jedoch, Martin und Ingar, konnten nach Schweden flüchten. Der Ehemann und Familienvater wurde im August 1942 verhaftet und am 20. November 1942 mit der M/S Monte Rosa deportiert. Am 26. November 1942 wurden schließlich auch Jette Markus und ihre drei jüngsten Kinder festgenommen. Gemeinsam mit Leif Sigurd Markus wurden sie mit der M/S Donau nach Stettin und von dort in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Jette Markus und ihre drei jüngsten Kinder wurden unmittelbar nach der Ankunft in den Gaskammern von Auschwitz ermordet.
Ehemann und Sohn Leif Sigurd mussten in Auschwitz Zwangsarbeit leisten, beide kamen 1943 ums Leben. Die Söhne Martin und Ingar konnten die Shoah überleben, weiters auch zumindest zwei ihrer Schwestern und zwei ihrer Brüder. Die Söhne setzten die Widerstandsarbeit in Schweden fort und kehrten nach der Befreiung in ihre Heimat zurück. Inga Markus baute das väterliche Geschäft wieder auf, führte es viele Jahrzehnte und übergab es dann seinem Sohn. 120px IN ELVERUM WOHNTELEIF SIGURDMARKUSGEBOREN 1919DEPORTIERT 1942AUSCHWITZERMORDET MAI 1943 Storgata 6 wurde am 22. August 1919 in Elverum geboren. Seine Eltern waren der Kaufmann Selik Markus und Jette Lea geb. Levin. Er hatte drei Brüder und zwei Schwestern. Als das NS-Regime Norwegen überfiel, nahm er im April 1940 an den Kämpfen teil und verteidigte seine Heimat. Während der Besatzungszeit engagierte er sich in der Widerstandsarbeit, was für einen Mann aus einer jüdischen Familie besonders gefährlich war. Er wurde angezeigt, weil er angeblich Flüchtlingstransporte mitorganisiert hatte, und wurde am 23. März 1942 verhaftet. Er wurde zur Zwangsarbeit nach Nordnorwegen verschleppt. Im August 1942 wurde sein Vater verhaftet, am 26. November 1942 seine Mutter und die drei jüngsten Geschwister. Zwei seiner Brüder war zuvor die Flucht in das neutrale Schweden gelungen. Ende November 1942 wurde er mit der M/S Donau nach Stettin und von dort im Viehwaggon in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Mit an Bord des Schiffes und des Deportationszuges waren seine Mutter und die drei jüngsten Geschwister, die alle unmittelbar nach der Ankunft in den Gaskammern von Auschwitz ermordet wurden. Es ist nicht bekannt, ob er seiner Mutter an Bord des Schiffes oder des Zuges noch einmal begegnete. Der Vater war bereits am 20. November 1942 mit dem M/S Monte Rosa und dann mit dem Zug nach Auschwitz deportiert worden. Er kam im Januar 1943 ums Leben, Leif Sigurd wenige Monate später, im Mai 1943. 120px IN ELVERUM WOHNTELIV MARKUSGEBOREN 1925DEPORTIERT 1942AUSCHWITZERMORDET 1.12.1942 Storgata 6 wurde am 23. Januar 1925 in Elverum geboren. Ihre Eltern waren Jette Lea, geborene Levin und Selik Markus. Liv Markus hatte fünf Geschwister. Ihr Vater führte das Bekleidungsgeschäft S. Markus Manufaktur in Elverum. Liv Markus’ älterer Bruder Leif Sigurd war Widerstandskämpfer, er wurde im März 1942 verhaftet, im August 1942 wurde ihr Vater verhaftet. Am 26. November 1942 wurde Liv während der Schulzeit verhaftet, ebenfalls verhaftet wurden an diesem Tag ihre Mutter und ihre zwei jüngeren Geschwister Sylvia Annie und Ragnar. Sie wurden mit der M/S Donau nach Stettin und von dort mit Viehwaggons in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Mit auf dem Schiff befand sich auch ihr Bruder Leif Sigurd. Ob es nochmal zu einer Begegnung kam, ist unbekannt. Live Markus, ihre Schwester Sylvia Annie, ihr Bruder Ragnar sowie ihre Mutter wurden kurz nach Eintreffen des Deportationszuges in Auschwitz, am 1. Dezember 1942, in einer Gaskammer ermordet.
Ihr Vater und ihr Bruder wurden ebenfalls in Auschwitz ermordet. Ihre Brüder Ingar und Martin hatten sich nach Schweden retten können und überlebten die Shoah. 120px IN ELVERUM WOHNTERAGNAR MARKUSGEBOREN 1937DEPORTIERT 1942AUSCHWITZERMORDET 1.12.1942 Storgata 6 wurde am 3. Juli 1937 in Elverum geboren. Er war das jüngste Kind von Selik Markus und Jette Lea, geborene Lein. Er hatte fünf Geschwister, sein Vater führte das Bekleidungsgeschäft S. Markus Manufaktur in Elverum. Am 26. November 1942 wurde er zusammen mit seinen Schwestern Liv und Sylvia Annie sowie seiner Mutter verhaftet. Mit dem Schiff M/S Donau wurden sie nach Stettin überstellt. An Bord befand sich auch sein Bruder Leif Sigurd, ein Widerstandskämpfer, der bereits im April desselben Jahres verhaftet worden war. Ob es noch zu einer Begegnung mit dem Bruder kam, ist unbekannt. Die Familie wurde von Stettin in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Ragnar Markus, seine Schwestern und seine Mutter wurden dort kurz nach Einlangung des Deportationszuges am 1. Dezember 1942 in einer Gaskammer ermordet.
Sein Vater und sein Bruder Leif Sigurd wurden ebenfalls in Auschwitz ermordet, seine zwei älteren Bruder hatten die Flucht nach Schweden geschafft und die Shoah überlebt. 120px HIER ARBEITETESELIK MARKUSGEBOREN 1882DEPORTIERT 1942AUSCHWITZERMORDET JANUAR 1943 Storgata 6 , geborener Lipschitz, wurde am 23. Mai 1882 in Pikeliai, einem Dorf in Litauen, geboren. Im Jahr 1899 kam er über Schweden nach Norwegen und nannte sich Markus. Im Jahr 1905 diente er im Jägerkorps und als Grenzschutz, zwei Jahre später. 1907, eröffnete er in Elverum das Bekleidungsgeschäft S. Markus Manufaktur. 1917 heiratete er Jette Lea Levin, geboren 1890 in Lettland. Das Paar bekam sechs Kinder: Martin (geboren 1918), Leif Sigurd (geboren 1919), Ingar Leon (geboren 1923), Liv (geboren 1925), Sylvia Annie (geboren 1926) und Ragnar (geboren 1937). Am 13. August 1942 wurde Selik Markus von der deutschen Sicherheitspolizei verhaftet und im Polizeihäftlingslager Grini inhaftiert. Sein Geschäft wurde beschlagnahmt, arisiert und an einen NS-Angehörigen übertragen. Mit dem Schiff Monte Rosa wurde er am 20. November 1942 nach Stettin und von dort in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Selik Markus wurde hier im Januar 1943 ermordet.
Sein Sohn Leif Sigurd war Widerstandskämpfer und wurde im Mai 1943 ermordet. Seine Frau und seine drei jüngsten Kinder wurden im Dezember 1942 ermordet. Sein Sohn Martin war Medizinstudent, als er sich nach Schweden rettete, auch Ingar flüchtete nach Schweden. Beide wurden dort Polizisten. Nach dem Krieg kehrten beide nach Elverum zurück, Ingar übernahm das Geschäft seines Vaters. Dieses führt inzwischen der Enkelsohn von Selik Markus, Petter Markus. Im Jahr 2007 erschien ein Buch über die Geschichte des Unternehmens und die Familie. 120px IN ELVERUM WOHNTESYLVIA ANNIEMARKUSGEBOREN 1926DEPORTIERT 1942AUSCHWITZERMORDET 1.12.1942 Storgata 6 wurde am 10. Oktober 1926 in Elverum geboren. Sie war eines von sechs Kindern von Selik Markus und Jette Lea, geborene Levin. Ihr Vater führte das Bekleidungsgeschäft S. Markus Manufaktur in Elverum. Sie besuchte das Gymnasium. Am 26. November 1942 wurde sie verhaftet, ebenso ihre Mutter, ihre Schwester Liv und ihr jüngster Bruder Ragnar. Sie wurden mit der M/S Donau nach Stettin transportiert, auf dem Schiff befand sich auch ihr Bruder Leif Sigurd, ein Widerstandskämpfer, der einige Monate zuvor verhaftet worden war. Ob es auf dem Schiff und dem weiteren Transport in das Vernichtungslager Auschwitz noch zu einem Treffen mit dem Bruder kam, ist nicht bekannt. Sylvia Annie Markus, ihre Mutter sowie ihre Geschwister Ragnar und Liv wurden am 1. Dezember 1942, kurz nach Einlangung des Transportes in Auschwitz, ermordet.
Ihr Bruder Leif Sigurd und ihr Vater wurden ebenfalls in Auschwitz ermordet. Ihre anderen beiden Brüder konnten sich nach Schweden retten und überlebten die Shoah.
Gjøvik In Gjøvik wurden fünf Stolpersteine an einer Adresse verlegt.
Stolperstein ÜbersetzungVerlegeort Name, Leben120px IN GJØVIK WOHNTEARNOLD JAFFEGEBOREN 1927DEPORTIERT 1942AUSCHWITZERMORDET 1.12.1942 Sommerfeldts gate 3 wurde 1927 in Gjøvik als jüngster Sohn von Samson Jaffe und Ruth geb. Zuckermann geboren. Er hatte zwei Brüder, Mendel und Robert. Die Familie hatte zuvor in Horten und in Lillestrøm gelebt. Jeder der drei Söhne war in einer anderen Stadt zur Welt gekommen. Arnold war Gymnasiast. Am 26. Oktober 1942 wurden er, sein Vater und die Brüder festgenommen und in das Lager Berg bei Tønsberg verschleppt, wo sie einen Monat unter erbärmlichen Konditionen verbrachten. Danach wurde auch die Mutter verhaftet und die gesamte Familie wurde am 26. November 1942 mit dem Frachtschiff Donau nach Stettin deportiert. An Bord waren insgesamt 532 Juden aus Norwegen, darunter auch Arnolds Großvater, drei Onkel, drei Tanten und mehrere Cousins. Gemeinsam mit seinen Eltern wurde Arnold Jaffe unmittelbar nach der Ankunft in Auschwitz am 1. Dezember 1942 in einer der Gaskammern ermordet.