Christel Beilmann (geboren 1921 in Bochum; gestorben am 22. Mai 2005 in Witten)Siehe zu diesen Daten: www.lobid.org
– speziell zu den Lebensdaten – Daniel Gerster, Von Pilgerfahrten zu Protestmärschen? Zum Wandel des katholischen Friedensengagements in den USA und der Bundesrepublik Deutschland 1945–1990, in: Archiv für Sozialgeschichte 2011, 311 - 342 (331) und – nennt ausschließlich das Geburtsjahr – Egon Becker, Das Sozialistische Büro – Ein unvollendetes Projekt?, in: Barbara Klaus / Jürgen Feldhoff (Hg.), Politische Autonomie und wissenschaftliche Reflexion. Beiträge zum Lebenswerk von Arno Klönne, PapyRossa: Köln, 2017 (ISBN 978-3-89438-644-3; Inhaltsverzeichnis: https://d-nb.info/1121599125/04), S. 161 - 182 (165). war eine deutsche Aktivistin und Redakteurin. Sie war in der katholischen Laienbewegung und der außerparlamentarischen Opposition der Bundesrepublik Deutschland aktiv und Redakteurin mehrerer Zeitschriften.
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Leben und Werk In den Jahren 1946 bis 1951 war sie erste Diözeseanführerin der katholischen Frauenjugend im Erzbistum PaderbornNachlässe und Deposita von Frauen im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung; http://library.fes.de/fulltext/adsd/01412b.htm#E11E14. und 1947 Mitbegründerin des Bundes der Deutschen katholischen JugendSiehe dazu: Daniel Gerster, Von Pilgerfahrten zu Protestmärschen? Zum Wandel des katholischen Friedensengagements in den USA und der Bundesrepublik Deutschland 1945–1990, in: Archiv für Sozialgeschichte 2011, 311 - 342 (331); vgl. Nachlässe und Deposita von Frauen im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung; http://library.fes.de/fulltext/adsd/01412b.htm#E11E14: „Bundes der katholischen Jugend“ (ohne „Deutschen“).. Sie war in der Ostermarsch-Bewegung – u. a. als „Organisatorin des Ostermarsches Ruhr“ Siehe dazu: Claudia Lepp: Zwischen Konfrontation und Kooperation. Kirchen und soziale Bewegungen in der Bundesrepublik (1950–1983). In: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History. 2010, S. 364–385, hier: S. 370, Fußnote 25 unter Hinweis auf: Karl A. Otto: Vom Ostermarsch zur APO. Geschichte der außerparlamentarischen Opposition in der Bundesrepublik 1960–1970. Campus, Frankfurt am Main / New York 1982, ISBN 3-593-32192-0 [ist auch schon 1977<Inhaltsverzeichnis> und 1980 erschienen], S. 119 und vgl. Holger Nehring, Politics of Security. British and West German Protest Movements and the Early Cold War, 1945–1970, Oxford University Press: Oxford, 2013 (ISBN 978-0-19-968122-8); https://www.oapen.org/download?type=document&docid=456802, S. 117 f.: „Christel Beilmann, Easter March organizer in the Ruhr area, had been a Catholic girls’ movement leader during the Second World War.“ – tätig Daniel Gerster, Von Pilgerfahrten zu Protestmärschen? Zum Wandel des katholischen Friedensengagements in den USA und der Bundesrepublik Deutschland 1945–1990, in: Archiv für Sozialgeschichte 2011, 311 - 342 (331).; als Katholikin gehörte sie in dieser Bewegung, die – soweit religiös – eher protestantisch geprägt war Vgl. Daniel Gerster, „Kehrt um – entrüßtet euch!“ Religion und Protestbewegungen im Kalten Krieg, in: Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (Hg.), Zeitgeschichte in Hamburg • 2013, Hamburg, 2014, S. 75 – 91 (78 f. [zunächst allerdings zur Kampagne „Kampf dem Atomtod“, 79 f.): „Viele reformierte Christen wie Martin Niemöller, Helmut Gollwitzer und Gustav Heinemann machten ihre Ablehnung atomarer Bewaffnung aber nicht nur im kircheninternen Streit deutlich, sondern auch durch ihre Teilnahme am öffentlichen Protest. […]. Der Blick auf die Katholiken in Deutschland zeigt ein ganz anderes Bild. Die große Mehrheit der Bischöfe und die Laienführung im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) unterstützten trotz vorhandener Skepsis gegenüber Atomwaffen grundsätzlich den Kurs der Regierung. […] bei der Ostermarschbewegung […] ist zwar das Engagement einzelner Katholiken wie […] Christel Beilmann, belegt. Sie beklagte sich allerdings wiederholt über den mangelnden Rückhalt der Ostermärsche unter den Katholiken.“, zur katholischen MinderheitVgl. „So waren mit […] Christel Beilmann (1921–2005) und dem Soziologen Arno Klönne […] zwar zwei Katholiken in prominenten Positionen der Ostermarsch-Bewegung tätig. Es gelang ihnen jedoch nur in sehr begrenztem Umfang weitere Katholiken für die Protestaktionen zu mobilisieren.“ (Daniel Gerster, Von Pilgerfahrten zu Protestmärschen? Zum Wandel des katholischen Friedensengagements in den USA und der Bundesrepublik Deutschland 1945–1990, in: Archiv für Sozialgeschichte 2011, 311 - 342 ) ; unter den vielen Frauen, die dort aktiv waren, war sie eine der wenigen, die dort organisatorische Bedeutung erlangtenHolger Nehring, Politics of Security. British and West German Protest Movements and the Early Cold War, 1945–1970, Oxford University Press: Oxford, 2013 (ISBN 978-0-19-968122-8); https://www.oapen.org/download?type=document&docid=456802, S. 70: „Women made up about half of the protesters in both countries, but, with a few exceptions such as Peggy Duff in CND and Christel Beilmann in the Easter Marches in the Ruhr area, never assumed organizational roles equivalent to their social representation within the movement.“.
Beilman redigierte zumindest zeitweilig – teilweise zusammen mit Arno Klönne – die Zeitschriften der Ostermarsch-BewegungDie Ostermarschbewegung führte ab 1963 den Namen Kampagne für Abrüstung (KfA) und ab 1968 den Namen Kampagne für Demokratie und Abrüstung (KfDA): die Informationen zur Abrüstung und später die außerparlamentarische opposition.„Über die Informationen zur Abrüstung, Zeitschrift der Kampagne für Abrüstung (KfA), redigiert von Christel Beilmann und Arno Klönne entsteht 1964 der engere Kontakt [Klaus] Vacks zur Kampagne, […].“ [] In den Informationen zur Abrüstung des Jahres 1967 ist ausschließlich sie als Redakteurin genannt; in den Ausgaben der außerparlamentarische opposition des ersten Halbjahrs 1968 sind sie und Arno Klönne genannt{| class="wikitable" |- ! Zeitschrift Ausgabe !! Retro-Digitalisat !! Seite des Impressums |- | Informationen zur Abrüstung |- | Nr. 42, Ende Januar 1967 || || S. 4 |- | Nr. 43, Mitte Februar 1967 || || |- | Nr. 44, Anfang März 1967 || || S. 2 |- | Nr. 45/46, April/Mai 1967 || || S. 16 |- | Nr. 47, Juni 1967 || || S. 12 |- | Nr. 48/49, Juli/August 1967 || || S. 8 |- | Nr. 50, Ende September 1967 || || S. 2 |- | Nr. 51, Mitte Oktober 1967 || || S. 2 |- | Nr. 52, November 1967 || || S. 2 |- | Nr. 53, Anfang Dezember 1967 || || S. 2 |- | außerparlamentarische opposition |- | Nr. 54, Ende Januar 1968 || || S. 2 |- | Nr. 55, Ende Februar 1968 || || S. 10 |- | Nr. 56, Anfang April 1968 || || S. 14 |- | Nr. 57/58, Ende April 1968 || || S. 4 |- | Nr. 59, Juni 1968 || || S. 15 |}. Jedenfalls 1965 gehörte sie auch dem Arbeitsausschuss der Kampagne an„Vack wird 1965 Geschäftsführer des zentralen Ausschusses der Kampagne für Abrüstung und steht dem Arbeitsausschuss, bestehend aus Christel Beilmann, Herbert Faller, Heiner Halberstadt, Hannelies Schulte und Herbert Stubenrauch vor“
[] und war außerdem für die Zusammenstellung des Pressedienstes der Kampagne zuständig. „After much discussion, the CC [der Zentrale Ausschuß] also decided to launch a press service (Pressedienst), compiled by the Bochum activist Christel Beilmann, who had close links to the Catholic Werkhefte group. The ‘press service’ was to be sent to West German newspapers, journals, and the local and regional committees.“ (Holger Nehring, Politics of Security. British and West German Protest Movements and the Early Cold War, 1945–1970, Oxford University Press: Oxford, 2013 (ISBN 978-0-19-968122-8); https://www.oapen.org/download?type=document&docid=456802, S. 145).
Später war Beilmann Redakteurin der linksSiehe https://ld.zdb-services.de/resource/517375-9., der Zeitschrift des – aus einer Strömung/Fraktion der genannten Kampagne hervorgegangen – Sozialistischen Büros (SB)Siehe dazu:
Egon Becker, Das Sozialistische Büro – Ein unvollendetes Projekt?, in: Barbara Klaus / Jürgen Feldhoff (Hg.), Politische Autonomie und wissenschaftliche Reflexion. Beiträge zum Lebenswerk von Arno Klönne, PapyRossa: Köln, 2017 (ISBN 978-3-89438-644-3; Inhaltsverzeichnis: https://d-nb.info/1121599125/04), S. 161 - 182: „in Bochum wird eine vorläufige Redaktion der neuen ‚Sozialistischen Zeitung‘ links gebildet. Sie besteht zunächst aus Christel Beilmann und Arno Klönne.“ (S. 165) / „In die links-Redaktion wurden 1974 gewählt: Christel Beilmann, Andreas Buro, Hansgeorg Conert, Arno Klönne, Gert Schäfer, P. C. Walther und Edgar Weick (Oy 2007a).“ (S. 162, Oy 2007a = Gottfried Oy, Spurensuche Neue Linke. Das Beispiel des Sozialistischen Büros und seiner Zeitschrift links, in: UTOPIE kreativ, Heft 197, März 2007, S. 252 – 261 [Oy nennt allerdings kein Datum der Wahl; siehe sogleich]) „Die links-Redaktion besteht aus Christel Beilmann und Arno Klönne und ist von 1969 bis 1971 in Bochum angesiedelt“ / „Der erste gewählte Arbeitsausschuss des SB besteht aus Klaus Vack, Heiner Halberstadt, Dieter Höhne, Arno Klönne und Edgar Weick. Die erste gewählte links-Redaktion setzt sich aus Christel Beilmann, Andreas Buro, Hansgeorg Conert, Arno Klönne, Gert Schäfer, P. C. Walther und Edgar Weick zusammen. Klaus Vack unternimmt 1971 eine umfangreiche Rundreise durch die Bundesrepublik, um bei über hundert Basisgruppen und Bürgerinitiativen für einen Beitritt zum SB zu werben.“ (Gottfried Oy, Spurensuche Neue Linke. Das Beispiel des Sozialistischen Büros und seiner Zeitschrift links, in: UTOPIE kreativ, Heft 197, März 2007, S. 252 – 261 [255, 256]).; jedenfalls deren Null-Nummer aus dem Jahre 1969 wurde von ihr presserechtlich verantwortet.links. Sozialistische Zeitung Nr. 0, 4/1969, S. 32 oben rechts. Auch die Papiere, die zur Gründung des SB führten, waren von ihr mitunterzeichnet.„1968 machen Arno Klönne und Christel Beilmann[,] Andreas Buro und Klaus Vack – alle organisiert in der ‚Kampagne für Demokratie und Abrüstung - Ostermarsch der Atomwaffengegner‘ – den ‚Vorschlag einer autonomen Organisierung um eine sozialistische Publikation und ein Büro‘ (Vack 2005: 99).“ / „Im Dezember 1968 wird ein von Christel Beilmann, Heinz Brakemeier, Andreas Buro, Frank Deppe, Heiner Halberstadt, Holger Heide, Arno Klönne, Herbert Stubenrauch und Klaus Vack unterzeichneter Brief an etwa 100 Multiplikatoren verschickt. Beigefügt ist ein ‚Entwurf für eine Aufforderung, Voraussetzungen einer unabhängigen sozialistischen Bewegung in der Bundesrepublik zu organisieren‘“
[]
Schließlich ist sie mindestens in Heft 1/1971 der Zeitschrift „werkhefte. zeitschrift für probleme der gesellschaft und des katholizismus“ als Redakteurin genannt.Siehe dazu: https://www.yumpu.com/de/document/view/7274104/werkhefte/7 und Nachlässe und Deposita von Frauen im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung; http://library.fes.de/fulltext/adsd/01412b.htm#E11E14: „Mitherausgeberin und Redakteurin der Werkhefte für Probleme der Gesellschaft und des Katholizismus“.
Ihr Buch Eine katholische Jugend löste „eine verstärkt kritische Diskussion“ über die „katholische Jugend im Dritten Reich“ aus.Michael Klöcker, Katholizismus in der modernen Gesellschaft, in: Archiv für Sozialgeschichte 1992, 490 - 509 (508 mit Fußnote 15).
Zu nicht näher spezifizierter Zeit war sie SPD-Mitglied.Siehe: http://d-nb.info/gnd/121897532 und