Päwesin ist eine Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Die Gemeinde gehört dem Amt Beetzsee mit Sitz in der Gemeinde Beetzsee an.

Geografie rahmenlos|300px|rechts Päwesin liegt im Westen des Landes Brandenburg und im Norden des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Nördlich grenzt es an die zum Landkreis Havelland gehörende Gemeinde Märkisch Luch. Ebenfalls zum Landkreis Havelland gehören die nordöstlich gelegene Stadt Nauen und ihre angrenzenden Ortsteile und Ketzin im Osten. Südlich grenzt die Gemeinde Roskow und westlich Beetzseeheide an. Beide gehören wie Päwesin zum Landkreis Potsdam-Mittelmark und zum Amt Beetzsee. Das Gemeindegebiet Päwesins wird durch die in der Beetzseerinne liegenden Seen Beetzsee und Riewendsee, die vollständig zur kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel gehören, zweigeteilt. Der beide Seen verbindende sogenannte Strang gehört zur Gemeinde Päwesin und ist der Großlandschaft Havelland zuzurechnen.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde gehören die Gemeindeteile Bagow, Bollmannsruh, Päwesin und Riewend. Darüber hinaus gehören die Wohnplätze Marienhof und Vogelgesang dazu. Auf der Gemarkung findet sich zudem die Wüstung Zauchdam.Neitmann (Hrsg.): Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil III – Havelland. 2011, S. 428.

Geschichte Frühe Geschichte Die erste bekannte Nennung eines Ortes Pusyn (Posyn) stammt aus dem Jahr 1197. Die Nennung eines „Marsilius sacerdos de Pusyn“ (Marsilius, Priester von Pusyn) steht im Zusammenhang mit der Bezeugung der Schenkung im Jahr 1197 vom Ketzin und Knoblauch durch Otto II. an das Domkapitel zu Brandenburg. Die örtliche Zuordnung des Priesters Marsilius nach PessinGustav Abb, Gottfried Wentz: Germania Sacra – Abt. I: Die Bistümer der Kirchenprovinz Magdeburg, Das Bistum Brandenburg, Teil 1, Walter de Gruyter & Co, Berlin 1929, Seite 184 (mit Datum 28. Mai 1197) bzw. nach PäwesinSchriften des Vereins für die Geschichte Berlins, Erster Band, Heft I, Berlin 1865, Seite 12Wolfgang Ribbe: Das Havelland im Mittelalter, Duncker & Humblot GmbH, 1987, Seite 286, ISBN 3-428-06236-1 ist strittig.

1270 wurde der Ort als Posyn erwähnt, es wurde des dortigen Pfarrers gedacht,Ernst Fidicin: Die Territorien der Mark Brandenburg oder Geschichte der einzelnen Kreise, Städte, Rittergüter, Stiftungen und Dörfer in derselben, als Fortsetzung des Landbuchs Kaiser Karls IV., Band 3, Seite XXI,J. Guttenberg, Berlin 1860 1440 Posyn,Codex diplomaticus Brandenburgensis – Teil 1, Band 9, Seite 161 von 1849 um 1500 Paesin,Olaf Thiede, Jörg Wacker: Chronologie Potsdam und Umgebung: Die Kulturlandschaft von 800 bis 1918, Brandenburg, Potsdam, Berlin, Band 2 – Ereignisse, Seite 397, 2007, ISBN 3-00-021100-4 1550 Possin,Codex diplomaticus Brandenburgensis – Teil 1, Band 9, Seite 308/309 von 1849 1608 Pewesin, 1745 Pagesin und 1805 als Päwesin. 1409 wurde Päwesin durch den Markgrafen Jobst an die Neustadt Brandenburg verkauft.Olaf Thiede, Jörg Wacker: Chronologie Potsdam und Umgebung: Die Kulturlandschaft von 800 bis 1918, Brandenburg, Potsdam, Berlin, Band 2 – Ereignisse, Seite 421, 2007, ISBN 3-00-021100-4Codex diplomaticus et epistolaris Moraviae, Seite 95, 1903

20. Jahrhundert Zu DDR-Zeiten betrieb der DDR-Fernsehfunk in Riewend ein Betriebsferienlager für die Kinder seiner Beschäftigten. Am 24. August 1965 kam es auf dem Riewendsee zu einem tragischen Unfall. An einem warmen Sommertag fuhr ein Schwimmpanzer der Nationalen Volksarmee auf dem See, während Kinder des Ferienlagers am Strand badeten. Spontan wurden mehrere Kinder zur Mitfahrt eingeladen. Bei der vierten Runde sank der Schwimmpanzer PT-76, mit 35 Kindern und Betreuern besetzt, plötzlich mitten auf dem See. Sieben der Kinder verunglückten dabei tödlich.Wer die Vergangenheit nicht kennt, wird die Gegenwart nicht verstehen. Eingesehen am 27. Mai 2014.Feuerwehr Potsdam Tauchergruppe 1963-1967. Eingesehen am 27. Mai 2014.

Verwaltungsgeschichte Päwesin gehörte seit 1817 zum Kreis Westhavelland in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Brandenburg-Land im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Bagow eingegliedert. Die Eingemeindung von Riewend erfolgte am 1. April 1962.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 314 1890 610 1910 622 1925 529 1933 508 1939 528 Jahr Einwohner 1946 736 1950 1 183 1964 839 1971 809 1981 696 1985 688 Jahr Einwohner 1990 667 1995 620 2000 585 2005 570 2010 562 2015 531 Jahr Einwohner 2020 497 2021 505 2022 515 2023 521 2024 509 2025 506

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 22–25Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Päwesin besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Unabhängige Wählerliste Päwesin 50,4 % 5 Einzelbewerber Marco Biele 11,2 % 1 Einzelbewerber Ingo Ahrens 9,9 % 1 CDU 9,7 % 1 Bündnis 90/Die Grünen 6,4 % – Einzelbewerberin Christin Diehr 6,2 % – Einzelbewerber Reinhard Tuch 6,2 % –

Bürgermeister 1998–2003: Joachim Pelz 2003–2008: Christine KühneKommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 30 2008–2021: Hubertus Kühne (Unabhängige Wählerliste Päwesin)Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 11 seit 2021: Ingo Ahrens

Kühne wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 72,5 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf JahrenBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1) gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 Er trat Ende August 2021 von seinem Amt zurück.

Die Gemeindevertretung wählte im Oktober 2021 Ingo Ahrens zu seinem Nachfolger.

Ahrens wurde bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 89,2 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Päwesin am 9. Juni 2024

Sehenswürdigkeiten Die Dorfkirche Päwesin ist eine einschiffige Saalkirche. Sie wurde in den Jahren 1727 bis 1728 im Stil des Barock erbaut. Im Inneren befindet sich ein hölzerner Kanzelaltar. Ihm gegenüber gibt es eine hölzerne Hufeisenempore. An den Seitenwänden hängen die Ölgemälde Opferung Isaaks und Opfertod Jesu, ein Fenster zeigt die Glasmalerei Die Heimkehr des verlorenen Sohnes. Die Orgel von Johann Tobias Turley stammt aus dem Jahr 1813.

Das Gutshaus Bagow, welches auch Festes Haus Bagow genannt wird, befindet sich im Ortsteil Bagow am Ufer des Beetzsees. Es ist ein schlossähnlicher Herrensitz, welcher im Stil der Renaissance erbaut und um einen barocken Anbau erweitert wurde. Er gehörte seit dem 18. Jahrhundert der Familie von Ribbeck. Das alte Herrenhaus besitzt zwei Stockwerke, und das Mauerwerk besteht großteils aus Ziegelsteinen. Stellenweise wurden auch Feldsteine vermauert. Im unteren Geschoss befinden sich in zwei Zimmern alte Sterngewölbedecken.

Die Dorfkirche Bagow ist eine kleine Kirche im Jugendstil 1907 errichtet, nachdem der Vorgängerbau ein Jahr zuvor abgebrannt war. Die Ausstattung der Kirche ist reich und stammt teilweise aus dem Barock.

Im Ortsteil Riewend sind Reste des slawischen Burgwalls Riewend als Burgstall erhalten geblieben. Er ist heute als Bodendenkmal ausgewiesen.

Seit 2003 besteht ein buddhistisches Kloster in Päwesin.

In der Liste der Baudenkmale in Päwesin und in der Liste der Bodendenkmale in Päwesin stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Verkehr Päwesin liegt an der Landesstraße L 91 zwischen Brandenburg an der Havel und Nauen.

Der Haltepunkt Päwesin lag an der Bahnstrecke Röthehof–Brandenburg Krakauer Tor, die 1966 stillgelegt wurde.

Persönlichkeiten Bernhard Kühns (1682–1729/30), Pädagoge und Theologe, Pfarrer von Päwesin Theodor Spieker (1823–1913), Mathematiklehrer, in Päwesin geboren Hans Georg Karl Anton von Ribbeck (1880–1945), Gutsbesitzer, NS-Opfer Wilhelm Fraenger (1890–1964), Kunsthistoriker, 1945–1946 Bürgermeister von Päwesin Vera Ziegler (1914–1996), Schauspielerin, in Päwesin geboren Birgit Fischer (* 1962), Kanutin, lebt in Bollmannsruh

Literatur

Weblinks

Gemeinde Päwesin Informationen zur Gemeinde beim Amt Beetzsee

Einzelnachweise

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