Frickenhofen ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Neumarkt in der Oberpfalz. Der Gemeindeteil hatte im Jahr 2022 54 Einwohner.
Geografie Das Dorf liegt etwa fünf Kilometer östlich des Neumarkter Stadtkerns an der Staatsstraße 2240 und an der Ausfahrt 92 b „Neumarkt-Ost“ der Bundesautobahn 3 auf .
Ortsnamendeutung Der Ortsname leitet sich wohl vom Personennamen Friko ab.Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 46/47 (1931/32), S. 13 f. Aktuelle Forschungen der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ergaben, dass der Ortsname vom bairisch-althochdeutschen Personennamen "Friccho" stammt. Die Namensbedeutung ist danach: "Bei den Höfen des Friccho".
Geschichte Frickenhofen wird erstmals in einer Urkunde des Klosters Pielenhofen des Jahres 1271 erwähnt, als dort der Landadelige "Wirntonem militem de Frickenhoven" (Wirnto, den Ritter von Frickenhofen) in Erscheinung tritt. Im Jahre 1277 wird, neben dem vorgenannten "Wirnto de Frickenhoven", ein weiteres Familienmitglied mit dem Namen "Heinricus de Frickenhoven" erwähnt.
Von 1271 bis 1474 ist der Ortsadel als blühendes und weit verzweigtes Geschlecht nachgewiesen, das mit Konrad und Albert auch zwei Eichstätter Domherren stellte. Der Burgstall Frickenhofen befindet sich südöstlich auf der Anhöhe im Forst „Steinlohe“.Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 39 (1924), S. 11. Ein Albrecht von Frickenhofen ist 1307 als Spender eines jährlichen Zinses für das Siechhaus in Lengenfeld und 1309/10 als Spender für das Kloster Kastl genannt. 1336 stifteten Albrecht und Friedrich von Frickenhofen eine eigene Kapelle bei der Klosterkirche von Seligenporten.Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. 2. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1938, S. 6, 83, 507. Ende des 14. Jahrhunderts sind die Herren von Frickenhofen als Neumarkter Bürgergeschlecht anzutreffen.
Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand das Dorf aus 12 Anwesen. Hochgerichtlich unterstanden diese dem Schultheißenamt Neumarkt, niedergerichtlich mehrheitlich der Unteren Hofmark Berngau, 4 kleinere Höfe jedoch dem Stift Kastl; so hatte das Kloster bereits 1402 drei Güter zu Frickenhofen käuflich erworben.
Im Königreich Bayern gehörte das Dorf 1810/20 zum Steuerdistrikt Oberbuchfeld, dann zur Ruralgemeinde Pelchenhofen, schließlich zur Gemeinde Lippertshofen. 1961 bestand das Dorf aus 17 Wohngebäuden mit 73 Bewohnern.
Im Zuge der Gemeindegebietsreform von 1972 wurde Frickenhofen in die Kreisstadt eingemeindet. 1987 lag die Einwohnerzahl bei 72, die Zahl der Wohnhäuser bei 20.
Kirchlich gehört Frickenhofen zur katholischen Pfarrei Dietkirchen im Bistum Eichstätt.Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. 1. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937, S. 171.
Einwohnerzahlen 1871: 72 Einwohner
1925: 90 Einwohner
1950: 92 Einwohner
1987: 72 Einwohner
Sehenswürdigkeiten Zwei Bauernhäuser aus dem 18./19. Jahrhundert, die Nr. 4 und die Nr. 13, sind Wohnstallbauten mit verputztem bzw. verkleidetem Fachwerkgiebel und gelten als Baudenkmäler.Sixtus Lampl: Oberpfalz. Denkmäler in Bayern, Band III, München 1986, S. 168.
Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. 2 Bände, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937/38.
Weblinks
Website der Stadt Neumarkt in der Oberpfalz
Einzelnachweise
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