Das Gebiet Schlänger Moor ist ein 1960 durch das Regierungspräsidium Detmold ausgewiesenes Naturschutzgebiet (NSG-Nummer LIP–003) im Westen der nordrhein-westfälischen Gemeinde Schlangen im Kreis Lippe in Deutschland.
Lage Das rund acht Hektar große Naturschutzgebiet Schlänger Moor gehört naturräumlich zur Hellwegbörde. Es erstreckt sich westlich der Schlänger Ortsmitte im Bereich des Truppenübungsplatzes Senne, zwischen der Bundesstraße 1 im Osten und der Panzerringstraße im Westen.Karte bei www.protectedplanet.net, abgerufen am 31. März 2020.
Geschichte Bereits 1959 wurden hier rund zwei Hektar mit der Bezeichnung „Heidesumpf an der Strothe“ unter Naturschutz gestellt. Mit der Erweiterung wurde das Gebiet auf Anregung des Lippischen Heimatbundes 1984 in Schlänger Moor umbenannt.Helmut Brinkmann: Die Pflanzenwelt der Naturschutzgebiete Ölbachtal und Schlänger Moor in: „Heimatland Lippe“ – Zeitschrift des Lippischen Heimatbundes und des Landesverbandes Lippe, Nr. 1/1985, Detmold, S. 2ff; abgerufen am 30. April 2020.
Beschreibung Das Schutzgebiet Schlänger Moor wird als naturnahes Bachbett der Strohte mit zahlreichen Steilufern, Kiesbänken, Erlen-Eschen-Auenwald, Hochstaudenfluren, Zwischenmooren, Birkenmoorwaldausbildung, Moorgewässern, Teichanlage (Luening’scher Teich), Erlenbruchwäldern und Stieleichen-Birkenwald beschrieben.Beschreibung des Schutzgebiets durch das LANUV.
Die Bedeutung des Schlänger Moores resultiert insbesondere aus der vorhandenen Zwischenmoorvegetation mit zahlreichen hochmoortypischen Arten und den Auen- und Bruchwäldern bzw. Röhrichten sowie dem naturnah strukturierten Strothebachabschnitt. Insgesamt handelt es sich um einen strukturreichen Bachauenkomplex mit Talrandvermoorungen, wie er im Naturraum nur noch selten zu finden ist.
Schutzzweck Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung und Entwicklung einer teilvermoorten Bachaue mit ihren unterschiedlichen Biotopkomplexen und spezialisierten Lebensgemeinschaften insbesondere dem Zwischenmoor, dem Birkenmoorwald, dem Erlenbruch und dem Auwald. Die Waldkomplex sollten der Sukzession überlassen bleiben.Schutzziele des LANUV.
Biotoptypen Im Schutzgebiet Schlänger Moor sind die Biotoptypen „Bachbegleitender Erlenwald“, „Birken-Moorwald“, „Bruchgebüsch“, „Erlenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten“, „Erlen-Bruchwald“, „Fichtenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten“, „Gewässerbegleitender feuchter Saum bzw. linienförmige Hochstaudenflur“, „Nadelbaum-Birkenmischwald“, „Röhrichtbestand hochwüchsiger Arten“, „Teich“, „Tieflandbach“ sowie „Übergangs-, Zwischenmoor, Quellmoor“ beschrieben.
Aufgrund der Typenvielfalt auf relativ engem Raum ergibt sich eine große Artenvielfalt: 226 verschiedene Pflanzenarten konnten nachgewiesen werden.
Pilze, Flora und Fauna Flora Aus der schützenswerten Flora sind folgende Arten (Auswahl)Informationen zu Lebensräumen und Arten des LANUV. zu nennen: mini|hochkant=0.8|Sumpfdotterblume mini|hochkant=0.8|Glocken-Heide mini|hochkant=0.8|Rundblättriger Sonnentau mini|hochkant=0.8|Sumpf-Schwertlilie
Pilze mini|hochkant=0.8|Lila Milchling Das Schlänger Moor ist auch aus mykologischer Sicht von größerer Bedeutung. Hermann Jahn konnte unter anderem folgende Pilze auffinden:
Flämmiger Saftling (Hygrocybe turunda) Flatter-Milchling oder „Flatterreizker“ (Lactarius tabidus) Gelber Graustiel-Täubling oder „Moor-Täubling“ (Russula claroflava) Lila Milchling oder „Erlen-Milchling“ (Lactarius lilacinus) Nordischer Milchling (Lactarius trivialis)
Fauna Aus der schützenswerten Fauna sind folgende Spezies (Auswahl) zu nennen: Libellen Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo) Zweigestreifte Quelljungfer (Cordulegaster boltonii) Vögel mini|hochkant=0.8|Ein Eisvogel im Schwebflug Besonderer Schutz gilt den im Schutzgebiet Schlänger Moor als Teilbereich des EU-Vogelschutzgebiets „Senne mit Teutoburger Wald“ (DE-4118-401) vorkommenden Vogelarten: Eisvogel (Alcedo atthis) Kornweihe (Circus cyaneus) Rohrdommel (Botaurus stellaris) Rohrweihe (Circus aeruginosus) Rotmilan, „Gabel-“ oder „Königsweihe“ (Milvus milvus) Schwarzspecht (Dryocopus martius) Wasserralle (Rallus aquaticus) Wespenbussard (Pernis apivorus)
Siehe auch Liste der Naturschutzgebiete im Kreis Lippe
Literatur Helmut Brinkmann: Die Pflanzenwelt der Naturschutzgebiete Ölbachtal und Schlänger Moor in: „Heimatland Lippe“ – Zeitschrift des Lippischen Heimatbundes und des Landesverbandes Lippe, Nr. 1/1985, Detmold, S. 2ff.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Naturschutzgebiet im Kreis Lippe Kategorie:Geographie (Schlangen, Gemeinde) Kategorie:Moor in Nordrhein-Westfalen FSchlanger Moor Kategorie:Schutzgebietsgründung 1960