Gerhard Gustav Theodor Wacke (* 2. Juli 1902 in Goczałkowice-Zdrój; † 10. Februar 1976 in Hamburg) war ein deutscher Rechtswissenschaftler.

Leben mini|hochkant|Grabstätte Er besuchte die Volksschule und das Reform-Gymnasium zum Heiligen Geist in Breslau. Nach der Promotion 1928 zum Dr. iur. war er ab 1930 Finanzassessor und Regierungsrat in der Finanzverwaltung Breslau. 1932 erhielt er die Venia Legendi für Öffentliches Recht an der Universität Breslau. Wacke trat im März 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer: 2.031.600) und fungierte zwischen September 1933 und August 1934 als Politischer Leiter bei der Kreisleitung Breslau.Bundesarchiv R 4901/13279, Nr. 10061; s. auch: Irene Raehlmann: Arbeitswissenschaft im Nationalsozialismus Wiesbaden 2005. S. 238. Von 1933 bis 1935 war er Lehrbeauftragter an der Breslauer Universität. 1939 wurde er zum Dozenten an der Universität Breslau ernannt. 1940 vertrat er einen Lehrstuhl in Jena. 1941 wurde er zum außerordentlichen Professor an der Universität Jena ernannt. Von 1942 bis 1945 leistete er Kriegsdienst in der Wehrmacht. Von 1946 bis 1948 war er Verwaltungsrechtsrat für das Fach Verwaltungsrecht in Jena. Er argumentierte für eine unabhängige Verwaltungsgerichtsbarkeit in Thüringen. Nach einem Berufsverbot in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR flüchtete er 1949 aus Jena nach Alzenau.https://www.deutsche-biographie.de/sfz137075.html#ndbcontent 1949 war er Lehrbeauftragter an der Universität Würzburg. 1950 war er an der Universität Marburg. Von 1950 bis 1953 war er Regierungsrat in Marburg. 1951 wurde er zum Honorarprofessor für Öffentliches Recht an der Universität Marburg ernannt. Von 1953 bis 1955 war er Richter am Oberverwaltungsgericht Münster. 1955 wurde er zum ordentlichen Professor für Öffentliches Recht an der Universität Hamburg sowie zum Direktor des Instituts für Steuerrecht ernannt. 1970 erfolgte die Emeritierung.

Gerhard Wacke war mit Dorothea, geb. Fleischer, (1913–2002) verheiratet. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor,Wacke, Gerhard Gustav Theodor. In: Wer ist wer? : das Deutsche Who’s Who. 12. Ausgabe von Degeners Wer ist's?. Arani, Berlin 1955. darunter der Rechtswissenschaftler Andreas Wacke.Andreas Wacke. In: Yu-cheol Shin; Hyung-Bae Kim (Hrsg.): Zivilrechtslehrer deutscher Sprache: Lehrer, Schüler, Werke. Korea Univ. Press, Seoul 1988. Seine letzte Ruhestätte fand Wacke auf dem Nienstedtener Friedhof.

Schriften (Auswahl) Das Dienstrecht der Behördenangestellten. Die Rechtsverhältnisse der Angestellten im Dienste von Behörden und Betrieben aller öffentlichen Körperschaften, des Reiches, der Reichspost, Reichsbahn, Reichsbank, der Länder, Gemeinden, Gemeindeverbände, Sozialversicherungsträger, Kirchengemeinden, Kreditinstitute, Versicherungsanstalten und sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Berlin 1933, . Steuerrecht und Rechtsneubau. Berlin 1936, . Das Finanzwesen der Bundesrepublik die Einwirkungen der Finanzfunktion auf Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung im Bonner Grundgesetz. Tübingen 1950, . Staatsrechtliche Prüfung der Zusatzsteuer. Kritische Untersuchung zu § 8 UStG. Köln 1957, .

Literatur

Weblinks

Gerhard Wacke zum 70. Geburtstag

Einzelnachweise

Kategorie:Verwaltungsrechtler (20. Jahrhundert) Kategorie:Steuerrechtler (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Hamburg) Kategorie:Sachbuchautor (Rechtswissenschaft) Kategorie:Jurist in der Finanzverwaltung Kategorie:Person (Reichsfinanzwesen) Kategorie:Hochschullehrer (Philipps-Universität Marburg) Kategorie:Richter (Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen) Kategorie:Beamter (Preußen) Kategorie:Jurist (Nationalsozialismus) Kategorie:Opfer der sowjetischen Besatzungsmacht in Deutschland Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1902 Kategorie:Gestorben 1976 Kategorie:Mann Kategorie:Hochschullehrer (Friedrich-Schiller-Universität Jena) Kategorie:DDR-Flüchtling