Kielsgaard (dänisch Kilsgårde) ist ein Ortsteil der Gemeinde Hürup,Kreiskarte Flensburg. Landesvermessungsamt Schleswig-Holstein 1970Amt Hürup 2040 Erhalt und Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum Amtsentwicklungsplan Abschlussbericht, vom: 13. April 2018 sowie Landeskriminalamt Schleswig-Holstein. LKA-SH: Hürup (Kreis SL/FL): Buswartehaus durch Explosion zerstört, vom: 25. Oktober 2008; jeweils abgerufen am: 31. Dezember 2020 bei dem sich ursprünglich die namensgebende Burganlage Kielsgaard befand.Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 91Johannes von Schröder: Topographie des Herzogthums Schleswig, Oldenburg 1854, S. 243

Lage Der Ort Kielsgaard liegt am südlichen Rand des Ortes Hürup. Gerade einmal 100 Meter unbebauter Fläche liegen zwischen den beiden Orten.Den Abstand von hundert Metern ist schon auf der entsprechenden Karte der Preußischen Landesaufnahme um 1879 erkennbar. Die besagte Abstandsfläche war offensichtlich auch noch 2020 gegeben, wie Satellitenkarten von den gängigen Kartendiensten im Internet belegten. Ungefähr ein Kilometer südwestlich bzw. südlich von Kielsgaard entfernt liegen Kleinsolt und Kleinsoltholz. Der Hüruper Bach, der das Kielsgaarder Gebiet durchkreuzt, mündet weiter südlich, zwischen Kleinsoltholz und Kleinsolt, in die Kielstau. 600 Meter südwestlich vom Ort liegt, 50 Meter vom Nordufer des Flusses Kielstau entfernt, der abgelegene Burgplatz des ehemaligen Freihofes Kielsgaard ().Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 91 und 333 sowie Landkarte zum Buch

Der Ort Kielsgaard liegt niedriger als Hürup. Der niedriger liegende Boden besteht aus gutem Ackerboden.Johannes von Schröder: Topographie des Herzogthums Schleswig, Oldenburg 1854, S. 243 Eine Busverbindung verbindet den Ort Kielsgaard mit den Dörfern Freienwill, Hürup, Maasbüll und Husby sowie der Stadt Flensburg.Der Fahrplan. 1592 und Dorfshuttle, abgerufen am: 9. April 2020; Anmerkung: Die Anbindung an Flensburg ist auf Grund der Spaltenbeschriftung: „Linie 1592 aus Flensburg“ erkennbar.

Hintergrund Der Ortsname fand erstmals im Jahre 1352 seine ErwähnungKristian Hald: Sydslesvigs stednavne, bind 7.1, København 1948, S. 4 und geht auf den Freihof Kielsgaard zurück, welcher sich beim Ort Kielsgaard befand.Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 91 und 333Johannes von Schröder: Topographie des Herzogthums Schleswig, Oldenburg 1854, S. 243 Der BurgnameJakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 91 setzt sich aus den Wortbestandteilen „Kiels“ und „Gaard“ zusammen. Der genaue Hintergrund zum Wortbestandteil „Kiels“ ist nicht gesichert. In 9,5 Kilometer nordöstlicher Entfernung, existiert der zu Flensburg gehörige, ähnlich benannte Ort Kielseng. Der durch den Ort Kielsgaard fließende Hüruper Bach, mündet südwestlich des Ortes, in einer Entfernung von einem Kilometer, im Fluss „Kielstau“ (dänisch Kilså).Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, København 1867, S. 220 in Verbindung mit S. 118. f. Das niederdeutsche Wort „Kiel“Wolfgang Lindow: Plattdeutsch-hochdeutsches Wörterbuch. 5. Auflage. 1998, Eintrag: Kiel; Anmerkung: Der Eintrag lautet: „Kiel, m., 1. Schiffskiel; 2. Keil, keilförmiges Stück, keilförmiger Einschnitt“; sowie: auch Ostfriesische Landschaft. Plattwörterbuch, Eintrag: Kiel, dänisch: kile, bezeichnet in der Region eine „keilförmige“ Geländeformation.Vgl. Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, København 1867, S. 218 ff. sowie Kiel: Die Stadt am Keil Möglicherweise beschreibt das Wort im Falle des Ortes Kielsgaard eine solche keilförmige Geländeformation am Fluss Kielstau.Kristian Hald: Sydslesvigs stednavne, bind 7.1, København 1948, S. 4 Der Namensbestandteil Ga(a)rd deutet in Angeln häufig auf einen Herrenhof hin.Hans Nicolai Andreas Jensen: Angeln, Geschichtlich und topographisch beschrieben, Kiel 1991, S. 97 f.Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Jürgensgaarder StraßeVgl. Wiktionary, Artikel: gaard, Wiktionary, Artikel: gård sowie Wiktionary, Artikel: yard, jeweils abgerufen am: 1. März 2017

Im 15. Jahrhundert gehörte das Freigut Kielsgaard dem Schleswiger Domkapitel.Johannes von Schröder: Topographie des Herzogthums Schleswig, Oldenburg 1854, S. 243 Um 1650 soll sich die Burganlage von Kielsgaard schon im Zerfallzustand befunden haben.Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 91 Jahre später wurde der Hof parzelliert, zunächst in drei Hufe, später weiter aufgeteilt zu 5 Halbhufe und 2 Viertelhufe.Johannes von Schröder: Topographie des Herzogthums Schleswig, Oldenburg 1854, S. 243 Der Topograf Johannes von Schröder beschrieb Mitte des 19. Jahrhunderts den Burgplatz mit Worten: „Man zeigt noch den Platz wo das Hauptgebäude gestanden hat und Spuren seiner Keller.“Johannes von Schröder: Topographie des Herzogthums Schleswig, Oldenburg 1854, S. 243 Das Burgareal wurde später gänzlich als Ackerland verwendet.Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 91 Auf diesem Ackerland, das den Namen Große Lücke erhielt, wurden vor der Jahrhundertwende 1900 beim Pflügen noch große Ziegelsteine im Klosterformat beobachtet. 1963 erwähnte der Heimatforscher und Prähistoriker Jakob Röschmann eine Flurbegehung der Großen Lücke, bei der noch spärlich Ziegelbrocken beobachtet wurden.Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein, Band 6. Neumünster 1963, Seite 333

Der Ort Kielsgaard wurde offensichtlich spätestens Mitte des 19. Jahrhunderts ein Ortsbestandteil der Gemeinde Hürup.AKVZ - TOP1140 - Hürup, abgerufen am: 3. Januar 2021 beziehungsweise Johannes von Schröder: Topographie des Herzogthums Schleswig, Oldenburg 1854, S. 243 Der Ort gehörte Mitte des 19. Jahrhunderts auch schon zum Kirchspiel Hürup. Des Weiteren gehörte der Ort damals auch noch zum Schuldistrikt Hürup.Johannes von Schröder: Topographie des Herzogthums Schleswig, Oldenburg 1854, S. 243 Auf der Landkarte der dänischen Landesaufnahme von 1857/1858 war der Ort mit seinen Gebäuden schon unter dem Namen Kilsgårde zu finden. Auf der Karte der Preußischen Landesaufnahme um 1879, auf welcher Husby und Umgebung dargestellt wurden, war der Ort mit seinen Gebäuden unter dem Namen Kielsgaard verzeichnet.Preußische Landesaufnahme um 1879, abgerufen am: 8. März 2020 1961 lebten 56 und 1970 46 Menschen im Ort Kielsgaard.

Einzelnachweise

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