Breddin ist eine Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg. Sie wird vom Amt Neustadt (Dosse) verwaltet.
Geografie Breddin liegt im westlichen Teil des Landkreises Ostprignitz-Ruppin zwischen Havelberg und Neustadt (Dosse). Im Norden grenzt die Gemeinde Breddin an die Gemeinde Plattenburg (Landkreis Prignitz) und an die Stadt Kyritz, im Osten an die Gemeinden Stüdenitz-Schönermark und Zernitz-Lohm sowie an den Gemeindeteil Roddahn der Stadt Neustadt (Dosse). Im Westen grenzt Breddin an die Stadt Havelberg in Sachsen-Anhalt. Der Gemeindeteil Breddin-Abbau ist eine von Havelberger Territorium vollständig umschlossene Exklave Breddins.
Gemeindegliederung Zur Gemeinde Breddin gehören:
Bewohnte Gemeindeteile Breddin, Breddin-Abbau, Damelack, Joachimshof, Sophiendorf, Voigtsbrügge
Wohnplätze Hörning, Obermühle, Rotes Forsthaus
Geschichte Breddin ist eines der größten Dörfer der Prignitz und soll wendischen Ursprungs sein. Sprachforscher nehmen an, dass der Name aus dem slawischen Grundwort brot = Furt herzuleiten ist. Urkundlich nachzuweisen ist der Ort seit dem 13. Jahrhundert. So datiert die Stiftungsurkunde der Feldsteinkirche aus dem Jahr 1273. Von allen mittelalterlichen Kirchen der Prignitz kann man nur für die Breddiner exakt das Jahr der Einweihung nachweisen: Beim Abbruch des Altars 1846 wurde darin die Urkunde über die Kirchweihe gefunden. Breddin mit seinen Ortsteilen Obermühle, Breddin Abbau und Kümmernitz (jetzt Ortsteil von Havelberg) gehörte viele Jahre zum Domkapitel Havelberg. Von der Form her ist Breddin ein Straßendorf. Der Bahnhof entstand genau 40 Jahre nach der Eröffnung der Berlin-Hamburger Eisenbahn und wurde 1886 eröffnet. Kulturell und sportlich war Breddin schon immer sehr rege. Der Männerchor wurde bereits 1869 gegründet, der Turnverein im Jahre 1907. Viele Handwerker und Gewerbetreibende siedelten sich im Laufe der Zeit hier an. Voigtsbrügge wurde 1957 eingemeindet, 1973 Damelack und Sophienhof.Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Ostprignitz-Ruppin. S. 34
Breddin gehörte seit 1817 zum Kreis Ostprignitz in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Kyritz im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegt Breddin im brandenburgischen Kreis Ostprignitz-Ruppin.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 794 1890 793 1910 979 1925 915 1933 937 1939 900 Jahr Einwohner 1946 1 337 1950 1 249 1964 968 1971 914 1981 1 312 1985 1 340 Jahr Einwohner 1990 1 292 1995 1 223 2000 1 120 2005 1 045 2010 934 2015 908 Jahr Einwohner 2020 903 2021 892 2022 895 2023 893 2024 890 2025 865 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Ostprignitz-Ruppin. S. 14–17.Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Religion mini|Dorfkirche Breddin mini|Dorfkirche im Ortsteil Damelack 35 % der Einwohner von Breddin sind evangelisch, 2 % katholisch. Die lutherischen Dorfkirchen Breddin und Damelack gehören zur Gesamtkirchengemeinde Neun Kirchen Breddin und Umland im Kirchenkreis Prignitz der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Die wenigen Katholiken sind der Pfarrei Hl. Geist mit Sitz in Kyritz zugeordnet, die zum Dekanat Wittenberge im Erzbistum Berlin gehört.
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Breddin besteht aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr 47,4 % 5 40,8 % 4 Unabhängige Wählergemeinschaft 33,9 % 3 38,3 % 4 Bürgergruppe Breddin 18,6 % 2 17,3 % 2 Einzelbewerber Dirk Olischläger – – 3,6 % – Insgesamt 100 % 10 100 % 10
Bürgermeister 1998–2003: Wolfgang Walther 2003–2024: Reinhard NeumannKommunalwahlen 26. Oktober 2003. Bürgermeisterwahlen, S. 29 seit 2024: Hanno Nebelin (Freiwillige Feuerwehr)
Nebelin wurde am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 94,4 % der gültigen Stimmen zum neuen ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.§ 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
Wappen
Flagge „Die Flagge ist Blau – Gelb (1:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.“
Gemeindepartnerschaften Seit 1991 besteht eine Partnerschaft zum niedersächsischen Jeddeloh II.
Sehenswürdigkeiten
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Bahnhof Breddin Verkehr Durch Breddin führt die Landesstraße L 141 von der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt nach Neustadt (Dosse).
Der Bahnhof Breddin liegt an der Bahnstrecke Berlin–Hamburg. Dort verkehren stündlich Züge der Regional-Express-Linie RE 8 Wismar – Schwerin Hbf – Wittenberge – Neustadt (Dosse) – Berlin-Spandau – Berlin Hbf – Berlin Südkreuz – Luckau-Uckro – Doberlug-Kirchhain – Erlsterwerda.
Schulen Grundschule Breddin (Löwenzahn Grundschule) – die Schule arbeitet nach dem Modell der „verlässlichen Halbtagsschule“.
Persönlichkeiten Charles Mielatz (1864–1919), deutsch-amerikanischer Maler, Lithograf, Radierer und Kunstlehrer, geboren in Breddin Herbert Selle (1895–1988), Oberst der Wehrmacht, in Breddin geboren
Sonstiges Damelack ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Historische Dorfkerne im Land Brandenburg“.
Literatur
Weblinks
Gemeinde Breddin beim Amt Neustadt (Dosse)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Ostprignitz-Ruppin Kategorie:Ersterwähnung im 13. Jahrhundert