mini|Luftaufnahme Lindos mit seiner Akropolis
Lindos ( ) ist ein Gemeindebezirk auf der griechischen Dodekanesinsel Rhodos. Der Gemeindebezirk besteht aus zwei Stadtbezirken und drei Ortsgemeinschaften, die zusammen knapp 4000 Einwohner aufweisen und etwa ein Achtel der Inselfläche einnehmen. In Lindos finden sich die Ruinen der gleichnamigen antiken Polis.
Geschichte Lindos wurde wohl im 11. Jahrhundert v. Chr. von dorischen Griechen an der Ostküste der Insel Rhodos gegründet. Aufgrund von Funden auf der Akropolis gilt es heute als wahrscheinlich, dass vorher bereits in mykenischer Zeit Griechen bei Lindos siedelten, und sogar die vorherige Anwesenheit von Minoern wird nicht ausgeschlossen. Die Blüte begann aber erst mit der Ankunft der Dorer.
Die Ortslage war günstig, da es nicht nur einen leicht zu verteidigenden Burgberg gab, sondern auch zwei natürliche Häfen, sodass es wohl früh überregionale Bedeutung erlangte. Lindos scheint früh ein Zentrum der Kontakte zwischen der griechischen Welt und den Phöniziern gewesen zu sein. Die Bewohner errichteten einen Tempel zu Ehren der Athena Lindia auf der heutigen Akropolis von Lindos, umschlossen von den Resten des spätmittelalterlichen Johanniter-Kastells, und einen Herakles-Tempel.
Zusammen mit Ialysos und Kameiros, in steter Konkurrenz verbunden, beherrschte Lindos lange Zeit die Insel, bis die drei Städte sich zusammenschlossen, um im Jahr 408 v. Chr. an der Nordspitze die Polis Rhodos zu gründen. Allerdings wurde Lindos nicht aufgegeben, sondern blieb besiedelt. Der Apostel Paulus besuchte Rhodos und soll gemäß der lokalen Überlieferung in der Paulusbucht bei Lindos an Land gegangen sein. Auch die Kultbauten wurden weiterhin genutzt und blieben überregional bedeutend; insbesondere der Tempel des Serapis war weithin berühmt: Spätestens im 3. Jahrhundert n. Chr. kursierte die Legende, der Weise Apollonius von Tyana sei im Heiligtum von Lindos zum Himmel aufgefahren.
Verwaltungsgliederung Lindos bildete bis zur Verwaltungsreform 2010 eine eigenständige Gemeinde und hat seitdem den Status eines Gemeindebezirks. Dieser ist in drei Stadtbezirke und zwei Ortsgemeinschaften untergliedert.
StadtbezirkOrtsgemeinschaft griechischer Name Code Fläche (km²) Einwohner 2001 Einwohner 2011 Dörfer und Siedlungen Lindos 69010801 17,578 1091 1087 Lindos, Pefki Kalathos 69010802 17,863 380 502 Kalathos Laerma 69010803 87,216 446 136 Laerma Lardos 69010804 42,013 1212 1380 Lardos Pylonas 69010805 15,452 504 376 Pylonas Gesamt 690108 180,122 3633 3957
Verkehr Das Zentrum von Lindos ist für Fahrzeuge gesperrt.
Sehenswürdigkeiten Akropolis mit der Ruine der Agios-Ioannis-Kirche Marienkirche die Kapitänshäuser das sogenannte Kleobulos-Grab, außerhalb gelegen, einstündiger Fußweg die Paulusbucht südlich der Stadt
Klima Lindos hat ein sehr mildes Klima und verzeichnet gemäß dem Nationalen Observatorium Athen eine Jahresdurchschnittstemperatur von 21,8 °C.
Persönlichkeiten Kleobulos, Herrscher Chares von Lindos, Bildhauer
Galerie
Literatur Gregorios Konstantinopoulos: Lindos. Apollo Verlag, Athen ohne Jahr [ca. 1980]. Nanno Marinatos: Lindos – Archäologie, Geschichte, Religion. Touristischer Führer und Reproduktion der Akropolis. Mathioulakis Verlag, Athen ohne Jahr [verschiedene Auflagen, u. a. ca. 1980].
Weblinks
Informationen zu Lindos www.lindosmuseum.gr (engl./griech.)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Gemeinde Rhodos Kategorie:Gemeinde in der Region Südliche Ägäis (Kapodistrias-Programm) Kategorie:Dorische Stadtgründung Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Griechenland Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa Kategorie:Antike griechische Stadt Kategorie:Kultort der Athene Kategorie:Kultort des Herakles Kategorie:Ehemaliger Welterbekandidat in Europa Kategorie:Ehemaliger Welterbekandidat in Griechenland