Guido Reif (* 31. März 1902 im deutsch-tschechischen GrenzgebietEmil Ulischberger: Schauspiel in Dresden. Ein Stück Theatergeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart in Wort und Bild. Henschelverlag, Berlin 1989, S. 84.; † 6. Dezember 1953 in Dresden) war ein deutscher Dramaturg, Schauspieler, Spielleiter, Schriftsteller, Journalist und Übersetzer.
Leben Nach seinem Studium arbeitete Guido Reif als Dramaturg an Theatern in Bielitz, Brünn und Wien. Von 1933 bis 1938 schrieb er als Journalist für mehrere Arbeiterzeitungen,Berliner Zeitung vom 11. Dezember 1953, S. 9. später war er Hauptschriftleiter der Prager illustrierten WochenschauThomas Dietzel, Hans-Otto Hügel: Deutsche literarische Zeitschriften 1880-1945: Ein Repertorium. Bd. 1. K.G. Saur, München u. a. 1988, S. 986. (Untertitel „Kultur–Unterhaltung–Verkehr: Ratgeber für Besucher der Stadt Prag, Unterhaltungs- und Vergnügungsanzeiger, Theater- und Konzertprogramme, Neue Filme, Veranstaltungsvorschau“)Michael Eckardt: „So drängen Entstehung und Geschichte (…) zum Vergleich“: Der Aufsatz „Meißen und Prag“ aus der Prager Wochenschau (1941) – eine Indizienkette zur Klärung der Autorschaft. In: Monumenta Misnensia 15(2022), S. 90–101. sowie ab 1941 des Prager Jahrbuchs und auch für die Gesamtgestaltung des Letzteren zuständig.Prager Jahrbuch 1941/42. Verlag Oskar Kuhn, Prag 1942, S. 2. Öffentliche Bekanntheit als Feuilletonjournalist erlangte er unter anderem durch einen kritischen Kommentar zu Gerhart Hauptmanns historischer Tragödie Florian Geyer.Kurt Lothar Trank: Gerhart Hauptmann in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek b. Hamburg 1959, S. 32. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Reif Leiter der „Abteilung künstlerisches Wort“ am Landessender Dresden.Deutsches Bühnen-Jahrbuch, Band 57 (1949), S. 455. Mit Beginn der Spielzeit 1949/50 arbeitete er als Dramaturg und in der Spielzeit 1952/53 (neben Carl Ballhaus und Werner Simon) auch als Spielleiter am Staatstheater Dresden.Emil Ulischberger: Schauspiel in Dresden. Ein Stück Theatergeschichte von den Anfängen bis in die Gegenwart in Wort und Bild. Henschelverlag, Berlin 1989, S. 197. Hier brachte er auch mehrere selbst geschriebene Stücke sowie von ihm aus der tschechischen Sprache übersetzte Stücke zur Aufführung.Gestaltung und Gestalten: Jahrbuch der Dresdner Staatstheater, 9. Jahrgang 1953/54. Henschelverlag, Berlin 1954, S. 6. Unter der Regie von Guido Reif erlebte Friedrich Wolfs Floridsdorf am 20. Mai 1953 in Dresden seine Uraufführung auf einer deutschen Bühne, gleichzeitig war es das letzte Schauspiel Wolfs, das noch zu seinen Lebzeiten auf eine deutsche Bühne kam.Walther Pollatschek, Otto Lang, Manfred Nössig: Das Bühnenwerk Friedrich Wolfs. Ein Spiegel der Geschichte des Volkes. Henschelverlag, Berlin 1958, S. 436. Nebenbei war Reif in Dresden auch für die Gestaltung der Programmhefte und Jahrbücher der Staatstheater verantwortlich.Rundfunkschätze – Der Sender Dresden von 1945 bis 1948.
Guido Reif starb am 6. Dezember 1953 nach langer, schwerer Krankheit in Dresden.Vgl. Gestaltung und Gestalten: Jahrbuch der Dresdner Staatstheater, 9. Jahrgang 1953/54, S. 6.Neues Deutschland vom 11. Dezember 1953, S. 6. Zur Widerkehr seines 1. Todestages führten die Dresdner Staatstheater am 6. Dezember 1954 Miloslav Stehliks „Der Weg ins Leben“ auf, das in der Übersetzung von Reif und unter seiner Regie 1952 in Dresden Premiere auf einer deutschen Bühne hatte.Vgl. Gestaltung und Gestalten: Jahrbuch der Dresdner Staatstheater, 10. Jahrgang 1955, S. 195.
Regie 1950: Vašek Káňa: Brigade Karhan (Staatstheater Dresden) 1951: Guido Reif: Deutsche Tragödie (Staatstheater Dresden – Kleines Haus) 1952: Miloslav Stehlik: Der Weg ins Leben (Staatstheater Dresden) 1952: Vašek Káňa: Heilige ohne Heiligenschein (Staatstheater Dresden) 1952: Nikolai Pogodin: Der Mann mit dem Gewehr (Staatstheater Dresden, 21. November)Günther Rühle: Theater in Deutschland 1945–1966. Seine Ereignisse – seine Menschen. S. Fischer, Frankfurt/M. 2014, S. 1384. 1953: Friedrich Wolf: Floridsdorf (Staatstheater Dresden, 20. Mai)Günther Rühle: Theater in Deutschland 1945–1966. Seine Ereignisse – seine Menschen. S. Fischer, Frankfurt/M. 2014, S. 1386.
Übersetzungen aus dem Tschechischen Miloslav Stehlik: Der Weg ins Leben Vašek Káňa: Brigade Karhan Vašek Káňa: Heilige ohne Heiligenschein
Veröffentlichungen 1941: Licht aus dem Dunkeln. In: Stadt Prag (Hg.): Die Stadt am Strom: Dichter erzählen von Prag und seiner Geschichte. Gauverlag Bayrische Ostmark, Bayreuth 1941, S. 33–41. 1941: Das Ende des Kaspar Rucky von Rudz. In: Prager Jahrbuch 1940/41. Verlag der Prager Wochenschau, Prag 1941, S. 47–49. 1942: Prager Jahrbuch 1941/1942, Verlag Oskar Kuhn & Co. Prag (Gesamtgestaltung). 1942: Die Ouvertüre. In: Prager Jahrbuch 1941/42, S. 110–120. 1943: Ein Löwe als Friedensstifter. In: Film-Kurier, Nr. 28, 3. Februar 1943, S. 3f. 1943: Antlitz und Werk. Leo Blahak. In: Prager Illustrierte Wochenschau, 27. November 1943, S. 1. 1944: Verklungene Melodie, Verlag Moebe & Co. Prag (Buch). 1950: Der Rebell (Schauspiel in 3 Akten). 1950: Deutsche Tragödie (Chronik in 4 Akten). 1951: Volksverbundenes Theater: Erlebnisse und Ergebnisse der Dresdner Gastspielreise. In: Theater der Zeit 6(1951)19, S. 19f.
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Dramaturg Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Darstellender Künstler (DDR) Kategorie:Geboren 1902 Kategorie:Gestorben 1953 Kategorie:Mann