Ingrid Artus (* 1967 in Erlangen) ist eine deutsche Soziologin und Hochschullehrerin an der Universität Erlangen-Nürnberg.

Leben und akademischer Werdegang Ingrid Artus besuchte zunächst die Wilhelm-Löhe-Schule und danach das Melanchthon-Gymnasium Nürnberg, wo sie 1986 das Abitur ablegte. Nach dem Studienabschluss 1993 als Magistra artium (M.A.) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Fächer: Soziologie, Neuere Literaturwissenschaften, Neuere Geschichte) war sie als wissenschaftliche Projektmitarbeiterin von 1993 bis 1995 am Institut für Soziologie der Universität Erlangen-Nürnberg und von 1995 bis 1997 am Institut für Soziologie der Universität Jena tätig. Sie promovierte 2001 mit dem Thema Das deutsche Tarifsystem in der Krise in Jena.

Von 2001 bis 2009 war sie als wissenschaftliche Assistentin und Akademische Rätin am Lehrstuhl für Soziologie der Technischen Universität München beschäftigt, wo sie sich 2008 mit der Habilitationsschrift Periphere und prekäre Interessenvertretung: Ein deutsch-französischer Vergleich von Beschäftigtenrepräsentation jenseits der institutionellen Norm habilitierte.

Ab 2009 war sie zunächst als Lehrprofessorin, seit 2010 ist als Universitätsprofessorin für Vergleichende Gesellschaftsforschung am Institut für Soziologie der Universität Erlangen-Nürnberg tätig.

Artus war von 2010 bis 2017 Mitherausgeberin der Zeitschrift Industrielle Beziehungen, in der sie unter anderem mehrere Schwerpunkthefte betreute. Seit Mai 2025 gehört sie zum wissenschaftlichen Beirat der PROKLA.

Forschungsaufenthalte im Ausland Von 2005 bis Mai 2006 forschte die Wissenschaftlerin am Institut de Recherches Economiques et Sociales (IRES) in Noisy-le-Grand und als Research Fellow 2012 im Department of Industrial Relations an der englischen University of Warwick.

Forschungsschwerpunkte Ingrid Artus arbeitet unter anderem über industrielle Beziehungen, Arbeits- und Industriesoziologie, Tarifpolitik, soziale Ungleichheit und Intersektionalität.

Auszeichnungen

1998 bis 2000: Promotionsstipendium der Hans-Böckler-Stiftung 2001: Promotionspreis durch das Institut für Soziologie der FSU Jena 2005 bis 2006: Forschungsstipendium der Fondation Maison des Sciences de l’Homme

2016: Renate-Wittern-Sterzel-Gleichstellungspreis der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (gemeinsam mit Judith Holland und Stefan Kerber-Clasen)

Schriften (Auswahl)

Herausgegeben mit P. Birke/S. Kerber-Clasen/W. Menz: Sorge-Kämpfe. Auseinandersetzungen um Arbeit in sozialen Dienstleistungen. VSA, Hamburg 2017, ISBN 978-3-89965-766-1.

Mit C. Kraetsch, Clemens/S. Röbenack: Betriebsratsgründungen. Typische Prozesse, Strategien und Probleme – eine Bestandsaufnahme. Nomos (Edition Sigma), Baden-Baden 2015, ISBN 978-3-8487-2517-5. Mit S. Röbenack: Betriebsräte im Aufbruch? Vitalisierung betrieblicher Mitbestimmung in Ostdeutschland. Otto-Brenner-Stiftung, Frankfurt am Main 2015, ohne ISBN. Interessenhandeln jenseits der Norm. Mittelständische Betriebe und prekäre Dienstleistungsarbeit in Deutschland und Frankreich. Campus, Frankfurt am Main/New York 2008, ISBN 978-3-593-38720-8 (zugleich Habilitationsschrift, Technische Universität München 2007). Herausgegeben mit S. Böhm/S. Lücking/R. Trinczek: Betriebe ohne Betriebsrat. Informelle Interessenvertretung in Unternehmen. Campus, Frankfurt am Main/New York 2006, ISBN 978-3-593-37999-9. Herausgegeben mit R.Trinczek: Über Arbeit, Interessen und andere Dinge. Phänomene, Strukturen und Akteure im modernen Kapitalismus. Hampp, München/Mering 2004, ISBN 978-3-87988-809-2. Die Krise des deutschen Tarifsystems. Die Erosion des Flächentarifvertrags in Ost und West. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 978-3-531-13686-8 (zugleich Dissertationsschrift, Universität Jena 2001). Mit R. Liebold/K. Lohr/E. Schmidt/R. Schmidt/U. Strohwald: Betriebliches Interessenhandeln. Bd. 2: Zur politischen Kultur der Austauschbeziehungen zwischen Management und Betriebsrat in der ostdeutschen Industrie. Leske & Budrich, Opladen 2001, ISBN 978-3-8100-2230-1. Mit R. Schmidt/G. Sterkel: Brüchige Tarifrealität. Der schleichende Bedeutungsverlust tariflicher Normen in der ostdeutschen Industrie. Edition Sigma, Berlin 2000, ISBN 978-3-89404-885-3.

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Einzelnachweise

Kategorie:Soziologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Soziologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Standort Erlangen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Frau