Wilfried Schlüter (* 28. Januar 1935 in Königsberg; † 31. Dezember 2025Traueranzeige in den Westfälischen Nachrichten vom 17. Januar 2026, abgerufen am 17. Januar 2026) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
Leben und Wirken Schlüter wuchs in der Nähe von Königsberg in Ostpreußen auf. Nach der Flucht der Familie 1945 fand seine Familie Zuflucht in Dortmund, wo sein Vater aufgewachsen war und Schlüters Großeltern noch lebten. Am dortigen Humboldt-Gymnasium legte er sein Abitur ab und nahm 1955 an der Universität Göttingen das Studium der Rechtswissenschaften auf. 1957 wechselte Schlüter an die Universität Mainz, wo er im September 1959 sein Erstes Juristisches Staatsexamen ablegte. Anschließend leistete er sein Referendariat ab und war gleichzeitig als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mainz tätig. Nach seinem Zweiten Staatsexamen in Rheinland-Pfalz im Jahr 1964 widmete er sich voll seiner akademischen Karriere und schloss im selben Jahr in Münster mit der von Hans Brox betreuten Arbeit Die Vertretungsmacht des Gesellschafters und die Grundlagen der Gesellschaft seine Promotion ab. Anschließend war Schlüter zunächst kurz an der Universität Heidelberg tätig, bevor er 1965 wissenschaftlicher Assistent seines Doktorvaters Hans Brox an der Universität Münster wurde. In Münster wurde Schlüter 1971 habilitiert und erhielt die Venia legendi für die Fächer Bürgerliches Recht, Handelsrecht, Arbeitsrecht und Zivilprozessrecht.Nachruf der Universität Münster vom 20. Januar 2026. Abgerufen am 21. Januar 2025.
Anschließend war Schlüter als „Wissenschaftlicher Rat und Professor“ an der Universität Münster tätig. Nach einer Lehrstuhlvertretung an der Universität Hamburg wurde er zum Sommersemester 1976 ordentlicher Professor an der Freien Universität Berlin. 1980 wechselte Schlüter zurück an die Universität Münster, wo er bis zu seiner Emeritierung 2000 den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handelsrecht, Arbeitsrecht und Zivilprozessrecht innehatte. Im Laufe seiner Karriere und auch nach seiner Emeritierung schlossen 93 Doktoranden ihre Promotion unter Schlüters Betreuung ab. Von 1982 bis 1986 war er zudem Rektor der Universität Münster. Außerdem war Schlüter seit 1981 Richter im Nebenamt am Oberlandesgericht Hamm. Seine Forschungsschwerpunkte lagen vor allem im Familien- und Erbrecht. Auch noch nach seiner Emeritierung hielt Schlüter Vorlesungen, insbesondere an seiner alten Universität, aber auch im Baltikum, in Polen und in Südamerika. Des Weiteren war Schlüter Ehrendoktor der Universitäten Lille und Riga.
Schlüter war verheiratet und Vater von fünf Kindern.
Schriften (Auswahl)
Literatur
Bernd Haunfelder: Die Rektoren, Kuratoren und Kanzler der Universität Münster 1826–2016. Ein biographisches Handbuch. Aschendorff, Münster 2020 (Veröffentlichungen des Universitätsarchivs Münster; 14), ISBN 978-3-402-15897-5, S. 271–273.
Weblinks
Wilfried Schlüter bei der Universität Münster Wilfried Schlüter Beck-Verlag
Einzelnachweise
Kategorie:Arbeitsrechtler (20. Jahrhundert) Kategorie:Arbeitsrechtler (21. Jahrhundert) Kategorie:Privatrechtler (20. Jahrhundert) Kategorie:Privatrechtler (21. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Freie Universität Berlin) Kategorie:Rektor (Universität Münster) Kategorie:Ehrendoktor der Université Lille Nord de France Kategorie:Ehrendoktor der Universität Lettlands Kategorie:Absolvent der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1935 Kategorie:Gestorben 2025 Kategorie:Mann