mini|Wappen derer von Reinken, ab 1633
Reinken (auch Reyneke, Reincken, Reinicke, Reinecke, Reineke, ReinikenGeorg Lange: Die Livländische Revision vom Jahre 1782. In: Vierteljahrsschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde, Band 18 (Heymann, 1890) S. 303 online, Reinike, Reinke) ist der Name eines baltischen, später russischen Adelsgeschlechts sächsischen Ursprungs, das verschiedene Zweige hervorbrachte.
mini|140px|Wappen des hessischen Adelsgeschlechts von Reineck
Herkunft und Adelstitel Die livländischen Reinken entstammten einem Zweig einer alten sächsischen bzw. niedersächsisch-ostwestfälischen Familie (siehe von Reineck) und traten im fünfzehnten Jahrhundert in Stargard in Erscheinung. Die auch in Hessen existierende Familie erhielt am 17. März 1729Reineck. In: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Zweiten Bandes Achte Abtheilung: Der Adel der freien Stadt Frankfurt. Bauer und Raspe, Nürnberg, 1856, S. 6 (uni-heidelberg.de) durch Karl VI. und ferner zu Wetzlar am 26. Mai 1786 AdelsrenovationsdiplomeGritzner, M.: Der Adel der Russischen Ostseeprovinzen. 2. Theil: Nichtimmatrikulirter Adel Band III, Abteilung 2, Seite 164 (Bauer & Raspe, Nürnberg, 1896), Digitalisat abgerufen am 23. März 2020 seitens des heiligen römischen Reichs. Der alte Adel wurde somit um 1730 durch den deutschen Kaiser bestätigt.Der Deutsche Herold, Bände 32-33 (1901), S.123 Digitalisat, abgerufen am 23. März 2020 Trotz des Verweises auf den alten sächsischen Adel und ein Ukas vom 6. Januar 1721 wurde eine Aufnahme des baltischen Zweiges bei der Livländischen Ritterbank aber durch die dortige Matrikel-Kommission 1733 und 1742Astaf von Transehe: Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik 1905; S. 113–114 abgelehnt. Am 26. Juli 1840 wurde vom russischen Zaren ein Adelsdiplom und eine Wappenmehrung für Jakob Georg von Reinecke (1790–1868) per Dekret gewährt, in dem die Familie als erbliche Adlige Deutschlands aus dem 15. Jahrhundert bezeichnet werdenFoto des Adelsbriefs von 1840; abgerufen am 24. März 2020. Zudem wurde Johann Heinrich von Reinecke (* 1791), Besitzer des Ritterguts Langenstein bei Halberstadt, mit Diplom vom 15. Oktober 1840 in den preußischen Adelsstand erhoben.
mini|140px|Wappen Jakob Georg von Reinecke (1790–1868)
Wappen Es sind mehrere Wappen bekannt Johann Reineke (um 1612, Stettin). Geteilter Schild mit drei Eichen auf silbernem Grund in der oberen Hälfte und drei roten Rosen auf goldenem Grund unten. Siegel-Wappen in Archiven von Stettin. Deutsche Zweige: Schild (silber oder blau) mit (natürlichem oder silbernem) aufgerichtetem Fuchs, einen Knochen im Rachen haltend; auf dem bewulsteten Helm desgleichenGritzner, M.: Der Adel der Russischen Ostseeprovinzen. 2. Theil: Nichtimmatrikulirter Adel Band III, Abteilung 2, Seite 164 (Bauer & Raspe, Nürnberg, 1896), Digitalisat, abgerufen am 23. März 2020. Es besteht nahezu Wappengleichheit mit Reineck (thüringisches Adelsgeschlecht). Zweig nach Franciscus von Reineke (1601–1665), Wappen etwa ab 1633: Blauer Schild mit silberner Lilie, Helmzier mit aufgerichtetem silbernen Fuchs. Zahlreiche Siegel hiervon (aus dem Jahre 1656) waren noch 1905 im livländischen Ritterschaftsarchiv erhalten. Russischer Zweig nach Jakob Georg von Reinecke (1790–1868), Wappen ab Juli 1840: Geteilter Schild oben in rotem Feld silberner Fuchs auf grünem Kissen; unten gespalten links in hellblauem Feld geharnischter Schwertarm aus Wolke, rechts schreitender Storch auf Silber; Helmzier mit steigendem weißen Fuchs. Preußischer Zweig in Halberstadt nach Johann Heinrich von Reinecke (* 1791), Wappen ab Oktober 1840: in Gold ein roter, einen hügeligen Berg schrägrechts hinaufklimmender Fuchssiehe Kneschke 1867, S. 434
mini|140px|Gut Bumbern, Kirchspiel Arrasch (1903)
Güter und Wohnsitze Um 1672 Gut Bombern im Kirchspiel Arrasch bei Wenden 1751 bis 1760 Stürzenhof (lett. Startas muischa) in Livland (Kirchspiel Ronneburg) Nach 1725 wird Heinrich Johann Reinicke durch Kauf Erbherr auf Klein-Wrangelshof (lett. Mazbrenguli; im Kirchspiel Dikkeln, heute Dikļi, Wolmar) 1738 bis 1742 Gut Lodenhof/Laudan im Kirchspiel Schujen im Besitz von Hauptmann Reinecke (wohl: Franz von Reinecke (1696–1760)) Im Jahr 1801 erhielt Franz von Reinecke (1746–1821) vom russischen Kaiser das Gut Grothusenshof (Landkreis Wenden, im Kirchspiel Alt-Pebalg).siehe Grotthuß (Adelsgeschlecht) Seine Nachfahren verpfändeten dieses 1841. Um 1829 bis 1855, Rittergut LangensteinGeschichte Langensteins auf www.halberstadt.de, abgerufen am 23. März 2020 bei HalberstadtFreih. v. Ledebur in Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Bd 3, 1858, S. 330
Namensträger (Auswahl, Daten teilweise nur geschätzt) mini|Filiation nach Franciscus Abraham gen. Reinicius (1601–1665)
Älteste Namensträger mit unklarer Zuordnung Kaspar Reynaker, um 1300 begütert bei Eisenach; Nachkommen wurden Herren von Reineke benannt Familie Ziesel wüst bei Homburg (van Czesel, 1366 Braunschweig)Günter Scheel (1982): Braunschweigisches Jahrbuch, Band 63, Seite 18 Digitalisat, abgerufen am 25. März 2020 Reyneke van Czelle, gelobt Urfehde 1475 in Brakelvgl. Niedersächs. Landesarchiv, abgerufen am 25. März 2020
Hinrich Reyneken, genannt von Czelle, schwört unter Eid Urfehde 1475 in BrakelAsseburger Urkundenbuch: Tl. Bis zum Jahre 1500; Hahn, 1905; S. 397 Hans Reyneken (erwähnt 1495 bis 1514 in den Erbebüchern der Stadt Riga)Astaf von Transehe: Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik 1905; S. 111 Reyneken, Pockenarzt in Reval (erwähnt April 1499)Isidorus Brennsohn (1972): Die Aerzte Estlands, vom Beginn der historischen Zeit bis zur Gegenwart: ein biographisches Lexikon, S. 307
Älteste Linie im Ostseeraum Asmus Reynecke (* vor 1540; † um 1570 Stargard), erwähnt als Bürger 1540 und 1567 Asmus Reynecke, Mitglied des Stadtrates von Stargard und ab 1593 Landvogt (?) Johannes Reineke (um 1612, Stettin) (?) Jacob Reinken († um 1652), Landvogt, Sakristei in St. Johannes (Stargard) Johann Reinken († 1701), Senator in Stargard
Josua (Josias) Reincke (erwähnt 1545, 1601) Samuel Reincke David Reiniken (* vor 1570 Stargard; † 26. Januar 1622 Pest in Riga); Gymnasium St. Marien in Stettin und Universität Königsberg, 1589 Präzeptor, 1613 Collega am Domkolleg in Riga; ⚭ 1594 in Riga (I.) Margaretha von MullenName auch: von Mellin, von Mallen bzw. von Moeller; siehe Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik (1894), Seite 3, .] (Tochter des Hans von M., sie (? † vor 1605) besitzt 1630 einen Heuschlag in Spilwe (lett: Spilve) bei Riga; lebt 23. April 1650?); ⚭ vor 1607 (II.) N.N. Krabbe Margaretha Reinecke, Witwe in Riga 1654; ⚭ ebd. Simon Trew, Bürger, Apotheker und Gewürzhändler 1611 in Riga David II Reinecke (* 1597 Riga; † 17. Juni 1635 Königsberg); studiert 1617 in Greifswald und Königsberg, Tutor des Prinz Jakob von KurlandWittram Reinhard (1949): Drei Generationen, , (Verlag Deuerlich)], S. 174 aus der Familie Kettler; ⚭ (1) Elisabeth Langerfeldt (geb. Schlieben), Witwe des Altstädtischen Richters Georg LangerfeldtHallervords Erben (Königsberg, 1722): Erleutertes Preußen oder Auserlesene Anmerckungen, ueber verschiedene, zur Preußischen Kirchen- Civil- und Gelehrten- Historie gehörige besondere Dinge..., Band 24; S. 874. , abgerufen am 6. Mai 2020; ⚭ (2) Virginia Barbara von Kohlen aus (1) Elisabeth Reinicke (* 27. Mai 1622, Königsberg) David III Reinicke (* 11. September 1623, Königsberg) Anna Reinicke (* 10. Januar 1626, Königsberg) aus (2) Antonius Reinicke (* 1631, Königsberg) Barbara Reinicke (* 1633; † 5. Juni 1715 Königsberg); ⚭ Christoph Colb, Bürger und Malzenbrauer der Altstadt (Königsberg) Christoph Colb (* 1657 Königsberg; † 20. Juni 1689 ebenda), Dozent an der Universität Königsberg, AstronomFriedrich Johann Buck (Königsberg, 1764): Lebensbeschreibungen der verstorbenen preussischen Mathematiker überhaupt, und Christian Otter's insbesondere, S. 114. , abgerufen am 6. Mai 2020 und Reisender; um 1684 bei Gottfried Kirch, bekannt mit David Bläsing Evert Reinecke († Dez. 1656 an der Pest in Riga), 1625 Eisenkrämer in Riga Maria (lebt März 1673); ⚭ nach 1662 Jürgen Straub in Riga Daniel Reinecke († 1658 Riga), 1646 als naher Verwandter der Witwe Marten Zagen erwähnt Hans Reinecke (1603–1657), Bürger und Flachswraker 1649 in Riga mini|140px|Allianzwappen Reineke-Kippe ab 1633; nach E. Seuberlich (1938) Franciscus Abraham von Reiniken gen. Reinicius (* 1601 Riga; † 14. November 1665 Wenden), 1625 Universität Königsberg, Richter in Wolmar, ab 1637 Landrichter in Wenden, wohnt CatharinenstraßeJahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik 1902; S. 206; 1642 Bezirksrichter, Assessor am Livländischen Hofgericht und Dockmann. 1652 erwähnt von Erich Oxenstierna (Sohn des Axel Oxenstierna); 1657 beteiligt an Übergabeverhandlung von Wolmar; 1662 Verkauf von Spilwe, 1672(?) Arrendebesitzer von Gut Bombern im Kirchspiel ArraschAstaf von Transehe: Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik 1905; S. 111; ⚭ 1633 Helena Kippe († vor 1673, Wappen silberne Lilie auf BlauEintrag auf Genealogie-Seite, abgerufen am 28. März 2020, Tochter von Joachim Kippe (* um 1579 Riga, † 31. Mai 1618 ebd.)private Website, russisch, abgerufen am 28. März 2020, Schwester des Joachim Kippen (von Leyonfeldt; * um 1612; 1639 LandgerichtsassessorFontes historiae Latviae (Latvijas vēstures institūta apgādiens., 1940), Seite clx, Digitalisat abgerufen am 29. März 2020; 1645 Hofgerichtsassessor; 1651 schwedisch geadelt))Gritzner, M.: Der Adel der Russischen Ostseeprovinzen. 2. Theil: Nichtimmatrikulirter Adel Band III, Abteilung 2, Seite 109 (Bauer & Raspe, Nürnberg, 1896), Digitalisat abgerufen am 23. März 2020 David Reincken (* um 1630 Riga; † 1687 Wolmar); 1644 Kons.-Ass; 1648 StudiumKlaus Garber (Hrsg.): Stadt und Literatur im deutschen Sprachraum der Frühen Neuzeit (Walter de Gruyter, 2011) Seite 860, Fußnote 48 () ISBN 978-3-11-023955-3 in Uppsala, ab 1657 Pastor in Wolmar zu Pestzeiten, später Präpositus bzw. ProbstNordische Miscellaneen 1787, Bd. 13; S. 444 des Rigaschen Kreises; ⚭ Anna Elisabeth Oldenburg († 1720 in Wolmar, evtl. Tochter des Heinrich Oldenburg aus Dorpat oder des David Oldenburg aus Riga; besitzt 1688 als Witwe das Haus in der Catharinenstraße in Wenden) Franz Reiniken († 1710) Johann Reincken († 1710 bei Moskau) Helena Reincken, ⚭ Ludolph Pagomke Maria Elisabeth Reincken († 2. Juni 1688 Wolmar), ⚭ Johann Georg Vogt David II von Reinken (* 26. Februar 1661 Riga; † 4. April 1722), 1681 stud. Königsberg; 1688 Pastor in Luhde (heute Lugaži in Valka); Februar 1701 Bericht an den Generalgouverneur Dahlberg über Aufgebot zur LandesverteidigungBaltische Monatsschrift, Band 36, Jonck & Boliewsky 1894, S. 609; 1704 russ. Gefangenschaft; 1711–1717 Pastor in Walk, 1714 ProbstAstaf von Transehe: Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik 1905; S. 112; ⚭ Helene GerngrossNapiersky, Karl Eduard (1843): Beiträge zur Geschichte der Kirchen und Prediger in Livland, Bände 1-2, Verlag von W.F. Häcker. Bd. 1, S. 15 und S. 78 und Bd. 2 S. 74, Tochter des Wohlfahrter Pastors Johann Gerngross (* Kruthen; immatrikuliert Königsbg. 1657, † nach 1675)E. Seuberlich (1938), Sp. 14 Anna Margaretha Reiniken, ⚭ Wenden 1650 Hans Schultz (aus Lüneburg), 1661–1675 Bürgermeister von Wenden und Besitzer des Lubbert Renz-HausesJahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik 1902; S. 205 Axel Erich Reinken (lebt um 1669 und 1678) Catharina Reinken, ⚭ vor 1660 David Oldenburg aus Riga, 1653 Leneincks Haus, 1661 Schlossverwalter und Besitzer des Lubbert Renz-Hauses, 1661–1669 Gerichtsvogt und Kämmerer in Wenden Anna Elisabeth Oldenburg (erbte Leneincks Haus in der Catharinschen Gasse in Wenden vom Vater) ⚭ N.N.(David?) Reincken (? * um 1630 Riga)