mini|Ausbreitung von COVID-19 über die Kreise und kreisfreien Städte in NRW vom 24. Februar bis 15. März 2020 Die COVID-19-Pandemie in Nordrhein-Westfalen war ein Teil der weltweiten COVID-19-Pandemie und insbesondere der COVID-19-Pandemie in Deutschland.

Am 24. bzw. 25. Februar 2020 wurden die ersten COVID-19-Infizierten in Nordrhein-Westfalen festgestellt. Seit Beginn der Pandemie in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen wurde vor allem der Kreis Heinsberg besonders schwer getroffen. In dem Kreis Gütersloh kam es im Juni 2020 zu dem bisher „größten Infektionsgeschehen“ in Deutschland.

Bis zum 11. April 2020 infizierten sich 23.644 in Nordrhein-Westfalen lebende Personen mit dem neuartigen Coronavirus.Robert Koch-Institut: Robert Koch-Institut: COVID-19-Dashboard: „Bundesländer“. Online unter www.experience.arcgis.com. Abgerufen am 6. April 2020. Mitte Juli waren es annähernd 45.000 und Anfang Dezember über 300.000.

Geschichte Die COVID-19-Pandemie nahm im Dezember 2019 in China ihren Ausgang und wurde durch die neuartige Erkrankung COVID-19 ausgelöst. Die Erkrankung wird durch das Virus SARS-CoV-2 aus der Gruppe der Coronaviridae verursacht und gehört in die Gruppe der Atemwegserkrankungen.Lungenärzte im Netz: . Online unter www.lungenaerzte-im-netz.de. Abgerufen am 6. April 2020. Ende Januar 2020 traten in Bayern beim Unternehmen Webasto die ersten Fälle der COVID-19-Pandemie in Deutschland auf.Coronavirus Coronavirus: Siebter Infektionsfall in Deutschland bestätigt. In: Zeit online. 31. Januar 2020. Der erste bestätigte Fall in Nordrhein-Westfalen trat Ende Februar bei einem Mann aus dem Landkreis Heinsberg auf.Erster bestätigter Corona-Fall in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen, Pressemitteilung des Landes Nordrhein-Westfalen Ab dem 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgeschehen des neuartigen Coronavirus als weltweite Pandemie ein.Tagesschau: „Tief besorgt“. WHO spricht von Corona-Pandemie. 11. März 2020. Online unter www.tagesschau.de. Abgerufen am 6. April 2020.

Bisher (Stand: Mai 2022) verlief die COVID-19-Pandemie in ganz Deutschland (auch in Nordrhein-Westfalen) in fünf „Wellen“. Die erste Welle begann im März 2020 und lief im Mai 2020 aus. Den ganzen Sommer 2020 über stagnierte die 7-Tage-Inzidenz auf einem relativ niedrigen Wert. Im Oktober 2020 baute sich eine zweite Welle auf, die ihren Höhepunkt im Januar 2021 erreichte und bis Ende März 2021 abflachte. Dadurch, dass sich im Verlauf des Frühjahrs 2021 die SARS-CoV-2-Variante Alpha als dominante Virus-Variante durchsetzen konnte, stieg die 7-Tage-Inzidenz ab April 2021 wieder an (= der Beginn der dritten Welle). Ihren Höhepunkt erreichte die Welle Ende April 2021. Sie flachte bis zum Ende Juni 2021 ab, erreichte dabei aber nicht das niedrige Niveau vom Sommer 2020. Ab Juli 2021 wurde die SARS-CoV-2-Variante Delta dominant. Aufgrund ihrer hohen Infektiosität löste sie eine vierte Welle aus, die im Herbst auf einen neuen Höhepunkt zusteuerte. Zum Jahresende 2021 sanken die Fallzahlen wieder leicht. Bei Betrachtung des Kurvenverlaufs ist zu berücksichtigen, dass seit Dezember 2020 in Deutschland Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 verfügbar sind.

Zum Jahresbeginn 2022 wurde ganz Deutschland und damit auch Nordrhein-Westfalen von der Verbreitung der Omikron-Virusvariante und einer damit verbundenen Zunahme der Neuinfektionen getroffen. Die neue Variante gilt als noch ansteckender als vorherige Varianten. Die landesweite 7-Tage-Inzidenz stieg über den Wert von 1000. Zwischen Mitte und Ende März lag dieser Wert zeitweise über 1500. Erst ab Anfang April war wieder ein Absinken der Inzidenz zu verzeichnen. Ab dem 16. April lag die landesweite 7-Tage-Inzidenz wieder im dreistelligen Bereich.

Statistik Statistikquellen in Nordrhein-Westfalen Die aktuellen COVID-19-Fallzahlen für Nordrhein-Westfalen werden vom Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen tabellarisch und in Kartendarstellung auf Kreisebene veröffentlicht. Eine Fallzahlen-Übersicht wird auch vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) zur Verfügung gestellt. Daneben werden die an das Robert Koch-Institut gemeldeten Daten von Nordrhein-Westfalen auch im „COVID-19-Dashboard“ angezeigt.

Infektionsfälle Bestätigte Infektionen (kumuliert) in Nordrhein-WestfalenHier sind Fälle aufgelistet, die dem RKI über den Meldeweg oder offizielle Quellen mitgeteilt wurden. Da es sich um eine sehr dynamische Situation handelt, kann es zu Abweichungen bzw. zeitlichen Verzögerungen zwischen den RKI-Fällen und Angaben anderer Stellen, etwa der betroffenen Bundesländer oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO), kommen.(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)

Bestätigte Infektionen (neue Fälle) in Nordrhein-WestfalenDer Sprung am 24. März ist auf Meldeprobleme zwischen RKI und den Gesundheitsämtern zurückzuführenDer Anstieg um den 19. Juni herum ist überwiegend auf die Fälle in den Schlachtbetrieben der Firma Tonnies zurückzuführen(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)

7-Tage Inzidenz in NRW / 100.000 Einwohner

Hinweis: Zahl der neu bekannten Infektionen der letzten 7 Tage bezogen auf 100.000 Einwohner.

Todesfälle Bestätigte Todesfälle (kumuliert) in Nordrhein-Westfalen(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)

Bestätigte Todesfälle (täglich) in Nordrhein-Westfalen(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)

Infektionen in Bezug zur Einwohnerzahl Am 1. August 2020 betrug in Nordrhein-Westfalen mit 49.102 bestätigten Fällen bei 17.932.651 Einwohnern die Inzidenz 273,8 Infektionen pro 100.000 Einwohner.

Infektionen nach Altersgruppen und Geschlecht Nach Daten des RKI verteilen sich die COVID-19-Infektionen in Nordrhein-Westfalen wie folgt nach Altersgruppen und Geschlecht (Stand: 21. September 2020):Robert Koch-Institut: Robert Koch-Institut: COVID-19-Dashboard. Online unter www.experience.arcgis.com. Abgerufen am 22. Sept. 2020.

Infektionen in Nordrhein-Westfalen nach Altersgruppen und Geschlechtnach Daten des RKI

Belegung der Intensivstationen Anzahl der Personen, die zuletzt laut DIVI intensiv behandelt werden mussten, mit Anteil der davon invasiv beatmeten Personen.Das deutsche Intensivregister DIVI publiziert täglich aktualisierte Zahlen zur Belegung getrennt nach Ländern, mit einer Sondernennung der Personen, die wegen COVID-19 behandelt und beatmet werden Es ist zu berücksichtigen, dass sich nicht alle Kliniken am DIVI beteiligen. Die Presse berichtet unter Berufung auf die Landesbehörden teilweise höhere Zahlen. Ausgehend von den Zahl des Intensivregisters, wuchs die Zahl der Intensivpatienten bis zum 5. November täglich um 15 %. Die Zahl der freien Betten war in dieser Zeit von 2.000 auf 1.650 gesunken. Wenn sich der Trend so fortgesetzt hätte, wäre die Zahl der freien Betten schon Ende November erschöpft gewesen. Später war das Verhalten schwächer steigend. Seit Jahresbeginn fallen die Zahlen wieder.

Reaktionen und Maßnahmen der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen sowie Kritik daran mini|Der Kölner Dom ist nur noch für Betende geöffnet. Öffentliche Gottesdienste wurden untersagt, auch touristische Besuche sind nicht mehr erlaubt. mini|Zugang zu einer Kölner Apotheke nur durch Klingeln und maximal für 2 Personen gleichzeitig alternativtext=|mini|Spielplätze wurden behördlich gesperrt

Februar 2020 Nachdem Ende Februar erste COVID-19-Infektionen in Gangelt im Kreis Heinsberg aufgetreten waren, riet das NRW-Gesundheitsministerium dazu, bei Symptomen nicht einfach zum Arzt zu gehen. Wer glaube, Symptome einer Coronavirus-Infektion zu haben, solle sich anhand der Hinweise zu den genauen Symptomen erst Klarheit verschaffen sowie entsprechenden Handlungsempfehlungen folgen, die vom Ministerium veröffentlicht wurden.Westfälische Rundschau: Coronavirus in NRW. 26. Februar 2020. Online unter www.wr.de. Am 29. Februar 2020 eröffnet das Universitätsklinikum Köln ein Infektionsschutzzentrum, zunächst in Kooperation mit dem Gesundheitsamt der Stadt Köln und der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein. Kurzfristig werden die Gebäude Haus 16 und Haus 11 auf dem Campus der Uniklinik Köln, welche bereits zum Abbruch bereit stehen, reaktiviert und beherbergen nun das erste Infektionsschutzzentrum in NRW. Bis heute sind hier über 200.000 Menschen mittels PCR getestet worden. Abgerufen am 7. April 2020. Ullrich Sierau, der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, kritisierte die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen Ende Februar 2020 für das bisherige Krisenmanagement. Er bemängelte eine fehlende landesweite klare Kommunikationsstruktur und unzureichende Information. Er forderte klare Vorgaben für den Umgang mit dem Coronavirus vor Ort.Süddeutsche Zeitung: Wissenschaft. Dortmund kritisiert Land. Keine Klarheit im Umgang mit Corona. 28. Februar 2020. Online unter www.sueddeutsche.de. Abgerufen am 7. April 2020. (dpa-Meldung)WELT: Dortmund kritisiert Land: keine Klarheit im Corona-Umgang. 28. Februar 2020. Online unter www.welt.de. Abgerufen am 7. April 2020. Die Stadt sehe sich zwar in der Lage, auf die dynamische und schwer einzuschätzende Lage zu reagieren, jedoch wurde die Kritik laut, dass sie und die Kommunen nur unzureichend informiert worden seien.WAZ: Dortmund kritisiert das Land NRW für Corona-Krisenmanagement. 28. Februar 2020. Online unter www.waz.de. Abgerufen am 7. April 2020.Westfälische Rundschau: Coronavirus in NRW. 28. Februar 2020. Online unter www.wr.de. Abgerufen am 7. April 2020.

März 2020 Seit 13. März 2020 wurden vom Landeskabinett verschiedene Maßnahmenpakete zur Eindämmung des Coronavirus in Nordrhein-Westfalen verabschiedet, u. a. wurden Besuche in Alten- und Pflegeheimen und Kliniken beschränkt.

Mit dem ersten Maßnahmenpaket wurde die Schließung von Grundschulen und weiterführende Schulen vom 16. März bis zum 19. April 2020 sowie von Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen, Heilpädagogische Kindertageseinrichtungen oder „Kinderbetreuung in besonderen Fällen“ beschlossen. Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Schüler von Eltern die beide als Personal kritischer Infrastrukturen tätig sind, müssen weiterhin angeboten werden.

An den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen wurde der Vorlesungsbeginn des Sommersemesters 2020 bis zum Ende der Osterferien verschoben. Die landeseigenen Kultureinrichtungen (Schauspielhaus Düsseldorf, Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Kunsthaus NRW Kornelimünster) wurden ab sofort und zunächst bis einschließlich 19. April für die Öffentlichkeit geschlossen. Veranstaltungen auch mit weniger als 1.000 Teilnehmern sollen abgesagt werden, wenn sie nicht notwendig sind. Besuche in den Alten- und Pflegeeinrichtungen und in Krankenhäusern wurden auf das Notwendigste eingeschränkt. Zusätzlich zum im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales eingerichteten Corona-Lagezentrum wurde zur weiteren Unterstützung und Abstimmung mit dem Bund unter Leitung des Chefs der Staatskanzlei, Staatssekretär Nathanael Liminski, ein „Krisenkoordinationsrat Corona“ eingerichtet, dem alle Staatssekretäre der Landesregierung angehören.