F. A. Beyes war eine im 19. Jahrhundert von Friedrich August Beyes gegründete Uhrenfabrik mit Sitz in Hildesheim. Das Unternehmen war spezialisiert auf Großuhren wie Turmuhren, Hof- und Fabrikuhren sowie Uhren für die Eisenbahn.Deutsche Uhrmacher-Zeitung. Organ des Central-Verbandes der Deutschen Uhrmacher, 3. Jahrgang, Nummer 24 vom 15. Dezember 1879, Verlag und Expedition bei R. Staeckel, Berlin, W. Markgrafen-Strasse 48, passim; Digitalisat über Google-Bücher
Geschichte Die Hildesheimer Großuhrenfabrik wurde zur Zeit des Königreichs Hannover im Jahr 1863 gegründet und nach wenigen Jahren mehrfach für ihre Uhren ausgezeichnet. Gründer, Inhaber und Namensgeber war der Großuhrmacher Friedrich August Beyes.Handelsregisterbekanntmachung, Hannoverscher Kurier vom 5. Januar 1893, Seite 8, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 11. Januar 2025, Direktlink.
mini|Turmuhrwerk (1869) St.-Martin-Kirche Markoldendorf
In den 1860er Jahren ist eine Zusammenarbeit von F. A. Beyes mit dem hannoverschen Hof-Uhrenhändler und Turmuhrmacher A. B. Dökel nachgewiesen: Deren gemeinschaftlich präsentierte „Thurmuhr, 30 Stunden Gehwerk, mit Viertel und Betglockenwerk“ hatte der Gewerbe-Verein für Hannover ab Mitte 1868 als Neuigkeit „in der permanenten Gewerbe-Ausstellung“ aufgestellt.Hannoversches Wochenblatt für Handel und Gewerbe. Organ des Gewerbe-Vereins für Hannover und der Hannoverschen Handelskammern, Jahrgang 1868, Nummer 14 vom 20. Juni 1868, Hannover: Hofbuchdruckerei der Gebr. Jänecke, 1869, Spalte 115; Digitalisat über Google-Bücher Die Räumlichkeiten fanden sich seinerzeit im 2. Stockwerk der Hannoverschen Bank in der Georgstraße Ecke Schillerstraße, wo später das hannoversche Karstadt-Haus errichtet wurde.Ludwig Meyer (Hrsg.): Das Heim, in der.: 100 Jahre Gewerbe-Verein für Hannover 1834 – 1934, Hannover: hrsg. und verlegt von Ingenieur Ludwig Meyer, 1934, 100–115; hier: S. 100f.
Für ihre auf der Allgemeinen Gewerbeausstellung der Provinz Hannover im Jahr 1878 gezeigten Produkte erhielt F.A. Beyes den zweiten Preis. Ende 1879 warb die Firma in einer Annonce in der Deutschen Uhrmacher-Zeitung damit, dass ihre Erzeugnisse bereits „auf 5 Ausstellungen“ prämiert worden waren.
Der Uhrmacher und Inhaber der gleichnamigen Firma F. A. Beyes war zeitweilig Teilhaber des Geschäfts von Robert Heyer in Hamburg, der ebenfalls Turmuhren herstellte.Zeitschrift für Instrumentenkunde, 1889, S. 371; Vorschau über Google-Bücher
Nach dem Tod von Friedrich August Beyes folgte 1902 Wilhelm Beyes als Inhaber nach.Handelsregisterbekanntmachung, Hannoverscher Kurier vom 31. Mai 1902, Seite 8, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 11. Januar 2025, Direktlink. Wilhelm Beyes erschoss sich im Februar 1912 im Bürgerpark von Braunschweig, wohl aufgrund eines Gemütsleidens.Hannoverscher Kurier vom 15. Februar 1912, Seite 3, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 11. Januar 2025, Direktlink.
Bayes ging laut „Hildesheimer Allg. Ztg.“ 1912 durch Kauf in den Besitz des Turmuhrenfabrikanten Weule-Bockenem über. Der Betrieb wurde in Hildesheim unter der bisherigen Firma fortgesetzt.Hildesheimer Allg. Ztg. S. 436 1933 wurde das inzwischen als Kommanditgesellschaft geführte Unternehmen aufgelöst und die Firma F. A. Beyes für erloschen erklärt.Deutscher Reichsanzeiger und preußischer Staatsanzeiger vom 7. Februar 1933, Seite 3, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 11. Januar 2025, Direktlink.
Bekannte Uhrwerke mini|Uhrwerk in der Filialkirche St. Georg (Wollbrandshausen)
1869: Uhrwerk im Turm der St.-Martin-Kirche Markoldendorf 1884: Uhrwerk im Turm von St. Pankratius (Beuren, Eichsfeld) 1888: Turmuhr der ev. Kirche in Altenstädt, Landkreis Kassel; bis 1964 in Betrieb 1889: Turmuhr der ev. Kirche in Adorf, Landkreis Waldeck-Frankenberg; in Betrieb 1890: Turmuhr auf Rittergut Eckerde I der Familie von Heimburg in Eckerde, Region HannoverAndreas Kannegießer: Nachrichten/Barsinghausen / 130 Jahre alte Turmuhr in Eckerde schlägt endlich wieder, illustrierter Artikel auf der Seite der Tageszeitung Neue Presse vom 27. Dezember 2019, zuletzt abgerufen am 1. April 2020 1891: Uhrwerk im Turm von St. Georg (Wollbrandshausen). Signatur und Datierung im gusseisernen Rahmen des Werks; jetzt funktionslos. 1892: Uhrwerk im Turm der Bernwardskirche in Groß Lafferde 1892: Uhrwerk im Turm der Stadtkirche PreetzWo Zeitumstellung Handarbeit ist, kielerexpress-online.de, 23. März 2017, abgerufen am 14. Januar 2022 1894: Uhrwerk im Turm der Catharinen-Kirchen, Martfeld. Signatur und Datierung im gusseisernen Rahmen des Werks; jetzt funktionslos. 1896: Turmuhr im Wasserturm auf Gut Bossee in Westensee bei Rendsburg, eingebaut von Robert HeyerTorsten Müller: , Artikel auf der Seite der Kieler Nachrichten vom 29. Juli 2017, zuletzt abgerufen am 1. April 2020 1897: Uhrwerk im Turm der Dorfkirche Kirch Mummendorf (MV) 1898: Turmuhr der ev. Kirche in Eichenberg, Werra-Meißner-Kreis; außer Betrieb 1910: Uhr in der Michaeliskirche in Lüneburg um 1911: Uhrwerk in dem nach Plänen des Architekten Otto Haesler errichteten [heute „alten]“ Schulhaus im Ortsteil Bannetze von Winsen (Aller), Landkreis CelleLothar H. Bluhm: Winsen / Bannetze / 100 Jahre altes Uhrwerk kehrt zurück, Artikel auf der Seite der Celleschen Zeitung vom 20. Mai 2011, zuletzt abgerufen am 1. April 2020 1913: Einbau einer beim Sudenburger Uhrmachermeister Herrmann-Ernst Meyer in Auftrag gegebenen Turmuhr in St. Marien (Magdeburg-Sudenburg)
Weblinks F.A. Beyes auf watch-wiki.org
Einzelnachweise
Kategorie:Uhrenhersteller (Deutschland) Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Landkreis Hildesheim) Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Hildesheim) Kategorie:Unternehmensgründung 1863