Die Miles M.38 Messenger ist ein viersitziges Verbindungs- und Privatflugzeug des britischen Herstellers Miles Aircraft.

Entwicklung und Konstruktion mini|Messenger bei einer Luftfahrtshow in Australien, 1998 Die Messenger wurde nach den Anforderungen der British Army an ein widerstandsfähiges, langsam fliegendes und wartungsarmes Aufklärungs- und Verbindungsflugzeug entwickelt.

Sie ist ein freitragender Tiefdecker mit Spornradfahrwerk und wird von einem Reihenmotor de Havilland Gipsy Major 1D angetrieben.

Neben einziehbaren Hilfsklappen, die dem Flugzeug eine maximale Tragflächenbelastung von circa 12,5 lb/ft² (61 kg/m²) verleihen, verfügt die Messenger über ein Dreifachleitwerk, das auch bei einer extrem niedrigen Stallgeschwindigkeit von für ausreichende Manövrierfähigkeit sorgt.

Der Prototyp wurde auf Basis der M.28 Mercury entwickelt und absolvierte seinen Jungfernflug am 12. September 1942 – etwa drei Monate nach der Auftragsvergabe durch die British Army.

Bei einem informellen Testflug durch eine Aufklärungsstaffel wurde festgestellt, dass die Messenger erfolgreich alle Anforderungen der British Army erfüllte. Das Ministry of Aircraft Production, das an dem Testflug nicht beteiligt war, rügte George Miles jedoch dafür, keine Genehmigung zur Entwicklung des Flugzeugs vom Ministerium eingeholt zu haben. Daher wurden keine Messenger als Aufklärungsflugzeuge bestellt. Stattdessen setzten die Aufklärungseinheiten Muster anderer Hersteller beispielsweise von Auster Aircraft ein.

Während des Krieges experimentierte Miles weiter mit dem Prototyp und schlug vor, die Maschine unter der Bezeichnung M.38A als U-Boot-Jäger einzusetzen. Das Flugzeug sollte von schmalen, langen Decks auf kleinen Handelsschiffen aus operieren und mittels eines Fanghakens landen. Dazu fanden am Standort in Woodley Landeversuche auf eine Flugdeckattrappe statt, bei denen Passagiere das Gewicht von Wasserbomben simulierten. Offizielles Interesse an diesem Einsatzprofil zeigte sich jedoch nicht.

Nichtsdestotrotz bestellte die Royal Air Force Messenger-I-Flugzeuge in kleiner Stückzahl, die für den V.I.P.-Transport eingesetzt wurden. Verwendet wurden die Maschinen unter anderem vom Marshal of the Royal Air Force Arthur Tedder, 1. Baron Tedder und von Field Marshal Bernard Montgomery.

Produktion und Logistik mini|In den Niederlanden registrierte Messenger 2A auf dem White Waltham Airfield, 1954 mini|In Australien registrierte Messenger, circa 1963 Von den einundzwanzig während des Krieges gebauten Messenger 1 überstanden siebzehn die Kämpfe. Die meisten wurden nach ihrer Ausmusterung bei der Royal Air Force für die zivile Nutzung umgebaut und unter der Bezeichnung Messenger 4A als Privat- und Geschäftsflugzeuge genutzt.

Im Jahr 1994 wurde der Prototyp unter der Bezeichnung M.48 Messenger 3 mit vollständig einziehbaren, elektrisch gesteuerten Landeklappen und einem Blackburn Cirrus Major III mit ausgerüstet. Diese Entwicklung wurde jedoch nicht weiter verfolgt, da sie keine Vorteile gegenüber den anderen Versionen bot.

Die Nachkriegsproduktion konzentrierte sich auf die Messenger 2A für den zivilen Markt. Die Maschinen wurden in Newtownards in Nordirland gebaut und dann für die Endfertigung nach Woodley geflogen. Nach 71 gefertigten Exemplaren wurde die Produktion im Jahr 1948 eingestellt. 1950 wurde noch eine letzte Maschine aus vorhandenen Teilen zusammengebaut.

Mehrere Exemplare wurden nach Australien, Argentinien, Belgien, Chile, Ägypten, Neuseeland, Südafrika, in den Iran und in die Schweiz verkauft.

Während der 1940er und frühen 1950er Jahre war das Muster ein beliebtes Reise- und Rennflugzeug. Harold Wood gewann in der Messenger mit dem Kennzeichen G-AKBO das King’s Cup Race mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von .

Im Jahr 2011 waren noch mehrere Messenger im Vereinigten Königreich und in Neuseeland bei privaten Eignern und Flugvereinen in Betrieb.

Versionen Messenger 1 Militärische Version für die Royal Air Force; angetrieben von einem de Havilland Gipsy Major ID; 23 Exemplare gebaut Messenger 2A Zivile Version; angetrieben von einem Blackburn Cirrus Major 3; 65 Exemplare gebaut Messenger 2B Dreisitzige Version der 2A; ein Exemplar gebaut Messenger 2C Messenger 2B, angetrieben von einem de Havilland Gipsy Major 1D; ein Exemplar gebaut Messenger 3 Version der 2A mit Doppelsteuerung; ein Exemplar gebaut; später mit M.48 bezeichnet Messenger 4 Messenger 2A, angetrieben von einem de Havilland Gipsy Major 10; drei Exemplare gebaut Messenger 4A Zivile Version angetrieben von einem de Havilland Gipsy Major 1D; ein Exemplar gebaut, 19 Exemplare der Messenger 1 umgebaut Messenger 4B Umbau einer Messenger 4A mit einem de Havilland Gipsy Major 10 Messenger 5 Umbau einer Messenger 1 mit einem Blackburn Cirrus Bombardier 702 M.38A Mariner Ursprünglicher Prototyp der Messenger, ausgerüstet mit einem Fanghaken für Versuche auf einem Flugzeugträger Handley Page HP.93 Version der Messenger, die von der Handley Page Aircraft Company für Flugtests verwendet wurde

Betreiber

Royal Air Force Air Kruise Boston Air Transport Patrick-Duval Aviation Tyne Taxis Ulster Aviation

Technische Daten (Messenger 2A) Kenngröße Daten Besatzung 1 Passagiere 3 Länge Spannweite Höhe Flügelfläche Flügelstreckung 6,8 Leermasse max. Startmasse Reisegeschwindigkeit Höchstgeschwindigkeit Dienstgipfelhöhe Reichweite Triebwerke 1 × Vierzylinderreihenmotor Blackburn Cirrus Major mit

Siehe auch Liste von Flugzeugtypen

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor Kategorie:Propellerflugzeug mit Dreifachleitwerk Kategorie:Verbindungsflugzeug Kategorie:Aufklärungsflugzeug Kategorie:Flugzeugtyp des Zweiten Weltkrieges (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Erstflug 1942