Die COVID-19-Pandemie in Argentinien tritt als regionales Teilgeschehen des weltweiten Ausbruchs der Atemwegserkrankung COVID-19 auf und beruht auf Infektionen mit dem Ende 2019 neu aufgetretenen Virus SARS-CoV-2 aus der Familie der Coronaviren. Die COVID-19-Pandemie breitet sich seit Dezember 2019 von China ausgehend aus.Lungenärzte im Netz: . Online unter www.lungenaerzte-im-netz.de. Abgerufen am 14. April 2020. Ab dem 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgeschehen des neuartigen Coronavirus als Pandemie ein.Tagesschau: "Tief besorgt". WHO spricht von Corona-Pandemie. 11. März 2020. Online unter www.tagesschau.de. Abgerufen am 14. April 2020.

Verlauf & Maßnahmen

März 2020 Am 3. März 2020 wurde in Buenos Aires der erste positiv getestete COVID-19-Fall in Argentinien registriert. Es war ein 43-Jähriger, der am 1. März aus Mailand (Italien) zurückgekehrt war. Am 7. März 2020 bestätigte das Gesundheitsministerium den ersten COVID-19-Toten des Landes. Erst nach seinem Tod wurde er auf COVID-19 getestet. Er war zugleich der erste dokumentierte COVID-19-Tote in Lateinamerika.

Am 20. März 2020 trat in Argentinien eine landesweite Ausgangssperre in Kraft. Diese verpflichtende soziale Isolation (spanisch Aislamiento Social Preventivo y Obligatorio, ASPO) zählte zu den frühesten und striktesten Ausgangsbeschränkungen weltweit; bis Ende Mai 2021 summierten sich nach einer Auswertung der dortigen Maßnahmen 119 Tage strenger landesweiter Lockdown, 304 Tage weniger strikter Beschränkungen und 35 Tage Ausgangssperren. Seitdem dürfen die 13 Millionen Bewohner des Großraums Buenos Aires, dem Corona-Epizentrum Argentiniens, kaum noch aus ihren Wohnungen oder Häusern.dw.com (Deutsche Welle): Corona: Argentinien und die ewige Quarantäne Argentinien hat etwa 46 Millionen Einwohner.

Die argentinische Regierung (Kabinett Fernández) verlängerte Ausgangsbeschränkungen zunächst bis Mitte April. Am 10. April verlängerte Präsident Fernández die Ausgangsbeschränkungen in großen Städten bis zum 26. April. Sie wurden später mehrmals verlängert, zuletzt Ende August 2020 um zwei Wochen. Seit Ende August dürfen sich wieder bis zu zehn Personen unter freiem Himmel treffen – mit Mundschutz und einem Mindestabstand von zwei Metern.

April 2020 1. April: Das Gesundheitsministerium bestätigte 79 neue Fälle in Chaco (12), Santa Fe (11), der Stadt Buenos Aires (10), Santa Cruz (10), der Provinz Buenos Aires (10), Mendoza (10), Córdoba (6), Neuquén (4), Salta (2), Entre Ríos (1), Corrientes (1), San Luis (1) und Tucumán (1). Sechs neue Todesfälle wurden bestätigt: ein 71-jähriger Mann aus der Provinz Buenos Aires, der 66-jährige chilenische Konsul in Santa Fe, ein 55-jähriger Rabbiner aus der Stadt Buenos Aires, ein 78-jähriger Mann aus Neuquén, ein 73-jähriger Mann aus Mendoza und eine 61-jährige Frau aus der Provinz Buenos Aires. Die Zahl der Fälle lag bei 1.133 und die Zahl der Todesopfer war auf 33 gestiegen.

2. April: 132 neue Fälle wurden in der Stadt Buenos Aires (24) und in den Provinzen Buenos Aires (36), Feuerland (24), Córdoba (16), Santa Fe (8) bestätigt, Neuquén (4), Tucumán (4), Chaco (3), La Rioja (3), San Luis (2), Jujuy (2), Entre Ríos (2), Santa Cruz (2), Santiago del Estero (1) und Corrientes (1). Außerdem wurden vier neue Todesfälle registriert (ein 73-jähriger Mann aus Mendoza, ein 61-jähriger Mann aus Chaco und ein 41-jähriger Mann aus der Provinz Buenos Aires), womit die Zahl der Todesopfer auf 37 und die Zahl der bestätigten Fälle insgesamt auf 1.265 gestiegen ist.

3. April: 88 neue Fälle wurden bestätigt, aus der Stadt Buenos Aires (28) und den Provinzen Buenos Aires (22), Córdoba (14), Santa Fe (8), Chaco (8), Entre Ríos (2), Mendoza (2), Neuquén (1), Río Negro (1), San Luis (1) und Feuerland (1). Fünf neue Todesfälle wurden registriert: zwei Männer aus der Provinz Buenos Aires (87 und 72 Jahre alt), ein 60-jähriger Mann aus Chaco, ein 76-jähriger Mann spanischer Nationalität, der in Mendoza lebt, und eine 53-jährige Frau aus der Provinz Buenos Aires. Bis zu diesem Datum gab es 1353 bestätigte Fälle und 42 Verstorbene.

4. April: Das Gesundheitsministerium gab bekannt, dass 98 neue Fälle aus der Stadt Buenos Aires (34) und den Provinzen Buenos Aires (26), Chaco (8), Feuerland (8), Río Negro (5), Santa Fe (5), Neuquén (4), Córdoba (3), La Rioja (2), Santa Cruz (1), Santiago del Estero (1) und Tucumán (1) registriert wurden. Ein 73-jähriger Mann aus der Provinz Buenos Aires starb, wodurch sich die Zahl der Todesfälle auf 43 erhöhte.

5. April: An diesem Tag wurden 103 neue Fälle bestätigt und die Zahl der Todesopfer stieg auf 48 an (zwei von ihnen starben nach dem offiziellen Bericht des Gesundheitsministeriums).

6. April: Das Gesundheitsministerium gab bekannt, dass in den letzten 24 Stunden 74 neue Fälle bestätigt wurden, womit sich die Zahl der bestätigten Fälle auf insgesamt 1.628 erhöht hat. Es wurden fünf neue Todesfälle gemeldet, drei Männer aus der Stadt Buenos Aires, ein Mann aus der Provinz Buenos Aires und ein weiterer Mann aus Neuquén, womit die Zahl der Todesfälle auf 53 gestiegen ist. Außerdem wurde berichtet, dass bis zum heutigen Tag 325 Personen entlassen wurden.

7. April: 87 neue Fälle und sieben neue Todesfälle wurden gemeldet, womit sich die Gesamtzahl der Fälle auf 1.715 und die Zahl der Todesfälle auf 60 erhöht hat.

8. April: Präsident Fernández kündigte an, dass die obligatorische Quarantäne über den 12. April hinaus verlängert wird, wobei nur wenige Aktivitäten „flexibilisiert“ werden sollen. Das Gesundheitsministerium bestätigte 80 neue Fälle und fünf neue Todesfälle; die Zahl der bestätigten Fälle stieg auf 1.795, die Zahl der Todesfälle auf 65 und die Zahl der Genesenen auf 358.

9. April: Das Gesundheitsministerium gab bekannt, dass in den letzten 24 Stunden 99 neue Fälle bestätigt wurden, womit sich die Zahl der bestätigten Fälle auf insgesamt 1.894 erhöht hat. Es wurden 14 neue Todesfälle gemeldet, so dass die Zahl der Todesfälle auf 79 und die Zahl der Genesungen auf 365 gestiegen ist.

10. April: 81 neue Fälle und drei neue Todesfälle wurden gemeldet, womit sich die Gesamtzahl der Fälle auf 1.975 und die Zahl der Todesfälle auf 82 erhöht. In der Nacht bestätigte Präsident Fernández, dass die Abriegelung in den größeren Städten bis zum 26. April verlängert und die Flexibilisierung der Beschränkungen in Zonen mit geringerem Risiko analysiert werden soll.

11. April: An diesem Tag wurden 167 neue Fälle durch das Gesundheitsministerium bestätigt, die bis dahin höchsten, und die Zahl der Todesopfer stieg auf 89 an.

12. April: Das Gesundheitsministerium gab bekannt, dass in den letzten 24 Stunden 66 neue Fälle bestätigt wurden, womit sich die Zahl der bestätigten Fälle auf insgesamt 2.203 erhöht hat. Fünf neue Todesfälle wurden gemeldet, so dass die Zahl der Todesfälle auf 94 und die Zahl der Genesungen auf 467 gestiegen ist.

13. April: Das Gesundheitsministerium nannte 2.272 Infizierte (plus 69), 98 Tote (plus 3) und 514 Genesene.

14. April: 2.432 Fälle (plus 160) und 105 Tote (plus 7).

15. April: 2.560 Fälle (plus 128), 112 Tote (plus 7) und 595 Genesene.

16. April: 2.658 Fälle (plus 98), 122 Tote (plus 10).

Weiterer Verlauf 2020 Trotz des frühen und über Monate aufrechterhaltenen Lockdowns – Medien sprachen verbreitet von der „längsten Quarantäne der Welt“ – stiegen die Infektionszahlen im weiteren Jahresverlauf 2020 kontinuierlich an. Anfänglich entfielen bis zu 90 Prozent der bestätigten Fälle auf den Großraum Buenos Aires; im weiteren Verlauf verlagerte sich das Infektionsgeschehen zunehmend in das übrige Land.

Am 28. August 2020 waren 392.009 COVID-19-Infizierte registriert: 8271 von ihnen starben an oder mit Covid-19,www.worldometers.info (abgerufen am 29. August 2020) über die Hälfte von ihnen allein im August 2020. Mitte Oktober 2020 überschritt das Land die Marke von einer Million bestätigten Infizierten. Zeitweise wies Argentinien dabei die weltweit höchste Zahl an COVID-19-Todesfällen je Einwohner auf.

Die Pandemie verschärfte die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage. Für das Jahr 2020 sagte die Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) einen Rückgang des argentinischen Bruttoinlandsprodukts um rund zehn Prozent voraus, und die Armut nahm deutlich zu. Am 29. Dezember 2020 begann Argentinien als eines der ersten Länder Lateinamerikas mit der Impfung gegen COVID-19. Zum Einsatz kam zunächst der russische Impfstoff Sputnik V; rund 300.000 Dosen wurden landesweit zuerst an das Gesundheitspersonal verteilt. Bis zum Jahresende 2020 waren in Argentinien mehr als 43.000 Menschen im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben.

Zweite Welle (2021) Zu Jahresbeginn 2021 gingen die Fallzahlen vorübergehend zurück, bevor das Land ab Ende März 2021 von einer ausgeprägten zweiten Welle erfasst wurde. Angesichts steigender Zahlen verhängte die Regierung ab dem 16. April 2021 erneut Bewegungseinschränkungen. Im Mai 2021 verzeichnete Argentinien mit zeitweise mehr als 16 Todesfällen je eine Million Einwohner pro Tag die weltweit höchste tägliche Sterblichkeit; am 18. Mai wurden ein Höchstwert von 745 Todesfällen sowie rund 40.000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet. Den Höhepunkt der Sterblichkeit erreichte die zweite Welle am 3. Juni 2021 mit 652 Todesfällen an einem Tag.

Am 15. Juli 2021 überschritt Argentinien die Marke von 100.000 Corona-Toten; allein am Vortag waren 614 Todesfälle hinzugekommen, und mehr als 4,7 Millionen der rund 45 Millionen Einwohner hatten sich seit Beginn der Pandemie mit dem Coronavirus infiziert. Damit zählte das Land zu den weltweit am stärksten betroffenen; in Lateinamerika waren zur gleichen Zeit auch Peru und Brasilien besonders betroffen.

Mit dem Fortschritt der Impfkampagne gingen die Fallzahlen anschließend über mehrere Wochen deutlich zurück. Parallel breitete sich die Delta-Variante aus, deren erste Fälle überwiegend bei Einreisenden festgestellt wurden, bevor ab Ende August 2021 auch Übertragungen ohne Reisebezug nachgewiesen wurden.

Seit August 2021 Begleitet wurde die Pandemie von einer schweren Wirtschaftskrise und einem deutlichen Anstieg der Armutsrate auf über 40 Prozent; die Inflation lag bei rund 50 Prozent. Bei den Parlamentswahlen am 14. November 2021, bei denen die Hälfte der Abgeordnetenkammer und ein Drittel des Senats neu gewählt wurden, verlor das peronistische Regierungsbündnis Frente de Todos seine absolute Mehrheit im Senat; das oppositionelle Bündnis Juntos por el Cambio erzielte landesweit etwa 42 Prozent der Stimmen gegenüber rund 33 Prozent für die Regierungsallianz.

Nach Fortschritten bei der Impfung – bis Ende Dezember 2021 hatten über 90 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Dosis erhalten – und zurückgehenden Infektionszahlen wurden zahlreiche Einschränkungen gelockert.

Dritte Welle (Omikron) 2021/2022 Ab Mitte Dezember 2021 stiegen die Neuinfektionen – obwohl auf der Südhalbkugel Sommer war – rasch an; als Ursache gilt die hochansteckende Omikron-Variante.zdf.de Diese dritte Welle wuchs deutlich schneller als die vorangegangenen und erreichte in der zweiten Kalenderwoche 2022 mit rund 885.000 gemeldeten Fällen ihren Höhepunkt, ging jedoch mit weniger schweren Verläufen und Todesfällen einher als die früheren Wellen. Die höchste Zahl an Todesfällen dieser Welle wurde am 27. Januar 2022 mit 333 Verstorbenen verzeichnet; anschließend gingen die Fallzahlen über mehrere Wochen kontinuierlich zurück. Bis zum 20. Dezember 2021 waren nach offiziellen Angaben insgesamt rund 5,39 Millionen Infektionen und etwa 117.000 Todesfälle registriert worden.

Ende des Gesundheitsnotstands