Umifenovir ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Virostatika. In Russland ist das Mittel unter dem Markennamen Arbidol zur oralen Behandlung verschiedener Virusinfektionen, darunter der Influenza A und B, zugelassen,Vidal, abgerufen am 30. März 2020 (russisch). auch in China sollen Zulassungen bestehen.重大突破!阿比朵尔和达芦那韦可抑制新冠病毒, cj.sina.com, 5. Februar 2020 (chinesisch).Китай официально признал «Арбидол» лекарством против коронавируса, «The Bell», 19. Februar 2020 (russisch).
Pharmazeutisch verwendete Salze sind das Umifenovirhydrochlorid UNII: 8CXV4OU367 bzw. Umifenovirhydrochlorid-Monohydrat. UNII: YFE0A1FOSX
Wirkungsmechanismus Umifenovir gehört zu den Fusionsinhibitoren, das heißt, es interagiert mit dem Hämagglutinin des Virus und verhindert die Fusion der Lipidmembran des Virus (Virushülle) mit der Zellmembran der Wirtszelle. Dies verhindert den Eintritt von Viren in die Wirtszelle.Y. S. Boriskin et al.: Arbidol: a broad-spectrum antiviral that inhibits acute and chronic HCV infection. Virology Journal, Band 56 (2006) doi:10.1186/1743-422X-3-56
In der Gebrauchsinformation von Arbidol werden eine in-vitro-Hemmung insbesondere des Influenza-A- und -B-Virus, einschließlich der hoch pathogenen Subtypen A-H1N1-pdm09 und A-H5N1, sowie anderer Erreger von akuten respiratorische Virusinfektionen (Acute Respiratory Viral Infections, ARVI), die mit einem schweren akuten respiratorischen Syndrom (SARS) assoziiert sind (etwa Coronaviren); ferner Rhinoviren, Adenoviren, Pneumoviren und Parainfluenza-Virus (Paramyxoviren) angegeben.Vidal: Gebrauchsinformation Arbidol Suspension zur oralen Verabreichung, abgerufen am 30. März 2020.
Umifenovir soll nicht nur eine spezifische antivirale Wirkung gegen Influenza-A- und Influenza-B-Viren, sondern auch modulatorische Wirkungen auf das Immunsystem besitzen.R. G. Glushkov et al.: Mekhanizmy immunomoduliruiushchego deĭstviia arbidola [Mechanisms of arbidole's immunomodulating action]. Vestnik Rossiiskoi Akademii Meditsinskikh Nauk, Band 3 (1999), S. 36–40. PMID 10222830.
Therapeutische und experimentelle Anwendung In Russland ist Umifenovir als Arbidol zugelassen zur Vorbeugung vor und Behandlung von Influenza A und B, anderen akuten Virusinfektionen der Atemwege, zur Therapie akuter Darminfektionen der Rotavirus-Ätiologie, sowie zur unspezifischen Prophylaxe und Behandlung des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS).
2020 wird Umifenovir für die Therapie von COVID-19 erprobt. In einer in Wuhan durchgeführten Studie an moderat erkrankten Patienten hatten sich knapp 56 Prozent nach sieben Tagen erholt. Bei einer Vergleichsgruppe, der Favipiravir gegeben wurde, lag die Quote bei 71 Prozent. In einer kleineren Gruppe von zu Beginn der Therapie schwerkranken Patienten zeigte sich kein deutlicher Unterschied. Die Ergebnisse dieser Studie werden jedoch bezweifelt.
Einzelnachweise
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