mini|John G Lake
John Graham Lake (* 18. März 1870 in West Perth Township, Ontario, Kanada; † 16. September 1935 in Spokane, Washington, USA) war ein kanadischer Geschäftsmann, Heilungsevangelist und Missionar, sowie Gründer der Apostolic Faith Mission of South Africa in Johannesburg und der Healing Rooms in Spokane.
Leben John Graham Lake wurde 1870 im West Perth Township, Ontario, geboren und wuchs in Sault Ste. Marie, Michigan als Sohn von James M. Lake (1841–1925) und seiner Frau Elizabeth Graham (1839–1913) auf. Er war eines von 16 Kindern auf, wobei acht frühzeitig starben. Namentlich bekannt sind Irene Lake Moffat (1864–1934), James Graham Lake (1879–1931) und Bertha Elizabeth Lake Scott (1885–1959). (12. Juni 2009, englisch, abgerufen am 19. Mai 2026)
Im Jahr 1886 nahm er bei der Heilsarmee den christlichen Glauben an, später erklärte ihm ein Farmer die Bedeutung der Heiligung. 1891 besuchte er die Methodist School of Ministry in Chicago, und er soll in einer methodistischen Gemeinde in Peshtigo, Wisconsin, ordiniert worden sein, wandte sich allerdings einem anderen Berufszweig zu und wurde in der Zeitungs- und Immobilienbranche tätig. Er gab die Zeitung The Harvey Citizien in Illinois heraus.
Am 5. Februar 1893 heiratete er Jennie Stephens († 1908), und sie hatten zusammen sieben Kinder. Bald erkrankte sie an Tuberkulose und einem Herzleiden. Aufgrund der als unheilbar geltenden Krankheit seiner Frau suchte Lake mit seiner Familie den Geistheiler John Alexander Dowie in seinen Heilungshäusern in Chicago auf. Nachdem das Gebet Dowies eine Genesung bewirkt haben soll, schloss sich Lake dessen Kirche an und zog 1901 in die von ihm gegründete Stadt Zion City, Illinois, wo er bis 1904 als Bauleiter arbeitete. Hier erlebte er den Erfolg und Niedergang des Theokraten Dowie. 1904 kehrte er nach Chicago zurück, um als Geschäftsmann tätig zu sein. Nachdem Charles Fox Parham im September 1906 in Zion City evangelisiert und die neue Pfingstlehre verbreitet hatte, schloss sich Lake der Bewegung an und soll 1907 bei Thomas Hezmalhalch († 1934) die Taufe mit dem Heiligen Geist empfangen haben. Gemeinsam mit F. F. Bosworth besuchte er die Azusa Street in Los Angeles, von wo aus die Pfingstbewegung im Jahr zuvor ihren Anfang genommen hatte.Cecil M. Robeck, The Azusa Street Mission and Revival, Thomas Nelson Inc., Nashville, Tennessee 2006, S. 275 Fortan traten Lake und Bosworth aber getrennt agierend als pfingstlerische Heilungsevangelisten auf und beteten wie einst Dowie für viele der kranken Zuhörer.
Seinem inneren Drang zur missionarischen Tätigkeit folgend, verkaufte Lake 1907 seinen Besitz und reiste 1908 gemeinsam mit seiner Familie und seinem Freund Thomas Hezmalhalch nach Südafrika, wo die Kirche Dowies bereits eine Niederlassung hatte.Roy Weremchuk: Thus Saith the Lord?, Deutscher Wissenschafts-Verlag, Baden-Baden 2019, S. 186 In Johannesburg konnte er durch eine Frau namens C. L. Goodenough vermittelt eine Predigervertretung übernehmen, die viele Zulus anzog und erweckliche Aufbrüche auslöste. Er gründete zuerst den Apostolic Tabernacle mit etwa hundert angeschlossenen Gemeinden, 1912 die Apostolic Faith Mission und die Zion Christian Church.J. Gordon Melton, The Encyclopedia of Religious Phenomena, Visible Ink Press, Canton, Michigan 2008, S. 195 Seine Frau starb am 22. Dezember 1908 infolge Unterernährung und Erschöpfung, ihre gemeinsamen Kinder waren vernachlässigt worden. 1909 kehrte Lake nach Amerika zurück, um Mitarbeiter zu gewinnen und Geldmittel zu beschaffen. 1910 reiste er erneut nach Südafrika, aber sein Freund Hezmalhalch trennte sich von ihm. Nach einer überaus erfolgreichen Missionsarbeit kehrte Lake 1913 von Johannesburg in die USA zurück. Die von ihm gegründete Zionskirche hatte nun 725 Gemeinden, 1.250 Prediger und etwa 100.000 Mitglieder.About John G. Lake, 'John G. Lake Ministries, Website jglm.org (amerikanisches Englisch, abgerufen am 19. Mai 2026)
In Milwaukee heiratete er 1913 Florence Switzer in zweiter Ehe, mit der er fünf Kinder hatte. In Spokane, im Nordwesten der USA, gründete er 1914 The Divine Healing Institute, und er eröffnete dabei 1915 der Glaubensheilung dienende Healing Rooms.John G. Lake, Website william-branham.org (2026, amerikanisches Englisch, abgerufen am 19. Mai 2026) Dort sollen sich in sechs Jahren um die 100.000 Wunder ereignet habenJohn G. Lake − A Healing Evangelist, Website healingrooms.com (2026, amerikanisches Englisch, abgerufen am 19. Mai 2026), ein Nachweis konnte jedoch nicht erbracht werden. Nach mehreren Umzügen nach Portland, Oregon und Houston, Texas kehrte er zu seinem Lebensende nach Spokane zurück. In diesen Jahren wurde er auch von dem späteren Pfingstpastor James Gordon Lindsay in seinem Dienst unterstützt und konnte nochmals vierzig Gemeinden in Nordamerika gründen. 1921 wurde er verhaftet, weil er seinen Gemeindemitgliedern wertlose Wertpapiere verkauft hatte, und 1922 angeklagt, weil er eine ansteckende Krankheit nicht gemeldet hatte.John G. Lake, Website william-branham.org (2026, amerikanisches Englisch, abgerufen am 19. Mai 2026)
1935 erlitt er einen Schlaganfall und starb am 16. SeptemberRoy Weremchuk 2019, S. 515Roberts Liardon: Gottes Generäle. Warum sie Erfolg hatten und warum einige scheiterten, Adullam, Grasbrunn 2007, ISBN 978-3-931484-10-1, S. 165–192: John G. Lake. Ein Mann der Heilung. im Alter von 65 Jahren in Spokane. Er wurde auf dem Riverside Memorial Park bestattet. (12. Juni 2009, englisch, abgerufen am 19. Mai 2026)
Wirkung und Kritik Sein Werk, ebenso wie die im Jahr 1999 1999 von Cal Pierce wieder neu eröffneten „Healing Rooms Ministries“ in Spokane, wird heute von der international tätigen Organisation John G. Lake Ministries fortgesetzt, die in 68 Ländern tätig ist.Website Healing Rooms (abgerufen am 26. November 2022).
Die Meinungen über John G. Lake und seinen Heilungsdienst gehen weit auseinander. Die einen wie der amerikanische Pastor Bill Johnson von Bethel Church sehen in ihm einen der größten Evangelisten aller Zeiten, während andere wie der südafrikanische Historiker Barry Morton ihn als Betrüger bezeichnen. Lake hatte viel von John Alexander Dowie in Zion City gelernt und übernommen, dessen Person, Lebenswerk und geistliches Erbe ebenfalls unter Christen sehr umstritten waren.Charles Sigler: John G. Lake: A Wolf in Sheep’s Clothing, Website faith-seeking-understanding.org (19. August 2025, englisch, abgerufen am 19. Mai 2026)
Familie Lake heiratete 1891 Jennie Wallace Stephens (1867–1908). Nach ihrem Tod heiratete er 1913 Florence Myrtle Switzer (1885–1964). Aus beiden Ehen entstammten Kinder, namentlich bekannt sind: Alexander James Lake (1893–1961), Horace Houghton Lake (1895–1970), Otto Bryan Lake (1897–1960), Edna J. Lake Ferguson (* 1900), Irene M. Lake Robinson (1902–1992), Gertrude Lake Reidt (1917–1983) und Roderick Stuart Lake (1919–1937). (12. Juni 2009, englisch, abgerufen am 19. Mai 2026)
Schriften (Auswahl) Feuertaufe im Heiligen Geist, ReformaZion Media, 2015, ISBN 978-3-938972-28-1. Adventures In God, CreateSpace Independent Publishing Platform, 2016, ISBN 978-1-5373-9698-9. In Gottes Abenteuern: Apostel der Heilung, Jesus! Gemeinde Mission, 2001, ISBN 3-930764-03-2. The John G. Lake Sermons on Dominion Over Demons, Disease and Death, Lightning Source Inc., 2015, ISBN 978-1-943866-28-1. Divine Healing: A Gift from God, CreateSpace Independent Publishing Platform, 2016, ISBN 978-1-5412-9612-1. Die Kraft göttlicher Heilung, king2come, 2025, ISBN 978-3-9860201-0-1. Pneumatology: Knowing the Holy Spirit, CreateSpace Independent Publishing Platform, 2017, ISBN 978-1-5425-0050-0. The Flow of the Spirit: Divine Secrets of a Real Christian Life, Whitaker House, 2018, ISBN 978-1-64123-024-7. mit Smith Wigglesworth & Maria Woodworth-Etter: Healing Rain: Revelation from God's Divine Healing Generals, Independently, 2020, ISBN 979-8-6273-0124-2. Völlige Hingabe an Gott, ReformaZion Media, 2020, ISBN 978-3-938972-29-8.
Literatur Isak Burger, Marius Nel: The Fire Falls in Africa, Blessed Hope Publishing, 2008, ISBN 978-3-639-50122-3. Lyton Chandomba: The History of Apostolic Faith Mission and Other Pentecostal Missions in South Africa, AuthorHouse, Bloomington, Indiana, 2010. Kenneth Copeland: John G. Lake: His Life, His Sermons, His Boldness of Faith, Harrison House Publishers, Tulsa, Oklahoma, 2013. Roberts Liardon: John G. Lake: The Complete Collection of His Life Teachings, Whitaker House, New Kensington, Pennsylvania, 2005. Roberts Liardon: Gottes Generäle. Warum sie Erfolg hatten und warum einige scheiterten, Adullam, Grasbrunn 2007, ISBN 978-3-931484-10-1, S. 165–192: John G. Lake. Ein Mann der Heilung. Robert Liardon: John G. Lake on Healing, Whitaker House, 2009, ISBN 978-1-60374-162-0. Talbert Morgan: John G. Lake's Life and Diary, AuthorHouse, Bloomington, Indiana, 2006. Barry Morton: The Devil Who Heals’: Fraud and Falsification in the Evangelical Career of John G Lake, Missionary to South Africa 1908–1913, African Historical Review 44/2, 2012, S. 98–118, doi:10.1080/17532523.2012.739752.Barry Morton: The Devil Who Heals’: Fraud and Falsification in the Evangelical Career of John G Lake, Missionary to South Africa 1908–1913, Website researchgate.net (2012, englisch, abgerufen am 19. Mai 2026) Barry Morton: John G. Lake’s Formative Years, 1870–1908: The Making of a Con Man, 2014.Barry Morton: John G Lake’s Formative Years, 1870–1908: The Making of A Con Man, Website academia.edu (2014, englisch, abgerufen am 19. Mai 2026) Barry Morton: Yes, John G Lake was a con man: a response to Marius Nel, Studia Historiae Ecclesiasticae, Band 43/2, Pretoria 2017, , doi:10.17159/2412-4265/2016/1821.Barry Morton: Yes, John G Lake was a con man: a response to Marius Nel, Website scielo.org (2017, englisch, abgerufen am 19. Mai 2026) Marius Nel: John G. Lake as a fraud, con man and false prophet: Critical assessment of a historical evaluat ion of Lake's Ministry, Studia Historiae Ecclesiasticae, Band 42/1, Pretoria 2016, doi:10.25159/2412-4265/1134.Marius Nel: John G. Lake as a fraud, con man and false prophet: Critical assessment of a historical evaluat ion of Lake's Ministry, Website unisapressjournals.co.za (2016, englisch, abgerufen am 19. Mai 2026)
Monday O. Ogbe: Greater Exploits 1. Mit John G. Lake - Kathryn Kuhlman - Lester Sumrall, IngramSpark, 2023, ISBN 978-1-08-820385-9. Cal Pierce: Eine Vision für Heilungsräume. Wenn Heilung durch Gebet so normal wird wie ein Arztbesuch. Die packende Geschichte der Wiedereröffnung der Heilunsräume von John G. Lake, GloryWorld-Medien, 2011, ISBN 978-3-936322-54-5.
Weblinks
Charles Sigler: John G. Lake: A Wolf in Sheep’s Clothing, Website faith-seeking-understanding.org (19. August 2025, englisch). (12. Juni 2009, englisch). John G. Lake − A Healing Evangelist, Website healingrooms.com (2026, amerikanisches Englisch). About John G. Lake, 'John G. Lake Ministries, Website jglm.org (amerikanisches Englisch). John G. Lake, Website william-branham.org (2026, amerikanisches Englisch).
Einzelnachweise
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