Guy Joosten (geboren am 4. März 1963 in Genk) ist ein belgischer Theater- und Opernregisseur, der regelmäßig in Deutschland arbeitet.

Leben und Werk 1984 gründeten Guy Joosten und Luk Perceval die Blauwe Maandag Compagnie mit Sitz in Antwerpen. In diesem alternativen Theaterkollektiv fungierte er als künstlerischer Leiter und Regisseur. Rasch wurde er eingeladen, auch an anderen Bühnen zu inszenieren, am NTGent, an der Koninklijke Vlaamse Schouwburg in Brüssel und am Brussels Kamertoneel. Es folgten Einladungen nach Amsterdam, Eindhoven und Groningen.

1991, im Alter von 28 Jahren, debütierte er am Wiener Burgtheater mit Nachtwache von Lars Norén, einem Stück, mit welchem er zuvor bereits Preise in den Niederlanden gewonnen hatte. Im Jahr darauf war er bereits Oberspielleiter am Hamburger Thalia Theater, verpflichtet vom damaligen Intendanten Jürgen Flimm. Seine Einstandsinszenierung war 1992 Die Möwe mit Lena Stolze als Nina.taz: Alles im Rahmen, Kritik von Niklaus Hablützel, 18. März 1992

1991 inszenierte er erstmals Oper, an der Vlaamse Opera in Antwerpen. Seither hat er an einer Reihe von Opernhäusern gearbeitet, in Amsterdam, Barcelona, Bern, Bologna, Brüssel, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Genève, Göteborg, Hamburg, Helsinki, Kopenhagen, Leipzig, Lissabon, London, Liège, Madrid, Maribor, Marseille, Monte Carlo, Montpellier, Oviedo, Rouen, Saint-Étienne, St. Gallen, Sofia, Wien und Zürich. 2005 inszenierte er erstmals an der Metropolitan Opera in New York: Die All-Stars-Produktion von Roméo et Juliette von Charles Gounod mit Rolando Villazón und Anna Netrebko in den Titelpartien und mit Plácido Domingo am Pult wurde zwei Jahre später für das Fernsehen aufgezeichnet.Forum Opéra: ROMEO ET JULIETTE, 8. Dezember 2007 2015 wurde seine Elektra-Inszenierung am Teatro Comunale di Bologna mit dem Premio Abbiati für Beste Regie ausgezeichnet. 2018 waren seine Arbeiten erstmals in Asien zu sehen, an der Korea National Opera in Seoul und am Tokyo Nikikai Opera Theatre.

Joosten arbeitete und arbeitet mit bekannten Theaterleuten zusammen, beispielsweise mit den Bühnenbildnern Johannes Leiacker, Katrin Nottrodt und Martin Zehetgruber, dem Choreographen Stijn Celis oder dem Lichtdesigner Manfred Voss. Zu seinen Regieassistenten zählten Johannes Erath und Sandy Tomsits, die in der Folge selbst Opernregisseure wurden. Er unterrichtet auch, an der Universität Hamburg sowie in Amsterdam, Eindhoven, Saarbrücken, Maastricht und Barcelona. Am Königlichen Konservatorium Antwerpen gab er Opernkurse. 2013 gründete er die International Opera Academy in Gent, die er seither leitet. Er gibt auch Meisterklassen, beispielsweise in Antwerpen, Sofia und Tel Aviv.

Ausgewählte Inszenierungen Sprechtheater 1992: Die Möwe von Anton P. Tschechow, Thalia Theater (Hamburg) – mit Lena Stolze als Nina 1995: Der Vater von August Strindberg – Thalia Theater (Hamburg) – mit Swantje Henke

Musiktheater 2002: La Bohème von Giacomo Puccini, Theater an der Wien (Klangbogen), Dirigent: Marco Guidarini 2006: Die lustige Witwe von Franz Lehár, Stadttheater Bern 2008: Die Frau ohne Schatten von Richard Strauss, Deutsche Oper am Rhein, Düsseldorf, Dirigent: John Fiore 2009: Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti, Théâtre Royal de la Monnaie, Brüssel (Cirque Royal), Dirigent: Julian Reynolds 2012: Rumor von Christian Jost, Vlaamse Opera, Antwerpen, UA 2016: Le Cid von Jules Massenet, St. Galler Festspiele, Dirigent: Modestas Pitrėnas 2019: Cardillac von Paul Hindemith, Vlaamse Opera, Antwerpen

Auszeichnungen 1989: Theaterfestivalpreis Rotterdam für die Inszenierung Nachtwache 1989: Belgischer Thalia-Preis für seine Arbeit mit der Blauwe Maandag Compagnie 1999: Kulturbotschafter Flanderns, aufgrund seiner Operninszenierungen 2010: Prix de L’Europe Francophone 2015: Premio Abbiati (Beste Regie) für Elektra in Bologna

Weblinks Operabase, Kurzbiographie (engl.)

Einzelnachweise

Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Opernregisseur Kategorie:Hochschullehrer (Universität Hamburg) Kategorie:Belgier Kategorie:Geboren 1963 Kategorie:Mann