mini|Ciaculli – Heimat der Greco-Familie mini|Sizilianische Südfrüchte als legaler Geschäftszweig der Greco-Familie mini|Organigramm der Greco-Familie mini|Stammbaum der Familie Greco. Schwarz ausgefüllte Felder: bekannte Mitglieder der Cosa Nostra Die aus drei Geschlechtern bestehende Großfamilie der Greco gehörte seit dem späten 19. Jahrhundert einem der mächtigsten und einflussreichsten Mafiaclans auf SizilienAl Cimino: Mafia Crimes. Arcturus Publishing, 2017, ISBN 978-1-78828-417-2. und Kalabriens an. Die Großfamilie regierte sowohl in Ciaculli als auch in Croceverde-Giardini, zwei südöstliche Außenbezirke von Palermo aus einem Zitrusanbaugebiet, welches als Conca d’Oro bezeichnet wird. In KalabrienDas Netzwerk: Wir zeigen, wo die Mafia in Deutschland ist. Möglicherweise ist der Greco-Crescente Clan gemeint hatte sie einen kleineren und weniger bedeutenden Ableger, der auf dem Olivenölmarkt aktiv war. Familienmitglieder waren wichtige hochrangige Persönlichkeiten der sizilianischen Cosa Nostra und der kalabrischen ’Ndrangheta. Salvatore „Ciaschiteddu“ Greco war der erste „Sekretär“ der Sizilianischen Mafia-Kommission, der Cupola als Oberstes Kontrollgremium der Mafia, während Michele Greco, auch bekannt als „der Papst“, einer seiner Nachfolger wurde. Laut Pentito Antonio Calderone „übten die Grecos auf ganz Sizilien effektiv Macht aus.“ Laut Giovanni Brusca war die Familie Greco überaus bedeutend und diejenigen, die in jedem internen Mafia-Krieg den Ausschlag gaben.

Frühe Geschichte Es herrschten zwei unterschiedliche Familienfraktionen, die vermutlich auf den gemeinsamen Vorfahren Salvatore Greco zurückzuführen sind. Salvatore Greco wird im Sangiorgi-Bericht um die Jahrhundertwende als Capomafia von Ciaculli erwähnt. Die andere Fraktion aus dem benachbarten Croceverde-Giardini leitet sich vom Anführer Giuseppe Greco, „Piddu u Tinenti - Piddu der Leutnant“ ab. Giuseppe Greco (* 21. Mai 1894 in Palermo, Sohn des Francesco Greco und der Rosa De Caro; † unbekannt) war Gabelloto von „I Giardini“, einem Landgut von etwa 300 Hektar Zitrusplantage, welches dem Grafen Tagliava gehörte.Peter O. Chotjewitz: Malavita: Mafia zwischen gestern und morgen. Rowohlt Verlag, 2016, ISBN 978-3-688-10008-8. Damit war er ein Vertreter der alten Agrarmafia. Kern ihrer Pflanzungen bildete die berühmte Mandarinensorte Mandarino Tardivo di Ciaculli.

Piddu hatte mit Caterina Ferrara vier Söhne und zwei Töchter, von denen nur zwei in den Bund der Mafia aufgenommen wurden: Francesco Greco: * 1921 Chirurg in Palermo Giuseppe Greco: * 1922 am 1. Oktober von den Greco aus Ciaculli erschossen Michele „U’Papa“ Greco: * 1924, Oberhaupt der Cupola und Obstbauer in Ciaculli (Mafioso) Salvatore „Il Senatore“ Greco: * 1927 „Vermittler“ (Mafioso) Rosa Greco: * 1930 mit einem Beamten in Villabate verheiratet Nunzia Greco: * 1933 mit einem Palermitaner Chirurgen verheiratet

Die Greco-Familie war eine typische Vertreterin der ländlichen Mafia auf Sizilien. 1916 befahl sie die Ermordung eines Priesters, der während einer Sonntagspredigt die Einmischung der Mafia in die Verwaltung kirchlicher Einnahmen und Wohltätigkeitsfonds angeprangert hatte. Im Jahr 1921 tötete ein Angehöriger der Greco, der einen Sgarrosizilianischer Ausdruck für persönliche BeleidigungBedeutung des Wortes Sgarrista empfunden hatte, zwei Scharfhirten zusammen mit ihrer Herde. 1929 feuerte ein anderer Greco zwanzig Kugeln in große Weinfässer eines feindlichen Mafiosi und setzte sich dann inmitten der schäumenden Splitter, um seine Pfeife zu rauchen.Nigel Cawthorne: The History of the Mafia. Arcturus Publishing, 2011, ISBN 978-1-84858-384-9.

Der Greco-Krieg 1939 begann eine blutige Rachefehde zwischen den beiden Fraktionen des Clan während einer Schlägerei um eine Ehrenfrage unter Jugendlichen. Dabei wurde der Sohn von Giuseppe Greco, „Piddu u tinenti“, Chef der Croceverde-Giardini Cosca, getötet. In den Jahren 1946 und 1947 erreichte der Familienkrieg zwischen den Fraktionen aus Ciaculli und Croceverde-Giardini seinen vorläufigen Höhepunkt. Am 26. August 1946 wurden Giuseppe Greco, Chef des Ciaculli-Clans und Schwager von Piddu u tinenti sowie sein Bruder Pietro Greco mit Maschinenpistolen und Handgranaten getötet. Die Ciaculli-Fraktion reagierte einige Monate später, als zwei Soldati von Piddu u tinenti mit einer Lupara, einer typisch sizilianischen Kurzlauf-Schrotflinte, erschossen wurden. Aus Rache entführte die Giardini Cosca zwei Mitglieder der rivalisierenden Fraktion, die anschließend nie wieder gesehen wurden, als Lupara bianca.

Der Kampf zwischen den beiden Clans erreichte am 17. September 1947 mit einer groß angelegten Schießerei auf dem Hauptplatz von Ciaculli einen weiteren Höhepunkt. Zunächst wurde ein wichtiges Mitglied der Giardini Cosca mit einer Maschinenpistole angeschossen. Als ersichtlich wurde, dass er noch nicht tot war, gingen zwei Frauen des Ciaculli-Clans, Antonina (51 Jahre) und Rosalia (19 Jahre) Greco, Witwe und Tochter eines der im Jahr zuvor getöteten Bosse, auf die Straße und töteten das Opfer mit Küchenmessern. Im Gegenzug schossen der Bruder und die Schwester des Opfers auf die Frauen. Dabei wurde Antonina verwundet und ihre Tochter getötet. Ihre Angreifer wurden dann von Antoninas 18-jährigem Sohn erschossen. Insgesamt starben elf Mitglieder der beiden Clans und mehrere andere wurden in der Fehde verwundet, bevor andere Palermitaner Mafiabosse Druck auf Piddu u tinenti ausübten, um die blutige Fehde zu beenden, die zu viel Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich zog. Außerdem sollte Piddu nach der Ermordung der gegnerischen Bosse beide Fraktionen vereinen. Sein Status sollte fortan davon abhängen, wie er mit der Situation umgehen würde.

Mediation der Fehde Giuseppe Piddu Greco bat Antonio Cottone, Chef der Mafia-Familie von Villabate, einer Stadt aus der Nähe von Ciaculli und Croceverde, um Vermittlung. Cottone, der aus den USA deportiert worden war, galt sowohl in Palermo als auch in seinem Heimatdorf Villabate als ein einflussreicher Mafioso und hatte in den USA immer noch gute Verbindungen zu Joe Profaci, der aus seinem Dorf stammte. Zu dieser Zeit hielt sich Profaci auf Sizilien auf und offenbar spielte er eine wichtige Rolle bei den Friedensverhandlungen. Der Frieden zwischen den beiden rivalisierenden Fraktionen des Greco-Clans wurde geschlossen, indem Salvatore „Ciaschiteddu“ Greco (Sohn von Giuseppe Greco von Ciaculli) und seinem Cousin Salvatore Greco, „l'Ingegnere“, die Rechte des Giardini-Nachlasses übertragen wurden. Salvatore Greco, „der Ingenieur“ oder „Totò il Lungo - Totò der Lange“, war der Sohn von Pietro Greco von Ciaculli. Sie wurden Miteigentümer eines Exportgeschäfts für Zitrusfrüchte und Partner eines Busunternehmens. Historiker stehen der Blutfehden-Theorie skeptisch gegenüber. Auf dem Spiel standen die Kontrolle der Zitrusplantagen, die Verwaltung des Geschäftes und des Transportes mit Zitrusprodukten sowie die Kontrolle über die Großhandelsmärkte im Osten Palermos. Sechs der Opfer trugen nicht den Namen Greco. Die Legende der Blutfehde wurde aller Wahrscheinlichkeit nach verbreitet, um die wahren Motive hinter dem Kampf zu verbergen.

Nachkommen der Ciaculli Fraktion Die Söhne des Giuseppe Greco und Pietro Greco: Salvatore „Ciaschiteddu“ Greco (Sohn von Giuseppe Greco und Santa Greco, der Schwester von Piddu u Tinenti) Salvatore Greco (Sohn von Pietro Greco), auch bekannt als „L'Ingegnere“ (der Ingenieur) oder „Totò il Lungo - Totó der Lange“.

Nachkommen der Croceverde Giardini Fraktion Giuseppe Greco, „Piddu u Tinenti“, Chef der Croceverde-Giardini Fraktion, und seine beiden Söhne: Michele Greco „Il Papa“ Salvatore Greco „Il Senatore“. Salvatore war mit der Tochter von Antonio „Nino“ Cottone verheiratet, die als Friedensstifterin zwischen den beiden Fraktionen fungierte.

Piddu bat Antonio Cottone (1904/1905 – 22. August 1956), den Chef der Mafiafamilie von Villabate – Cottone war in der Nachkriegszeit im AMGOT (Allied Military Government for Occupied Territories) beschäftigt – einer Stadt in der Nähe Ciaculli und Croceverde, um Vermittlung. Cottone, der aus den USA abgeschoben worden war, galt sowohl in Palermo als auch in seinem Heimatdorf Villabate als einflussreicher Mafioso, und besaß immer noch gute Verbindungen in den USA, insbesondere mit Joe Profaci, der aus dem gleichen Dorf stammte. Zu der Zeit hielt sich Profaci auf Sizilien auf und es schien, dass er bei den Friedensverhandlungen eine wichtige Rolle spielte.

Konsolidierungsphase und neue Konflikte um den Obst- und Gemüsehandel Piddu zog sich danach weitgehend aus dem aktiven und gefährlichen Leben als Mafioso zurück und ließ sich in einem modernen Haus in Palermo nieder, wo er konsequent Beziehungen und Freundschaften unter den „legalen“ Teilen der oberen Gesellschaft festigte und ausbaute, um seine jüngere Verwandtschaft zu schützen, wenn sie mit dem Gesetz in Konflikt gerieten. Sein Einfluss in den höheren Kreisen von Palermo war beträchtlich. Kardinal Ernesto Ruffini nahm eine Einladung von Piddu Greco an, um die neue Kirche von Croceverde-Giardini zu segnen und anschließend mit ihm zu Abend zu essen. Die Grecos waren Protagonisten des gewaltsamen Konflikts um den Obst- und Gemüsegroßhandelsmarkt in Palermo, der im Januar 1955 aus dem Viertel Zisa nach Acquasanta in der Nähe des Hafens verlegt wurde und damit die empfindlichen Machtverhältnisse in Cosa Nostra störte.Peter T. Schneider, Jane Schneider: Reversible Destiny: Mafia, Antimafia, and the Struggle for Palermo. University of California Press, 2003, ISBN 0-520-92949-7, S. 62. Der Mafia-Clan von Acquasanta versuchte, die Schläger abzuwehren, die traditionell – wie die Grecos und Cottone – der Mafia dei Giardini – Mafia der Gärten angehörten, und die nun gewaltsam in ihr Territorium eindrangen. Die Bosse des Acquasanta Mafia-Clans, Gaetano Galatolo und Nicola D’Alessandro sowie Francesco Greco vom Ciaculli-Clan, einem großen Obst- und Gemüsegroßhändler, wurden bei einem Streit um die Schutzschläger getötet. In einigen Dörfern außerhalb von Palermo, wie Bagheria und Villabate, flammten auf die gleiche Art ein gewalttätiger Konflikt auf, um die Kontrolle im Bewässerungs-, Transport- und Großhandelsmarktgeschäft zu erlangen. Am 22. August 1956 wurde auch Nino Cottone ermordet.Italy: Sicilian Blood. In: Time Magazine. 3. September 1956. Am Ende musste die Acquasanta die Gewinne aus dem Großhandel mit dem Greco Mafia-Clan von Ciaculli teilen, der traditionell die Obst- und Gemüseversorgung der Palermo-Großhandelsmärkte kontrollierte.

Die Greco kämpften in den 1940er Jahren gegen die ArnoneWerner Raith: Die ehrenwerte Firma. Der Weg der italienischen Mafia vom „Paten“ zur Industrie. Verlag Klaus Wagenbach. Berlin. 1983. ISBN 3-8031-2099-3. S. 92, S. 128 um die Vorherrschaft der lokalen Gemüsemärkte im Umland von Palermo. Der Konflikt zwischen den beiden Clans brachen im Jahr 1939 aus und entwickelten sich zu einer blutigen und mindestens ein Jahrzehnt andauernden Vendetta, die auf beiden Seiten Opfer kostete und nahezu mit der Ausrottung der Arnone endete. Gegen Ende der Vendetta mussten die Arnone neue Bundesgenossen suchen, da sie innerhalb ihrer männlichen Verwandtschaft zu starke Verluste erlitten hatten. Die Arnone verbündeten sich mit den Piparresi, Di Peri und Cottone aus der Gegend um Villabate.

Aufstieg in die Kommission