mini|450x450px|Übersicht des im April 2020 erwarteten prozentualen Wachstums der Wirtschaftskraft je Staat für das Jahr 2020. Die braun markierten Staaten hatten einen Rückgang der Wirtschaftskraft zu erwarten. Die grün markierten Staaten erwarteten einen Zuwachs der Wirtschaftskraft. Zu grau markierten Staaten gab es keine Daten. Quelle: Economic Outlook Report des Internationalen Währungsfonds.

Die Wirtschaftskrise 2020–2021 (auch Corona-Wirtschaftskrise oder Corona-Rezession, auf Englisch auch bekannt als Geprägt vom Internationalen Währungsfonds (IWF/IMF): so z. B. Gita Gopinath: The Great Lockdown: Worst Economic Downturn Since the Great Depression. blogs.imf.org, 14. April 2020, abgerufen am 14. April 2020 – The Great Depression ist die Weltwirtschaftskrise der 1920er/1930er Jahre.) entstand im Zuge der COVID-19-Pandemie. In vielen Ländern wurde im Rahmen von angeordneten Massenquarantänen („Lockdowns“) das soziale und wirtschaftliche Leben weitgehend heruntergefahren. Infolgedessen kam es zu Betriebsschließungen und es wurden Ausgangsbeschränkungen und Kontaktbeschränkungen erlassen, um die ungebremste Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 zu verhindern, das die Krankheit COVID-19 verursacht. In vielen Ländern der Welt ist die Wirtschaftsleistung gesunken und die Arbeitslosigkeit gestiegen. Zahlreiche Staaten haben um internationale Kredithilfe gebeten.

Im Zusammenhang mit Investitionsprogrammen wurde und wird diskutiert, wie mit diesen Geldern ein Grüner Wirtschaftsaufschwung (ein Strukturwandel hin zu einer klimaverträglicheren Ökonomie) beschleunigt und gestaltet werden kann.

Mit zunehmendem zeitlichen Abstand von den Anfängen der Pandemie, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) (Stand: Januar 2024) noch nicht für beendet erklärt worden ist, rücken stärker Aspekte in den Vordergrund, die in der Krise unter ökonomischen Aspekten nicht nur eine vorübergehende Konjunkturkrise, sondern auch eine länger anhaltende Strukturkrise sehen, vor allem unter dem Gesichtspunkt nachhaltiger Wirkungen der Störung der Entwicklung von Humankapital bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Geschichte der Wirtschaftsentwicklung während der Pandemie 2020 kam es durch die Epidemie in Wuhan (China) und auch in anderen Teilen Chinas zu ökonomischen Folgen. Am 24. Januar 2020 schloss der Shanghai Disneyland Park wegen des Virusausbruchs zeitweise. Es folgten etwa die Filialen von McDonald’s China in den Städten Wuhan, Ezhou, Huanggang, Qianjiang und Xiantao. Ebenso schloss Google seine Büros, und Toyota gab einen Produktionsstopp bekannt. Zugleich nahm Starbucks 2000 seiner Filialen in China temporär außer Betrieb. McDonald’s schloss bis zu 300 Restaurants, IKEA die 30 Ladengeschäfte in China. Auch Apple ließ seine Filialen geschlossen. Deutsche Großunternehmen stoppten Dienstreisen von und nach China sowie Konferenzen in dem Land.China's travel ban hits hotels hard . Meldung der Bangkok Post vom 28. Januar 2020 auf www.bangkokpost.com (englisch). Die Containerausfuhren per Schiff aus China gingen (im Februar 2020) um 30 Prozent zurück.

Erste Messen wurden auch in Barcelona, GenfCoronavirus: Noch eine Messe kann nicht stattfinden persoenlich.com vom 17. Februar 2020, abgerufen am 19. Februar 2020. und Peking abgesagt.Corona-Virus bremst Peking Motor Show aus auto-motor-und-sport.de vom 17. Februar 2020, abgerufen am 18. Februar 2020. Am 28. Februar wurde der Genfer Auto-Salon, der vom 5. bis zum 15. März stattfinden sollte, abgesagt.nzz.ch, 28. Februar 2020: Der Bund verbietet Veranstaltungen mit über 1000 Personen – wer ist betroffen?.

mini|Indexentwicklung des Dow Jones Januar bis 18. März 2020 mini|Ölpreis für die Sorte WTI Januar bis 10. März 2020 Am 9. März 2020 (einem Montag) kam es nach beginnenden Kursverlusten in den Vortagen zu einem Börsencrash, dem sogenanntem Corona-Crash. An der Wall Street wurde der größte Einbruch der Börsenkurse seit dem Börsenkrach am 19. Oktober 1987 vermeldet. Auch andere Indizes verloren stark. Zudem gab es einen starken Preisverfall am Ölmarkt, für den eine Auseinandersetzung und ein Preiskrieg zwischen den Ölexporteuren Saudi-Arabien und Russland ebenso ursächlich war wie ein Nachfrageeinbruch aufgrund der Corona-Krise, der zu einer Verbilligung des Rohöls seit Jahresbeginn um 25 % geführt hatte. Der Dow Jones und auch der DAX verzeichneten mit einem Verlust von 23 beziehungsweise 25 % jeweils ein historisch schwaches erstes Quartal 2020.Dax und Dow beschließen historisch schwache Quartale, manager-magazin.de, abgerufen am 2. April 2020. Die Rohöl-Sorte WTI wurde Ende März mit unter 20 US-Dollar pro Barrel gehandelt.Ölpreis rutscht auf Krisen-Tief, tagesschau.de, abgerufen am 2. April 2020. Am 20. April 2020 erreichte die US-amerikanische Ölsorte WTI kurzzeitig erstmals einen negativen Wert. Ein Grund war, dass in den USA kurzfristig die Überfüllung der Lager drohte. Der Preis für die Nordseesorte Brent lag am Abend des Tages noch bei 27 Dollar pro Fass.Ölpreis zum ersten Mal in der Geschichte negativ, welt.de, abgerufen am 20. April 2020. Bis Mitte Mai 2020 erholte sich der Ölpreis und lag auch für die Sorte WTI wieder über 30 Dollar, auch nachdem am 9. April eine Kürzung der Fördermengen vereinbart worden war. Unsicherheiten am Ölmarkt durch die Krise und den latenten Konflikt der Förderländer blieben allerdings zunächst bestehen.Warum der Ölpreis wieder steigt, n-tv.de, 21. Mai 2020, abgerufen am 21. Mai 2020. Die NASDAQ hatte Mitte Mai einen höheren Kurs als vor der Pandemie.

mini|Vor Harrods in London, Samstagnachmittag, 28. März 2020 In vielen Ländern nahmen durch die Schließungen von Geschäften und Unternehmen Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit zu. So verzehnfachte sich in der Woche des 26. März 2020 die Zahl von Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe in den USA von 282.000 in der Vorwoche auf rund 3,3 Millionen – ein historisch einmaliger Anstieg. In der folgenden Woche verdoppelte sich diese Zahl; im März verloren fast zehn Millionen US-Amerikaner ihren Arbeitsplatz.Fast 10 Millionen Amerikaner beantragen binnen zwei Wochen Arbeitslosenhilfe, tagesspiegel.de, abgerufen am 2. April 2020. Auch in Österreich, Spanien und Norwegen wurde ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit gemeldet. In Norwegen verfünffachte sich die Arbeitslosigkeit binnen kurzer Zeit, der höchste Wert seit der Depression vor 80 Jahren. Viele Firmen schickten ihre Mitarbeiter zudem ins Homeoffice, was weitreichende Folgen für die Mobilität, etwa bei den Verkehrsbetrieben, hat. Für die USA wird im Frühjahrsquartal mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 8 % gerechnet.

Textilunternehmen fehlten durch Geschäftsschließungen viele Absatzmöglichkeiten. Sie stornierten oder verschoben Aufträge in Bangladesch im Wert von mindestens 1,5 Milliarden Dollar, wodurch die Unternehmen dort ihre Arbeitskräfte nicht mehr bezahlen konnten. In Kambodscha setzten nach Angaben des dortigen Arbeitsministeriums mehr als 110 Bekleidungsfabriken, die zusammen fast 100.000 Arbeiter beschäftigen, wegen der Pandemie ihre Produktion aus.

Gastronomiebetriebe und Ladengeschäfte wurden weltweit geschlossen. Am 21. März 2020 stellte etwa McDonald’s Schweiz den Betrieb bis auf Weiteres komplett ein.Coronavirus: Mc Donalds schliesst alle Filialen, auch Drive-In. In: blick.ch, 21. März 2020, abgerufen am 22. März 2020. Internationale Fluglinien stellten den Betrieb für Passagierflüge ein, darunter am 25. März Emirates. Die IATA sprach von der „schlimmsten Krise“ der Geschichte des internationalen Luftverkehrs und rechnete für 2020 mit Umsatzeinbrüchen von bis zu 44 % oder 252 Milliarden Dollar. Die Luftbewegungen im europäischen Luftraum etwa reduzierten sich Ende März auf ein Viertel des Vorjahreswerts. Sowohl Airbus als auch Boeing legten Anfang April weltweit Produktionsstandorte still. Auch langfristig wurde mit deutlich weniger Flugverkehr und damit einem geringeren Bedarf an Flugzeugen gerechnet, bei vier Monaten Flugbeschränkung bis 2030 etwa 27 % weniger.Der 1000-Kilometer-Nachteil wird Airbus und Boeing zum Verhängnis, welt.de, abgerufen am 8. April 2020.

Amazon verdoppelte etwa im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum seinen Nettogewinn auf 5,3 Milliarden Dollar, im dritten Quartal verdreifachte es seinen Nettogewinn auf 6,3 Milliarden Dollar, was etwa 5,3 Milliarden Euro entsprach. Der Nettogewinn für das Gesamtjahr 2020 steigerte sich um 84 % auf 21,3 Milliarden US-Dollar. Facebook erhöhte im dritten Quartal seinen Gewinn auf 7,9 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal, Alphabet auf 11,2 Milliarden Dollar. In den drei Monaten bis Ende November lag der Nettogewinn von Fedex bei 1,3 Milliarden Dollar nach 660 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.

2021 kam es im Welthandel zu Lieferengpässen bei bestimmten Gütern, darunter Mikrochips, Plastik und Holz.

Prognosen zur Entwicklung der Weltwirtschaft Laut der Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) Ende März 2020 war eine Rezession „unausweichlich“ und wurde als mindestens so folgenreich wie jene in der globalen Finanzkrise 2009 erwartet. Der IWF hatte bereits von 81 Entwicklungs- und Schwellenländern Anfragen nach Krediten erhalten. Die OECD gab bekannt, dass jeder Monat, in dem in einem Staat Ausgangsbeschränkungen existieren, „das jährliche Wirtschaftswachstum um zwei Prozentpunkte“ senkt. Die Welthandelsorganisation (WTO) erwartete Anfang April einen starken Rückgang des Welthandels um 13 bis 32 % im Jahr 2020.Welthandel könnte um bis zu ein Drittel einbrechen, spiegel.de, abgerufen am 10. April 2020 Mitte April 2020 erwartete der IWF „vermutlich die schlimmste Rezession seit der Großen Depression in den 1930er Jahren“. Die Krise sei „wie keine andere bisher.“ Die Weltwirtschaft werde 2020 um etwa 3 % schrumpfen. De facto seien, anders als in der Finanzkrise um 2009, alle Länder betroffen. Für die USA wurde ein Rückgang um 5,9 % prognostiziert, für die Euro-Zone um 7,5 %. Die EU-Kommission ging Anfang Mai 2020 von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung für die Euro-Zone von etwa 7,75 % aus. Auch 2021 werde es keinen vollständigen Ausgleich geben. Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni sprach von einem ökonomischen „Schock“, wie es ihn seit der Großen Depression nicht gegeben habe.„Heftigster Schock seit Großer Depression“, manager-magazin.de Im Juli senkte die Kommission ihre Prognose und ging nunmehr von einem Wirtschaftseinbruch um 8,7 % für die Eurozone und 8,3 % für die Union als Ganzes für 2020 aus. Kommissar Valdis Dombrovskis sagte, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdowns seien „noch schlimmer, als wir ursprünglich erwartet haben“. In der Konjunkturprognose stünden Polen, Dänemark, Schweden, Luxemburg und Deutschland verhältnismäßig gut da; Spanien, Frankreich, Italien und Kroatien seien mit mehr als zehn Prozent Minus die größten Verlierer.EU-Kommission: Rezession in Europa fällt noch stärker aus als befürchtet, handelsblatt.com, 7. Juli 2020, abgerufen am 7. Juli 2020 Grundsätzlich hielt Helmut Ettl, Chef der österreichischen Finanzmarktaufsicht, zu den Prognosen fest: „Corona ist nicht nur für die Gesundheit tückisch, sondern auch bezüglich seiner Wirkung auf die Wirtschaft. Diese Art der Krise kennen wir nicht, wir haben keine Erfahrungswerte.“FMA-Chef Ettl: „Den Absturz der Wirtschaft aufhalten“, in Der Standard vom 3. April 2020.