Der Rostbrauen-Zaunkönig (Troglodytes rufociliatus) ist eine Vogelart aus der Familie der Zaunkönige (Troglodytidae), die in Mexiko, Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua verbreitet ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.
Merkmale Der Rostbrauen-Zaunkönig erreicht eine Körperlänge von etwa 10,0 bis 11,5 cm bei einem Gewicht von ca. 11,0 g. Die gelbbraunen Zügel werden von dunklerem Braun abgegrenzt. Der helle gelbbraune Augenstreif hebt sich von den dunkelbraunen oberen Ohrdecken ab. Der Oberkopf und der Rücken sind warmbraun gefärbt, mit unklaren dunkleren Streifen am Rücken. Der Bürzel ist warmbraun mit dunklen Streifen, die Schultern warmbraun mit einigen gräulich weißen Streifen. Die Handschwingen und Armschwingen sind gräulich schwarz, gelbbraun und braun gemustert. Das Kinn ist gelbbraun, die Kehle und Brust ockerfarben bis gelbbraun, was an den Seiten ins rötlich-gelbbraun mit unklaren dunkleren Mustern übergeht. Die Flanken sind grau, warmbraun und dunkelbraun. Die Mitte des Bauches ist manchmal undeutlich gefleckt, der Unterbauch und Steiß gemustert. Die Steuerfedern sind warmbraun. Die Augen sind braun, der Schnabel dunkel hornfarben mit hellerer Basis am Unterschnabel, die Beine dunkel graubraun. Beide Geschlechter ähneln sich. Jungtiere ähneln ausgewachsenen Vögeln, doch ist die Musterung der Flanken undeutlicher. Die Brustfedern haben außerdem feine dunkle Säume.Donald Eugene Kroodsma u. a.
Verhalten und Ernährung Wenige Daten liegen zur Ernährung des Rostbrauen-Zaunkönigs vor. Es wurde beobachtet, wie er Raupen erbeutete. Sein Futter sucht er meist in Paaren in den relativ niederen Straten in dicken Epiphyten und an Gebüschhalden. Außerdem ist er an den Epiphyten von Baumästen unterwegs.
Lautäußerungen Der Gesang des Rostbrauen-Zaunkönigs ist ein variables, kratziges Gepfeife, welches in klingelndes Getriller übergeht. Außerdem gibt er einen lauten nasalen tsuit-Ton von sich.
Fortpflanzung Nester des Rostbrauen-Zaunkönigs wurden in Guatemala von der dritten Aprilwoche bis in den Julianfang entdeckt. Im Mai wurden Vögel in El Salvador in Brutstimmung beobachtet. Alle drei Nester, die entdeckt wurden, stammen aus Guatemala. Diese waren kelchförmige Nester, die aus Gras und Kiefernnadeln gebaut wurden. Sie befanden sich in den Einbuchtungen toter Baumstümpfe bis zu einem Meter über dem Boden. Die Nester enthielten drei weiße Eier, die überall zimtfarben gefleckt waren. Die Bebrütung erfolgt ausschließlich durch das Weibchen. Gelegentlich war das Männchen zur Fütterung am Nest, was relativ ungewöhnlich für einen Zaunkönig ist.
Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Rostbrauen-Zaunkönigs (grün) Der Rostbrauen-Zaunkönig bevorzugt feuchte Bergwälder mit vielen Epiphyten. In El Salvador findet man ihn nur in den feuchtesten und dunkelsten Gegenden des Wolken- und Nebelwaldes. In Guatemala scheint sein Lebensraum variabler zu sein. So kommt er in gemischten Eichen- und Kiefernwäldern und Epiphyten-Zypressen-Wäldern vor. Er bewegt sich in Höhenlagen von 1700 bis 3500 Metern. In Nicaragua wurde er auch schon in 1250 Metern gesichtet.
Migration Der Rostbrauen-Zaunkönig gilt als Standvogel.
Unterarten Es sind vier Unterarten bekannt.IOC World Bird List Dapple-throats, sugarbirds, fairy-bluebirds, kinglets, hyliotas, wrens, gnatcatchers Troglodytes rufociliatus chiapensis , 1943Pierce Brodkorb (1843), S. 1. ist in Chiapas im Süden Mexikos verbreitet. Die Unterart ist auf der Oberseite dunkler braun als die Nominatform, die Kehle ist farbenfroher rötlich, der Bauch fast komplett weiß und der Steiß gräulich. Troglodytes rufociliatus rehni , 1932Witmer Stone (1932), S. 328. kommt von Honduras bis in den Nordwesten Nicaraguas vor. Die Unterart ist auf der Oberseite rötlich braun, die Kehle ist ockerfarben und der Bauch gelbbraun. Troglodytes rufociliatus rufociliatus , 1882Richard Bowdler Sharpe (1882), S. XII & 262. ist im südlichen zentralen Guatemala und dem nördlichen El Salvador verbreitet. Troglodytes rufociliatus nannoides & , 1929Donald Ryder Dickey u. a. (1929), S. 265. kommt im Südwesten El Salvadors vor. Die Subspezies ist dunkler am Rücken und die Muster an den Flanken sind auffälliger.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Rostbrauen-Zaunkönigs erfolgte 1882 durch Richard Bowdler Sharpe unter dem wissenschaftlichen Namen Troglodytes rufociliatus. Das Typusexemplar wurde von Osbert Salvin im Chirostemon-Wald am Volcán de Fuego gesammelt. Bereits 1809 führte Louis Pierre Vieillot die für die Wissenschaft neue Gattung Troglodytes ein.Louis Pierre Vieillot (1809), S. 52–56.Vieillot kategorisierte den Hauszaunkönig (Troglodytes aedon) und den Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus) in die neue Gattung.Zur Publikationsgeschichte siehe Edward Clive Dickinson u. a. S. 157. Dieser Name leitet sich von »trōglē, trōgō « für »Höhle, nagen« und »-dutēs, duō « für »tauchend, eintauchen« ab.James A. Jobling, S. 391. Der Artname »rufociliatus« ist ein lateinisches Wortgebilde aus »rufus« für »rotbraun« und »ciliatus, cillare, cilia« für »Augenbraue, zwinkern, Wimpern«.James A. Jobling, S. 342. »Rehni« ist James Abram Garfield Rehn (1881–1965) gewidmet. »Chiapensis« bezieht sich auf den mexikanischen Bundesstaat Chiapas. »Nannoides« setzt sich aus dem Gattungsnamen Nannus , 1828 für einen Zaunkönig und dem griechischen »-οιδης,-oidēs « für »ähnlich« zusammen. »Nannus« wiederum leitet sich von »nannos « für »Zwerg« ab.James A. Jobling, S. 265.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Zaunkönige