Przyszowa ist eine Ortschaft mit einem Schulzenamt der Gemeinde Łukowica im Powiat Limanowski der Woiwodschaft Kleinpolen in Polen.

mini|links|Przyszowa im Winter Geographie Der Ort liegt am oberen Lauf des Bachs Słomka, eines linken Zufluss des Dunajec, in den Inselbeskiden. Die Nachbarorte sind Łukowica im Süden, Roztoka im Südwesten, Siekierczyna im Westen, Kanina im Norden, Wysokie im Nordosten, Długołęka-Świerkla im Osten, sowie Stronie im Südosten.

Geschichte Die frühesten bekannten Spuren menschlicher Anwesenheit im Gebiet des heutigen Przyszowa wurden auf dem Berg Łyżka entdeckt. Zu den dortigen Funden gehören unter anderem Gefäßfragmente aus dem 18. bis 16. Jahrhundert v. Chr., die vermutlich der späten Phase der Mierzanowice-Kultur zuzuordnen sind, sowie Keramikfragmente aus späteren Epochen, darunter aus der EisenzeitBogusław Chorąży, Materiały archeologiczne z góry Łyżka w Beskidzie Wyspowym (stanowisko 6 w Przyszowej, gm. Łukowica), in: Tomasz Kalicki (Hrsg.), Łyżka jako obiekt archeologiczny i geoturystyczny, Łukowica: Gminny Ośrodek Kultury, Sportu i Turystyki w Łukowicy, 2026, S. 54–62, ISBN 978-83-67617-82-6.. Herkunft und Zweck der auf dem Berg befindlichen Steinkonstruktionen sind weiterhin Gegenstand der Forschung; diskutiert werden unter anderem kultische und funeräre FunktionenTomasz Kalicki (Hrsg.), Łyżka jako obiekt archeologiczny i geoturystyczny, Łukowica 2026, S. 67–71.. Mit Łyżka verbindet sich zudem eine örtliche Überlieferung über eine Burg namens Stare Zamczysko („Alte Burg“) und über Schätze, die die heilige Kinga von Polen vor den Tataren verborgen haben sollMarceli Żuk-Skarszewski, Przyszowa, in: Słownik geograficzny Królestwa Polskiego i innych krajów słowiańskich, Bd. IX, Warschau 1888, S. 235–237..

Die ersten urkundlichen Erwähnungen Przyszowas stammen aus dem 14. Jahrhundert. Bereits 1325 bestand hier eine PfarreiBolesław Kumor, Powstanie i rozwój sieci parafialnej w Małopolsce Południowej do końca XVI w., Prawo Kanoniczne, Bd. 6, Nr. 1–4, 1963, S. 525. Das Jahr 1325 wird als Datum der ersten Erwähnung angegeben; die Rechnungen umfassen die Jahre 1325–1327., wobei der genaue Zeitpunkt der Entstehung sowohl des Ortes als auch der Pfarrei unbekannt ist. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts war Przyszowa ein adliges Privatdorf. Im Jahr 1399 war Zbyszko von Przyszowa Grundherr des DorfesJerzy Rajman, Pierwszy wiek miasta Limanowej, Rocznik Naukowo-Dydaktyczny WSP w Krakowie, H. 181, Prace Historyczne, Bd. XVIII, 1997, S. 21, Anm. 5.; auch Jakusz von Przyszowa ist für diese Zeit belegtBolesław Ulanowski (Hrsg.), Najdawniejsze księgi sądowe krakowskie, Starodawne Prawa Polskiego Pomniki, Bd. VIII, Teil II, Krakau 1886, S. 709, 720 und 725, Einträge Nr. 8790, 8880 und 8933..

Im 15. und 16. Jahrhundert war die Geschichte Przyszowas eng mit der Familie Wierzbięta verbunden, die das Wappen Janina führte. Der früheste bekannte Vertreter der Familie in Przyszowa war Michał Wierzbięta, der 1417 erwähnt wurdeArkadiusz Urbaniec, Tajemnica zaginionej wsi Janina, Muzeum Regionalne Ziemi Limanowskiej, 3. Juli 2021; Kunice, in: Słownik historyczno-geograficzny województwa krakowskiego w średniowieczu, Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Einträge von 1417 und 1419. Der Eintrag von 1417 bezeichnet ihn als Michał von Przyszowa; Arkadiusz Urbaniec identifiziert ihn mit Michał Wierzbięta, der 1423 unter diesem Namen belegt ist.. Im Jahr 1423 besaß er die Hälfte von Przyszowa und die Hälfte des nahe gelegenen Janina, eines heute nicht mehr bestehenden Dorfes am Fluss Słomka in der Umgebung von SiekierczynaJanina und Falkowa, in: Słownik historyczno-geograficzny województwa krakowskiego w średniowieczu, Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften.Arkadiusz Urbaniec, Tajemnica zaginionej wsi Janina, Muzeum Regionalne Ziemi Limanowskiej, 3. Juli 2021..

Im Jahr 1431 nahm Wierzbięta von Przyszowa, ein Bruder Michałs, an einer Unternehmung gegen das Kartäuserkloster Lechnica in der Zips teil, im Gebiet des heutigen Červený Kláštor in der SlowakeiJan Długosz, Historia Polonica, Buch XI, Sp. 576, Bericht zum Jahr 1431; im Text erscheint die Form „Wyerzbiatha de Przischow“. Sławomir Wróblewski identifiziert diese Person mit dem Bruder Michałs, wobei er darauf hinweist, dass dessen Teilnahme an der Unternehmung gegen Červený Kláštor nur durch die Überlieferung bezeugt ist.. Im Jahr 1443 amtierte er als Verwalter von Alt Sandez, das damals dem Klarissenkloster Alt Sandez gehörteKamienica, in: Słownik historyczno-geograficzny województwa krakowskiego w średniowieczu, Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Eintrag von 1443; ZDM III Nr. 661.. Sein Tod um 1446 führte zu einem langjährigen Streit zwischen den Grundherren von Przyszowa und den Bürgern von Neu SandezSławomir Wróblewski, Janina – średniowieczna siedziba rycerska w ziemi sądeckiej, Rocznik Sądecki, Bd. XXXVIII, 2010, S. 74–90, insbesondere S. 79–80.. Die Söhne des Verstorbenen, darunter Marcin und Jan, beschuldigten die Bürger, ihren Vater ermordet zu haben, und machten ihre Ansprüche in den folgenden Jahren vor den königlichen Behörden geltend. Der Streit endete 1470 mit einem Vergleich: Die Bürger von Neu Sandez verpflichteten sich zu einer Entschädigungszahlung an die Familie Wierzbięta, während die Grundherren von Przyszowa auf weitere Ansprüche verzichtetenSzczęsny Morawski, Sądecczyzna za Jagiellonów z miasty spiskiemi i księstwem oświęcimskiem, Krakau 1865, S. 244–248, Urkunden CXLVII–CXLVIII. Der Vergleich von 1470 sah zur Beendigung des Streits eine Zahlung von 24 Mark (polnisch grzywny) vor. Im Vertrag von 1468 werden Marcin und Jan genannt; der veröffentlichte Text des Vergleichs von 1470 nennt Marcin und Wierzbięta..

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts erweiterte die Familie Wierzbięta ihren Besitz um Güter in der Umgebung von Bilsko bei Rożnów. Im Jahr 1486 erwarb Wierzbięta von Przyszowa, der mit Elżbieta, einer Tochter Wierneks von Bilsko, verheiratet war, von deren Schwester Małgorzata Ratołdowa einen Teil der dortigen GüterKrużlowa, in: Słownik historyczno-geograficzny województwa krakowskiego w średniowieczu, Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Einträge von 1486 und 1488 (GK 22, S. 445–447; ZCz. 5, S. 157–158).. Im Jahr 1489 übernahmen Elżbieta und ihr Ehemann einen Teil des Erbes ihres Bruders Mikołaj Wiernek; ein Jahr später kaufte Wierzbięta weitere Anteile von ihrer Schwester StachnaBilsko, in: Słownik historyczno-geograficzny województwa krakowskiego w średniowieczu, Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Einträge von 1489–1490.. Im Jahr 1505 erwarb er von Jan Dymliński einen weiteren Teil von Bilsko zusammen mit einer Wiese in Łączne, das heute zu Łososina Dolna gehörtŁączne, in: Słownik historyczno-geograficzny województwa krakowskiego w średniowieczu, Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Eintrag von 1505, ZCz. 7, S. 217–218..

Im Jahr 1519 übertrug Grzegorz Wierzbięta seine Güter in Przyszowa und Bilsko auf seine Neffen Jakub und Feliks, die Söhne Marcins Wierzbięta. Feliks, ein königlicher Höfling, erhielt unter anderem Besitzungen in Bilsko, Biała, heute ein Teil von Michalczowa, Wola pod Ostrą Górą im Gebiet des heutigen Bilsko sowie KrużlowaKrużlowa und Bilsko, in: Słownik historyczno-geograficzny województwa krakowskiego w średniowieczu, Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Einträge von 1519.. Grzegorz Wierzbięta ließ sich in Neu Sandez nieder, wo er 1521 das Franziskanerkloster an der heutigen Pijarska-Straße unterstützte, indem er ein neues Dach für das Klosterspital finanzierteLeon Białkowski, Ziemia sandecka. Stan jej społeczno-gospodarczy w pierwszej połowie XVI wieku, Przegląd Historyczny, Bd. 12, Nr. 1, 1911, S. 100, Anm. 2.Stanisław Tomkowicz, Inwentarz zabytków powiatu sądeckiego, aus den Manuskripten des Autors herausgegeben und kommentiert von Piotr und Tadeusz Łopatkiewicz, Krakau 2007, S. 134, Anm. 609.Zespół poklasztorny Franciszkanów, Szlaki turystyczne Małopolski, PTTK.. Im Jahr 1525 erhielt Małgorzata, die Schwester Jakubs und Feliks', den ihr zustehenden Anteil am elterlichen ErbeŁukowica, in: Słownik historyczno-geograficzny województwa krakowskiego w średniowieczu, Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Einträge von 1518 und 1525..

Jakub Wierzbięta wurde Unterstarost von Neu Sandez. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gründete er innerhalb von Przyszowa, im an Siekierczyna angrenzenden Teil des Dorfes, Nowa Janina. Später bezeichnete dieser Name den nördlichen Teil von Przyszowa einschließlich des heutigen BerdychówJanina, in: Słownik historyczno-geograficzny województwa krakowskiego w średniowieczu, Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften.. Im Jahr 1535 nahm er unter dem Kommando des Hetmans Jan Amor Tarnowski am Russisch-Litauischen Krieg von 1534 bis 1537 teil. Bei der Einnahme von Starodub zeichnete er sich besonders aus; Tarnowski schrieb später, seine Taten hätten seiner Familie großen Ruhm eingebracht.

Im Jahr 1560 teilten Jakubs Söhne Andrzej, Mikołaj, Marcin, Stanisław und Wojciech gemeinsam mit ihrer Schwester Anna den Familienbesitz unter sich aufSzczęsny Morawski, Sądecczyzna za Jagiellonów z miasty spiskiemi i księstwem oświęcimskiem, Krakau 1865, S. 417.. Andrzej erhielt den südlichen Teil von Przyszowa einschließlich Wądole, den wichtigsten Herrensitz und das Patronatsrecht über die örtliche Kirche; aus diesem Besitz ging später der Niżni Dwór („Niederer Hof“) hervor. Mikołaj erhielt Stare Dworzysko, den späteren Wyżni Dwór („Oberer Hof“), der im Gebiet des ehemaligen Janina und heute innerhalb von Siekierczyna liegt. Marcin übernahm Podoszczyzna und Zaręboszczyzna im nördlichen Teil von Przyszowa, darunter den östlichen Teil des späteren Vorwerks Berdychów. Stanisław erhielt Nowa Janina im nördlichen, an Siekierczyna angrenzenden Teil von Przyszowa sowie das Vorwerk Załubincze bei Neu Sandez, während Wojciech Siekierczyna erhielt.

Die 1560 vorgenommene Teilung des Besitzes blieb in den folgenden Jahrzehnten bestehen. Im Jahr 1581 gehörten einzelne Teile von Przyszowa Andrzej, Mikołaj, Marcin und Stanisław WierzbiętaAdolf Pawiński, Polska XVI wieku pod względem geograficzno-statystycznym, Bd. III: Małopolska, Źródła Dziejowe, Bd. XIV, Warschau 1886, S. 132.. Trotz der Aufteilung des Besitzes handelten die vier Brüder in Angelegenheiten Przyszowas weiterhin gemeinsam. Im Jahr 1593 traten sie gemeinsam gegen die Familien Sędzimir und Łapka in Grenzstreitigkeiten zwischen Przyszowa und deren Besitzungen im benachbarten Łukowica und Roztoka sowie in Zawada, heute einem Teil von Łukowica, aufŁukowica, in: Słownik historyczno-geograficzny województwa krakowskiego w średniowieczu, Institut für Geschichte der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Eintrag von 1593.. Fünf Jahre später führte Stanisław Wierzbięta, dem Nowa Janina im nördlichen Teil von Przyszowa gehörte, einen Rechtsstreit mit Krzysztof Wiktor, dem Besitzer von Siekierczyna, über den Grenzverlauf zwischen ihren Gütern.