Kiss Me First ist eine britische Science-Fiction-Fernsehserie von Bryan Elsley über ein Virtual-Reality-Spiel, die Realfilmszenen und CGI kombiniert. Die sechsteilige erste Staffel wurde ab dem 2. April 2018 auf Channel 4 ausgestrahlt und erschien am 29. Juni 2018 auf Netflix.

Produktion und Ausstrahlung mini|links|Wasserfälle im Nationalpark Krka stellen die Oase Red Pill dar. Kiss Me First wurde von Bryan Elsley, dem Schöpfer von Skins – Hautnah, der auch als Executive Producer agiert, geschrieben, basierend auf dem im Original gleichnamigen Roman Ich bin Tess von Lottie Mogach. Im Januar 2016 erwarb Netflix die Serie zur Veröffentlichung außerhalb des Vereinigten Königreichs, wo sie auf dem Jugendsender E4 von Channel 4 ausgestrahlt werden sollte. Das Online-Spiel und dessen virtuelle Welt wurde zu dem Zeitpunkt noch Agora genannt. Die Serie wurde produziert von Elsleys Produktionsfirma Balloon Entertainment und von Kindle Entertainment und die Animationen produzierte Axis Studios. Die Regie übernahmen Misha Manson-Smith und Tom Green.

Die Dreharbeiten in London und Kroatien fanden vom Dezember 2016 bis zur Mitte des Folgejahres statt. In Kroatien diente der Nationalpark Krka als Drehort für die Seen und Wasserfälle, die in Red Pill als Animation und in den letzten beiden Episoden in Realfilmszenen zu sehen sind.

Am 22. März 2018 wurde bekanntgegeben, dass die Serie ab dem 2. April auf Channel 4 ausgestrahlt werde. Dort lief sie in sechs Episoden bis zum 7. Mai. Netflix veröffentlichte am 15. Juni einen Trailer, bevor die Serie am 29. Juni auf der Streaming-Plattform erschien.

Handlung Leila Evans begegnet in dem Virtual Reality-MMORPG Azana an dem geheimen Ort Red Pill einer Gruppe von Spielern um Anführer Adrian, der mehrere Mitglieder zum Selbstmord verleitet. Im realen Leben freundet sie sich mit der Spielerin Tess an und versucht Adrian aufzuhalten, der ihr seine bisherigen Taten anhängt.

Episodenliste

Besetzung und Synchronisation

Die deutschsprachige Synchronisation entstand nach Dialogbüchern von Wolfgang Seifert und Carsten Kukla und unter der Dialogregie von Anjas Borchers durch das CSC-Studio in Hamburg.

Rolle Figur im Spiel Darsteller Synchronsprecher Leila Evans Shadowfax Tallulah Haddon Katharina von Keller Tess Mania Simona Brown Nadine Schreier Adrian Matthew Beard Robert Knorr Cyril Niemec Calumny George Jovanovic Martin Brücker Ben Graham Denier Samuel Bottomley Piet Nowatzky Kyle Force Freddie Stewart Nils Rieke Jack Innes Jocasta Misia Butler Daniel Kirchberger Tomiko Teshima Tippi Haruka Abe Franciska Friede Jonty Matthew Aubrey Henning Nöhren Azul Philip Arditti Christos Topoulos Mr. Adams Mark Straker Robin Brosch Ruth Palmer Geraldine Somerville Marion Elskis

Rezeption Kiss Me First erhält mäßige Wertungen und erreicht auf Rotten Tomatoes 50 % anhand 18 Kritikerbewertungen. Isaac Feldberg von Entertainment Weekly und Hanh Nguyen von IndieWire vergeben die Note C+. Nguyen kritisiert das Storytelling als trübe sowie die Charakterisierung der Figuren als faul. Die virtuelle Welt von Azana sei zwar wunderschön, aber langweilig und nicht reizvoll; außerdem scheine es für die Handlung gar nicht notwendig.

Die Serie wird in der Rezeption mit Black Mirror und dem Film Ready Player One über eine Virtuelle Realität, der ebenfalls 2018 erschien, verglichen. So betitelt Oliver Buckley von Ready Steady Cut sie als Ready Black Mirror One und schreibt, sie sei interessanter als der Film, weil sie tatsächlich bedeutsame Fragen stellt, statt nur ein Erinnerungsfest mit einer Popkultur-Referenz nach der anderen zu sein. Wie Black Mirror warne sie vor den Gefahren der Technologie. Chris Evangelista von Slashfilm sowie Kahron Spearman von Daily Dot schreiben, hier treffe Black Mirror auf Ready Player One (bzw. andersherum). Dabei kommt die Serie allerdings im Vergleich manchmal schlechter weg: Für Jacob Oller kombiniere sie die schlechtesten Aspekte der beiden und Vanessa Schneider titelt für puls, sie sei „außen "Black Mirror", innen hohl.“

Für Daniel Fienberg vom Hollywood Reporter gehe die Serie das durchdringendste Thema von Black Mirror an: „dass die technologischen Entwicklungen, die die Leute zusammenbringen und ein neues Gefühl von Gemeinschaft schaffen sollen, uns in Wahrheit von anderen als auch unserer eigenen Identität entfremden.“ Die ersten Episoden erforschen mentale Probleme und „was passiert, wenn anfällige Menschen, die die reale Welt zu stark wahrnehmen, sich in einer virtuellen Umgebung wiederfinden, in der jede Emotion noch mehr gesteigert wird.“ Samantha Nelson von The Verge analysiert die unübliche Herangehensweise an die Gamerkultur. Während Gamer meistens als schlaue Kinder oder junge Männer, die von Science-Fiction, Comics oder dem Internet besessen sind, dargestellt werden, gibt es in Kiss Me First kaum Nerd-Referenzen und Leila gelangt nicht durch besondere Spieler-Fähigkeiten oder um die virtuelle Welt zu beschützen, an den Ort Red Pill. Sie finde einfach eine Gemeinschaft sehr einsamer Leute, die Hilfe brauchen. Leila sei einem Nerd am nächsten, ansonsten gehören zu der Gruppe die psychisch labile Tess, ein belasteter Veteran, ein Junge, der Missbrauch erlebt, ein queeres vernachlässigtes Kind. Sie treffen sich in Azana nicht, um zu kämpfen oder die Fähigkeiten ihrer Avatare zu zeigen, sondern sprechen an einem schönen Ort über ihre Probleme, flirten und stellen in Aussicht, sich auch im realen Leben zu treffen. Azana scheine von World of Warcraft inspiriert, aber die Serie konzentriere sich anstelle der Spielmechanik auf das Gefühl der Gemeinschaft, das soziale Videospiele liefern. „[Diese] bringen Menschen zusammen, die nach einer Ablenkung von ihren oftmals sehr unterschiedlichen Leben suchen. Wie sie interagieren, kann so kompliziert sein wie jegliche Beziehung, die ohne Pixel aufgebaut wird. Und wer sie wirklich sind, hat typischerweise kaum Ähnlichkeit dazu, wie ihre Avatare aussehen.“

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Fernsehserie (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Fernsehserie der 2010er Jahre Kategorie:Science-Fiction-Fernsehserie Kategorie:Mystery-Fernsehserie Kategorie:Fernsehserie (Channel 4)