350px Bruce Springsteen (1988) Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1985.
Zu den erfolgreichsten Künstlern gehörte Bruce Springsteen. Mit Born in the U.S.A. brachte er das in Deutschland erfolgreichste Album heraus. Die erfolgreichste Single in Deutschland und der Schweiz war Live Is Life der österreichischen Band Opus.
Ereignisse mini|Queen bei Rock in Rio (1985) Populäre Musik und Jazz 1. Januar: Der Musiksender VH-1 startet als Ergänzung zu MTV für eine etwas ältere Zielgruppe. Das erste gespielte Musikvideo ist Sexual Healing von Marvin Gaye. 11. Januar: Bluessänger Willie Dixon verklagt die überlebenden Mitglieder von Led Zeppelin wegen ihres Hits Whole Lotta Love aus dem Jahr 1969, da er seiner Meinung nach zu viele Ähnlichkeiten mit seinem eigenen Lied You Need Love aufweist. Der Rechtsstreit wird schließlich außergerichtlich beigelegt. 11.–20. Januar: Das Festival Rock in Rio findet in Rio de Janeiro erstmals statt und wird von über 1,3 Millionen Menschen besucht. Es präsentiert neben brasilianischen Künstlern wie Gilberto Gil und Elba Ramalho auch internationale Bands und Künstler wie Iron Maiden, Nina Hagen, The B-52s, Yes, Queen, Rod Stewart, James Taylor und AC/DC. 28. Januar: Inspiriert durch das von Bob Geldof initiierte britische Benefiz-Musikprojekt Band Aid nehmen verschiedene US-amerikanische Sänger und Musiker unter dem Projektnamen USA for Africa, darunter Ray Charles, Bob Dylan, Michael Jackson, Billy Joel, Cyndi Lauper, Steve Perry, Kenny Loggins, Willie Nelson, Lionel Richie, Smokey Robinson, Kenny Rogers, Diana Ross, Paul Simon, Bruce Springsteen, Huey Lewis, Tina Turner, Harry Belafonte, Lindsey Buckingham, Kim Carnes, Dionne Warwick und Stevie Wonder, das von Jackson und Richie geschriebene und von Quincy Jones produzierte Lied We Are the World in den A&M Studios in Los Angeles auf, dessen Erlös ebenfalls Betroffene der Hungersnot in Äthiopien 1984–1985 unterstützen soll. 11. Februar: In Nottingham startet die No Jacket Required World Tour von Phil Collins. 14. Februar: Das selbstbetitelte Debütalbum von Whitney Houston erscheint. 19. Februar: Tina Turner startet ihre Private Dancer Tour in Helsinki. Sie endet am 28. Dezember 1985 nach insgesamt 181 Konzerten in Tokio. 22. Februar: Das Konzert One Night with Blue Note, das die Wiederbelebung von des Jazz-Plattenlabels Blue Note Records feiert und über 30 Jazzgrößen präsentiert, findet in der Town Hall in New York City statt. Freddie Hubbard, Herbie Hancock, Jack DeJohnette, McCoy Tyner und Grover Washington, Jr. sind nur einige der auftretenden Künstler. 26. Februar: Bei den Grammy Awards 1985 in Los Angeles, die von John Denver präsentiert werden, gewinnt Lionel Richies Album Can’t Slow Down den Preis für das Album des Jahres, während Tina Turners Hitsingle What’s Love Got to Do with It sowohl die Auszeichnung für die Aufnahme des Jahres als auch für den Song des Jahres erhält. Cyndi Lauper wird als beste neue Künstlerin ausgezeichnet. 15. März: The Jesus and Mary Chain geben ein Konzert im North London Polytechnic, das sie mit erheblicher Verspätung beginnen und nach weniger als 20 Minuten beenden. Es kommt zu einem Tumult, bei dem Zuschauer die Bühne stürmen und das Equipment der Band zerstören. Der Schaden beläuft sich auf 8000 Pfund. 24. März: Die britische Band Tears for Fears startet in Dublin ihre Songs from the Big Chair Tour. 27. März: In Südafrika darf keine Musik von Stevie Wonder mehr gespielt werden, nachdem er den am Abend zuvor gewonnenen Oscar Nelson Mandela gewidmet hat. 28. März: Bei Madame Tussaud’s in London wird eine Wachsfigur von Michael Jackson enthüllt. 1. April: David Lee Roth verlässt Van Halen und beginnt eine Solokarriere. 7. April: Als erste westliche Popgruppe tritt Wham! in Peking, China auf. 10. April: Madonna beginnt in Seattle ihre erste Tournee, The Virgin Tour, die bis zum 11. Juni andauert. 25. April: Die britische Rockband Dire Straits startet in Split ihre Brothers in Arms Tour. 1. Mai: Die kanadische Rockband Saga startet in Lausanne ihre Misbehaviour Tour. 4. Mai: Die Bobbysocks gewinnen mit La det swinge den 30. Eurovision Song Contest in Göteborg, was für Norwegen den ersten Sieg in der Geschichte des ESC bedeutet. Die Bundesrepublik Deutschland belegt mit Für alle von Wind Rang zwei. 13. Mai: Die Dire Straits bringen das Album Brothers in Arms heraus, das als eines der ersten komplett digital aufgenommen wurde und für seine Aufnahmequalität den Grammy erhielt. Zudem war es das erste, das mehr Kopien auf CD verkaufte als auf Schallplatte. 13. Mai: Supertramp veröffentlichen mit Brother Where You Bound ihr erstes Album nach dem Ausstieg ihres langjährigen Mitglieds Roger Hodgson eineinhalb Jahre zuvor. Es markiert durch die nun vor allem von Rick Davies geprägte, musikalische Orientierung die Rückkehr der Band zu ihrem Jazz- und Rhythm-and-Blues-geprägten Musikstil ihrer frühen Ära. 25./26. Mai: Das Musikfestival Rock am Ring findet am Nürburgring erstmals statt. Zu den auftretenden Bands zählen u. a. U2, Foreigner, Chris de Burgh, Huey Lewis & the News, Marillion, Saga und als einziger deutscher Künstler Marius Müller-Westernhagen. 3. Juni: Die US-amerikanische Sängerin Whitney Houston startet in Pittsburgh ihre US Summer Tour. 17. Juni: Mit dem in West-Berlin aufgenommenen und produzierten Konzeptalbum Misplaced Childhood veröffentlichen Marillion ihr erfolgreichstes Album. Es beinhaltet Hits wie Kayleigh und Lavender und etabliert den Neo-Prog im Mainstream. 13. Juli: Im Londoner Wembley-Stadion und im John F. Kennedy Stadium in Philadelphia finden die von Bob Geldof initiierten Live-Aid-Konzerte statt. Zu den Höhepunkten in Philadelphia gehört der Auftritt der drei überlebenden Mitglieder von Led Zeppelin, der erste seit ihrer Auflösung 1980. Das Londoner Konzert erlangte jedoch im Laufe der Jahre größere Bekanntheit, nicht zuletzt dank des Auftritts von Queen zur britischen Hauptsendezeit, womit sich die Band in ihrer Heimat ihren guten Ruf beim Publikum wiedererspielen kann. Dank der Unterstützung der britischen Concorde kann Phil Collins an beiden Veranstaltungsorten sowohl mit Sting, als auch mit Eric Clapton und Led Zeppelin auftreten. Das Benefizkonzert markiert zudem bis 2004 den letzten gemeinsamen Auftritt von Duran Duran in ihrer klassischen Besetzung. Am selben Tag erreichen sie mit ihrem James-Bond-Titelsong A View to a Kill zum Film Im Angesicht des Todes Platz 1 der US-Billboard-Charts. 13. August: Der britische Singer-Songwriter Sting startet in San Diego seine The Dream of the Blue Turtles Tour. 18. August: Das britische Pop-Duo Wham! startet in Houston seine dritte und letzte Konzerttournee Whamamerica! 6. September: Michael Jackson kauft für 47,5 Millionen Dollar den Musikverlag ATV Publishing und erwirbt damit auch die Rechte an den meisten Beatles-Songs; sehr zum Missfallen von Ex-Beatle Paul McCartney, gegen den er geboten hatte. Damit endet die Superstar-Freundschaft zwischen Jackson und McCartney, die in den Jahren zuvor gemeinsame Hit-Duette wie The Girl Is Mine und Say Say Say hervorgebracht hatte 16. September: Die Single Take On Me der Band a-ha, die ursprünglich bereits 1984 erschien, wird als Neuaufnahme europaweit veröffentlicht. Sie erreicht in 36 Ländern Platz eins der Charts. Zum Erfolg trägt auch das bahnbrechende Musikvideo mit seinen Zeichentrick-Animationen bei. 19. September: Die Anhörung des Parents Music Resource Center (PMRC) vor dem US-Senat zur Zensur von Rockmusik beginnt in Washington, D.C.; Dee Snider (Twisted Sister), Frank Zappa und John Denver sagen gegen das PMRC aus. 22. September: Das in diesem Jahr in den USA gegründete Parents Music Resource Center organisiert eine Anhörung im US-Senat, bei der Dee Snider von Twisted Sister, Frank Zappa sowie John Denver die Seite der Musiker vertreten. 22. September: Vor rund 80.000 Zuschauern findet in den USA erstmals ein von Bob Dylan während seines Live-Aid-Auftritts angeregtes, seither jährlich stattfindendes Farm-Aid-Wohltätigkeitskonzert zu Gunsten von familiär geführten landwirtschaftlichen Betrieben („family farms“) statt. 22. September: Kate Bush steigt mit ihrem Album Hounds of Love direkt auf Platz 1 der britischen Albumcharts ein und ist damit die erste britische Solokünstlerin, die in Großbritannien mit einem Album direkt an der Chartspitze debütieren kann. 23. September: Die britische Rockband Supertramp startet in St. John’s ihre Brother on the Road Tour. 30. Oktober – 3. November: Das Jazzfest Berlin 1985 fand ohne programmatische Schwerpunkte statt: „Symptome der Ratlosigkeit“ titelt Die Zeit. 14. November: Der britische Sänger und Pianist Elton John startet in Dublin seine Ice on Fire Tour. 6. Dezember: In Weimar finden die 1. Jazztage der DDR statt: Mehr als 200 Profimusiker und Amateure präsentieren in 16 Konzerten das stilistische Spektrum des DDR-Jazz 13. Dezember: In der Episode Phil the Shill (dt. Titel: Phil’s Tricks) der erfolgreichen US-amerikanischen Krimiserie Miami Vice hat Phil Collins, dessen Lieder In the Air Tonight und Long Long Way to Go dort bereits in früheren Folgen der Serie als musikalische Untermalungen verwendet wurden, einen Gastauftritt in der Rolle des betrügerischen Kleinganoven Phil Mayhew. 22. Dezember: Falco veröffentlicht Jeanny, die dritte Singleauskopplung aus seinem Album Falco 3. Das Lied sorgt in Westdeutschland für große Kontroversen, da Text und das Musikvideo als gewaltverherrlichend bezeichnet werden. Mehrere feministische Vereinigungen rufen zum Boykott des Liedes auf. Einige Fernseh- und Radiosender wie der Norddeutsche Rundfunk, der Bayerische Rundfunk, der Westdeutsche Rundfunk und der Sender Freies Berlin schließen sich dem an und spielen das Lied „aus ethischen Gründen“ nicht, während andere es in ihren Chartshows spielen. Der Hessische Rundfunk spielt das Lied mit einem Warnhinweis. Es werden zudem Forderungen laut, das Lied in Westdeutschland zu verbieten, doch die verantwortlichen Behörden lehnen den Antrag im April 1986 ab. Trotz oder gerade wegen dieser Kontroverse erreicht Jeanny am 13. Januar 1986 Platz eins der deutschen Charts und hält sich acht Wochen an der Spitze. 23. Dezember: In den Popmusiksendern der ARD wird zum ersten Mal der ARD-Nachtrock ausgestrahlt, der ab dem 1. Januar 1990 unter dem Namen ARD-Popnacht heute noch gesendet wird. 23. Dezember: Nachdem sich in Reno (Nevada) zwei junge Fans der Band Judas Priest erschossen hatten, kommt es im Folgejahr zu einem Prozess gegen die Band um angebliche Rückwärtsbotschaften. Mehrere hunderttausend US-Dollar an Verlagsrechten werden an die überlebenden Mitglieder und die Familien der verstorbenen Mitglieder Pete Ham († 1975) und Tom Evans († 1983) der britischen Musikgruppe Badfinger ausgezahlt. Roger Waters kündigt seine Absicht an, Pink Floyd zu verlassen; er bezeichnet die Band als „kreativ am Ende“ und verbringt die nächsten zwei Jahre in einem Rechtsstreit mit seinen nun ehemaligen Bandkollegen über die Rechte am Bandnamen „Pink Floyd“ und anderen damit verbundenen Vermögenswerten.
Klassische Musik und Musiktheater 3. Februar: Die Oper Der Goggolori. Eine bairische Mär mit Musik von Wilfried Hiller mit dem Libretto von Michael Ende wird am Staatstheater am Gärtnerplatz in München uraufgeführt. 13. Februar: Die originalgetreu rekonstruierte Semperoper wird mit Carl Maria von Webers Freischütz – der letzten vor der Schließung 1944 aufgeführten Oper – wiedereröffnet. 16. Februar: Uraufführung der Oper Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke von Siegfried Matthus an der wiedereröffneten Staatsoper in Dresden (Semperoper). 21. März: In San Francisco wird das Orchesterwerk Harmonielehre von John Adams uraufgeführt.