Badenhausen am Harz ist ein Ortsteil der Gemeinde Bad Grund (Harz) im Landkreis Göttingen in Niedersachsen.
Geografie Lage Badenhausen liegt sowohl am Westrand des Oberharzes als auch des Naturparks Harz. Es befindet sich am Rhume-Zufluss Söse, in die dort der Uferbach und Sülpkebach münden. Die nächstgelegene größere Stadt ist die ehemalige Kreisstadt Osterode, deren Kernstadt etwa 5 km südsüdöstlich liegt. Die Natur ist um den Ort noch weitenteils intakt, neben den Wäldern um den Ort fließt die Söse durch und um Badenhausen.
Ortsgliederung Badenhausen (Hauptort) Neuhütte Oberhütte
Geschichte Badenhausen wurde erstmals im Jahr 968 namentlich in einer Schenkungsurkunde Kaiser Ottos des Großen erwähnt. Am 2. Oktober 968 schenkte Kaiser Otto I. der erzbischöflichen Kirche des heiligen Moritz in Magdeburg seinen bisherigen Eigenbesitz, den er bisher in Badenhausen besessen hatte.
Gegen 1440 wurde Badenhausen von Goslar zerstört, um 1500 wurde es durch die Herzogin Elisabeth wieder aufgebaut.
Seitdem stieg die Einwohnerzahl Badenhausens ständig, von 25 im Jahr 1550 bis 315 Einwohner im Jahr 1774. Seit 1833 gehörte Badenhausen zum im Herzogtum Braunschweig gebildeten Landkreis Gandersheim.
Ortsname Alte Bezeichnungen: 968 (A. 15. Jh.) Badenhusen, 1131 (Fä. 13. Jh.) Badenhusen, um 1154 Badenhusen, 1157 Badenhusen, 1233 Badenhusen. Die Überlieferung des Ortsnamens zeigt, dass im ersten Vokal des Bestimmungswortes (im Dialekt begründet) ein Schwanken zwischen -a- und -o- stattgefunden hat: Badenhusen – Bodenhusen. Das Grundwort veränderte sich ebenfalls: Älteres -husen wurde seit der Mitte des 16. Jh. abgelöst durch -hausen. Der Ortsname enthält im Grundwort niederdeutsch -husen, das später dem hochdeutsch -hausen weicht. Im BW steht ein schwach flektierender Personenname asä. Bado, der zu germ. *badw, ags. beadu, beado, asä. badu- (nur in PN) „Kampf“ gehört.
Hindenburg
Eingemeindungen Am 1. Juli 1972 bildete Badenhausen mit Gittelde, Teichhütte, Windhausen und weiteren Mitgliedsgemeinden die Samtgemeinde Bad Grund (Harz) und wurde nach dem Harzgesetz dem Landkreis Osterode am Harz zugeordnet. Zum 1. März 2013 schlossen sich die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Bad Grund (Harz) zur neuen Gemeinde Bad Grund (Harz) zusammen.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1910 1346 1925 1271 1933 1400 1939 1379 1950 2232 1956 1975 1973 1969 1975 2037 ¹ 1980 2056 ¹ Jahr Einwohner Quelle 1985 2106 ¹ 1990 2097 ¹ 1995 2062 ¹ 2000 2033 ¹ 2005 2015 ¹ 2010 1896 ¹ 2012 1850 ¹ 2013 1882 2021 1724 ¹ ¹ jeweils zum 31. Dezember
Religion mini|St.-Bonifatius-Kirche (2011) Badenhausen wurde durch die Reformation protestantisch. Die evangelisch-lutherische St.-Martin-Kirche befindet sich in der Thüringer Straße, sie ist die südlichste Kirche der Propstei Gandersheim-Seesen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Die Kirchengemeinde bildet einen Pfarrverband mit Windhausen.
Die katholische St.-Bonifatius-Kirche befand sich im Lindenweg. Die nach dem heiligen Bonifatius benannte Kirche wurde errichtet, weil sich nach 1945 durch die Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa Katholiken in Badenhausen und den umliegenden Dörfern niedergelassen hatten. Am 1. April 1961 erfolgte der erste Spatenstich, am 14. Mai 1961 folgte die Grundsteinlegung, und am 8. April 1962 wurde die Kirche durch Bischof Heinrich Maria Janssen geweiht. 1965 bekam die Kirche zwei Glocken. Die St.-Bonifatius-Kirche gehörte vom 1. August 2004 an bis zu ihrer Profanierung als Filialkirche zur Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist in Osterode im Bistum Hildesheim, Katholische Pfarrgemeinde St. Josef Herzberg, abgerufen am 9. Juni 2023. zuvor war ab dem 1. Juli 1963 die Filialkirche der Osteroder St.-Martin-Gemeinde gewesen. Nachdem die St.-Bonifatius-Kirche in den letzten Jahren nur noch wenig genutzt worden war, erfolgte am 2. Juni 2023 ihre Profanierung durch Bischof Heiner Wilmer.St. Bonifatius ist geschlossen. In: KirchenZeitung. Ausgabe 23/2023 vom 11. Juni 2023, S. 15. Das Kirchengebäude wurde verkauft.
Politik
Ortsrat Der Ortsrat setzt sich aus sieben Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.
SPD: 4 Sitze (±0) PRO Badenhausen: 2 Sitze (±0) CDU: 1 Sitz (±0)
(Stand: Kommunalwahl am 13. September 2026, Veränderungen zu 2021)
Ortsbürgermeister Ortsbürgermeister ist seit Dezember 2022 Mario Passauer (SPD). Er war zuvor Stellvertreter des langjährigen Ortsbürgermeisters Erich Sonnenburg, der das Amt altersbedingt abgab. Passauers Stellvertreter ist seitdem Alexander Blötz.
Wappen Der Entwurf des Kommunalwappens von Badenhausen stammt von dem Braunschweiger Oberstudiendirektor, Heraldiker und Grafiker Wilhelm Krieg. Der Gemeinderat beschloss das Wappen am 15. August 1961 und der Niedersächsische Minister des Innern genehmigte es am 29. November 1961.
Banner und Flagge 63px Banner: „Das Banner ist blau-weiß längsgestreift mit dem aufgelegten Wappen oberhalb der Mitte.“ 100px Hissflagge: „Die Flagge ist blau-weiß quergestreift mit dem Wappen in der Mitte.“
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Ehrenmal auf dem Kirchhof mini|Ehemaliges Rathaus mit Heimatmuseum Bauwerke In Badenhausen befindet sich ein großes Sägewerk, das laut Guinness-Buch der Rekorde das längste je gesägte Holzblatt der Welt besitzt. Dieses Holzblatt in Form einer Säge war bis zum Jahr 2016 für die Öffentlichkeit an der Außenwand des Werkes mit einer Tafel von Guinness angebracht. Im angrenzenden Wald auf dem Pagenberg sind noch vereinzelt Mauerreste der Hindenburg zu sehen.
Parks Im Kirchpark befindet sich eine kleine Gedenkstätte für die aus Badenhausen stammenden Opfer der beiden Weltkriege. Ein weiterer kleiner Park mit Sitzgelegenheiten befindet sich mit dem Bürgerpark im Ortskern am Kindergarten.
Sport In Badenhausen befindet sich ein Fußballplatz sowie eine große und eine kleine Sporthalle. Fußball und Handball sind die beiden großen Sportarten des Ortes.
Regelmäßige Veranstaltungen Alle drei Jahre findet in Badenhausen am ersten Wochenende der niedersächsischen Schulferien das traditionelle Volks- und Schützenfest statt.
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Öffentliche Einrichtungen In Badenhausen gibt es Geschäfte sowie zwei Restaurants. Für die Jugend wurde ein Jugendraum angelegt. Außerdem sind viele Einwohner Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Badenhausen oder des Sportvereins. Ein beliebter Ort für Touristen ist das Naturfreundehaus in einem Wald nahe Badenhausen.
Unter anderem befinden sich in Badenhausen ein Sparladen, ein Metzger und ein Fahrradfachgeschäft sowie ein paar weitere kleine Geschäfte, wie zum Beispiel ein Hofladen oder ein Geschäft für Stoffe und Näharbeiten. Zudem führt die Volksbank im Harz eine SB-Filiale in Badenhausen, ganz in der Nähe davon befindet sich eine Tankstelle. Wichtigste Arbeitgeber des Ortes sind das ortsansässige Sägewerk sowie ein Transportunternehmen. Neben diesen Unternehmen befinden sich noch ein paar weitere kleinere Firmen und Betriebe in Badenhausen.
Bildung In Badenhausen gibt es eine Oberschule und einen Kindergarten. mini|Posthof Badenhausen Verkehr Nördlich von Badenhausen verlaufen die vierspurig ausgebaute Bundesstraße B 243 und die Bahnstrecke Herzberg–Seesen. Von 1898 bis 1967 hielten die Züge der schmalspurigen Bahnstrecke Osterode–Kreiensen an einem Bahnhof, der sich am Bürgerpark im Ortskern befand.
Zur Entwicklung des Postwesens in Badenhausen siehe: Postroute Braunschweig-Göttingen.
Vereine und Verbände Arbeitskreis "Ältere Generation" des DRK Badenhausen Deutsches Rotes Kreuz Ortsverein Badenhausen FC Bayern München Fanclub Badenhausen e.V. Feldmarkinteressentschaft Badenhausen Förderverein Oberschule Badenhausen e.V. Förderverein Schützengesellschaft Badenhausen Forstgenossenschaft Badenhausen Frauenchor Badenhausen Jagdgenossenschaft Badenhausen Junggesellengemeinschaft Badenhausen Kirchenvorstand der ev.-luth. Kirche Badenhausen Kleingartenverein „Hinter der Neuenhütte“ e.V. Badenhausen Männergesangverein Badenhausen Mobiles Badenhausen e.V. Naturfreunde Badenhausen e.V. Niedersächsisches Landvolk Ortsverband Badenhausen Schießclub von 1883 e.V. Badenhausen Schützengesellschaft Badenhausen e.V. Sozialverband Deutschland Ortsverband Badenhausen Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Badenhausen e.V. Verein für Leibesübungen (VfL) Badenhausen e.V.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter des Ortsteils
Hermann Peters (1869–1947), evangelischer Theologe, Pfarrer, Lehrer, Schulinspektor und Schulrat Fritz Beulshausen (1885–1957), Politiker (SPD) Ulla Beushausen (* 1961), Professorin für Logopädie an der HAWK Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen
Personen, die mit dem Ortsteil in Verbindung stehen
Heiso Meyer (vor 1650–1704), Glocken- und Geschützgießer, er fertigte 1677 eine Glocke für die örtliche St.-Martin-Kirche (Höhe 87 cm, Durchmesser 112 cm) Horst-Werner Nilges, bekannt als Knöllchen-Horst (* 1953/1954), Frührentner, der durch seine privaten Anzeigen von Verkehrsverstößen bekannt geworden ist, er lebt in Badenhausen
Weblinks
Gemeinde Bad Grund (Harz) Website über Badenhausen Artikel Badenhausen In: GenWiki.de
Einzelnachweise
Wappenentwürfe von Wilhelm Krieg. In: Wikimedia Commons. Abgerufen am 5. Februar 2020.
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