Richard Schabl (* 1959)Martin Oberpriller: Virtuelle Abfahrt auf Teppich. In: Solinger Morgenpost, Ausgabe vom 26. Februar 2007, B3. ist ein ehemaliger deutscher Freestyle-Skier. Er war auf die nicht mehr ausgetragene Disziplin Ballett (Acro) spezialisiert. In dieser Disziplin wurde er 1986 erster FIS-Weltmeister. Zudem gewann er zweimal die Disziplinenwertung im Weltcup sowie zwölf Einzelwettkämpfe.

Biografie Sportliche Laufbahn Richard Schabl stammt aus Bergen im Chiemgau und erlernte das Skifahren im Skiclub Piding.

Schabl begann im Alter von 16 Jahren professionell mit dem Freestyle-Sport und kämpfte sich in den folgenden Jahren bis in die Weltspitze vor. 1979 wurde er erstmals deutscher Meister in der Kombination. 1980 lancierte die FIS den Freestyle-Skiing-Weltcup und Schabl startete im Ballett. Als bestes Resultat erreichte er einen fünften Platz am Oberjoch. In den kommenden beiden Jahren belegte er die Ränge drei und vier in der Disziplinenwertung, seinen ersten Weltcupsieg feierte er im Januar 1982 in Blackcomb.

Im Winter 1982/83 gelangen ihm vier Siege und er konnte die Ballett-Disziplinenwertung erstmals für sich entscheiden. Zudem wurde er zum ersten und einzigen Mal deutscher Meister in seiner Spezialdisziplin. Auch in der Saison danach behauptete er den Status als Nummer eins im Weltcup, gewann die Disziplinenwertung aber nur dank der besseren Ergebnisse vor seinem punktegleichen Landsmann Hermann Reitberger. Die beiden setzten die deutsche Dominanz im Skiballett fort. Im Februar 1986 konnte sich Schabl bei den allerersten Freestyle-Weltmeisterschaften in Tignes jedoch gegen sämtliche Konkurrenz durchsetzen und gewann die Goldmedaille. Danach beendete er seine aktive Laufbahn im Leistungssport. Ihm wird die Erfindung des einhändigen Pole-flip zugeschrieben.

Weitere Karriere Neben seiner Laufbahn als Wettkampfsportler war Richard Schabl Inhaber des internationalen Freestyle-Sommercamps auf dem Hintertuxer Gletscher.Schabl Freestyle Camp. In: Skiing. Frühling 1984, S. 101 (englisch). Seit 1984 lebte er im Winterhalbjahr hauptsächlich in Breckenridge, Colorado, und begann als Produzent und Darsteller an Skifilmen mitzuwirken. Später betätigte er sich außerdem als Fotograf für verschiedene Magazine. Über ein Jahrzehnt produzierte er den Spielfilm Smoke in the Tunnel, der die Brandkatastrophe von Kaprun im Jahr 2000 als Rahmenhandlung hat. Schabl hatte sich am 11. November 2000 selbst im Skigebiet aufgehalten, eigenen Angaben zufolge aber die Gondel anstelle der Standseilbahn genommen. Der 8,5 Millionen US-Dollar teure Film wurde größtenteils in Österreich und Breckenridge gedreht. Allerdings wurde er bis jetzt wohl nur vor einem kleinen Publikum in Breckenridge und Aspen aufgeführt. Die Veröffentlichung ist für 11. November 2025 in den USA geplant.

Darüber hinaus trat Richard Schabl in mehreren Fernsehshows mit der von ihm erfundenen Trickski-Trockenskipiste auf, die zum ersten Mal Saltos auf einen Laufband ermöglichte. Am 3. November 1990 war er in einer Ausgabe von Wetten, dass..? in Linz zu Gast.Aufgeschnappt. In: Kronen Zeitung, Ausgabe vom 3. November 1990, S. 17. 1993 stellte er in der Sendung Aber Hallo mit 22 Ski-Überschlägen binnen 60 Sekunden auf einem Förderband einen Weltrekord auf. Ein Rekord im Railsliding gelang ihm im Januar 2010 bei den Skiliften Kaiserblick in Sachrang, wo er eine Distanz von 48 Metern zurücklegte.Sachrang: Trickski-Weltmeister bricht Rekord. In: Chiemgau-Zeitung, Ausgabe vom 7. Januar 2010, S. 15.

Schabl lebt zeitweise in der Karibik.

Erfolge Weltmeisterschaften Tignes 1986: 1. Ballett

Weltcupwertungen Saison Gesamt Ballett Platz Punkte Platz Punkte 1980 48. 37 19. 37 1981 18. 133 3. 133 1982 26. 132 4. 132 1983 16. 25 1. 124 1984 13. 25 1. 148 1984/85 11. 24 2. 170 1985/86 28. 19 8. 94

Weltcupsiege Schabl errang im Weltcup 28 Podestplätze, davon 12 Siege:

Datum Ort Land Disziplin 9. Januar 1982 Blackcomb Kanada Ballett 3. Januar 1983 Mariazell Österreich Ballett 20. Januar 1983 Tignes Frankreich Ballett 2. Februar 1983 Livigno Italien Ballett 12. Februar 1983 Ravascletto Italien Ballett 20. Januar 1984 Breckenridge USA Ballett 3. März 1984 Oberjoch Deutschland Ballett 20. März 1984 Sälen Schweden Ballett 27. März 1984 Tignes Frankreich Ballett 1. Februar 1985 La Sauze Frankreich Ballett 9. März 1985 Mariazell Österreich Ballett 17. Dezember 1985 Zermatt Schweiz Ballett

Weitere Erfolge 2 deutsche Meistertitel (Kombination 1979, Ballett 1983)Deutscher Skiverband (Hrsg.): Statistik-Jahrbuch 2017 des DSV, München 2017, S. 124–125. Europameister im Skiballett 1981 und 1984 Sieg bei den International Youth Championships 1980

Weblinks

Einzelnachweise

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