Nicole Rocha Silveira (* 7. Mai 1994 in Rio Grande) ist eine brasilianische Skeletonpilotin und ehemalige Bobfahrerin.
Karriere Karriere als Bobfahrerin Nachdem Silveira in ihrer neuen Heimatstadt Calgary, Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1988, auf ihrer Arbeitsstelle in einem Fitenßcenter ein Mitglied des brasilianischen Bobteams um Edson Bindilatti kennengelernt hatte, weckte es ihr Interesse für den Bobsport. Da in Calgary durch Olympia eine Bobbahn vorhanden war, begann Silveira mit dem Training, da auch der Frauenbobsport immer mehr Zulauf fand. Zudem bestand dadurch die Möglichkeit, an den Olympischen Winterspielen 2018 teilzunehmen. Zur Saison 2017/18 wurde Silveira Anschieberin im Bob von Heather Suzanne Paes. Ihren ersten gemeinsamen Wettkampf bestritten die beiden Damen am 14. November 2017 im Nordamerikacup. Bei den Rennen in Calgary belegten sie den neunten Platz. Einen Tag später beim zweiten Wettkampf in Calgary belegten sie erneut den neunten Platz. Am 24. November 2017 gab Nicole Rocha Silveira ihr Debüt im Bob-Weltcup und belegte mit Heather Suzanne Paes beim Weltcup in Whistler den 18. Platz. Nachdem sie am 28. und 29. November mit Nicole Rocha Silveira noch zwei weitere Wettbewerbe im Nordamerikacup absolvierte und sie bei den Rennen in Park City den 13. bzw. zwölften Platz belegten, beendete das Duo Paes/Silveira den Nordamerikacup in der Gesamtwertung auf dem 10. Platz. Diese Platzierung reichte nicht, um sich für den Olympischen Bobwettbewerb zu qualifizieren. Daraufhin bebendes Bes ihre Karriere und die damals noch 23-jährige Silveira hätte sich eine neue Bobpilotin suchen müssen.
Karriere als Skeletonpilotin Daraufhin wechselte Silveira zur Saison 2018/19 vom Bobsport zum Skeleton und debütierte am 7. November 2018 im Skeleton-Nordamerikacup. Beim Rennen in Whistler belegte sie den 18. Platz. Einen Tag später, beim zweiten Wettbewerb im Whistler Sliding Centre belegte sie den 15. Platz. Am 19. November 2018 konnte sie erstmals einen Top-Ten-Platz im Nordamerikacup belegen und beendete das Rennen in Park City auf den achten Platz. Das zweite Rennen in Park City am darauffolgenden Tag beendete sie auf den neunten Platz. Bei den beiden Wettbewerben in Lake Placid, welche am 30. November bzw. 1. Dezember ausgetragen wurden, belegte sie den achten bzw. siebten Platz. Am Ende der Saison belegte sie in der Gesamtwertung des Nordamerikacups den sechsten Platz mit 222 Punkten. Sie nahm zudem erstmals Weltmeisterschaften und belegte in Whistler im Einzel den 25. Platz.
Nachdem sie bei den beiden Rennen in Lake Placid zum Auftakt der Saison 2019/20 im Nordamerikacup jeweils die Top-Ten-Plätze verpasst hatte, erreichte sie am 9. Dezember 2019 in Park City erstmals eine Top-Fünf-Platzierung. Sie verpasste dabei als Vierte knapp das Podium. Nachdem sie am 6. und 7. Januar 2020 in Lake Placid jeweils den siebten Platz belegt hatte, debütierte sie am 23. Januar auf der Olympia-Bobbahn Mount Van Hoevenberg im Skeleton-Intercontinentalcup und belegte dabei den siebten Platz. Auch bei dem Wettbewerb einen Tag später belegte sie den siebten Platz. Am Ende der Saison belegte sie in der Gesamtwertung des Nordamerikacups mit 301 Punkten hinter Kim Eun-ji aus Südkorea und vor Mystique Ro den zweiten Platz. Zum Abschluss der Saison nahm zum zweiten Mal an den Weltmeisterschaften teil in und belegte in Altenberg im Einzel den 24. Platz.
Auf Grund ihrer guten Leistungen im Nordamerikacup nominierte der brasilianische Verband Silveira für die Saison 2020/21 erstmals für den Weltcup. In der von Corona geprägten Saison nahm Silveira nur an fünf von acht Rennen teil und belegte in der Gesamtwertung den 22. Platz. Bei ihren dritten Weltmeisterschaften belegte sie in Altenberg den 17. Platz.
In der Olympiasaison 2021/22 absolvierte Silveira ein enormes Wettkampfprogramm. Zunächst trat sie im November 2021 im Nordamerikacup bei fünf Rennen auf den Bahnen in Whistler und Park City an, die sie allesamt gewann. Das bedeutete in der Gesamtwertung des Nordamerikacups den Gesamtsieg. Parallel dazu absolvierte sie im November noch 4 Rennen im Intercontinentalcup, wovon sie eines gewann. Anschließend ging es ab Anfang Dezember 2021 nach Europa, wo Silveira noch sechs Weltcuprennen bestritt. In der Weltcupgesamtwertung belegte sie Platz 19. Saisonhöhepunkt waren die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking, für die Silveira als erste brasilianische Skeletonpilotin nominiert wurde. Im Olympischen Skeleton-Wettbewerb belegte Silveira den 13. Platz unter 25 Starterinnen.
In der nachfolgenden Saison 2022/23 etablierte sich Silveira weiter im Weltcup, an dem sie komplett teilnahm und zweimal in die Top Ten fuhr. In der Weltcupgesamtwertung belegte sie damit den 11. Platz. Bei der Weltmeisterschaft auf der Natureisbahn in St. Moritz erreichte Silveira den 16. Platz.
In der Saison 2023/24 erreichte Silveira eine Top Ten-Platzierung im Weltcup und belegte den 14. Platz in der Weltcupgesamtwertung. Bei der Weltmeisterschaft in Winterberg, bei der die erst 19-jährige Hallie Clarke überraschend Weltmeisterin wurde, ließ auch Silveira zwischenzeitlich aufhorchen. Im zweiten Lauf fuhr die Brasilianerin die fünftschnellste Zeit und lag nach dem ersten Wettkampftag auf Platz 12. Zum Ende des Wettkampfes erzielte sie mit Rang 13 ihre bis dahin beste WM-Platzierung.
Die Saison 2024/25 sollte die bisher erfolgreichste von Silveira werden. Sie nahm an Sieben von Acht Rennen teil und erzielte in Pyeongchang und St. Moritz mit jeweils Platz drei ihre ersten Podestplätze. In sechs Rennen fuhr sie jeweils in die Top Ten und gehörte damit zur erweiterten Weltspitze. Dies drückte sich auch in der Weltcupgesamtwertung aus, wo sie mit Rang 6 ihre bisher beste Platzierung erreichte. Darüber hinaus trat sie gezielt beim Wettbewerb im Nordamerikacup an, der gleichzeitig als die seit 2024 eingeführte Panamerikameisterschaft gewertet wurde. Diese gewann Silveira erstmals.Ergebnis der Panamerikameisterschaften 2025 im Skeleton der Frauen Die Krönung der Saison gelang Silveira Anfang März 2025 auf der schwierig zu fahrenden Olympia-Bobbahn Mount Van Hoevenberg in Lake Placid. Bei den an Überraschungen und Favoritenstürzen nicht armen Weltmeisterschaften lag die Brasilianerin zusammen mit der bis dahin auch weithin unbekannten Mystique Ro zeitgleich auf dem vierten Platz mit nur 11 Hundertsteln Rückstand auf Platz drei. Während Ro noch Silber gewann, blieb es für Silveira im Endergebnis beim vierten Platz. Sie ließ aber mit Janine Flock, der damals amtierenden Weltmeisterin Hallie Clarke, Olympiasiegerin Hannah Neise oder auch Jacqueline Pfeifer sehr namhafte Konkurrenz teilweise weit hinter sich.
Mit diesen Leistungen, mit denen man Silveira nun schon zur Weltspitze zählen konnte, war sie in der Olympiasaison 2025/26 sogar ein Medaillenkandidat für die Olympischen Spiele. Allerdings lief die Saison vor allem anfangs eher durchwachsen, wenngleich Silveira beim vorletzten Weltcup in St. Moritz mit einem dritten Platz aufhorchen ließ. In der Weltcupgesamtwertung belegte die Brasilianerin den 9. Platz. Die Nominierung für die Olympischen Winterspiele in Mailand-Cortina war daher eher Formsache. Zudem wurde Silveira die Ehre zuteil, bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2026 zusammen mit Lucas Pinheiro Braathen als brasilianischer Fahnenträger zu fungieren. Beim Skeleton-Wettbewerb im Cortina Sliding Centre belegte Silveira den 11. Platz und war damit beste Athletin aus dem panamerikanischen Bereich innerhalb der IBSF.
Privates Nach Silveiras Erinnerung trug sich ihre Familie Anfang der 2000er Jahre mit dem Gedanken, aus Brasilien auszuwandern. Nachdem ihr Vater nach einem Besuch in Miami diese Stadt verworfen hatte, zog Silveiras Familie ins kanadische Calgary, als sie 7 Jahre alt war.Bericht über Silveiras Herkunft auf NBC-News vom 14. Februar 2026 (englisch) Silveira betrieb in ihrer neuen Heimat verschiedene Sportarten wie Kunstturnen, Volleyball, Bodybuilding und Gewichtheben.Silveiras Vorstellung auf uol.com.br/universa (brasilianisches portugiesisch) Den in Nordamerika sehr beliebten Frauenfußball betrieb sie über 10 Jahre. Über den Fußballsport erhielt sie ein Stipendium für ein Krankenpflegestudium. Seit ihrer abgeschlossenen Ausbildung arbeitet sie im Alberta Children's Hospital als Krankenschwester.Silveiras Biographie auf bi.org (englisch)
Silveira ist seit August 2025 mit der in Deutschland geborenen belgischen Skeletonfahrerin Kim Meylemans verheiratet.
Platzierungen nach Saison Saison NAC ICC Weltcup OS/WM Anmerkung 2018/19 6. – – 25. 2019/20 2. 14 – 24. 2020/21 – 11. 22. 17. 2021/22 1. 11. 19. 13. 2022/23 – – 11. 16. 2023/24 – – 14. 13. 2024/25 – – 6. 4. 2025/26 – – 9. 11.
Weblinks
Nicole Rocha Silveira in der Datenbank von Olympics.com
Einzelnachweise
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